Humanistische Union stellt Regensburger Bischof Müller ein Ultimatum zum Widerruf seiner Verleumdungen

Auf der Website der Humanistischen Union habe ich soeben den Hinweis auf die folgende Meldung gefunden.

Go, HU!

Humanistische Union stellt Regensburger Bischof Müller ein Ultimatum zum Widerruf seiner Verleumdungen

Bürgerrechtsorganisation weist Unterstellungen über angebliche Befürwortung pädophiler Handlungen zurück und fordert Regensburger Bischof Müller zu einem klaren Dementi auf mehr…

Stellt die Humanistische Union Pädophilie als normal dar?

Müller hatte in einem Interview mit der italienischen Zeitung La Stampa gesagt:

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger gehört einer Art Freimaurer-Vereinigung an, die Pädophilie als Normalität darstellt, die entkriminalisiert werden soll. Also kann sie uns nicht kritisieren.

Hintergrund: In einem Artikel bei kath.net wird der Vorwurf, die HU stelle Pädophilie als normal dar, wie folgt (nicht sehr überzeugend) „untermauert“:

Kath.Net hat bereits Ende Februar berichtet, dass die deutsche Bundesjustizministerin dem Beirat eines Vereines angehört, der „gegen den Einsatz des Strafrechts zur Durchsetzung von Sexualmoral“ eintritt. Die Humanistischen Union (HU) bezeichnet sich selbst als „unabhängige Bürgerrechtsbewegung“. In einer Erklärung zum Sexualstrafrecht aus dem Jahr 2000 äußert sich der Bundesvorstand der HU kritisch über die „zunehmende Tendenz … mit den Instrumenten der Kriminalpolitik den Schutz und die Förderung von Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten“. Insbesondere hinsichtlich des sexuellen Kindesmissbrauchs ortet die HU eine „Entwicklung zu mehr staatlicher Repression und zur Strafe“ und spricht von „Maßlosigkeit sowohl in Bezug auf die eingesetzten Mittel, als auch hinsichtlich der beabsichtigten Zielsetzung“.

Wenn dies alles ist, was sie aufzubieten haben…

Die HU stellt also Pädophilie in den obigen Zitaten überhaupt nicht als normal dar, und wendet sich auch nicht gegen die Bestrafung an sich, sondern gegen „Maßlosigkeit“. Und bei der Formulierung, die HU trete „gegen den Einsatz des Strafrechts zur Durchsetzung von Sexualmoral“ auf, dürfte der Normalbürger eher an Strafbarkeit von Homesexualität und dergleichen denken.

Ich könnte mir außerdem vorstellen, dass die genannten Zitate aus der Zeit stammen, als das Thema Kindesmissbrauch in Deutschland schon fast paranoide Züge angenommen hatte.

Der einzige Vorwurf, den ich der HU machen kann, ist, das sie keine Entgegnung zu diesen Verleumdungen auf ihrer Website haben.

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11 Responses to Humanistische Union stellt Regensburger Bischof Müller ein Ultimatum zum Widerruf seiner Verleumdungen

  1. […] HU hat Müller bereits ein Ultimatum gestellt, seine unverschämte Behauptung zu […]

  2. skydaddy sagt:

    Hidalgo, du solltest die Texte mal richtig lesen, auf die du verweist.

    Zu Artikel 1:

    Die HU setzt sich kritisch mit dem Sexualstrafrecht auseinander. Offenbar wurde mal eine Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität (AHS) erwogen, nach einer Prüfung derer Positionen jedoch verworfen. In diesem Zusammenhang stellte die HU klar, dass sie die innerhalb der AHS vertretene Auffassung, dass sexuelle Handlungen von Erwachsenen mit Kindern unter bestimmten Umständen straffrei sein sollten, nicht teilt.

    Ich sehe nicht, was es daran auszusetzen gäbe.

    Zu Artikel 2:

    Offenbar hatte trotz eines gegenteiligen Beschlusses der HU-Bundesdelegiertenkonferenz der Arbeitskreis Sexualstrafrecht durch unzulässige Erklärungen im Namen der HU den Eindruck erweckt, die HU halte Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern für zulässig oder gar für wünschenswert. Die HU hat sich von diesen Positionen distanziert, dem AK Sexualstrafrecht das Recht abgesprochen, direkt oder indirekt im Namen der Humanistischen Union zu handeln, und den Bundesvorstand aufgefordert, den AK aufzulösen.

    Damit mag es einzelne in der HU geben oder gegeben haben, die derartige Positionen vertreten haben mögen, aber die HU hat sich vorher und nachher klar davon distanziert. Das kann man weder der HU noch der Bundesjustizministerin zum Vorwurf machen.

    Man würde ja auch nicht behaupten, die katholische Kirche habe Sabine Leutheusser-Schnarrenberger der Lüge bezichtigt, wenn es tatsächlich nur Bischof Müller war.

    Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass sich die deutsche Bischofskonferenz von Müllers Äußerungen klar distanziert oder ihm gar das Recht abspricht, für die deutschen Bischöfe zu sprechen.

  3. Mignon sagt:

    Da wird Sabine schon dafür sorgen, dass die HU den Mund nicht zu voll nimmt gegen Bischof Müller, sonst wird es ganz schnell ganz ungemütlich für sie, wenn die ersten Medien auf den Zug aufspringen. Immerhin: Vielleicht gibt’s dann demnächst wieder einen kompetenten Bundesjustizminister!

  4. skydaddy sagt:

    Ich glaube, Sabine hat bald die Faxen dicke.

    Und Müller muss mal jemand zeigen, wo der Hammer hängt, der lehnt sich schon die ganze Zeit sehr weit und dreist aus dem Fenster mit seinem Halbwissen.

    Den Vorwurf, Pädophilie entkriminalisieren zu wollen, kann die HU jedenfalls nicht so im Raum stehen lassen (SLS eigentlich auch nicht), sonst heißt es bald, man könne das unwidersprochen behaupten.

    Und wenn Müller sich nun mit einer klaren Steilvorlage
    angreifbar macht, dann wird wenigstens die HU, möglicherweise auch die Justizminusterin zusehen, dass sie die Vorlage verwandelt.

    Ich wünsche der HU und Frau Leutheusser-Schnarrenberger viel Erfolg dabei. Die deutschen Bischöfe nehmen sich derzeit sehr viel heraus – und das in einer Situation, wo sie sich besser in der so gerne gepredigten Demut üben sollten.

  5. Mignon sagt:

    Mal schauen! Hauptsache, es bleibt interessant! 😉

  6. wo kann ich sagt:

    „Insbesondere hinsichtlich des sexuellen Kindesmissbrauchs ortet die HU eine „Entwicklung zu mehr staatlicher Repression und zur Strafe“ und spricht von…“ – danke! *g*

    • skydaddy sagt:

      Ich habe für Kindesmissbrauch gewiss nichts übrig, kann aber aus meiner Singapur-Perspektive folgendes feststellen:

      Singapur ist für seine drakonischen Strafen bekannt, inklusive Todes- und Prügelstrafe. Jedes Jahr werden hier Leute hingerichtet, und Singapur hat als Stadtstaat ja nur knapp 5 Millionen Einwohner.

      Mein Eindruck ist dabei folgender: Während die allgemeine Verbrechensrate wohl zu den niedrigsten weltweit gehört (mein Lieblingsbeispiel: Einmal lief unten im Fernsehen ein „Breaking News“-Ticker, weil sie einem Pizzaboten die Pizza vom Motorrad geklaut hatten…), lassen sich Verbrechen, die „aus Leidenschaft“ begangen werden, offenbar durch die drakonischen Strafen nicht vermeiden, weil solche Taten (üblicherweise: Ex ermorden) halt nicht gemäß einer Nutzen/Risiko-Analyse verübt werden.

      Dies würde jedenfalls darauf hindeuten, dass sich auch Triebtaten nicht durch drakonische Strafandrohung wirksam verhindern lassen.

      Allerdings möglicherweise Folgetaten durch langes Wegsperren der Täter.

  7. Amazone sagt:

    Müller hat doch anlässlich des Ferkelbuch-Prozesses über seinen Anwalt ausrichten lassen, dass er in Predigten die Unwahrheit sagt. Mal sehen, ob sich herausstellt, dass er auch in Interviews lügt.

  8. skydaddy sagt:

    Müllers Anwalt hat sich geschickter ausgedrückt, als Müller es vermutlich könnte:

    Er hat gesagt, von einer Predigt erwarte niemand einen Tasachenbericht.

    Der Mann hätte Pfarrer werden sollen!

  9. […] Müller: Kein Interview mit “La Stampa” autorisiert Wie berichtet, hat die Humanistische Union (HU) dem Regenburger Bischof Müller ein Ultimatum gestellt, seine […]

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