Holy Watergate – Die Geschichte eines verschleppten Skandals

17. März 2010

Die preisgekrönte Dokumentation „Holy Watergate“, die gestern bei „kreuz und quer“ gezeigt wurde,  ist beim ORF noch sieben Tage lang abrufbar.

DiePresse.com hat einen sehr interessanten Artikel zu der Sendung. Ein kurzer Auszug:

John Bambrick ist nur eines von zahlreichen Missbrauchsopfern im Netz der katholischen Kirche in den USA, die die Filmemacherin Mary Healey für ihre TV-Dokumentation (2004) interviewt hat. Selbst Katholikin, recherchierte sie fünf Jahre zu dem Thema. […] In den USA wurden ab den Neunzigern Skandale stückweise aufgedeckt; dazu trug auch Journalist Jason Berry bei, mit dem Healey sprach – seine investigativen Storys lehnten 1985 noch viele Medien ab, vom „New York Magazine“ über „Vanity Fair“ bis zum „Rolling Stone“.

Im Englischen Original ist der Film hier verfügbar. (In dem Link bei DiePresse.com ist ein Schreibfehler.)


Der Westen wird religionsfrei

15. November 2009

Andreas Müller verschönt mir den Sonntag mit diesem Artikel:

Die Säkularisierungshypothese hat sich allen Unkenrufen zum Trotz als wahr erwiesen. Mit zunehmender wirtschaftlicher Sicherheit und allgemein zugänglicher Bildung sinkt in allen modernen Staaten die Religiosität. Die USA wird moderat christlich – eine Übergangsphase – und Europa wird atheistisch.

Mehr bei Aufklärung 2.0.


Erzbistum Washington wünscht Ausnahmeerlaubnis für “Diskriminierung aus tiefstem Herzen”

13. November 2009

Radio Vatikan meldet: „USA: Obdachlose oder Homoehe“. Die Nachricht: „Das Erzbistum Washington hat angedroht, sein Obdachlosenprogramm einzustellen.“ (Dies sind die Worte von Radio Vatikan.)

Hintergrund: Ein geplantes Gesetz zur Gleichstellung und Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare. Zwar soll es Ausnahmen geben, die verhindern, dass Kirchen gegen ihren Willen gleichgeschlechtliche Trauungen vornehmen oder Räumlichkeiten dafür zur Verfügung stellen müssen. Aber arbeitsrechtlich müssten sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in einer gleichgeschlechtlichen Ehe leben, die gleichen Leistungen zukommen lassen wie „hetero“ Eheleuten auch. Auch dürften kirchliche Einrichtungen bei der Adoptionsvermittlung gleichgeschlechtliche Paare nicht diskriminieren. Tun sie es doch, dürfte die Stadt nicht mehr mit ihnen  zusammenarbeiten und könnte ihnen die Zulassung für bestimmte Tätigkeiten (z.B. Adoptionsvermittlung und soziale Dienste) verweigern.

Die Erzdiözese wünscht sich offenbar Ausnahmeregelungen für „ernsthafte“ oder „tief verwurzelte“ kommende religiöse Auffassungen.

Man fragt sich: Vor welcher Diskriminierung soll ein Gesetz denn schützen, wenn nicht vor solcher, die ernst gemeint und tief verwurzelt ist?

Mehr dazu hier und hier (auf Englisch).


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