Allmächtiger Pragmatiker?

7. Dezember 2009

Ich würde ehrlich viel lieber auf Angela Merkel oder Ursula von der Leyen rumhacken als auf Andrea Nahles (und sei es auch nur, weil ich von ihr zuwenig weiß), aber ihr folgendes Soundbite aus dem gestrigen Interview in der Bild am Sonntag erschien mir auch noch erwähnenswert:

Gott ist ein Pragmatiker. Hätte er vor 2000 Jahren eine Frau geschickt, wäre niemand gefolgt. Heute würde er vielleicht eine Frau schicken . . . (lacht)

Eine durchaus sympathische Idee. Ich halte sie allerdings für nicht vereinbar mit der Idee von Gottes Allmächtigkeit. An die Frau Nahles als „bekennende Katholikin“ zweifellos glaubt, heißt es doch bereits in der ersten Zeile des apostolischen Glaubensbekenntnisses:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,

Pragmatismus – in politischer Hinsicht – würde ich als „die Kunst des Machbaren“ bezeichnen. Ein Pragmatist (bei den Grünen früher „Realo“ genannt) würde sich auf das Erreichbare konzentrieren und sich damit „zufriedengeben“ – nach dem Motto: „Besser als Nichts!“ Im Gegensatz dazu würde ein „Idealo“ auf dem theoretisch Optimalen bestehen und dadurch u.U. den  Fortschritt ganzlich verhindern, nach quasi dem Motto „Alles oder Nichts!“

Wenn man tatsächlich an die Allacht Gottes glaubt, macht es keinen Sinn, ihn als Pragmatiker zu bezeichnen. Pragmatismus ist ja gerade ein Verhalten angesichts von Unmöglichkeiten und Un-Machbarem. Für einen allmächtigen Gott kann sich diese Problematik nicht stellen.

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