Weltparlament der Trittbrettfahrer

9. Dezember 2009

Während seit Montag die UN-Klimakonferenz zum 15. Mal zusammenkommt, trifft sich gleichzeitig noch bis heute in Australien unter dem Motto  „Einen himmelweiten Unterschied machen: einander zuhören, die Erde heilen“ das sog. „Parlament der Weltreligionen„. Die haben sich 1893 zum ersten Mal getroffen, dann hundert Jahre nicht mehr, um dann zum hundertjährigen Jubiläum 1993 einen Minimalkonsens der Religionen bezüglich Werten, Maßstäben und Verfahrensweisen zu formulieren. Ich nehme an, für eine Anerkennung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (1948) hat’s nicht gereicht.

Prominentester Gast dieses Jahr ist seine Heiligkeit, Dr. h.c. Dalai Lama: 

Bei dem Treffen setzte sich der Dalai Lama für einen gemeinsamen Kampf gegen die Umweltzerstörung ein. […]

Der Dalai Lama wies darauf hin, dass der weltweite Klimawandel in Tibet am deutlichsten zu spüren sei – die Temperaturen steigen auf dem tibetischen Hochplateau mit doppelter Geschwindigkeit. Dort entspringen die vier größten Wasseradern Asiens. Damit ist der Erhalt des tibetischen Ökosystems für den gesamten Kontinent von größter Bedeutung.

Darauf hat die Welt gewartet: Die Wissenschaftler sind sich seit Jahren im Grundsatz über den Klimawandel einig. Seit 15 Jahren finden Klimagipfel statt. Vor einigen Jahren gab es ein populäres Video – „Eine unbequeme Wahrheit“ von Al Gore – das mittlerweise auch schon wieder so alt ist, dass ich es schon als Zeitschriftenbeilage gesehen habe. Und jetzt springen auch noch die Weltreligionen auf den Zug auf?

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Kleiner Tipp für’s Zusammenleben

8. Dezember 2009

In Melbourne, Australien, tagt noch bis morgen das sog. „Parlament der Weltreligionen“. Eines der Themen ist, wie Christen und Muslime zusammen leben können.

Es ist ja immer schön, wenn man miteinander spricht, anstatt sich die Köppe einzuschlagen, aber hier mal ein kleiner Tipp für’s Zusammenleben von mir:

Leute hört auf, euch selbst und eure Nachbarn als Erstes als Angehörige einer Religion zu betrachten. Wir sind alle Menschen, ok? Lasst die Andern doch ihre komischen Sitten und Gebräuche!

Ich wettere hier im Blog zwar gegen Kirche und Religion, im täglichen Leben ist es mir allerdings weitgehend egal, welche Religion meine Familienmitglieder, meine Nachbarn, Kollegen, Kunden, der Busfahrer oder die Verkäuferin haben. Warum sollte mich deren Religion überhaupt interessieren? Bei Politikern ist es etwas anderes, aber selbst da geht es nicht um die Religion an sich, sondern um die Wahrung der staatlichen Neutralität, und da neigen Religiöse erfahrungsgemäß zur Privilegierung bestimmter Religionsgesellschaften.

Umgekehrt – glaubt es mir oder nicht – dränge ich meine weltanschauliche Perspektive nie jemandem auf. Ich weiß, dass manche Menschen sich bereits vor den Kopf gestoßen fühlen, wenn man sich als Atheist „outet“. Das wäre zwar immer noch deren Problem, aber weshalb sollte ich das überhaupt ohne Anlass zur Sprache bringen?

Viel Spaß noch beim Palavern!


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