Kirchenaustritt

Ab 14 ist man in Deutschland religionsmündig und kann ohne Zustimmung der Eltern aus der Kirche austreten.

Nähere Informationen zum Kirchenaustritt finden sich hier:

Achtung:

  • Die Austrittsbescheinigung unbedingt gut aufheben. Anderenfalls kann es einem passieren, dass man plötzlich wieder als Kirchenmitglied geführt wird und Kirchensteuer zahlen muss. (Mehr dazu: „Rasterfahndung nach Kirchensteuerflüchtigen„.)
     
  • Unbedingt rechtzeitig aus der Kirche austreten: Es reicht nicht, vor dem Beginn einer Erwerbstätigkeit aus der Kirche auszutreten: Die Kirchensteuer wird anteilig für das ganze Jahr berechnet. D. h. wer im ersten Halbjahr Mitglied einer steuerpflichtigen Religionsgemeinschaft war, dann ausgetreten ist und erst im zweiten Halbjahr steuerpflichtige Einkünfte bezogen hat, der muss trotzdem Kirchensteuer zahlen. (Im Beispiel halb soviel wie ein „ständiges“ Kirchenmitglied, da die Mitgliedschaft nur ein halbes Jahr betragen hat.) (Vgl. hierzu Anteilige Kirchensteuer nach Austritt; Kirchensteuer trotz Austritt?)
     
    Außerdem endet die Kirchenmitgliedschaft meist erst mit dem Ende des auf den Autritt folgenden Monats. Wer also im Dezember austritt und im folgenden Jahr zu versteuerndes Einkommen erzielt, muss immer noch (ein Zwölftel) Kirchensteuer zahlen, weil die Kirchenmitgliedschaft erst Ende Januar endet.
     
  • Um keine Kirchensteuer zu zahlen, reicht es nicht aus, dass der Ehepartner austritt, der das Einkommen erzielt. Ist der andere Ehepartner weiterhin Kirchenmitglied, wird u. U. das besondere Kirchgeld bei glaubensverschiedener Ehe fällig.

70 Antworten zu Kirchenaustritt

  1. Schwabe sagt:

    Wenn ich nicht freudig Mitglied in einer Kirche wäre, würde ich ob dieser schlimmen Texte ein weiteres Mal in die Kirche eintreten.

    • wolfgang sagt:

      …und ich würde ob Ihrer „freudigen“ Naivität – ich möchte nicht dabei sein, wenn auch Sie einmal aufwachen werden – gleich dreimal am Tag aus diesem verlogenen und heuchlerischen Verein austreten ….

  2. Pfälzer sagt:

    Wenn die Religion des Friedens statt der christlichen Kirchen kommt – wofür ihr fleißig arbeitet – werdet ihr als Schweine abgeschlachtet.

    • Schwabe sagt:

      Sehr interessante Prophezeiung. Und tatsächlich ist es so, wie der Pfälzer am 7. März, einem Sonntag, gelästert hat. Die „Religion des Friedens“ möchte Christen wie Schweine abschlachten. Es geht hoffentlich nicht um Abschlachten, das würde ich selbst humanistischen Geheimbünden nicht unterstellen. Sondern es geht um die Benachteiligung und Diskriminierung von Christen im öffentlichen Leben. Die sog. humanistischen Verbände tun alles dazu, die öffentliche Meinung mittels „Skandalthemen“ wie Kirchensteuer, Missbrauch, Papst zu manipulieren und auf ihre Seite zu bekommen. Den im Verlauf von Jahrzehnten angelernten Fertigkeiten der sozialistischen Dialektik können die eher schwerfälligen Theologen und Kirchenverteter ohne Medienerfahrung wenig Schlagfertigkeit entgegen setzen. Bis die Öffentlichkeit bemerkt, dass sie zum Narren gehalten wird, haben die Atheisten viel erreicht.

      Wie sieht die „Religion des Friedens“? Sicher Kultur auf jedem Misthaufen, um den Menschen Zerstreuung zu bieten. Schon heute werden Milliarden von Steuergeldern verschwendet für sinnlose Kulturförderung, einer Förderung, die wiederum einer Minderheit von Personen zugute kommt.
      So wichtig Kultur ist – kann Kultur den Menschen Sinn geben? Sicher nein. Warum benötigen wir heute so viele Psychologen, die die Kassen belasten? Den Menschen ist ein Leitbild abhanden gekommen. Dieses Leitbild wieder aufzuhängen, ist unsere heilige Pflicht.

      • »schwerfällige Theologen und Kirchenvertreter« … da habe ich noch Keine erlebt, an dem die Rhetorikseminare seiner Ausbildung nicht gut gefruchtet haben.

        Gruß

        Stefan

      • André Fox sagt:

        Ihr Leidbild können Sie ruhig aufhängen, aber bitte privat, zuhause.
        Kultur kann nicht nur Sinn geben, sie tut es. Organisierte Religion hält die Menschheit seit Jahrtausenden für den Narren. Sie können mir gerne erklären wie Sie meinen können, Atheisten würden die Öffentlichkeit zum Narren halten. Sonst schreiben Sie nur Müll: Christen werden nicht benachteiligt und diskriminiert- es ist eher umgekehrt- und Ihre Verharmlosung von Verbrechen („Skandalthemen“) wie Veruntreuung, Vergewaltigung, Propaganda, offene Diskriminierung von Minderheiten (z.B Homosexuelle), usw. wirkt zynisch. Sonst, wie gesagt, nur Müll.

  3. Schwabe sagt:

    Um etwas Licht in Eure dunklen Gedanken zu bringen, die Tageslosung zum 10. März 2010:

    Das sei ferne von uns, dass wir uns auflehnen gegen den HERRN und uns heute von ihm abwenden.
    Josua 22,29

    Lasst uns darauf bedacht sein, dass wir einander anspornen zur Liebe und zu guten Taten: Wir wollen die Versammlung der Gemeinde nicht verlassen.
    Hebräer 10,24-25

  4. Rene sagt:

    to Schwabe: Kriegst Du eingentlich von der wirklichen Welt überhaupt noch was mit? Kindesmissbrauch? Nigeria? Das Objekt unserer „dunklen“ Gedanken sind die, die das ignorieren und in ihrem Hochmut Josua 22,29 „verkünden“. Steck Dir Deinen Josua sonstwohin, Schwabe.

  5. Amazone sagt:

    In WTF 66,6 steht geschrieben:
    „Und siehe, die Sonne schmolz die Butter, die sie auf ihrem Haupte trugen. Doch die Bösen nahmen ihnen die Butter weg, und sie aßen sie. Daraufhin wurde der Herr zornig und er sandte 99 Engel um ihnen Seife in den Mund zu stecken, auf dass es ihnen schlecht bekomme. Und alle sahen dass es gut war. Denn es war die Seife vom Herrn.“

    Jaja, Schwabe, auch ich kann etwas zitieren 🙂

  6. Günter sagt:

    Lieber Matthias Krause,

    in Ihrem Blog geht es ja ganz schön ab bzw. zur Sache.
    Sie schreiben, dass Sie selbst von Christen in Ihrer Schul- und Militärzeit diskirminiert wurden und deshalb für den Minderheitenschutz eintreten. Mir als Christ tut es leid, wenn Ihnen Unrecht getan wurde und ich bitte Sie im Namen der Kirche um Verzeihung.

    Meinen Sie aber nicht auch, dass einiges in diesem Block (ich zitiere: „Steck Dir Deinen Josua sonstwohin“ oder „werdet ihr als Schweine abgeschlachtet“)ebenso diskriminierend ist?

    Sicher bin ich froh, in Deutschland zu leben und als Christ „nur“ verbal beleidigt zu werden.

    Muß man aber immer nach dem Motto „Auge um Auge bzw. Zahn um Zahn“ verfahren?

    Gibt es keine Wege zur Versöhnung und Heilung?

    Viele Grüße
    Günter

    • André Fox sagt:

      Machen Sie sich mal schlau über der NG Kirche in Apartheid-Südafrika. Diese Kirche ist, trotz massive Diskriminierung (sozusagen die Rechterhand des Apartheid-Regimes) bis heute noch gut im Geschäft. Von mir aus könnte es viel mehr „zur Sache“ gehen!

  7. skydaddy sagt:

    Hallo Günter,

    die beiden Formulierungen konnte ich auf die Schnelle nicht finden, sie stammen aber nicht von mir, sondern aus Kommentaren.

    Es gibt übrigens auch (vereinzelt) Kommentare, die ich nicht freischalte, weil ich sie tatsächlich für sprachlich inakzeptabel halte.

    Es macht jedoch m.E. einen Unterschied, ob ich mir in der Schule dumme Bemerkungen von Lehrern anhören muss, nur weil ich mich vom Religionsunterricht abgemeldet habe, oder beim Bund zum Gottesdienst genötigt werde (beides kann ich mir nicht aussuchen), oder ob sich jemand als Gläubiger in einem Atheistenblog äußert und dann für konkrete Äußerungen „heruntergemacht wird“.

    Die Schweinebemerkung kam, soweit ich mich erinnere, von jemandem, der „uns“ Atheisten vor dem Islam warnen wollte, dem er offensichtlich selbst nicht angehörte. Während „Wir werden euch wie Schweine abschlachten“ in der Tat unangemessen wäre, erscheint mir die Warnung (ob nun begründet oder nicht), von einer anderen Gruppe abgeschlachet zu werden, nicht diskriminierend.

    Abgesehen davon, darf sich hier in weitem Rahmen jeder so gut blamieren, wie er kann!

    • André Fox sagt:

      Es ärgert mich ungemein wenn Gläubiger dann kommen mit „guck wie sie schimpfen. Böse böse.“ Sie sind diejenigen die unsere Sprache manipulieren und uns sublimiert vertäufeln. Hör doch mal zu, wenn euer „heilige“ „Vater“ diejenige die seinen Unsinn widersprechen, beschimpt und defamiert.
      Wir sollen in die Hölle kommen! Wenn das keine direkte Drohung ist! Suck it, Jesus!

  8. Wie wird man eigentlich Staatenloser?

  9. martina siegenthaler sagt:

    Es ist an der Zeit, dass der Staat auch diese grosse Sekte kontrolliert. So gehört der Papst für sein Verschweigen bzw. Vertuschen zur Rechenschaft gezogen und in seinem Heimatland Deutschland be- bzw. verurteilt, d.h., bei einer allfälligen Einreise müsste er verhaftet werden. Uber die Möglichkeit, die Auslieferung im Vatikan mit Fussfesseln, wie Polanski in Gstaad, abzuwarten, könnte diskutiert werden, denn

    Jedes weitere geschändete Kind ist eines zuviel!!!

  10. martina siegenthaler sagt:

    Ergänzung:

    In unserer Familie befindet sich ein geschändetes Kind. Sein Leben ist zerstört und das unsrige damit. Nein, es war kein Kathole, der dies verbrochen hat. Er machte lediglich von Möglichkeiten Gebrauch, wie wir sie bei Vorhaben kennen, bei krank Veranlagten, für die die im Mittelalter stehen gebliebene Katholische Kirche geradezu eine Brutstätte ist. Ich denke dabei an „Umkleidekabinen“ für Ministranten. Eine Priesterin, die es ja nicht geben darf, hätte bereits hier eine gewisse Kontrollfunktion! Dass einigermassen emanzipierte Frauen so etwas im Jahre 2010 noch akzeptieren und dann noch gutgläubig ihre Kinder solchen „Gefahren“ aussetzen, ist für mich nicht nachvollziehbar. Bereits hier müsste es heissen: Gleichberechtigung oder Austritt!

    Unser Delinquent hatte für seine Missetaten relativ lange eingesessen, dafür hatten wir gesorgt, was uns selber zwar nichts nützt, doch den Täter hoffentlich vor weiteren Übergriffen auf „grünes Fleisch“ zurückhält. Noch selten habe ich von einem Priester gehört, er hätte seine wohlverdiente Strafe abgesessen. Das könnte ja dem Image schaden und eventuell sogar zu Austritten führen!

    Jeder Schuh wird nach dem Kauf imprägniert, so auch das katholische Kind. Irgend einmal lässt er aber durch und muss entweder neu imprägniert oder entsorgt werden!

  11. Yui sagt:

    Es ist ja wirklich erbärmlich, wie sich sogenannte Christen auf die Kirche berufen. Eine Kirche, die mehr Menschen auf dem gewissen hatm wie alle Diktatoren der vergangenen Zeit! Und zitieren kann ich auch gut, z.B. das hier: „Es sind nicht die Gottlosen, es sind die Frommen seiner Zeit gewesen, die Christus ans Kreuz schlugen.“(Freiin Gertrud von Le Fort, dt. Schriftstellerin, 1876-1971)

    Ich bin überzeugte Atheistin, das hängt mit meinem Hang zur Wahrheitsfindung zusammen. Es ergibt sich automatisch aus meinen Erfahrungen. Meinetwegen kann jeder an das glauben was er will. Aber der Glaube darf nciht als Legitimierung für die Diskriminierung anderer Missbraucht werden! Ich bin kein „schlechter“ Mensch, weil ich Atheistin bin. Ich respektieren jeden Menschen, egal welcher Hautfarbe, Kultur etc er angehört! Die meisten Religionen tun dies aber. Das ist unmenschlich! Das Frauen und Kinder als niedere Wesen gelten, sich verhüllen oder verstümmeln lassen müssen, das gibts im Humanismus/Atheismus nicht, das gibt es nur in der Religion. Deshalb verachte ich sie. Man muss tolerant sein, aber nicht gegen Intoleranz! Und deshalb ist Aufklärung so wichtig! Glaubt doch was ihr wollt, aber behaltet es für euch!! Dann müssen wir Atheisten auch nicht mehr gegen die Diskriminierung von Fundamentalisten ankämpfen!
    Und dazu noch ein Zitat:

    „Auf welcher Gesetzestafel steht: Die heiligen Gefühle der Theisten müssen respektiert werden, die heiligen Gefühle der A-Theisten aber nicht?“
    (Ludwig Marcuse, dt.Philosoph, 1894-1971)

  12. Andi sagt:

    Hallo Skydaddy.

    Ganz tolles Blog!

    Danke dafür.

  13. jopie sagt:

    welch ein Schwachsinn wird hier verzapft!
    Die größten Täter, nicht nur Mißbraucher von Kindern, von Massenmördern der Weltgeschichte waren die Atheisten Hitler, Stalin und Mao!!!!!!! Jeder hat 50 000 000 Tote auf dem Gewissen, das er gar nicht hatte… und das allein im letzten Jahrhundert!
    In welcher Gesellschaft sich doch freudige Kirchenfeinde befinden, wenn sie sich Atheisten nennen! Ihre Idole sind die Mörder aller Mörder, nicht mehr steigerungsfähige Irrsinnige; mann hätte sie früzeitig in Scheiben schneideen sollen wie Prof. sowieso!

    • delbert grady sagt:

      hallo jopie
      jetzt sind dir bestimmt die
      ausrufungszeichen knapp geworden.
      Da, ich geb dir ein paar ab.
      !!!!!!!!!!
      bitte schön

    • André Fox sagt:

      Dieses Argument is doch jetzt wirklich schon ausreichend angesprochen und widerlegt. Der Diktator wird zum Gott. Gleiche Masche.

    • meise sagt:

      Bingo! schon wieder die übliche christliche Lüge! Stalin hatte eine Privatkapelle im Kreml, als die Wehrmacht vor Moskau stand hat er eine Ikone per Flugzeug über Moskau kreisen lassen…
      Hitler war Katholik. er hat noch 1945 seine Kirchensteuer bezahlt.
      (und warum ist er nie exkommuniziert worden??)

  14. skydaddy sagt:

    Hallo jopie!

    Ich persönlich kenne keinen Atheisten, der Hitler, Stalin oder Mao zum Idol hätte.

    Auch ist der Einfluss von Hitler, Stalin und Mao auf die internationale wie die deutsche Politik und Gesellschaft doch seit einigen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Die Kirchen (in Deutschland) bzw. Christen und Religiöse (z.B. in den USA) haben aber weiterhin starken Einfluss, genießen verfassungswidrige Privilegien und bekämpfen z.T. verfassungsmäßige Grundrechte.

    Und weil Du es offenbar nicht weißt: Hitler war Katholik, nicht Atheist. Die NSDAP bekannte sich zum „positiven Christentum“. Die Soldaten der Wehrmacht hatten „Gott mit uns“ auf dem Koppelschloss. Und der Faschismus entstand gerade in katholisch-christlichen Ländern wie Italien, Spanien, Deutschland.

    Solange die kath. und ev. Kirche noch finanziell und anderweitig von dem Hitler-Konkordat von 1933 profitieren, bitte nicht Atheisten vorwerfen, sie hätten Hilter zum Vorbild.

    • Marcela Garcia sagt:

      Es ist ein altes Kommentar, aber ich muss trotzdem diese Frage stellen: „Hitler war Katholik“? Das höre ich zum ersten Mal in meinem Leben. Und ich frage mich, wie man drauf kommen könnte, das zu denken. Weil er als Baby getauft worden ist? das hat (LEIDER, muss man sagen) nicht viel mit seinen späteren Weltanschauung, Entscheidungen, Handlungen… zu tun. Offensichtlich nicht. Oder?

      • Skydaddy sagt:

        Wenn Du vorher noch nie was davon gehört hast, dann google doch mal zu dem Thema.

        Übrigens habe ich mir das Kriterium, wann jemand Katholik ist, nicht selber ausgedacht. Wer katholisch getauft und nicht ausgetreten ist, gilt als Katholik. Dieses Kriterium hat die katholische Kirche selbst festgelegt, danach richtet sich z.B. die Kirchensteuerpflicht, und so kommen die 25 Millionen Katholiken in Deutschland zustande. Wenn Hitler kein Katholik war, und wenn man bspw. den Glauben an katholische Dogmen als Kriterium anlegen würde, wäre Hitler sicher noch eher Katholik als die meisten deutschen „Katholiken“.

        Beschwerden bitte an das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz.

  15. Schwabe sagt:

    In den letzten Wochen musste ich versuchen, für meine Verhältnisse ordentlich zu verdienen, inter alia, um soviel als möglich Kirchensteuer zu entrichten, sonst hätte ich gerne früher meine Meinung gesagt.

    Kirchensteuer ist die einzige Steuer, die ich aus Überzeugung und gerne bezahle und als nützlich ansehe. Natürlich steht bei der Mutter Kirche nicht alles zum Besten und wenn man sich einige der Herrschaften ansieht, könnte man meinen, sie wären in der KPDSU oder in Euren Kreisen besser aufgehoben. Kirche ist aber gelebte Gemeinschaft der Gläubigen. Ich kann jedem nur empfehlen, die Kraft, die einem eine solche Gemeinschaft verschaffen kann, zu „testen“. Ich war vor einigen Monaten sonntags in einem kleinen Dorf mitten auf dem Land. Die Kirche proppenvoll. Menschen, die ohne die Rettung durch Gott trist um einen Supermarkt rumgestanden wären und ihre 28. Zigarette ausgetreten hätten, hatten glänzende Augen und fühlten sich wie befreit. Jeder gab mir die Hand, jeder sprach mit mir – fast wie am Tag der Auferstehung. Wieviele Kosten durch unsinnige Therapiestunden usw. ließen sich verhindern, wenn jeder zur kirchlichen Gemeinschaft verpflichtet werden würde.

    Ich weiß, diese Verpflichtung lässt sich nicht durchsetzen, aber der indirekte Druck, der früher ausgeübt wurde, hatte durchaus etwas Gutes.

    Der einzige Zwangsverband, welcher wirklich abgeschafft gehört, ist die GEZ, die übrigens mehr Gebühren für ihren bürokratischen Apparat erhalten als die Kirchen an Steuereinnahmen.

  16. Schwabe sagt:

    Herr Sky, es stimmt natürlich nicht, dass sich die NSDAP zum positiven Christentum bekannt hatte. Hitler hatte seinen Immanuel Kant auf dem Nachttisch liegen, Himmler war ein Riesenfeind des Katholizismus, da kommen sogar Sie nicht ganz mit. Himmler hasste die Katholiken mehr als die Juden und hätte sie liebend gerne vernichtet, wenn das durchsetzbar gewesen wäre. In Hitlers Stadt Linz, die nach dem Krieg neu gebaut werden sollte, wo bitte waren denn nach Hitlers Plan die Kirchen? Die Parteispitze der Nazis war atheistisch, die Leute sollten mit dem unreligiösen deutschen Christentum nur verdummt werden. Mein Vater erinnert sich noch, als er 1935 KOnfirmation hatte. Die Gruppe wurde von HJ-Führern behindert, als sie in die Kirche einmarschieren wollte. Das Konkordat hatte rein machtpolitische Gründe; leider war die Kirche nicht mutig genug, das atheistische kirchenfeindliche Regime offiziell anzugreifen. Die Kirchen müssen hieraus lernen und dürfen nicht zusehen, wie sie von ihren heutigen Feinden vernichtet werden.

  17. Amazone sagt:

    @jopie:
    „Es konnte in den Reihen unserer Bewegung der gläubige Protestant neben dem gläubigen Katholiken sitzen, ohne je in den geringsten Gewissenskonflikt mit seiner religiösen Überzeugung geraten zu müssen.“ „Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk des Herrn.“ Beide Zitate aus „Mein Kampf“

    Dieser immer wieder behauptete Zusammenhang zwischen einem naturalistischen Weltbild und der Ausübung von Verbrechen entbehrt jeder Grundlage. Genauso gut könnte man behaupten, Hitler und Stalin waren Bartträger und deshalb würde das Tragen eines Bartes zur Ausübung unvorstellbarer Verbrechen führen.

    Wie kommt man eigentlich auf die absurde Idee zu unterstellen, die Idole von Menschen, die nicht an Übernatürliches glauben, wären die „Mörder aller Mörder“? Zu viel Weihrauch geschnuppert und anschließend katholischen Hasspredigern gelauscht?

    Abschließend zwei Links:
    http://glaube-ist-heilbar.blogspot.com/2009/08/im-namen-des-atheismus.html
    http://www.gottlos-glücklich.de/?page_id=433

  18. Schwabe sagt:

    Es fällt mir schwer, Dich zu kritisieren, Amazona, aber Dein Beitrag war nun wirklich nicht stark.

    Stalin funktionierte die Kirchen in Traktorhallen oder Tankstellen um, er bespitzelte die Priester und setzte korrupte Personen an die Spitze. Wie von Euch gewünscht, war er sehr „neutral“; es gab keinen Religionsunterricht. Wer sich taufen ließ, durfte nicht studieren. Stallin ließ sich berichten, wie die gesäuberten Parteigenossen umkamen, ob stolz oder ängstlich. Er amüsierte sich köstlich, wenn ein Kommunist im Angesicht der Ewigkeit zu beten anfing.

    Hitler war seit seiner Jugend ein Kirchenhasser; er konnte, um an die Macht zu kommen, nicht gegen das konfessionelle Deutschland angehen. Sein Endziel war es, die Kirchen zu vernichten. Der Stürmer hetzte (übrigens mit den gleichen schlüpfrigen Geschichten) gegen die katholische Kirche. Hat die HJ jemals Rücksicht auf das Sonntagsgebot genommen?
    Lies einmal ein Buch über Himmler. Er war radikal kirchenfeindlich und wäre bei Euch zum Ehrenvorsitzenden ernannte worden.

    Führende NPD-Funktionäre klagen gegen die katholische Kirche.

    Nicht alle, aber einige Richtungen des Atheismus sind totalitär. Da der Atheismus keine Naturgesetze kennt, es bei ihm die Verführung zum totalitären Denken sehr groß.

    Schließlich: Weihrauch ist sehr gesund.

  19. Amazone sagt:

    @Schwabe:

    Es gibt keine „Richtungen“ des Atheismus. Es gibt auch keine Richtungen des Nicht-Glaubens an Kobolde, Elfen oder Zauberer. Ich glaube auch nicht an die „Große Göttin“ der Wicca-Religion. Warum sollte ich mir Himmler als Ehrenvorsitzenden (wovon eigentlich?) wünschen?
    Der Atheismus „kennt keine Naturgesetze“??? Nicht-Glauben beruht ja gerade auf den Natugesetzen und der daraus gewonnenen Erkenntnis, dass die von Religionen behaupteten übernatürlichen Vorgänge nicht möglich sind – außer in eurer Fantasie.
    Ich habe den Eindruck, du hast die verlinkten Artikel überhaupt nicht verstanden (oder nicht gelesen). Und es ist bezeichnend, dass euch nichts anderes einfällt, als Menschen, die – unter anderem -nicht an euren Gott glauben, immer wieder mit Nazis oder Stalinisten auf eine Stufe zu stellen. Das ist in höchstem Maße beleidigend und wirft kein gutes Licht auf euch.

  20. Schwabe sagt:

    Mein Fehler: Naturrecht meinte ich, nicht Naturgesetze.
    Der Gottlose kennt kein Naturrecht.

    Alles andere ist leider richtig. Wer gottlos lebt, kennt keine Grenzen. Wir erleben es wieder und wieder, so jetzt in der Finanzkrise; einige waren gierig und haben eine der 7 Todsünden begangen. Gottlos waren in der Vergangenheit Stalinisten und Faschisten. Was von der Hauptrichtung der heutigen Gottlosen zu erwarten ist, lässt sich noch nicht hinreichend konkret sagen. Es ist sicher nichts Gutes.

    • skydaddy sagt:

      Ich verweise auf meinen Artikel zu Veganismus.

      Veganer legen sich selbst enge und fast schon als „widernatürlich“ zu bezeichnende Grenzen auf (Menschen sind ja auf Fleischkonsum angelegt), ohne dass ihnen dafür im Diesseits oder im Jenseits ein Vorteil winkt.

      Es muss also noch andere Mechanismen geben als nur die Religion, oder sogar Gesetze.

      • Amazone sagt:

        Dass es andere Mechanismen gibt, die Menschen – unabhängig von einer allfälligen Religionszugehörigkeit – dazu bringt, ethisch zu handeln, wurde ja bereits durch Studien (z.B. Marc Hauser: How Nature Designed Our Universal Sense of Right and Wrong) schlüssig dargelegt.
        Umso schockierender ist es für mich, wenn Gläubige behaupten, die Angst vor göttlicher Strafe wäre nötig, um sie von Straftaten abzuhalten. Würden sie tatsächlich stehlend und mordend durch die Gegend ziehen, wenn sie sicher sein könnten, dass ihre Taten ungesühnt bleiben? Wohl kaum.
        Zudem wird mit der christlichen Strafdrohung ein zeitlich beschränktes Fehlverhalten, zum Beispiel Diebstahl, völlig unverhältnismäßig mit EWIG andauernden Qualen sanktioniert – und das von einem Charakter, der selbst massive ethisch-humanitäre Defizite aufweist.

  21. Amazone sagt:

    Haha, ja die „gierigen Manager“ waren allesamt mit Sicherheit keine Kirchenmitglieder 😀

    Ich weiß, wieso diese Krise WIRKLICH ausgebrochen ist: Die Menschen handeln einfach nicht mehr nach den Grimm’schen Geschichten, denn schon in Rumpelstilzchen wurde klar dargelegt, dass der Versuch, aus Stroh Gold zu spinnen, zu nichts Gutem führt.
    Daher: Was von der Hauptrichtung der heutigen Rumpelstilzchenlosigkeit zu erwarten ist, lässt sich noch nicht hinreichend konkret sagen. Es ist sicher nichts Gutes.

  22. Schwabe sagt:

    Nun genug mit Deinen Unbedachtheiten, nicht ganz so liebe Amazone. Lies einmal die schwarze Spinne von Jeremias Gotthelf. Eine Novelle der Weltliteratur, ein Stück Edelstein.

    Die Alpengemeinde lässt sich vom Teufel verführen. Der Teufel erklärt sich bereit, schwere Arbeiten der Männer des Dorfes gegenüber dem Schlossherren abnehmen, verlangt aber als Gegenleistung für seine Mühen, dass das nächste Kind, das in diesem Ort auf die Welt kommt, nicht getauft wird. Was dann passiert ….

    Vielleicht kommt beim Lesen ein bisschen Einsicht.

    Für mich gilt: Meinen Jesum lass ich nicht, übrigens sehr schön vertont von Bach. Falls Dein Geschmack nicht zu sehr vergällt ist, höre es Dir an.

    Ich will nicht wissen, was Du in der Stunde der Wahrheit erklären kannst. Wahrscheinlich steht die Dir erst in 80 Jahren bevor, wenn ich Deine unklugen Worte einer Altersstufe zuordnen darf. Dann aber: Was ist, wenn Gott Dir gegenüber steht, Madame?

    • Amazone sagt:

      @Schwabe:
      „Nun genug mit deinen Unbedachtheiten, nicht ganz so liebe Amazone“.
      Was ich hier poste, entscheidest mit Sicherheit nicht du. ICH habe hier noch niemanden mit Nazis auf eine Stufe gestellt und unbelegbare Behauptungen (die „Verrohung“ der Gesellschaft mangels „Kirche“) aufgestellt, also Vorsicht! Auf christliche Wehleidigkeit wird hier keine Rücksicht genommen. Wenn du dich mit Gleichgesinnten unterhalten möchtest, bist du auf kreuz.net wohl besser aufgehoben.

      „Dann aber: Was ist, wenn Gott Dir gegenüber steht, Madame?“
      Tja, welcher denn? Der, für den ich kein Schweinefleisch hätte essen dürfen; der, der jede Tätigkeit am Sabbatt verboten hat; der, dem ich Ziegen hätte opfern sollen oder der, der ein Auditing verlangt hat? Es gibt zig-tausende Götter. Die Annahme, ich wäre noch ein Kind, impliziert, dass du mich für ziemlich – ich drücke das jetzt nett aus – beschränkt – hältst. Aber allein die Tatsache, dass du nicht einmal in Erwägung ziehst, den falschen Gott zu verehren und die falschen „heiligen“ Regeln zu befolgen, spricht nicht gerade für herausragende Intelligenz. Doch die Tatsache, dass du hier mitliest/-schreibst, zeigt, dass du dir bei deinem Weltbild doch nicht so sicher bist und dir auch Informationen über eine naturalistische Sicht der Dinge beschaffst. Das finde ich ja sehr positiv.

      Bach ist nicht so ganz mein Lieblingskomponist, ich bin eher in der Spätromantik und im Prog Rock / Metal angesiedelt. Bruckners Te Deum ist ein wunderschönes Stück Musik, da stört mich das religiöse Thema auch gar nicht. Mozarts und Verdis Requiem sind ebenfalls wunderbar, aber ich höre das eher als eine Art „vertonte Science Fiction.“ Zum Glück gibt es auch genug gute, religionskritische Musik. 🙂

      Du solltest dir weniger Gedanken um Teufel, Sünden, Engel und Gott machen (das scheint dich übermäßig zu beschäftigen) und das Leben ein bisschen mehr genießen, denn – es gibt nämlich nur dieses.

    • Fundamentalisten-Hasser sagt:

      „Leidet ein Mensch an einer Wahnvorstellung, so nennt man es Geisteskrankheit.
      Leiden viele Menschen an einer Wahnvorstellung, dann nennt man es Religion.“

      • Fundamentalisten-Hasser sagt:

        Dieser Kommentar gehört natürlich an die Aussage unseres „netten“ schwäbischen Mitbürgers angehängt, sorry.

  23. Schwabe sagt:

    Heute ist Sonntag Kantate. Obwohl der Pfarrer langweilig predigt, war die Kirche voll. Die Menschen wollen das Wort Gottes hören und als ihre RIchtschnur für ihr eigenes Leben nehmen. Auch wenn ein Tropfen Öl 100 Liter Wasser verschmutzen kann, werdet ihr es nicht schaffen, die Glaubenswahrheit zu verdrängen.

    Du erwähnst Verdi: Sein Requiem zeigt, dass auch Agnostiker bewegende Momente des Glaubens haben so wie Faurè mit seinem spätromantischen Requiem. Es ist ausgeschlossen, dass Faurè beim Komponieren nicht die Verbindung zu Gott gefunden hat. So bin ich zuversichtlich, dass es bei Dir, die Du Dich mit Sinnfragen zu beschäftigen scheinst, auch irgend wann „schnackelt“, wobei ich nicht erwarte, das Ergebnis dokumentiert zu bekommen.

  24. Peter sagt:

    Wenn es Gott nicht Gott, wozu Ihn dann verneinen?

  25. Schwabe sagt:

    Habe schon 2 konfessionslose Personen beschäftigt, eine war in der DDR aufgewachsen und nie Mitglied in der Kirche, die andere ausgetreten. Bei der ersten merkte ich trotz guter Noten fehlende Bildung, bei der zweiten charakterliche Mängel. Natürlich sind 2 Personen alles andere als repräsentativ und es hätte auch umgekehrt sein können.

    Allerdings merke ich beim Kontakt mit Dritten schnell, ob einer „Religion im Ranzen“ hat oder nicht. Mit der ersten Gruppe von Menschen ist in der Regel ein besseres Auskommen, wobei es Ausnahmen gibt.

  26. Schwabe sagt:

    Für den Verbleib in der Kirche spricht:

    – Die Kirche lehrt den Menschen das Wort Gottes
    – Die Kirche unterstützt sozial schwache Menschen
    – Die Kirche betreibt überall auf der Welt Missionen für die Menschen
    – die Kirche hält zahllose Gotteshäuser aufrecht, um Gott einen Teil seiner Herrlichkeit zurückzugeben.

    Dafür braucht sie Unmengen Geld. Ein Bischof erhält für eine 100-Stunden-Woche weniger als ein mittlerer Manager bei Daimler mit 40 Wochenstunden.

    Wir geben unsere Kirchensteuer für eine gute Sache, für die allerbeste Sache.
    Einerlei, was wir von den Kirchenstrukturen halten, Kirchenaustritt ist falsch!

  27. pufaxx sagt:

    Gegen den Verbleib in der Kirche spricht:

    – Die Kirche lehrt den Menschen das von MENSCHEN zurechtgeträumte Wort „Gottes“
    – Die Kirche indoktriniert sozial schwache Menschen
    – Die Kirche verarscht überall auf der Welt Menschen in ihrer Mission
    – die Kirche verballert Unmengen von Geld von zahllosen Denkenden, un „Gotteshäuser“ für (Leicht-)“Gläubige“ aufrecht, um noch mehr Geld selbst einzustreichen

    „Dafür braucht sie Unmengen Geld. Ein Bischof erhält für eine 100-Stunden-Woche weniger als ein mittlerer Manager bei Daimler mit 40 Wochenstunden.“ Dass die Gehälter und Boni diverser Manager ziemlich überzogen sind – darüber brauchen wir nicht zu reden. Ein Manager ist im Idealfall aber produktiv. Ein Bischof ist im Idealfall hingegen Papsttreu und verlogen.

    „Wir geben unsere Kirchensteuer für eine gute Sache, für die allerbeste Sache.“

    Hä?! Pensionen für Kinderficker sind also toll?

    „Einerlei, was wir von den Kirchenstrukturen halten, Kirchenaustritt ist falsch!“

    Kirche an sich ist schon falsch. Und schäbig.

  28. Schwabe sagt:

    Herr Pufaxx, Sie können ja denken, was Sie wollen.

    Aber Ihre Beleidigungen sind das Allerletzte; Sie schädigen damit selbst Ihrer jakobinischen Sache.

    „Kinderficker“ sind in der Bevölkerung repräsentativ verbreitet. Ich wette, in ostdeutschen Kreisen hat es solche weitaus mehr gegeben, aber das Gesetz der omerta ist bei den ostdeutschen Banden noch schärfer als in Sizilien.

    Das Thema Missbrauch ist, obwohl sehr schlimm für die Folgen der Kinder, vielschichtiger. Ich habe mich öfter mit einem zu einer Haftstrafe Verurteilten unterhalten (ein Lehrer übrigens); der Mann war krank, aber therapierbar. Leider gibt es zu wenig Therapiestellen für solche Männer, dafür zu viele Kreuziget -ihn- Schreihälse. In früheren Zeiten wurde das Problem nicht wahrgenommen, Respektspersonen, egal ob Lehrer, Sportausbilder, Altenpfleger oder Pfarrer, nicht angezeigt.

    Was sehr bedenklich ist, ist die Tatsache, dass einige Kreise fast schon Jubelarien singen, wenn Schlagzeilen wie „Mixa unter Verdacht“, die inhaltlich oft wenig Substantielles bieten, auftauchen. Endlich kann ich der verhassten Kirche etwas anhängen. Dabei interessiert diese Typen das Schicksal der Kinder nicht. Haben Sie sich für Kinder eingesetzt? Spenden Sie in andere Länder, in denen Kinder von Soldaten oder Kindersoldaten systematisch missbraucht werden? Oder ist für Sie die jakobinische Propaganda die einzige Frucht der Schlagzeilen der letzten Monate?

    Außerdem sollten Sie sich schon differenziertere Gedanken zum Glauben anderer machen. Gläubige Menschen sind keine Einfaltspinsel – manches Mal fragt man sich, wo der Verein der einfachen Menschen seine Mitglieder rekrutiert.

    • Begine sagt:

      „Kinderficker“ sind in der Bevölkerung repräsentativ verbreitet. Ich wette, in ostdeutschen Kreisen hat es solche weitaus mehr gegeben, aber das Gesetz der omerta ist bei den ostdeutschen Banden noch schärfer als in Sizilien.“

      und

      „Gläubige Menschen sind keine Einfaltspinsel – manches Mal fragt man sich, wo der Verein der einfachen Menschen seine Mitglieder rekrutiert.“

      Mein lieber Schwabe, was du hier so von dir gibst, zieht einem die Schuhe aus. Wenn du solche Ergüsse, wie das erste Zitat ins unendliche Internet sendest, hätte ich dazu gern mal eine Statistik oder sonst irgendwas, was diese Behauptung untermauert.

      Als ostdeutsche (Noch-)Katholikin sende ich folgendes Stoßgebet:

      Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!

  29. emporda sagt:

    Die Zeit regelt alle Probleme

    Nach Fowid Umfragen von 1998 in 31 Staaten bringt Religion mehr Konflikte, fromme Menschen sind zu intolerant. Die RKK und die evangelische Kirche rekrutieren sich durchweg als negative Auslese zu 47% aus den untersten Bildungsschichten. Moralische Werte wie Ehrlichkeit, Fairness, Gerechtigkeit, Zuverlässigkeit, Respekt, Anstand, Verantwortung und Mitgefühl werden zwar unabhängig von der Religion hoch eingestuft, deren Vermittlung obliegt den Eltern (95%) und Lehrern (84%), nicht aber den Religionen (9%). Die Kompetenz der Kirchen in moralischen Fragen wird in 11 Industrieländern nur noch zu 9% von jungen Menschen und zu 35% von älteren Menschen bejaht.

    In 24 Industriestaaten sind >50% der Befragten der Meinung Gläubige sind intolerant zu ihren Mitmenschen. Die Schweiz, Dänemark, Niederlande, Norwegen, Neuseeland, Nord-Irland, Australien und Portugal sogar haben Werte >75%. In religiösen Ländern wie USA, Russland, Ungarn, Bulgarien, Lettland, Zypern und den Philippinen wird dies nicht so gesehen. Die Beweislage für die Evolution nach Charles Darwin ohne göttlichen Einfluss wird als ausreichend bejaht in China (67%), Ägypten (50%), USA, Süd-Afrika und Indien (43%), Mexico, UK und Spanien (38%), Argentinien (37%) sowie Russland (32%). Selbst 3 Generationen mit kommunistischen Brainwash haben daran wenig geändert.

    In Deutschland sind >38% konfessionslos, nur 28% sind evangelisch und 29% katholisch. Die etwa 15.000 Priester sind im Mittel >58 Jahre alt. Im Bistum Erfurt werden 10 der 16 Pfarreien geschlossen gemäß dem enormen Schwund an Gläubigen. Die wenigen Priester müssen teilweise bis zu 14 Gemeinden gleichzeitig betreuen, Gottesdienste gibt es nur noch alle 3-4 Wochen. Im Bistum Magdeburg wird die Zahl der Pfarreien von 186 auf nur 44 reduziert, die neue Zuordnung beträgt etwa 1.500 Gläubige je Pfarrstelle. Das Ziel der Neuordnung der RKK ist es den Priestermangel zu verkraften, da es zu wenige Novizen gibt. Theologische Fakultäten haben oft weniger Studenten als unkündbare Professoren. Von etwa. 25.000 Kirchenbauten der BRD sind 1.800 ungenutzt, 20.000 weitere werden überflüssig. Die Missbrauchsfälle der RKK haben dramatische Folgen, das Vertrauen in die Kirchen ist so niedrig wie nie zuvor. Die evangelischen Kirchen der BRD haben noch zu viele Pfarrer, je Bistum werden etwa 120 entlassen.

    Österreich als Land mit einer kirchlichen Zwangsabgabe bei 5,5 Millionen RKK Anhängern erlebt derzeit Kirchenaustritte in nie gekanntem Ausmaß. Die Zahlen des Rekordjahres 2009 sind nochmals um 60% gestiegen und liegen bei etwa 3% pro Jahr. Die Gründe sind Sexskandale, Prügelorgien und das Affentheater mit den Pius-Brüdern. Gemäß einer Befragung durch das Markt- und Sozialforschungsinstituts GFS Zürich von 1014 Schweizern sind 44 % der Katholiken innerhalb 5 Jahren aus der Kirche ausgetreten, mehrheitlich junge und gebildete Menschen. Im letzten Jahr hat sich dieser Trend deutlich verstärkt, einer der Hauptgründe ist auch hier das Affentheater mit den Pius-Brüdern

    Frankreich hat keine Kirchensteuer, etwa 15.000 katholische Priester sind im Mittel 77 Jahre alt. Das Erzbistum Poitiers hat für seine 730.000 Katholiken in 600 Pfarreien nur 300 Priester, 150 davon sind über 80 Jahre alt. Das Bistum rechnet bei etwa 40 Abgängen mit 3 Novizen pro Jahr gemäß 90 Novizen für ganz Frankreich bei einem Bedarf von >400. Die geweihten Tattergreise haben keinen Führerschein mehr und für einen Chauffeur samt Auto fehlt das Geld. Das Bistum Poitier lässt viele Gemeinden mit Predigt, Katechese, Diakonie und Finanzen von Laien führen – das Ende des Zölibats naht unaufhaltbar.

    • Johannes B. sagt:

      In unserer Gegend sterben auch die Pfarrer weg, der Pfarrer meiner Stadt betreut gleich noch 2 oder 3 andere Gemeinden. Und das sieht genauso in der ganzen Umgebung aus…
      Nur was einen wundert, das besonders viele junge Leute sich der Kirche zugehörig finden. Das recht viele Leute die Firmung machen… ich bin einer der wenigen meiner Stufe, der als Katholik nicht die Firmung gemacht hat…

  30. Johannes B. sagt:

    Mal ne Frage, darf man als Atheist den katholischen Religionsunterricht besuchen?
    Hintergrund: Bin Schüler und komme nächstes Jahr in die Kursstufe und habe keine Lust eine Prüfung für Ethik zu machen um Ethik wählen zu können…
    Das ist einer der wenigen Gründe weswegen ich noch in dieser naiven Sekte bin.
    Schon mal danke für die Antwort.

    • skydaddy sagt:

      Meines Wissens wird es oft so gehandhabt, dass die Religionslehrer entscheiden, ob Nicht-Mitglieder der jew. Religionsgesellschaft teilnehmen können. Man möchte sich wohl allzu kritische Fundamentalopposition vom Leibe halten.

      Mir ist allerdings nicht ganz klar, wo das Problem liegt: Wenn jemand nicht an der Ethikprüfung teilnimmt bzw. die Prüfung nicht „besteht“, dann muss er doch wohl entweder in den Religionsunterricht gesteckt werden (was aber wiederum verfassungswidrig wäre, zumindest, fall es sich um jemanden handelt, der ausgetreten ist, was Du ja tun könntest). Oder er müsste weder an Ethik noch an Reli teilnehmen. Mail mir doch mal (siehe Impressum), das hört sich nach einer „interessanten“ Regelung an.

      • Johannes B. sagt:

        Danke…
        ich hab beim Bildungsserver meines Landes nachgeschaut udn dort einen Ansprechpartner zu Ethik gefunden, habe ihn kontaktiert, warte noch auf Antwort.

  31. Schwabe sagt:

    Nicht alle Konfessionslosen sind Atheisten, im Gegenteil.

    War über Pfingsten im Schwarzwald und kam mit einem Zugezogenen ins Gespräch. Er, Rheinländer, war früher Ministrant usw. Im Schwarzwald bekam er Kontakt mit einer evangelischen Freikirche. Diese ist in der dortigen Gegend (kleinere Dörfer im Südschwarzwald) sehr verbreitet und hat ungefähr 300 Mitglieder. Der Pfarrer wird von der Gemeinde direkt bezahlt. Die Gemeinde trifft sich 2 Mal in der Woche. Die Gemeindemitglieder beten, singen, tanzen und hören gemeinsam das Wort Gottes.

    Für den Rheinländer war die katholische Kirche, wie es der Name sagt, zu allgemein; er trat aus und ist jetzt Mitglied einer Freikirche. Die Statistik weißt ihn als konfessionslos aus wie die anderen 300 Mitglieder auch. In Wirklichkeit sind diese Menschen 10.000 Lichtjahre von Gottesleugnern entfernt.

    Die Statistik sagt auch nicht alles. Ich meine eher, das Thema des 21. Jahrhunderts wird sein die Wiederkehr der Religionen. Ich freue mich darauf!

  32. Johannes B. sagt:

    Ich zum Beispiel bin offiziel Katholik… nur weil ich zu faul bin aus der Kirche auszutreten…

  33. Schwabe sagt:

    Noch ein Beispiel einer konfessionslosen Familie: Ein Deutscher heiratet eine Russin. Das Kind erhält die Segnungen des Herrn nach orthodoxem Ritus. Sowohl seine Frau als auch das Kind sind nicht in den Kirchenbüchern aufgeführt. Beide sind gottesfürchtig und besuchen regelmäßig die orthodoxen Gottesdienste.

  34. Herr Sky, es stimmt natürlich nicht, dass sich die NSDAP zum positiven Christentum bekannt hatte. Hitler hatte seinen Immanuel Kant auf dem Nachttisch liegen, Himmler war ein Riesenfeind des Katholizismus, da kommen sogar Sie nicht ganz mit. Himmler hasste die Katholiken mehr als die Juden und hätte sie liebend gerne vernichtet, wenn das durchsetzbar gewesen wäre. In Hitlers Stadt Linz, die nach dem Krieg neu gebaut werden sollte, wo bitte waren denn nach Hitlers Plan die Kirchen? Die Parteispitze der Nazis war atheistisch, die Leute sollten mit dem unreligiösen deutschen Christentum nur verdummt werden. Mein Vater erinnert sich noch, als er 1935 KOnfirmation hatte. Die Gruppe wurde von HJ-Führern behindert, als sie in die Kirche einmarschieren wollte. Das Konkordat hatte rein machtpolitische Gründe; leider war die Kirche nicht mutig genug, das atheistische kirchenfeindliche Regime offiziell anzugreifen. Die Kirchen müssen hieraus lernen und dürfen nicht zusehen, wie sie von ihren heutigen Feinden vernichtet werden.
    +1

    • skydaddy sagt:

      Aus dem 25-Punkte-Programm der NSDAP (einer meiner Dauerbrenner-Artikel), Punkt 24:

      Die Partei als solche vertritt den Standpunkt eines positiven Christentums, ohne sich konfessionell an ein bestimmtes Bekenntnis zu binden.

      Laut Manfred „Gott: Eine kleine Geschichte des Größten“ war Immanuel Kant Christ, der zwar die traditionellen Gottesbeweise verworfen, dafür selbst einen neuen gefunden haben will. (Bei Lütz muss man allerdngs alles, was er sagt, noch mal gegenprüfen…)

  35. Schwabe sagt:

    Was war die NSDAP? Vor 33 eine Vereinigung von Verlierern der Weimarer Zeit. Kurz vor der Machtergreifung sprangen Opportunisten mit dem richtigen Riecher auf, danach war die Mitgliedschaft in der Partei notwendig, um überhaupt eine Laufbahn beschreiten zu können.

    Der Humanistische Bund in Brandenburg kann uns sicher gut über Parallelen in der DDR berichten.

    Das „Sagen“ hatte Hitler, Himmler, später auch Heydrich, mit Abstrichen Göhring, Speer, Bormann, Frank. Von diesen war keiner Kirchgänger oder bekennender Christ. Lest nur den Geheimerlass von Bormann an die Gauleiter der Partei von 1941:

    „Nationalsozialistische und christliche Auffassungen sind unvereinbar. Die christlichen Kirchen bauen auf der Unwissenheit der Menschen auf und sind bemüht, die Unwissenheit möglichst weiter Teile der Bevölkerung zu erhalten, denn nur so können die christlichen Kirchen ihre Macht bewahren.

    Demgegenüber beruht der Nationalsozialismus auf wissenschaftlichen Fundamenten. Das Christentum hat unveränderliche Grundsätze, die vor fast 2000 Jahren gesetzt und immer mehr zu wirklichkeitsfremden Dogmen erstarrt sind. Der Nationalsozialismus dagegen muß, wenn er seine Aufgabe auch weiterhin erfüllen soll, stets nach den neuesten Erkenntnissen der wissenschaftlichen Forschung ausgerichtet werden.

    Unser nationalsozialistisches Weltbild aber steht weit höher als die Auffassungen des Christentums, die in ihren wesentlichen Punkten vom Judentum übernommen worden sind. Auch aus diesem Grunde bedürfen wir des Christentums nicht.

    Kein Mensch würde etwas vorn Christentum wissen, wenn es ihm nicht in seiner Kindheit von den Pfarrern eingetrichtert worden wäre.

    Wenn also unsere Jugend künftig einmal von diesem Christentum, dessen Lehren weit unter den unseren stehen, nichts mehr erfährt, wird das

    Christentum von selbst verschwinden.

    Aus der Unvereinbarkeit nationalsozialistischer und christlicher Auffassungen folgt, daß eine Stärkung bestehender und jede Förderung neu entstehender christlicher Konfessionen von uns abzulehnen ist. Ein Unterschied zwischen den verschiedenen christlichen Konfessionen ist hierbei nicht zu machen.

    Zum ersten Male in der deutschen Geschichte hat der Fuhrer die Volksführung bewußt und vollständig selbst in der Hand. Mit der Partei, ihren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden hat der Führer sich und damit der deutschen Reichsführung ein Instrument geschaffen, das ihn von der Kirche unabhängig macht.

    Alle Einflüsse, die die durch den Führer mit Hilfe der NSDAP ausgeübte Volksführung beeinträchtigen oder gar schädigen könnten, müssen ausgeschaltet werden. Immer mehr muß

    das Volk den Kirchen und ihren Organen, den Pfarrern, entwunden werden. Selbstverständlich werden und müssen, von ihrem Standpunkt betrachtet, die Kirchen sich gegen diese Machteinbuße wehren. Niemals aber darf den Kirchen wieder ein Einfluß auf die Volksführung eingeräumt werden.

    Dieser muß restlos und endgültig gebrochen werden. Ebenso wie die schädlichen Einflüsse der Astrologen, Wahrsager und sonstigen Schwindler ausgeschaltet und durch den Staat unterdrückt werden, muß auch die Einflußmöglichkeit der Kirche restlos beseitigt werden.“

    Das, was damals geschrieben worden war, kann ich auch bei Euch lesen, mit dem kleinen Unterschied, dass statt Nationalsozialismus eingesetzt wird „Humanismus“.

    • skydaddy sagt:

      Interessant. Die Quelle ist übrigens der SPIEGEL 11/1965.

      Ändert aber nichts daran, dass die Nazis, wenn es passte, sich trotzdem gerne des Christentums bedient haben. Selbst falls die obersten Nazis Atheisten waren – wie war es dann möglich, ein Volk von Christen zu derartigen Verbrechen zu treiben? Genau durch vordergründiges Bekenntnis zum Christentum (z.B. „Gott mit uns“ auf dem Koppelschloss der Wehrmacht, Bekenntnis zum „positiven Christentum im Parteiprogramm) und Ausnutzung der antisemitischen Traditionen aus der Bibel und von Luther.

  36. Antischwabe sagt:

    Selbst wenn Hitler Atheist gewesen wäre, ist doch die Stelleng der Kirche zu den Nazis viel interessanter.

    Hier gibt es einen guten Link dazu: http://www.reimbibel.de/Kirche-im-Dritten-Reich.htm

    Ich glaube nicht, dass es irgendjemand mit Gott aufnehmen kann, was die Ermordung von Menschen und Tieren angeht. Nur allein die Arche Geschichte „beweist“ das ja.

    Aber im Ernst: Niemand bestreitet, dass Mao und Stalin Atheisten waren. Bei Hitler bezweifle ich das. Das ist doch aber nicht das Thema. Jede fundamentalistische oder auch nur stark hierarchische Organisation hat ein starkes Interesse am Machterhalt. Das führt dann leider auch zu Kriegen. Und welches System is hierarchischer als die Kirchen? Und leider gibt es auch massenhaft Fundamentalisten in den Kirchen.

    Schön sind auch die Zitate in dem genannten Link, die von nach 1945 stammen. Da kann man genau sehen, dass es primär um einen Machterhalt geht und nicht um die Sache selbst.

  37. 2bsecure sagt:

    Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich habe das Gefühl, dass Herr Schwabe Satiriker ist – sollte dem so sein haben sie meinen Applaus. Sie beherrschen die Kunst der Satire auf hohem Niveau!
    Da mein satirisches Geschickt leider begrenzt ist, gehe ich jetzt einfach davon aus, dass sie tatsächlich so ein bornierter Ignorant sind, denn nur so kann ich hier mitspielen.
    Es ist unschwer zu erkennen, dass ihre Argumentation hauptsächlich auf Naivität baut. Das Problem ist, dass sie einen Atheisten mit dieser Art der Argumentation nicht erreichen, da Atheisten per Definition nicht naiv sind. Sie sind der Ansicht, dass wir die „Argumente“ ihrer Selbsterfahrung als empirische Beweisführung akzeptieren. Beweis durch Selbsterfahrung ist kein Beweis, sondern einfach nur eine Geschichte – genauso wie die vielen lustigen Geschichten in der Bibel. Sie mögen ihren imaginären Freund namens Gott oder Jesus ja für real halten. Nüchtern und objektiv betrachtet ist es aber nur ein Hirngespinst. Wenn sie mich von Gott überzeugen wollen, müssen sie eindeutig beweisen, dass es ihn gibt. Nicht durch Geschichten und auch nicht durch an den Haaren herbeigezogenen Pseudoargumenten und Interpretationsspielchen. Das können aber weder sie noch sonstige Glaubensanhänger, und deshalb bleibt vernunftbegabten und im gesunden maße kritischen Menschen nichts anderes übrig als davon auszugehen, dass es keinen Gott gibt.
    Ich möchte hier gar nicht über irgendwelche unwichtigen Details eingehen, wie sie den Atheismus aufgrund seiner „Mitglieder“ verteufeln. Sie haben noch nicht verstanden, dass Atheismus keine Konkurrenzreligion ist. Wir glauben weder das christliche, das muslimische noch das jüdische Gedöns. Und deswegen brauchen wir auch keinen Atheistenführer. Die einzige Verbindung, die wir Atheisten untereinander haben, ist die Erkenntnis, dass es keinen Gott gibt. Ich verstehe zwar bis heute nicht, warum die meisten Menschen noch immer einem Gottesbild hinterherrennen müssen, aber diesem Fakt beuge ich mich einfach. Atheisten vertreten keine gemeinsame moralische Botschaft und behaupten auch nicht den Weg der Glückseligkeit zu kennen. Ich habe mit Verbrechen wie Stalin nur dieses kleine Detail gemein, dass wir erkannt haben, dass es keinen Gott gibt – das ist wie gesagt für meine Begriffe eine Selbstverständlichkeit für ein selbstbestimmtes Leben und keine besondere Kunst. Wenn sie wie Stalin Rechtshänder sind, haben sie schon mehr mit ihm gemeinsam als ich.
    Der einzige Grund, warum sie heute der Ansicht sind, dass die christliche Religion die richtige ist, beruht auf der Tatsache, dass sie zu dieser Zeit in unserer Region geboren sind und dementsprechend erzogen bzw. manipuliert wurden. Wären sie in Japan geboren, wären sie jetzt höchstwahrscheinlich Schintoist und in Indien Hinduist. Wären sie hier vor 2000 Jahren geboren, würden sie jetzt irgendwelche keltischen Götter anbeten.
    Abgesehen davon, glaube ich, dass sie auch ein Atheist sind. Glauben sie an Jupiter, Zeus oder Baal? Nein? Sehen sie, ich bin nur schon einen Gott weiter als sie. Es gab eine Zeit in der sich die Menschen genauso sicher waren, dass diese Götter existieren, wie sie sich sicher sind, dass der christliche Gott existiert. Ich weiß, dass wird sie nicht bekehren – sie haben ja ihre Selbsterfahrungen bzw. Illusionen. Ich möchte ihnen nur darstellen, dass Leute wie ich, die in den Fängen der RKK aufgewachsen sind und es trotz aller Manipulationsversuche – mir wurde abwechselnd Liebe versprochen und Rache angedroht – geschafft haben ihren Verstand zu benutzen und sich von diesem Schwachsinn abzuwenden, sehr immun gegen ihre Pseudoargumentation sind.

    In diesem Sinne wünsche ich ihnen weiterhin viel Freunde mit ihrem imaginären Freund und verbleibe mit der Ansicht, dass Religionen Fertighäuser für arme Seelen sind.

    • Schwabe sagt:

      Über mich brauchen Sie sich, Verehrter, keine Gedanken zu machen. Unser Leben hienieden ist endlich und letztlich mit wenigen Ausnahmen, wie die der Glaubenserfahrung, nicht immer erquicklich. Ein endgültiges Urteil über Personen kann sich nur Gott bilden; nur Gott kann beurteilen, ob mein Glaube naiv ist oder reell. Und nur dann, wenn Sie mir im Leichenhaus als Mumie zuraunen würden, es gebe keinen christlichen Gott, werde ich in Ihrem Sinne nachdenken.

      Die Äußerung, mit Stalin verbinde Sie „nur“ der Unglaube, ist „unglaublich“ verharmlosend. Die Religionskritik begann wohl im 17. Jahrhundert und führte nach einer Verstärkung von Feuerbach und Nietzsche zu verschiedenen geistigen und politischen Strömungen, vor allem außerhalb des Bürgertums. Eine Hauptströmung des Atheismus verband sich mit Marx und den Anwendern seiner Lehre, Beglückern der Menschheit wie Lenin, Stalin, Breshnev, Enver Hodscha (der in seinem Staat Albanien eine 100%-ige Religionsfreiheit erzwingen wollte) und Konsorten. Dieser orthodoxe sozialistische totalitäre Atheismus hat ausgespielt. Jeder hat begriffen, welche unglaublichen Verbrechen von den Verwirklichern dieser Lehre ausging und ausgehen wird. Es gibt keinen diktatorischen Sozialismus mit menschlichem Angesicht.

      Nur in diesen Seiten scheinen sich noch einige alte Kämpen mit rotem Revers am Knopf zu freuen, wenn andere naiv unseren Herren leugnen und Schmähworte ablegen.

      Wenn der Atheismus mit Sozialismus gleich zu stellen wäre, wäre ich glücklich. Es kommt schlimmer: Im 20. Jahrhundert tritt an die Stelle einer doch plumpen sozialistischen Gottesleugnung eine ganz neue, gefährliche Art des Atheismus‘ und Kirchenkampfes hinzu. Es gibt Wurzeln wie der Existenzialismus, die 68-er, die Grünen-Bewegung, der Turbokapitalismus.

      Der Glaubensabfall dieser Bewegungen hat eine bindende Klammer: Wohlstand.

      Der heutige Wohlstand macht die Leute fett, bequem, larmoyant, selbstsüchtig, heuchlerisch, aber auch einsam, unsicher, ziellos, unglücklich.
      Kein Mensch fühlt sich mehr anderen verpflichtet. Wer ist heute noch Samariter? Wenn in Brandenburg ein Nazi auf einen Schwarzen einschlägt – wer schaut empört zu, bloggt seinen gescheiten Senf dazu, ist aber zu feige, einzugreifen?

      Der Glaubensabfall durch Wohlstand kommt schleichend wie ein Krebsgeschwür.

      Zunächst geht man nicht mehr regelmäßig in die Kirche, es reicht ja auch alle 4 Wochen, ein paar Jahre später wollen die Kinder überhaupt nicht mehr, ja dann geht es nur an Weihnachten. Nach 5 Jahren möchte man den Urlaub mit Kirchenaustritt finanzieren, man kann „ja so“ an Gott glauben. Irgendwann, nochmals ein Dezennium später, interessiert man sich nicht mehr für Religion und sieht Gott gar als Sagengestalt an. Weiter kann die geistige Pauperisierung dann nicht mehr gehen.

      Diese Bewegung des Wohlstandsunglaubens hat hier einen großen publizistischen Hintergrund. In Deutschland hat die Bewegung mit dem „Spiegel“ und dem „Stern“ ein Großheer, das im Stile ihrer Gründer wie dem Ex-Nazi Nannen die Kirche mit allen, auch verbotenen Waffen kämpft.

      Letztlich ist diese Art der Weltanschauung (wir brauchen keinen Gott, anstelle des „es gibt keinen Gott“, genauso totalitär wie der Atheismus Stalins und Hitlers.

      Ich darf heute im öffentlichen Leben nicht mehr meinen Glauben ausleben. Ich darf zwar nackt joggen, Swinger Clubs besuchen, Pfeifchen rauchen, aber ja nicht das Kreuz schlagen – pfui!

      Mir ist nur noch wie im Dritten Reich Gedankenfreiheit gegeben, sagen darf ich nichts mehr. In einer öffentlichen Diskussion zitierte ich aus der Bibel. Es gab ein geiferndes Zischen. Hätte ich aus dem Programm der humanistischen Union Ostpommerns oder einen Spruch Paris Hiltons zitiert, der Beifall aller wäre mir sicher gewesen.

      Ich darf nicht einmal mehr mit Grüß Gott grüßen. Manche dieser political-correctness-Fanatiker grüßen so oft mit Guten Tag zurück, bis sie mich zum Verstummen bringen. Dieser „Gute Tag“ wird niemals mehr gut!

      Ein bissle Selbsteinsicht und Sie werden bemerken, dass wir wieder in totalitäre atheistische Stromschnellen geraten sind.

      Die Paralellen zwischen dem sozialistischen Materialismus der Vergangenheit und dem atheistischen KOnsumismus der heutigen Zeit sind sicher nicht ausreichend wissenschaftlich ergründet, sind aber, da es um eine zentrale Frage geht, unbedingt aufklärenswert.

      • 2bsafe sagt:

        Wissen sie, wenn die Religionen auf dieser Welt immer für Frieden und Gerechtigkeit gesorgt hätten, dann würde ich mir ihren Text vielleicht sogar bis zum Ende durchlesen. Dass es Tyrannen gab, die Atheisten waren, bestreitet niemand. Es waren aber nicht Tyrannen WEIL sie Atheisten waren. Der einzige Unterschied zwischen atheistischen und religiösen Tyrannen ist, dass sie die Stimme in ihrem Kopf, welche „erringe Macht und unterdrücke die Menschheit“ sagt, anders benennen. Der Religiöse nennt diese Stimme Gott und missbraucht dies um all seine Verbrechen zu rechtfertigen. Georg W. Bush ist ein gutes Beispiel unserer Zeit.

  38. Maddas sagt:

    Ich finde es unerhört, dass man etwas zahlen muss um aus der Kirche auszutreten. Ich bin vor einigen Wochen 18 Jahre geworden und somit lief der Deal mit meiner Mum aus, wegen meiner Oma in der Kirche zu bleiben (diese ist sehr religiös). Ich hab mich auf einigen Seiten informiert über den austritt und meist stand etwas von etwas Geld das man mitbringen muss, aber die 31 Euro die ich zahlen muss, find ich schon ein bisschen übertrieben… Ich bin dennoch ausgestiegen und bereuhe keine Sekunde seit diesem Tag! Atheismus = Realismus | Religion nur die Ausrede für Krieg!

    • skydaddy sagt:

      Bis vor einigen Jahren gab es bei Mobilfunkverträgen häufig eine Kündigungsgebühr. Diese Praxis wurde verboten, weil dies den Kunden den Wechsel unfair erschwerte.

      Ich habe mich imemr schon gewundert, weshalb mit der gleichen Begründung nicht auch die Kirchenaustrittsgebühr gekippt wird. Natürlich soll der Staat für den Verwaltungsakt bezahlt werden – aber bitte von der Kirche – nicht von denjenigen, die ihr Recht auf Religionsfreiheit wahrnehmen!

      • 2bsafe sagt:

        Aus meiner Sicht ist es schlicht Unrecht, eine Gebühr zu verlangen, um eine Entscheidung zu revidieren, die ich selbst nie getroffen habe.
        @Maddas Ich würde mir mit dieser Argumentation die 31,- € von deiner Mutter holen :o)
        Jemand mit viel Zeit und einer guten Rechtschutzversicherung sollte diese Angelegenheit mal von einem Gericht prüfen lassen.

  39. Only_Death_Is_Real sagt:

    Schade, daß ich jetzt erst auf diesen Block gestoßen bin, nachdem er schon über 1 Jahr tot ist. Ich hätte dem Religionsfanatiker (Schwabe) gerne noch den hier mitgegeben:

    „Und Mose wurde zornig über die Hauptleute des Heeres, die Hauptleute über tausend und über hundert, die aus dem Feldzug kamen, und sprach zu ihnen: Warum habt ihr alle Frauen leben lassen?“

    (4. Mose 31,14-15)
    „So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben.“

    (4. Mose 31,17-18)

    Nur um ihm endlich mal den Wind aus den Segeln zu nehmen, was die Behauptung angeht, daß alle tyrannischen Herrscher immer nur Atheisten waren.

    Die meisten Kriege auf diesem Planeten wurden im Namen irgendeines Gottes geführt. Das ist eine Tatsache die auch er nicht wegleugnen kann.

  40. Befreiter sagt:

    Lieber Herr Schwabe. Vielen Dank für Ihre Ausführungen. Sie haben mir die Augen geöffnet und mich dazu gebracht aus der Kirche auszutreten.

  41. W.Müller sagt:

    Neues vom Kirchenaustritt 2012
    Mit der Übernahme des Amtes zur Glaubensbewahrung (Inquisition) durch den streitlustigen Bischof L.Müller Regensburg scheint die Deutsche Bischofskonferenz Befehl von ihm erhalten zu haben, die gewaltigen Austrittszahlen aus der Katholischen Kirche (über 100.000 ) zu stoppen.
    Sein bewährtes Mittel, Druck auszuüben ist hierbei zu erkennen. Die Schafe sollen vor ihrem Austritt nochmals einer Gehirnwäsche durch den Ortspfarrer, ( mit verschiedenen Drohpotentialen wie „keine Kommunion, kein kirchliches Begräbnis und Ausschluss aus der Kirche) unterzogen werden. Inwieweit geplant ist ( wie Mittelalter) diese Menschen zur Schande außerhalb des Friedhofes an der Friedhofsmauer zu begraben konnte ich nicht herausfinden.
    Die Aussage ist wie beim Islam, einmal katholisch zwangsgetauft immer katholisch. Nur gibts keine Todesstrafe wie beim Islam beim Austritt. Meine Frage an den Pfarrer, wie kriege ich meine Taufe weg, die ich niemals gewollt habe, konnte oder wollte er nicht beantworten.
    Vielleicht denken sie über eine Lösung nach, durch Zahlung von
    10.000 €, so wie sie man Mittelalter die Dauer der Höllenqualen mit Geld verkürzen konnte. (Wenn das Gold im Beutel klingt, die Seele aus dem Feuer springt. Sollten sie nähere Einzelheiten erfahren, bitte Bescheid, Danke
    W.Müller

  42. kiti sagt:

    Tja,leider kann nicht jeder aussteigen. ,da er/sie leider immer noch um ihren Job fürchten muss. Leider werden kirchliche Träger zu 99 %vom Staat bezahlt,dürfen aber ihre eigenen Gesetze machen.

  43. Ich habe mir erlaubt, die Infos aus diesem Post auf meinem Blog zu verwursten.

    https://manglaubtesnicht.wordpress.com/2015/09/19/kirchenaustritt/

    Danke, Matthias, für deine gute Arbeit!

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