Der Tagesspiegel schreibt die Unwahrheit

26. Dezember 2009

Im Tagesspiegel vom 23. Dezember schreibt Kevin P. Hoffmann:

Tatsache aber ist, dass die Einnahmen der Kirchensteuer in erster Linie in die Betreuung von Kindern, Alten, Kranken und Behinderten fließen. Man muss kein Christ sein, um das zu unterstützen.

Das ist glatt gelogen! Erfreulicherweise hat Leser Lukas darauf hingewiesen. Ich erlaube mir mal, seinen Kommentar hier wiederzugeben:

Irrtum im Artikel
Sie schreiben, „Tatsache aber ist, dass die Einnahmen der Kirchensteuer in erster Linie in die Betreuung von Kindern, Alten, Kranken und Behinderten fließen. Man muss kein Christ sein, um das zu unterstützen.“

Damit unterliegen Sie einem weitverbreiteten Irrtum. Nur ca. 8% der Kirchensteuer fließt in öffentliche, soziale Zwecke. Christlich betriebene Krankenhäuser und Altenheime werden zu etwa 95% aus staatlichen und Versicherungsleistungen finanziert, Kindergärten entsprechend auch aus den Beiträgen der Eltern. Die kirchlichen Konzerne steuern also fast nichts bei, profitieren aber davon, daß das Betriebsverfassungsgesetz nicht gilt, es also keinen Betriebsrat gibt und missliebige (z.B. homosexuelle) Angestellte einfach entlassen werden können.

Umgekehrt werden alle möglichen Ausgaben der Kirchen direkt vom Staat, also nicht aus der Kirchensteuer bezahlt, z.B. der konfessionelle Religionsunterricht, die üppigen Gehälter der Bischöfe (7700€/Monat) und die universitäre Ausbildung der Geistlichen, incl. der Bezüge der von den Kirchen ausgewählten Universitätsprofessoren. Das haben A.H. und der bald heilige Pius damals ausgemacht, also gilt es noch heute.

Man muß kein Nichtchrist sein, um diese Zustände für alles andere als unterstützenswert zu halten.

Bitte korrigieren Sie doch Ihren Irrtum direkt im Artikel, danke!

Und auch Tammox hat darüber gebloggt, er bringt einen weiteren Leserbrief.

%d Bloggern gefällt das: