Birnau: Abschiebeposten für pädophile Priester?

16. Juli 2010

Offenbar überstürzt und ohne Erklärung wurde 2008 ein Pater aus dem Zisterzienserkloster Birnau am Bodensee abgezogen. Der Pater hatte sich zuvor auch um die Messdiener gekümmert. Dies wäre an sich vielleicht noch keine Meldung wert – wenn man nicht den Eindruck gewinnen könnte, dass das 4-Mann-Kloster möglicherweise als Abschiebeposten für auffällig gewordene Priester diente.

Seit 6 Wochen recherchiere ich mittlerweile zum Thema „Birnau“. Anfangs stellte ich mir immer wieder die Frage: „Wer geht eigentlich freiwillig in ein Kloster, in dem nur vier Männer sind?“ Irgendwann kam mir der Gedanke: „Die gehen da möglicherweise gar nicht freiwillig hin!“

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Wer prüft „Mixas“ Buchführung in Schrobenhausen?

16. Juni 2010

Es hat den Anschein, als ob heute dieselbe Firma in Schrobenhausen die Buchführung der „Ära Mixa“ prüft, die damals bereits Teile der Buchführung erledigt und auch geprüft hat. Demzufolge würde die Firma ein Urteil über ihre eigene Arbeit abgeben. 

In einem Interview mit der WELT von heute sagte Mixa:

WELT ONLINE: Und was ist mit Vorwürfen die sich auf Unregelmäßigkeiten in Ihrem Finanzgebaren beziehen?

Mixa: Inzwischen hat das Wirtschaftsprüfungsunternehmen „Solidaris“ die finanziellen Angelegenheiten überprüft und als gewissenhaft befunden. Diese Untersuchungen sind allerdings noch nicht ganz abgeschlossen.

Ich verstehe das so, als ob Solidaris die Buchführung in dem Kinderheim bzw. der Pfarrei während der Zeit von Mixa als Stadtpfarrer noch einmal prüft, nachdem jüngst Vorwürfe gegen Mixa wegen Untreue laut geworden sind.

In einem älteren Artikel fand ich folgende Information (Hervorhebungen von mir):

Nur Prüfberichte

„Diese Geschichten kamen erst nach dem Tod des früheren Heimleiters Fred Hasslbauer 1999 auf“, erinnert sich Rosina Straub, die damals wie heute als Vertreterin des Landkreises im Stiftungsrat saß. Dem Stiftungsrat seien in den Jahren davor stets geprüfte Bilanzen vorgelegt worden, „und die haben sich nicht so angehört, dass da ein Verdacht aufgekommen wäre“. Und die Prüfungsberichte des renommierten Unternehmens Solidaris hätten keine Details enthalten.

Das bestätigt auch der damalige Stiftungsrat Paul Schnitzler. „Es gab in der Regel zwei oder drei Sitzungen im Jahr, und was uns gesagt wurde, erschien ausreichend zu sein.“ Die Jahresergebnisse seien stets positiv gewesen, und eine eigene Prüfung habe es damals nicht gegeben, „dafür war ja Solidaris da, die haben ja auch Teile der Buchhaltung gemacht.“ Vielleicht wäre das alles anders gewesen, wenn die Zahlen nicht so positiv ausgesehen hätten, mutmaßt Schnitzler. So aber hätten sich keine Verdachtsmomente ergeben.

Ich hatte zunächst vermutet, Mixa könnte sich in dem WELT-Interview auf die damaligen Prüfungsberichte bezogen haben. Aber er sagt ja:

Diese Untersuchungen sind allerdings noch nicht ganz abgeschlossen.

Demzufolge würde die Solidaris hier ihre eigene Buchhaltung und ihre eigenen Berichte prüfen.

Kein Wunder, wenn dann – Mixa zufolge – herauskommt:

Inzwischen hat das Wirtschaftsprüfungsunternehmen „Solidaris“ die finanziellen Angelegenheiten überprüft und als gewissenhaft befunden.

Die Firma Solidaris hat mir auf eine Anfrage mitgeteilt, man könne darauf nicht näher eingehen, da die Kommentierung von mandatsbezogenen Sachverhalten gegen die berufsrechtlich auferlegte Verschwiegenheitspflicht verstoße und man sich dadurch strafbar machen würde.


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