Einer der schlechtesten Filme kommt nach Deutschland!

11. Februar 2010

Nächste Woche kommt ein neuer Bibelfilm in, nun ja, „ausgewählte“ Kinos (es scheint bundesweit nur 12 Kopien zu geben). Es handelt sich um den Animationsfilm „Die Zehn Gebote – Mose und das Geheimnis der steinernen Tafeln„. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) war an der Produktion beteiligt (s.u.) und versucht den Film nun zu pushen. Publikumspremiere mit der EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann ist am 21. Februar um 14 Uhr im CinemaxX Hannover-Nikolaistraße.

Im Zuge der Filmpromotion wird wieder mal herumposaunt, die Zehn Gebote seien die unverzichtbare Grundlage der heutigen Gesellschaft:

Die Zehn Gebote sind eine der ältesten gesetzlichen Regelungen, die einerseits das Verhältnis von Gott zu den Menschen ansprechen, andererseits das Verhältnis der Menschen untereinander regeln. Die Werteordnung unserer westlichen Gesellschaft basiert auf diesen Geboten, gleichermaßen wie die französische oder amerikanische Verfassung oder die UN-Menschenrechtscharta. Die Zehn Gebote gehören zu den „Basics“ christlicher Verkündigung. Darüber hinaus sind sie sowohl das Urmaterial der Gesetzgebung in allen westlichen Zivilisationen als auch die unbestrittene Grundlage unserer Kultur: Emanzipation der Geschlechter, soziale Gerechtigkeit, Sozialgesetzgebung, Demokratie und Schulpflicht, das Recht des Kindes auf Kindheit sind ohne die Zehn Gebote nicht denkbar. [Hervorhebungen von mir, Anmerkungen von mir dazu hier, ausführliche Würdigung der dreisten EKD-Behauptungen bei Aufklärung 2.0.]

Update: Diese dreiste Behauptung findet sich nicht einmal auf der Website der amerikanischen Originalversion.

Der Leiter des EKD-Referates „Medien und Publizistik“, Oberkirchenrat Udo Hahn, schreibt in einem Brief an die Dekaninnen und Dekane, Superintendentinnen und Superintendenten in den Gliedkirchen der EKD:

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Schwestern und Brüder,

mit diesem Schreiben möchte ich Sie auf den Spielfilm „Die Zehn Gebote – Mose und das Geheimnis der steinernen Tafeln“ aufmerksam machen. […]

Wir wünschen diesem großen Film einen großen Erfolg. Dafür müssen möglichst viele Menschen eine Kinokarte kaufen. Deshalb bitten wir Sie: Machen Sie die Menschen in Ihrem Kirchenkreis und in Ihren Gemeinden auf diesen Film aufmerksam. Sie können ihn empfehlen, weil er eine der zentralen biblischen Geschichten spannend erzählt und zur Beschäftigung mit den Zehn Geboten und ihrer Bedeutung heute einlädt.

Da will ich natürlich nicht zurückstehen – man hilft schließlich, wo man kann! Allerdings möchte ich nicht nur auf den Film an sich aufmerksam machen, sondern auch auf den Umstand, dass der Film bereits Ende 2007 in den USA veröffentlicht wurde und bei der International Movie Database (IMDB) derzeit eine Wertung von 2,6 von 10 möglichen Sternen hat. Das ist noch mal deutlich schlechter als „Catwoman“ (3,2), „Batman und Robin“ (3,5) oder „Angriff der Killer-Tomaten“ (4,2). Der Film soll bei IMDB unter den schlechtesten 100 sein.

Den Rest des Beitrags lesen »

Werbeanzeigen

%d Bloggern gefällt das: