Petra Bahrs modifiziertes Manuskript

26. Dezember 2012

Am 20. Juni 2012 hielt die EDK-Kulturbeauftragte Dr. Petra Bahr einen Vortrag vor Vertretern der höchsten deutschen Gerichte (Bundesverfassungsgericht, Bundesgerichtshof) und der Bundesanwaltschaft. (Ich berichtete.) Die Veranstaltung war unter dem Titel „Salafisten, Atheisten und Co.“ angekündigt, dem Titel von Frau Bahrs Vortrag.

Frau Bahr, die sich wenige Wochen zuvor noch über „Verschwörungstheorien“ beschwert hatte, bei denen atheistische Verbände angeblich ein „Zerrbild“ der Kirche verträten, zeichnete nun selbst ein Zerrbild der atheistisch-humanistischen Szene. Am 22. Juni veröffentlichte Frau Bahr ihr Redemanuskript auf der Website der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Nach einem kritischen Bericht von mir beim Humanistischen Pressedienst (hpd) am 25. Juni und einem einem offenen Brief des Präsidenten des Humanistischen Verbands Deutschlands an Frau Bahr und die Juristen, die bei ihrem Vortrag anwesend waren (veröffentlicht am 27. Juni), hat Frau Bahr dann offenbar am 29. Juni das Redemanuskript auf ihrer Website durch ein deutlich modifiziertes Manuskript ersetzt: Auf 12 Seiten finden sich mehr als zwei Dutzend inhaltliche Änderungen. So wurde z.B. der ursprüngliche Titel „Salafisten, Atheisten und Co.“, unter dem auch die Veranstaltung in Karlsruhe angekündigt war, ersetzt durch „Auf dem Weg zu einem neuen Kulturkampf?“ Frau Bahrs „ethnologischer Erkundungsgang“ wird jetzt nachträglich als Fiktion gekennzeichnet, und die implizite Behauptung, wer aus der Kirche austrete sei zumeist ein „oberflächlicher, ganz dem materiellen Glanz der Konsumgesellschaft  verfallener Mensch“, die Frau Bahr den versammelten Juristen in Karlsruhe offenbar noch selbst präsentiert hatte, wird nun anderen in den Mundgelegt.

Trotz der umfangreichen inhaltlichen Änderungen und Korrekturen wird der modifizierte Text allerdings auf Frau Bahrs Website nach wie vor als Redemanuskript ihres Vortrags In Karlsruhe ausgewiesen. Die ursprüngliche Version des Manuskripts ist verschwunden. Damit erhält der Leser aber keinen zutreffenden Eindruck mehr davon, was Frau Bahr offenbar in Karlsruhe tatsächlich gesagt hat. Stattdessen wird ihm ein weniger unschmeichelhaftes Bild präsentiert, das auch die Kritik an Frau Bahrs Rede etwas weniger gut nachvollziehbar macht.

Daher halte ich es für nötig, in guter theologischer Tradition die ursprünglich veröffentlichte Version von Frau Bahrs Redemanuskript zu dokumentieren und der modifizierten Version gegenüberzustellen (Synopse).

Bahr-Synopse.pdf

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EKDemagogin Petra Bahr

23. Juni 2012

„Demagogie betreibt, wer bei günstiger Gelegenheit öffentlich für ein politisches Ziel wirbt, indem er der Masse schmeichelt, an ihre Gefühle, Instinkte und Vorurteile appelliert, ferner sich der Hetze und Lüge schuldig macht, Wahres übertrieben oder grob vereinfacht darstellt, die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt, und die Art und Weise, wie er sie durchsetzt oder durchzusetzen vorschlägt, als die einzig mögliche hinstellt.“
– Martin Morlock 1977, nach Wikipedia

Offiziell gilt die EKD-Kulturbeauftragte Petra Bahr als deutsche Theologin. Ich habe allerdings mittlerweile den Verdacht, dass es sich bei ihr in Wahrheit um eine australische Theologin handelt, deren Niveau dermaßen unterirdisch ist, dass es sie nach Deutschland verschlagen hat.

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Verkehrte Welt bei evangelisch.de

25. Mai 2012

Heute beginnt der internationale Kongress „Die atheistische Perspektive“ in Köln. Gerne wäre ich auch dabei gewesen, leider konnte ich es aber nicht einrichten.

Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten, als Kirchenkritiker und Atheisten einfach totgeschwiegen wurden. In einer Zeit, wo man die breitere Öffentlichkeit höchstens über Leserbriefe erreichen konnte, funktionierte das Totschweigen auch – heute, zu Zeiten des Internets, allerdings nicht mehr.

Außerdem haben Atheisten in den letzten Jahren natürlich auch außerhalb des Internets an Aufmerksamkeit gewonnen, spätestens seit den „Buskampagnen“ in vielen Ländern – von England über Deutschland bis nach Australien sind die Atheisten nicht mehr totzuschweigen.

Sobald das nicht mehr möglich ist, ändern die Kirchen ihre Taktik. Unliebsame Konkurrenz wird dann als unqualifiziert, auf jeden Fall aber als nicht ernst zu nehmen, dargestellt. Ganz nach dem Gandhi-Spruch: „Erst ignorieren sie dich, dann lachen Sie dich aus, dann bekämpfen sie dich – und dann gewinnst du!“

Das offizielle EKD-Portal für Desinformation und Artikel, für die sich andere Medien zu schade sind, evangelisch.de, musste deshalb natürlich anlässlich der Atheistentagung einen Artikel in dem gönnerhaft-herablassenden Ton bringen, wie wir ihn von Berufschristen gewohnt sind. (Und natürlich zugegebenermaßen von mir, Skydaddy – nur dass meine Artikel der Information dienen und nicht der Desinformation.)

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