Narrenfreiheit für Militärbischöfe: Das Maß ist voll!

17. Mai 2012

„Gott mit uns“: Von den Koppelschlössern mittlerweile entfernt – offenbar aber nicht aus den Köpfen der Bundeswehr-Führung. (Soll nicht heißen, dass die Bundeswehr faschistisch oder nationalsozialistisch ist.)

Mein folgendes Schreiben an die Fraktion der Grünen im Bundestag gibt einen Überblick darüber, wie problematisch die derzeitige Militärseelsorge-Praxis ist. Ich habe mich angesichts des Verhaltens des Bundesverteidigungsministeriums jetzt dazu entschlossen, nachträglich den Wehrdienst zu verweigern (s.u.). Ich kann und will nicht Angehöriger von „Streitkräften“ sein, deren Führung vor einem homophoben Hassprediger in Frauenkleidern den Schwanz einzieht.

Betr.: Militärseelsorge
Anfrage der Fraktion vom 11. April 2012 an die Bundesregierung

Sehr geehrte Frau Künast, sehr geehrter Herr Trittin,
liebe Grüne,

nach meinem Entsetzen über den Vorschlag einiger katholischer Grüner nach einer Kirchenaustritts-Verhinderungssteuer für Konfessionslose schlug meine Stimmung heute regelrecht in Entzücken um, als ich von Ihrer Anfrage an die Bundesregierung und deren Antwort zum Thema „Militärseelsorge“ erfuhr. Als ehemaliger Zeitsoldat und Reserveoffizier beobachte ich die Militärseelsorge seit langem kritisch, nicht zuletzt aufgrund meiner eigenen Erfahrungen als Atheist beim Heer (1987-1989).

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Bischofsblatt-Blog: „Der Mut der Bischöfe wächst“

22. April 2010

7 Millionen Euro pro Jahr sollen die deutschen Bischöfe angeblich zur Erhaltung der Wochenzeitung „Rheinischer Merkur“ ausgeben – man möchte ein „zitierfähiges“ Organ, das gesellschaftliche Multiplikatoren, sprich: Politiker, Führungskräfte usw. mit katholischen, oder doch wenigstens christlich-konservativen Standpunkten versorgt.  Früher (ob dies heute noch der Fall ist, weiß ich nicht) gingen auch 12.000 Abonnements an Kasernen und Gefängnisse. Dort waren die gesellschaftlichen Multiplikatoren zwar nicht so zahlreich, aber es stützte die Auflage (derzeit: ca. 65.000) doch spürbar. Eigentümer des Blattes sind Wikipedia zufolge mehrere Diözesen und die Deutsche Bischofskonferenz.

Die christliche Ausrichtung des Merkurs wird zwar nicht verheimlicht, ist allerdings auch nicht auf den ersten Blick auszumachen. Am ehesten fällt noch der Teil „Christ und Welt“ ins Auge, der früher auch im Titel geführt wurde: „Rheinischer Merkur – Christ und Welt“.

Das Ressort „Christ und Welt“ leitet evangelischerseits Werner Thielmann, den ich früher schon einmal erwähnt habe. Werner Thielmann bloggt auch auf merkur.de, und – welche Überraschung! –heute lobt er seine Geldgeber:

Missbrauch: Der Mut der Bischöfe wächst

Thielmann schreibt:

„Das Rücktrittsangebot des Augsburger Bischofs Walter Mixa zeigt wachsenden Mut der katholischen Bischöfe angesichts der Krise.“

Thielmann hält allerdings nicht Mixa für mutig, sondern Zollitsch und Marx:

„Beide, Zollitsch und Marx, waren zu einer Gratwanderung über ihre Zuständigkeiten hinaus bereit. Sie waren bereit, ihre persönliche Autorität aufs Spiel zu setzen. Keiner von ihnen hat die Möglichkeit, einen Kollegen im Bischofsamt zu disziplinieren. Um trotzdem handeln zu können, fand Zollitsch eine originelle, sehr katholische Möglichkeit.“

Damit spielt Thielmann auf die folgende Erklärung von Zollitsch und Marx an: Diese ließen verlauten, sie hätten mit Mixa

“überlegt, wie er in der derzeit schwierigen Situation im Bistum Augsburg zur Beruhigung beitragen und ob eine Zeit der geistlichen Einkehr und der räumlichen Distanz hilfreich sein könne, um eine Atmosphäre größerer Sachlichkeit bei den notwendigen und auch von ihm gewünschten Klärungen zu bewirken.”

Thielmann meint:

„Zollitsch und Marx waren entschlossen zu reden und damit die Richtung zu zeigen. Ein Zeichen, das Katholiken  Hoffnung machen kann.”

Nachdem Mixa am Freitag – nur gut eine Stunde, bevor Sonderermittler Knott auf einer Pressekonferenz seinen Zwischenbericht zu den Prügel- und Untreuevorwürfen gegen Mixa präsentierte – eingestanden hatte, dass er „die eine oder andere Watsch’n“ „natürlich“ nicht ausschließen könne und somit klar gemacht hatte, dass er einfach erst einmal alles abstreitet und nur zugibt, was sich ohnehin nicht mehr leugnen lässt, erklärte Zollitsch noch am Samstag, er habe mit Mixa vereinbart, dass dieser alles ihm Mögliche tun werde, um zu einer Aufklärung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe beizutragen. Und, so Zollitsch, er sei sich sicher, dass Mixa dies auch tun werde.

Ich bezweifele zwar, dass Zollitsch wirklich an Mixas Aufklärungsbereitschaft glaubte. Aber Mut hat Zollitsch mit dieser Aussage nicht bewiesen. Vielmehr wird folgendes Problem deutlich:

Wenn – womit Werner Thielmann ja nicht ganz Unrecht hat – es tatsächlich Mut benötigt, damit ein Bischof – angesichts des inakzeptablen Verhaltens von Mixa – seinen „Mitbruder“ auch nur verklausuliert zu einer Auszeit auffordert, dann hat die Katholische Kirche ein Problem: Selbst in diesem offensichtlichen Fall darf nämlich das einzig Angebrachte – und in der Öffentlichkeit nahezu Unumstrittene, der Rücktritt – eigentlich nicht ausgesprochen werden.

Leute wie Mixa können sich darauf verlassen, dass ihre Mitbrüder und erst recht ihre Untergebenen, solange es irgendwie möglich ist, eben keine Rücktrittsforderungen stellen werden und sogar „Vertrauen“ bekunden werden (s.o.).

Und deshalb umso unbeirrter an ihrem Sessel kleben.


Mixa: Unglaubwürdig bis zum Schluss

22. April 2010

In einer Pressemitteilung anlässlich des Rücktrittsgesuchs, pardon: der „Bitte um Entpflichtung“ von Bischof Mixa an den Papst meldete das Bistum Augsburg:

Als Bischof, so Dr. Walter Mixa, habe das Wohl der Diözese Augsburg für ihn immer höchste Priorität gehabt. Die anhaltende öffentliche Diskussion um seine Person habe in den vergangenen Wochen die Priester und Gläubigen im Bistum schwer belastet. Mit seinem Rücktritt wolle er dafür Sorge tragen, weiteren Schaden von der Kirche abzuwenden und einen Neuanfang zu ermöglichen.

Wenn Mixa ernsthaft am Wohl der Kirche interessiert gewesen wäre und nicht in erster Linie an seinem eigenen, dann hätte er schon anlässlich der Prügelvorwürfe zurücktreten sollen, spätestens, nachdem das Waisenhaus den Sonderermittler Knott eingesetzt hatte, der nicht nur den Anschuldigungen des Prügelns, sondern auch dem Verdacht auf finanzielle Unstimmigkeiten nachgehen sollte. Mixa musste wissen, dass seine finanziellen Eskapaden bereits aktenkundig waren und zweifellos ans Licht kommen würden.

Mixa hätte auch gleich zugeben sollen, dass er „möglicherweise“ Kinder geohrfeigt hat. Stattdessen bezeichnete er die Vorwürfe – die nicht nur, aber auch Ohrfeigen beinhalteten – als absurd und erlogen.

Mixa hoffte wohl, die Sache aussitzen zu können, zumal sich die Prügelvorwürfe nach so langer Zeit wohl kaum zweifelsfrei belegen lassen würden und sowohl die körperlichen Übergriffe als auch die Untreue Mixas, so sie denn stattgefunden haben, ohnehin verjährt sind.

Spätestens aber, als er zurückruderte und erklärte, er könne nicht ausschließen, vor 20 oder 30 Jahren die eine oder andere Ohrfeige ausgeteilt zu haben, hätte er sich darüber im Klaren sein müssen, dass er moralisch nicht zu halten war. Ein Bischof, der – zwar nicht ausdrücklich, aber doch deutlich – zugibt, die Unwahrheit gesagt zu haben: In welchem Universum lebt Mixa, dass er glaubte oder sich weismachen ließ, das könne – gerade in der derzeitigen Vertrauenskrise der Katholischen Kirche – durchzuhalten sein?

Mixa versuchte offenbar auf Zeit zu spielen: Am Montag  beauftragte er die Bischöfliche Finanzkammer und eine Münchner Anwaltskanzlei, „die finanziellen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Waisenhausstiftung in Schrobenhausen aufzuklären“. Das muss wie reiner Aktionismus erscheinen: Diesen „Fragestellungen“ wird die Waisenhausstiftung gewiss auch so nachgehen, denn sie ist es ja, die den Schaden erlitten hat. Vielleicht hoffte Mixa, bis zum Abschluss dieser Untersuchungen würde man seitens der Bischofskonferenz nicht seinen Rücktritt fordern, vielleicht erhoffte er sich auch Einsicht, welche Vorwürfe gegen ihn sich belegen lassen und welche nicht.

Mixa spekulierte wohl darauf, dass er als Bischof nur vom Papst abgesetzt werden kann, und rechnete nicht damit, dass sich Teile seiner Augsburger Priester und Laien wie auch die maßgeblichen Bischöfe Zollitsch und Marx offen gegen ihn stellen würden, solange die Vorwürfe nicht abschließend geklärt waren.

In bisher nicht gekannter Weise erklärten Zollitsch und Marx gestern, sie hätten mit Mixa „überlegt, wie er in der derzeit schwierigen Situation im Bistum Augsburg zur Beruhigung beitragen und ob eine Zeit der geistlichen Einkehr und der räumlichen Distanz hilfreich sein könne, um eine Atmosphäre größerer Sachlichkeit bei den notwendigen und auch von ihm gewünschten Klärungen zu bewirken.“

Zollitsch und Marx dürften Mixa diesen Schritt mit großer Wahrscheinlichkeit angekündigt haben, um Mixa die Möglichkeit zu geben, das Gesicht zu wahren, und auch um der Kirche die Peinlichkeit einer solchen Erklärung zu ersparen, gerade in der jetzigen Situation. Viermal soll Zollitsch mit Mixa telefoniert haben.

Dass es dennoch erst dieser Bloßstellung bedurfte, um Mixa zum Rücktritt zu bewegen, zeugt von Mixas Starrsinn.

In der Pressemitteilung des Bistums heißt es:

An einer weiteren lückenlosen Aufklärung aller gegen ihn erhobenen Vorwürfe wolle er auch in Zukunft weiter aktiv mitwirken.

Mixa will „auch in Zukunft“ an einer „lückenlosen Aufklärung“ „aktiv“ mitwirken? Davon war bisher nichts zu merken – Mixa hat alle Vorwürfe erst einmal pauschal abgestritten und juristische Gegenmaßnahmen in Aussicht gestellt. Bezüglich der Untreuevorwürfe ließ des Bistum mitteilen, es sei „wohl mehrfach zu finanztechnisch unklaren Zuordnungen von Ausstattungsgegenständen zwischen der Waisenhausstiftung und der Pfarrkirchenstiftung gekommen. Dabei ging es nicht um private Anschaffungen des Pfarrers sondern um antiquarische Möbel und Ausstattungsgegenstände für die Kirche und den historischen Pfarrhof.“ Mixa wurde zitiert mit den Worten „Ich war immer in erster Linie Seelsorger und Priester. Dabei kann es schon sein, dass ich mich nicht akribisch um finanztechnische Fragen gekümmert habe.“

Nun zitierte Sonderermittler Knott aber aus einem Dokument, in dem Mixa die Anschaffung von (noch dazu überteuerten) Kunstgegenständen ganz eindeutig dem Waisenhaus zuordnen wollte, damit die Waisen „durch eine entsprechende Ausgestaltung des Hauses ein Gespür für Kunstwerke und für das Schöne entwickeln sollten“. Ganz zu schweigen von der Frage, wer für über 5.000 Mark Wein konsumiert haben soll.

Dem Sonderermittler Knott lässt sich gewiss keine „Hetzkampagne“ oder „Stimmungsmache“ gegen Mixa oder gar die Kirche vorwerfen. Es ist nicht ersichtlich, wie die Untreuevorwürfe aufgeklärt werden sollten, ganz ohne Mixa zu belasten.

Trotzdem hätte der (Noch-) Bischof bei seiner Entschuldigung gestern nicht allgemeiner bleiben können:

 „Alle, zu denen ich ungerecht gewesen sein mag, und alle, denen ich Kummer bereitet habe, bitte ich heute noch einmal um Verzeihung.“

Kein Wort zu den Ohrfeigen, kein Wort zu seinen Beschuldigungen gegen die Menschen, die sich jetzt an die Öffentlichkeit gewandt hatten, kein Wort zu den überteuerten Anschaffungen, kein Wort zu seiner verspäteten Einsicht, möglicherweise doch geohrfeigt zu haben.

Mixas Worte und Taten (bzw. seine Untätigkeit) lassen nur einen Schluss zu: Dieser Mann ist uneinsichtig bis zum Schluss und gibt nur zu, was sich nicht mehr abstreiten lässt.

Von ihm ist – auch in Zukunft – kein aktiver Beitrag zur Aufklärung zu erwarten.


Manchmal haben Waisen…

17. April 2010

Audio-Datei (m4a) hier.

Manchmal haben Waisen…

In Schrobenhausen sprach er mich an,
er war gebräunt und er roch nach Wein.

Er sagte „Junge, hör mir zu,
du gottverdammtes Atheistenschwein!

Frau Käßmann im Phaeton war der gerechte Lohn
für die sexuelle Revolution.

Doch bei uns Prälaten gibt’s zwischen Worten und Taten
einen Unterschied der ganz gewaltig klafft.“

Und was ich dann hörte,
was mich total empörte,
es wiederzugeben fehlt mir fast die Kraft:

Er sagte:

„Manchmal, aber nur manchmal,
haben Waisen ein kleines bisschen Haue gern.“


Bischof Mixa: „Die ein oder andere Watsch’n kann ich nicht ausschließen“

16. April 2010

Hier eine Pressemitteilung des Bistums Augsburg, die ich gerne weiter gebe. Man hilft ja, wo man kann:

Bischof Mixa: „Die ein oder andere Watsch’n kann ich nicht ausschließen“

Schwere körperliche Züchtigungen hat es durch mich nie gegeben

Augsburg, 16.4.2010 (pba). Der Bischof von Augsburg, Dr. Walter Mixa, hat sich gegenüber der Nachrichtenagentur DPA und der Bild am Sonntag erneut zu den Prügelvorwürfen gegen ihn geäußert. Wörtlich sagte der Bischof zu Bild am Sonntag: „Zu den Vorwürfen wegen schwerer körperlicher Züchtigungen, die in der Süddeutschen Zeitung gegen mich erhoben worden sind, habe ich von Anfang an klar gesagt, dass ich zu keinem Zeitpunkt körperliche Gewalt gegen Kinder und Jugendliche angewandt habe. Dazu stehe ich auch. Denn bei den Prügelvorwürfen ging es um schwere körperliche Züchtigungen. Solche hat es durch mich nie gegeben.

Wenn jetzt das Thema auf die Frage nach Ohrfeigen zugespitzt wird, will ich ganz ehrlich sagen, dass ich als langjähriger Lehrer und Stadtpfarrer im Umgang mit sehr vielen Jugendlichen die eine oder andere Watsch’n von vor zwanzig Jahren natürlich nicht ausschließen kann. Das war damals vollkommen normal und alle Lehrer und Schüler dieser Generation wissen das auch.
Falls es zu Ohrfeigen gekommen sein sollte, bedauere ich das heute aufrichtig. Meine Einladung zum Gespräch an die Frauen und Männer, die Vorwürfe gegen mich erhoben haben, bleibt bestehen.“

Rein zufällig legt heute auch der Sonderermittler, den das Kinderheim St. Josef in Schrobenhausen zur Überprüfung der Prügel-Vorwürfe gegen Mixa eingesetzt hat, seinen Bericht vor.

Nur zur Erinnerung: Vor wenigen Wochen hatte Mixa angesichts der Prügel-Vorwürfe noch erklärt:

„Ich versichere nochmals, dass ich zu keiner Zeit gegen Kinder und Jugendliche körperliche Gewalt in irgendeiner Form angewandt habe.“

Am 7. April meldete das Bistum:

Der Vorsitzende des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Augsburg, Helmut Mangold, hat Bischof Mixa öffentlich sein Vertrauen ausgesprochen: „Ich gehe davon aus, dass Bischof Mixa die Wahrheit sagt“, sagte Mangold der Augsburger Allgemeinen.

Noch nachdem der Orden der Mallersdorfer Schwestern, die bis 1990 die pädagogische Verantwortung für das Heim hatten, „harte, menschenunwürdige Strafmaßnahmen, die man sich kaum vorstellen kann“ eingeräumt hatte, meldete Mixas Bistum Augsburg, dass ein ehemaliges Heimkind in einem offenen Brief z.B. schrieb:

 „In all den Jahren habe ich nie Gewalttätigkeiten weder durch Herrn Mixa noch durch die damaligen Nonnen erfahren müssen.“

Und:

„Klar gab es auch Strafen, wie Küchen- oder Putzdienste oder Ausgangsverbot, aber 100 %tig keine Gewalttätigkeiten.
In all den Jahren die ich dort verbracht habe, habe ich nie Gewalttätigkeiten am eigenen Leibe zu spüren bekommen und auch niemals erlebt, dass dies andere zu spüren bekamen“.


Militärbischof Mixa phantasiert über das Grundgesetz

2. Januar 2010

Der Augsburger Allgemeinen zufolge hat Militärbischof Walter Mixa bei seiner Jahresschlusspredigt in der Augsburger Marienkathedrale folgendes zum Besten gegeben:

„Damit nie mehr so ein Unglück über unser Volk komme, steht im ersten Satz [des Grundgesetzes], es möge Gott allein die Ehre geben; und kein Mensch darf sich an seine Stelle setzen“

In der Präambel des Grundgesetzes heißt es bekanntlich:

Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.

Dass Gott die Ehre zu geben ist, steht dort genauso wenig, wie dass sich kein Mensch an seine Stelle setzen darf.

Mixa ist als Militärbischof auch für den berufsethischen Unterricht der Soldatinnen und Soldaten des Bundeswehr (Lebenskundlichen Unterricht, LKU) zuständig.

Es sei an dieser Stelle nur darauf hingewiesen, wie das Grundgesetz des Vatikans vom 26. November 2000 (!) lautet:

JOHANNES PAUL II.

Nachdem Wir als notwendig erkannt haben, den im Laufe der Zeit in der Rechtsordnung des Vatikanstaates vorgenommenen Änderungen eine systematische und einheitliche Form zu geben, im Willen, sie immer mehr der institutionellen Zweckbestimmung des Staates näher zu bringen, der besteht, um eine angemessene Garantie der Freiheit des Apostolischen Stuhles zu gewährleisten, wie auch als Mittel, um die tatsächliche und sichtbare Unabhängigkeit des Papstes in der Ausübung Seiner Mission in der Welt zu ermöglichen, haben Wir aus eigenem Antrieb und sicherem Wissen, im Vollbesitz Unserer höchsten Autorität, das Nachstehende angeordnet und ordnen es an, zu befolgen als Staatsgesetz:

Artikel 1

1. Der Papst besitzt als Oberhaupt des Vatikanstaates die Fülle der gesetzgebenden, ausführenden und richterlichen Gewalt. [Hervorhebungen von mir.]

Mixa muss als Katholik also durchaus der Meinung sein, dass ein Mensch im Besitz „sicheren Wissens“ und „im Vollbesitz der höchsten Autorität“ sein kann, und dass es eine gute Idee ist, wenn ein solcher Mensch ohne Gewaltenteilung (Trennung von gesetzgebender, ausführender und richterlicher Gewalt – also genau das, was es im Vatikan nicht gibt) „durchregieren“ kann.


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