Grüne fordern Strafsteuer für Konfessionslose

Update: TELEPOLIS hat heute über diesen Artikel berichtet. Wer sich ein Simmungsbild verschaffen will, kann sich die (derzeit 120+) Kommentare dort durchlesen…

Update: Mittlerweile bin ich der Auffassung: Eine Kultursteuer wäre das Beste, was Konfessionslosen-Organisationen passieren könnte.

Lieber nicht!

Anlässlich des verständlichen Entsetzens vieler Grünen-Mitglieder möchte ich noch einmal ausdrücklich klarstellen, dass es sich bei dem hier beschriebenen Vorschlag nicht um eine offizielle Position der Grünen handelt, sondern um das Papier einiger (weniger) katholischer Grünen-Politiker, und zwar Gerhard Schick MdB (Mannheim), Josef Winkler MdB (Koblenz, Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken), Agnieszka Brugger MdB (Ravensburg), Raymond Fojkar (Stadtrat Mannheim), Ulrike Gote MdL (Bayreuth), Bettina Jarasch (Landesvorsitzende Berlin), Benedikt Lux MdA (Berlin), Christa Nickels (Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken), und Gabriele Thirion-Brenneisen (Fraktionsvorsitzende Mannheim).

Einige merkbefreite (katholische) Grünen-Politiker (s.o.) haben mal wieder die Forderung nach einer „Kultursteuer nach italienischem Vorbild“ aufgebracht.

Das Beste ist allerdings die Begründung:

„Ist es sinnvoll zuzuschauen, dass viele Menschen wegen der Kirchensteuer aus unserer Kirche austreten? Wir meinen, es ist auch aus der Perspektive unserer Kirche richtig, einen Reformweg zu beschreiten, der sich am italienischen Vorbild einer ‚Kulturabgabe‘ orientiert, welche alle Menschen an eine gemeinnützige Institution ihrer Wahl entrichten. Dies stärkt die Position der Kirche mehr als Debatten über die kircheninternen Konsequenzen der Verweigerung von Kirchensteuerzahlung.“

Der WDR bittet um Hörermeinungen: Von 8:45 bis 11 Uhr kann man morgen, am 15. Mai 2012, kostenlos unter der Telefonnummer 0800 / 56 78 555 seine Meinung hinterlassen, in der Sendung „Das Tagesgespräch“ mit einem der Initiatoren, Gerhard Schick.

Allerdings ist die Telefonnummer regional begrenzt, ich musste meinen Kommentar also mailen:

Der Vorschlag der Grünen ist weder von Verfassungs- noch von Sachkenntnis getrübt:

Da ist zunächst die Begründung: Es sei nicht sinnvoll, „zuzuschauen, wie viele Menschen wegen der Kirchensteuer aus unserer Kirche austreten“. Es kann nicht angehen, rein kircheninterne Probleme durch die Einführung einer Zusatzsteuer für Konfessionslose – um nichts anderes handelt es sich hier! – zu lösen.

Hätten sich die Initiatoren auch nur ein wenig informiert, wäre ihnen sicher aufgefallen, dass die Evangelische Kirche in Deutschland schon 2007 festgestellt hat, dass das vorgeschlagene Modell verfassungswidrig ist. Auf ihrer Internetseite www.kirchenfinanzen.de schreibt die EKD:

Aus deutscher Perspektive stellt die enge Verzahnung von Kirche und Staat, wie sie in Italien und Spanien praktiziert wird, eine verkappte Staatsfinanzierung dar. Dieses Modell widerspricht der deutschen Verfassung und ist mit Art. 140 GG nicht vereinbar.

Die Initiatoren dieses Vorschlags haben sich damit ein geistiges und politisches Armutszeugnis ausgestellt.

Ergänzend stellt sich noch die Frage – die können Sie Herrn Schick ja mal stellen – woher die grünen Katholiken wissen wollen, dass die Kirchenaustritte gerade wegen der Kirchensteuer erfolgen und nicht aus anderen Gründen. So sind ja z.B. die Kirchenaustritte im Zuge des Missbrauchsskandals 2010 regelrecht in die Höhe geschnellt.

Update: Das ganze Papier liest sich wie eine Liste von Gründen, die Katholische Kirche zu verlassen. Die Autoren schreiben selbst von „der Entfremdung vieler, die zwar offiziell Kirchenmitglieder bleiben, sich aber immer weniger mit der Kirche verbunden fühlen“. Umso merkwürdiger ist die Behauptung der Unterzeichner, „dass viele Menschen wegen der Kirchensteuer aus unserer Kirche austreten“.

Immerhin: Die Forderungen nach einer Strafsteuer für Konfessionslose werden seltener. Kam sie früher etwa alle 6 Monate auf, liegt die letzte mir bekannte Forderung bereits zweieinhalb Jahre zurück. Damals forderte Ulrich „Comical Uli“ vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle unter der Überschrift „Kirchenaustritt ist Steuerhinterziehung“ eine ebensolche Steuer: “Comical Uli” fordert erneut eine “Ethik-Steuer”.

Eine solche Forderung ist auch deshalb absurd, weil die gesparte Kirchensteuer ja zu versteuern ist, und dadurch dem Staat deutlich mehr Geld zufließt, als die Kirchen anteilig von der Kirchensteuer für gemeinnützige Zwecke ausgeben: Kirchenaustritte entlasten die Allgemeinheit.

Update: Meine verfeinerten Kommentare findet Ihr hier, als Text und auch als Audio. Dr. Schicks peinliche Ausweichmanöver während der Sendung habe ich hier dokumentiert und kommentiert:

„Kulturabgabe“: Grüne können Vorwurf der Verfassungswidrigkeit nicht entkräften

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57 Responses to Grüne fordern Strafsteuer für Konfessionslose

  1. […] dem Lesen des Thesenpapiers einiger katholischer Grünen-PolitikerInnen habe ich meine Anmerkungen für den WDR noch einmal überarbeitet. Da ich von hier aus nicht beim WDR-Hörertelefon anrufen kann, habe ich […]

  2. klafuenf sagt:

    Ich bin nicht wegen der Krischenteuer ausgetreten.
    Und ich will auch nicht über Umwege eine lebensgefährliche Großsekte unterstützen.

  3. Grüne fordern Strafsteuer für Konfessionslose…

    Lieber nicht! Einige merkbefreite (katholische) Grünen-Politiker — namentlich genannt wurden Gerhard Schick, Agnieszka Brugger und Josef Winkler — haben mal wieder die Forderung nach einer “Kultursteuer nach italienischem Vorbild” aufgebracht. Update: …

  4. Nic sagt:

    So mein Freund, ich hab mal ein wenig „Werbung“ für Deinen Artikel gemacht:
    http://gbs-berlin.org/grune-fordern-strafsteuer-fur-konfessionslose/
    http://hpd.de/node/13381

    CU Nic

  5. hymeteron sagt:

    Es ist etwas schwer erkennbar, was nun Zitate aus dem Papier und was Kommentare sind.

    Hymtereon

    • Skydaddy sagt:

      Ja, tut mir leid. Ich hatte zunächst nur die kurze epd-meldung und habe das Originalpapier erst gefunden, nachdem ich diesen Artikel schon gepostet hatte. Es geht im Kern um diese Formulierung aus dem Papier:

      Ist es sinnvoll zuzuschauen, dass viele Menschen wegen der Kirchensteuer aus unserer Kirche austreten? Wir meinen, es ist auch aus der Perspektive unserer Kirche richtig, einen Reformweg zu beschreiten, der sich am italienischen Vorbild einer „Kulturabgabe“ orientiert, welche alle Menschen
      an eine gemeinnützige Institution ihrer Wahl entrichten. Dies stärkt die Position der Kirche mehr als Debatten über die kircheninternen Konsequenzen der Verweigerung von Kirchensteuerzahlung.

      Wir halten es aber für richtig, dass die Kirchensteuer – egal in welcher Ausgestaltung – über staatliche Institutionen eingezogen werden kann.

  6. […] ja schon fast leid, dass ich Dr. Gerhard Schick und seine katholischen KollegInnen von den Grünen gestern als „merkbefreit“ bezeichnet habe (Michael Schmidt-Salomon würde in solchen Fällen wohl […]

  7. Gondlir sagt:

    Das ist doch Unsinn, denn es geht nicht um grüne Positionen. Aber „Einige Grüne fordern Strafsteuer“ wäre ja nicht so eingeschlagen.
    In dem erwähnten Papier heißt es wörtlich: „Wir – das sind Christinnen und Christen in der katholischen Kirche, die Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen sind, das sind Grüne Politikerinnen und Politiker, die Teil der katholischen Kirche sind.“
    Also eindeutig nur eine Minderheit innerhalb der Grünen.
    Solange das nicht Mehrheitsmeinung wird, kann ich als Grüner gut mit abweichenden Meinungen leben.

    • Skydaddy sagt:

      Deshalb schreibe ich ja auch in der Überschrift „Grüne“ und nicht „Die Grünen“. Und das erste Wort des Artikels ist „Einige“. Überschriften müssen kurz sein, das Thema auf den Punkt bringen, ggf. zugespitzt, aber vertretbar. Die Details kommen dann im Artikel.

      • Gondlir sagt:

        Ich bezweifele, dass eilige Leser der Überschrift ebenso differenzieren. Korrekter wäre sogar „Katholiken fordern Strafsteuer für Konfessionslose“. Und dann kann man im Artikel erwähnen, dass darunter auch ein paar Grüne sind. Denn die Forderung ist keine grüne, sondern eine katholische!

      • Skydaddy sagt:

        Die Forderung ist genauso „grün“ oder nicht, wie sie „katholisch“ ist. Entscheidender Punkt ist hier aber, dass politische Mandatsträger eine Forderung erheben, der selbst die EKD Verfassungswidrigkeit attestiert. Das sind eben keine „gewöhnlichen“ Katholiken.

      • Yeti sagt:

        @Gondlir:

        a) „Katholiken, die Mitglied bei den Grünen sind“
        und
        b) „Grüne Politiker, die Teil der Katholischen Kirche sind“

        Teil b) kann man weglassen, der ist vollständig in a) enthalten.
        Also dreht es sich um grüne Katholiken. Das ist vielleicht nicht die Mehrheit, aber mit Sicherheit eine der stärksten Gruppen bei den Grünen.

  8. Gondlir sagt:

    Ja, es sind keine „gewöhnlichen“ Katholiken. Und auch keine „gewöhnlichen“ Grünen. Daher wäre die beste Überschrift vermutlich „Ungewöhnliche Grüne fordern Strafsteuer für Konfessionslose“ gewesen… 😉

  9. Wir hatten in Österreich vor kurzem die gleiche Diskussion. Mit einer teils sehr ähnlichen Begründung.
    http://hpd.de/node/12595
    Das war aber auch gleich erledigt:
    http://hpd.de/node/12611

  10. papst sagt:

    Ich dachte, die ‚Grünen‘ als realtiv ‚junge‘ und unverbrauchte politische Partei würden solchen Unsinn nicht verzapfen – ich sehe mich getäuscht! Statt dieTrennung von Staat und Kirche voranzutreiben, gibt es ewig Gestrige, die eine Verzahnung geradezu zementieren wollen!
    Die Kirchen sollten ihre Finanzen endlich einma offenlegen – und Steuern zahlen, wie jedes andere Unternehmen auch!

  11. dieandereperspektive sagt:

    Die grüne Mogelpackung zeigt so langsam ihr wahres Gesicht und fällt immer mehr darin auf, dass sie offensichtlich nicht mehr deutsche Ziele verfolgt, eher fremdgesteuert wirkt. Religionsfreiheit zu sanktionieren ist so wie die GEZ Gebühren eine Zwangssteuer. Wie lässt sich so etwas mit unsem Grundgesetz in Einklang bringen? Religionsfreieheit bedeutet auch das Recht keiner Religion anzugehören.

  12. dieandereperspektive sagt:

    Hier wird schon wieder von verfassungswidrig gesprochen, dazu sollten wir aber ersteinmal eine Verfassung haben. Doch der Schein trügt, es ist und bleibt ein Grundgesetzt und ist keine Verfassung.

    • Skydaddy sagt:

      Ich habe Deine Anregung an das Bundesverfassungsgericht weitergeleitet 😉 Die benutzen solche Begriffe allerdings auch…

      • dieandereperspektive sagt:

        Zu welchem Zweck? Mit welcher Absicht? Diese Begriffsverzerrung findet sich praktisch überall. Verfassung = vom Volke gewählt, Grundgesetz = fürs Volk verfasst
        Den Paragraphen 146 GG kennen die Richter dort auch.

  13. EsEf sagt:

    Wieder ein Grund mehr, einen strengen Laizismus für Deutschland zu fordern, wenn wieder so ein paar hirnverbrannte Gläubige am Grünen Tisch Unsinn erzeugen.

    Es gibt aber noch einige andere „Ideen“, die aus der Ecke der Grünen stammen und ähnlich idiotisch sind. Besonders Herr Winkler zeichnet sich durch eine entzückende Naivität und Weltfremdheit aus, mit der er seine kruden Ansichten und Meinungen transportiert, obwohl er vom tuten und blasen überhaupt keine Ahnung hat. Fakten interessieren ihn überhaupt nicht.

  14. Robin Urban sagt:

    Ich hätte nen bahnbrechenden Vorschlag: Wir schaffen die Kirchensteuer ab! Schon würde niemand mehr aus der Kirche austreten. Ehrlich.

    • Skydaddy sagt:

      Und auch noch verfassungsgemäß! Robin for President!

    • dieandereperspektive sagt:

      Der Kirchenaustritt begründet sich doch nicht mit der Kirchensteuer, sondern mit dem, wie die Kirche ihre eigene Ideologie verrät. Jesus hätte die Kirchensteuer wie die Händler aus dem Tempel geworfen!

      • Robin Urban sagt:

        Ach, sag nur… Ich nutze dann demnächst *ironieon* und *ironieoff*, damit du’s verstehst ^^

      • dieandereperspektive sagt:

        Compiler on. In diesem Kontext, wo es doch darum geht, dass einige Katholiken glauben, das wäre wirklich so, hätte das geholfen. Ehrlich! Compiler off.

  15. drcidolphus sagt:

    Ich glaube auch nicht, dass so viele Menschen aus der Kirche wegen der Steuer austreten. Ich habe den Sinn einer Kirchensteuer sowieso noch nie begriffen. Man muss Geld zahlen um Christ sein zu dürfen? Da unterstütze ich lieber sinnvolle und weltliche Vereine, die keine Steuer haben wollen, sondern um Spenden bitten, dass wirkt viel sympathischer!

    • Skydaddy sagt:

      Ich finde ja auch: Bei einer Organisation, die ungestraft als „Kinderfickersekte“ und „größte Verbrecherorganisation der Geschichte“ bezeichnet werden darf, ist die Behauptung, die Leute träten wegen der Kirchensteuer aus, ETWAS gewagt…

  16. Wolfgang sagt:

    Das sind die letzten verzweifelten Atemzüge eines untergehenden Unternehmens, ohne das ein Gott oder sonstiger Heiliger „erscheint“. Auch der Papst ist machtlos, die Andersgläubigen sind einfach nicht zu „bekehren“ und mit Drohungen geht es auch nicht mehr.
    Jene Kaste soll doch einmal eingestehen, alle kirchenkritische Bücher, alle kirchenkritische Menschen und Vereinigungen werden vom Staat nicht mehr verfolgt. Kein Buch konnte widerlegt werden.
    Alle Bücher werden ohne Streichungen veröffentlicht. Die Macht der Kirche mit ihren Scheiterhaufen ist auf ein kleines Männervölkchen
    geschrumpft und ihre Gläubigen verlassen das stinkende Schiff.

  17. Welehamm sagt:

    Ich will keine Muezzine, Ayatollahs, Rabbis, Dalai Lamas, Prediger, Päpste, Kardinäle und wie dieses nutzlose Gesindel auch heißen mag,

  18. Chris sagt:

    Hmm, noch paar Ideen, wo man eine „Abgabe“ einführen könnte. Bei allen, die nicht im Museumsverein Mitglied sind, könnte man eine „Geschichtsabgabe“ einführen. Für alle, die nicht im Sportverein sind, eine „Bewegungsabgabe“, für alle, die nicht in einer Partei sind, eine „Diskussionsabgabe“ ….

    Der beste Witz ist aber, dass als Kirchensteuerersatz eine „Kultur[!!!]-Abgabe“ gefordert wird. Was hat Kirche mit Kultur zu tun?

    Aber, ich als Grüner sage, da haben wir paar in der Partei, die bisschen zu viel Glauben und bisschen zu wenig wissen und Ahnung haben. Aber das sind nicht „DIE Grünen“, sondern das sind „paar grüne Katholiken, die nicht mit der Partei gesprochen haben“ …. genauso wie mein Blog nicht „DIE Grünen“ sind, sondern ein „Typ“ bei den Grünen, der (aus meiner subjektiven Sicht 😉 ) gute Ideen hat.

    • dieandereperspektive sagt:

      Dass es nur ein paar „Grüne“ sind, der Meinung kann ich mich nicht anschließen, diese Partei ist ein Prediger, der Wasser predigt und Wein trinkt. Und das Geschwätz von gestern interessiert sie schon lange nicht mehr. Vor der Wahl war die Beteiligung des Landes an Stuttgart 21 verfassungswidrig, nach der Wahl hattte man das ganz schnell wieder vergessen, wie so manch anderes auch. Die Grünen haben Hartz IV mitgetragen, sie haben die Einwanderung aus dem Ausland kinderleicht gemacht, ohne dafür zu sorgen, ob es dem Land nützt und heute jammern sie vom „Fachkräftemangel“, der größten Lüge überhaupt, während die Zahl der arbeitslosen Akademiker weiterhin keinen wirklich interessiert. Die Wahrheit, dass dieser „Fachkräftemangel“ der Zukunft hausgemacht ist, wurde wiedereinmal verschwiegen.

  19. Chris sagt:

    JESUS! Ist das beknackt.

  20. re56nates sagt:

    Ich glaube nicht, dass die Menschen immer wegen der Kirchensteuer aus der Kirche austreten,es sind oft andere Gründe, wie z.b. sich nicht verstanden fühlen, nicht angenommen, wie Homosexuelle usw. Aber sollte der Mensch,der doch auch den Kindergarten usw. nützt, nicht bei Kirchenaustritt, einen Gemeindeausgleich bezahlen?

    • Skydaddy sagt:

      Nein, denn die Allgemeinheit profitiert finanziell jetzt schon von Konfessionslosen mehr als von Kirchenmitgliedern, weil die „gesparte“ Kirchensteuer versteuert werden muss und der Staat dabei ein Mehrfaches dessen einnimmt, was die Kirche anteilig von der Kirchensteuer für gemeinnützige Zwecke ausgibt. Man kann Konfessinslose dann nicht für öffentliche Dienstleistungen wie Kindergärten noch mal extra zur Kasse beten.

      Der Anteil, der von der Kirchensteuer für Kindergärten ausgegeben wird, liegt übrigens bei unter 5 Prozent (knapp 200 Mio. pro Jahr bei der EKD, Quelle: EKD-Finanzleiter Thomas Begrich).

      Demzufolge könnte ein Ehepaar, das 200 Euro Kirchensteuer pro Jahr zahlt, rechnerisch mit einer „Ausgleichsabgabe“ von 10 Euro belegt werden – weniger als ein Euro pro Monat! Unabhängig davon, wie viele Kinder das Paar in dem kirchlichen Kindergarten hat.

      Aber wer argumentiert, dass kirchliche Kindergärten auch Konfessionslosen zugute kommen, der muss sich auch entgegenhalten lassen, dass Konfessionslose umgekehrt mit ihren Steuergeldern u.a. auch den Religionsunterricht, Theologenausbildung und andere Dinge bezahlen, von denen sie nichts haben. Man kann hier nicht nur „in einer Richtung“ argumentieren.

    • Bartosz Makara sagt:

      Schade eigentlich, dabei waren die Grünen für mich immer so was wie eine wählbare Partei. Wie die Zeiten sich doch ändern… du meine Güte!

  21. […] evangelikale Nachrichtenagentur idea meldete gestern, dass der Vorschlag einiger katholischer Grünen-PolitikerInnen, die Kirchensteuer in eine “Kulturabgabe” nach italienischem Vorbild umzuwandeln (die […]

  22. Rabin sagt:

    Ich würde mal behaupten, der eigentliche Grund ist doch der, dass die Kirche wenig Ambitionen hat, ihre Instandhaltungs- und Lohnkosten komplett selber zu tragen. Was sie nämlich tun müssten, wenn sich die Politiker mal an das heiße Eisen heranwagen würden, dass die Kirchensteuer meines Wissens nur als vorübergehender Ersatz für die vielen verlorengegangenen Besitztümer um 1803.

    Jedenfalls würde sich jeder andere Verein einmal Gedanken um die Änderung seiner ‚Satzung‘ machen, wenn ihm immer mehr Mitglieder davonlaufen.

  23. […] zur Wehr zu setzen.  Zumal speziell dieser Vorschlag, wie Blogger “Skydaddy” völlig zurecht feststellt, nicht nur merk-, sondern auch ziemlich denkbefreit […]

  24. […] davon, wie man zu der Wortwahl „Strafsteuer für Konfessionslose“ steht: Die Überschrift hat ihren Zweck erfüllt. Mein Artikel wurde mehrere tausend Mal […]

  25. Beim „Kampf dem Kirchenaustritt“ ist der grün-schwul-katholische Dr. Gerhard Schick doch nur eine kleine Nummer. Seit sich die dummen Schäfchen scharenweis davonmachen, werden liebegottgläubige Politiker in fast allen Parteien ganz fickrig. CDU-SPD-CSU-GRÜNE beschwören nahezu tagtäglich die himmlischen „unverzichtbaren christlichen Werte“.

    … Glaube ist wichtig / die Bibel gibt Orientierung / Besinnung auf christliche Werte / Die Stimme der Kirche ist unverzichtbar / Es sind die christlichen Werte, auf denen unsere gesamte Kultur basiert usw. usf. …

    Weiterlesen:

    Bundestagspräsident Norbert Lammert: Christentum, die Werte und die Onanie.
    http://schwulundsatirisch.blogspot.de/2012/02/bundestagsprasident-norbert-lammert.html

    Immer mehr Politiker verbreiten die gehirnschädigende Droge Religion.
    http://schwulundsatirisch.blogspot.de/2011/12/immer-mehr-politiker-verbreiten-die.html

    Kirchenaustrittswelle endlich gestoppt. Papst Benedikt spricht Dr. Gerhard Schick (Bündnis 90/Die Grünen) heilig.
    http://schwulundsatirisch.blogspot.de/2012/05/kirchenaustrittswelle-endlich-gestoppt.html

    • Skydaddy sagt:

      Ich habe den Mit-Unterzeichner Josef Winkler auf seiner facebook-Seite gefragt:

      Herr Winkler, glauben Sie, dass Sie den Papst und die deutschen Bischöfe zu einem „echten Aufbruch“ ermuntern, wenn Sie in Ihrem Papier seitenweise schwerwiegende Kritik an der RKK auflisten (u.a. Gleichberechtigung, Homosexualität, Missbrauch), aber im selben Atemzug eine staatliche Eindämmung der Kirchenaustritte durch eine Zusatzsteuer für Konfessionslose fordern sowie eine staatliche Bestandsgarantie, die „eine dauerhafte Präsenz der Kirchen in unserer Gesellschaft sicherstellt“? — Ratzinger, Zollitsch und Konsorten müssen sich doch ins Fäustchen lachen!

      Er hat aber noch nicht geantwortet.

  26. W.Müller sagt:

    Verehrter Skydaddy er wird auch nicht antworten.
    Diese maffiöse Sekte, die jetzt sogar von Gerichten unserer Bundeshauptstadt zu Recht als Kinderfickersekte bezeichnet wird, gehört verboten, da sie seit Jahrhunderten unsägliches Leid und Qualen über die Menschheit gebracht hat.(Frauen, Männer und Kinder wurden deshalb bei lebindigem Leibe verbrannt, weil sie die schwachsinnigen Dogmen der Katholischen Kirche nicht geglaubt hatten und nach ihren eigen Vorstellungen leben wollten. Um die Menschen ständig unter Druck setzen zu können, rennen die Katholischen Würdenträger ständig mit einer Leiche am goldenen Kreuz herum, die signalisieren soll, dass diese für unsere Sünden gestorben ist. (Die kriminellen Nazis hatten ein ähnliches Zeichen, den Totenkopf als Synonym um Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen) Dabei wollte sie vorher nur vergeblich König der Juden werden und hat dabei die Gesetze des jüdischen Staates und der damaligen römischen Besatzungsmacht gröblich verletzt und ist deshalb zur damals üblichen Strafe der Kreuzigung zu Recht verurteilt worden. Die vorhergehende Prophezeihung der Leiche, dass das Jüngste Gericht kurz bevorstünde, ist bis heute nicht eingetroffen. Da hat sich der Herr Jesus aber gewaltig geirrt. (Die Zeugen Johovas vermarkten diese Prophezeihung als Grundlage ihres Glaubens bis heute erfolgreich um ihre dämlichen Mitglieder ständig in Angst und Schrecken versetzen zu können. Bei den Katholiken ist es ähnlich, nur die werden immer schlauer und treten in Scharen aus. Deshalb die neuen Strategien der sog. Kultursteuer.
    Jeder Tag ist Kirchenaustrittstag, nützen sie ihn um diese Sekte zu dezimieren.
    Entfliehen sie der Schwarmdummheit, denken sie eigenständig und führen ein glücklicheres Leben ohne Gott. (Es funktioniert, ich garantiere es)
    Danke fürs Lesen
    W.Müller

    • dieandereperspektive sagt:

      Ich möchte dazu lediglich noch anmerken, dass es keine gesichterten Hinweise dazu gibt, dass die uns heute bekannte Jesusgeschichte sich damals auch so zugetragen hat, und es sehr viele Hinweise dazu gibt, dass sie von den Kirchenvertretern im Nachhinein passend verändert wurde. Allein stört mich nur die Verwendung des Begriffs Recht, er ist lediglich ein Ausdruck der gegenwärtig herrschenden. Die exaktere Begründung dazu werde ich bald veröffentlichen. Dazu vielleicht noch der Hinweis auf das Dogma, das jeder menschlicher Vernunft widerspricht.

      • W.Müller sagt:

        Erlauben sie bitte auch mir eine Einfügung
        Papst Leo der X, ein Medici, hat sich gegenüber einem venezianischen Gelehrten Pietro Bembo einmal geäussert: „Wie einträglich dieses Märchen von Christus für uns gewesen ist, weiß doch alle Welt“.Diese religiöse Verblödung kann einem nur den Ekel ins Gesicht treiben

      • dieandereperspektive sagt:

        Sie sprechen mir aus der Seele. Mein jüngster Blog beleutet das von der ethischen Seite.

  27. Welehamm sagt:

    Das zeigt, dass die Grünen in der Welt der Glattgebügelten angekommen sind. Erbärmlich!

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