Neuer atheistischer Podcast – auf Deutsch!

1. März 2010

Neulich hatte ich festgestellt, dass es außer dem geschätzten hpd-Podcast mit Philipp Möller leider keinen anderen atheistischen deutschen Podcast gibt.

Sogleich fanden sich einige hochkarätige Mitstreiter, um dies zu ändern: nämlich Verquer von „Glaube ist heilbar“, Amazone von „Gottlos glücklich“ und der Admiral, die sich – wie Verquer und ich natürlich auch – in den einschlägigen Blogs tummeln.

Nachdem wir vor ein, zwei Wochen übereinkamen, dass wir gestern unsere Pilotfolge aufnehmen wollten, habe die Verantwortlichen in beiden Kirchen wohl irgendwie davon Wind bekommen und uns ohne Rücksicht auf Verluste interessante Themen geliefert.

In der gestrigen Folge unterhielten wir uns über:

  • Kreuze in Gerichtssälen
  • den Rücktritt von Frau Käßmann
  • den Missbrauchsskandal
  • Moral ohne Gott
  • logische Fehlschlüsse
  • Charlie Chaplin

Natürlich lüften wir auch unsere Geheimidentitäten. 🙂

Also: Viel Spaß beim Hören! Wir suchen übrigens noch Leute, die mitmachen wollen. Mailt an podcast@atheismus.de.

Ketzer 2.0 – Gottlose Gedanken zu Leben (Folge 1, 28.02.2010)

Und hier noch das Interview mit Gerhard Czermak zu Kreuzen in Gerichtssälen, das in dem Podcast angesprochen wird.

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EKD-Film beweist: Man kann auch ohne die Zehn Gebote gut sein

18. Februar 2010

Heute kommt der Animationsfilm „Die Zehn Gebote – Mose und das Geheimnis der steinernen Tafeln“ in die Kinos. Genauer gesagt: Zunächst in zwölf Kinos im Bereich der Evangelischen Landeskirchen Hannover, Schaumburg-Lippe und Braunschweig. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat nämlich die Produktion der deutschen Fassung mitfinanziert und sorgt auch für Werbung für den Film. Publikumspremiere ist am 21. Februar in Hannover mit der EKD-Ratsvorsitzenden, Bischöfin Dr. Margot Käßmann. (Ich berichtete.) 

In Anbetracht der großen Zahl der Filme, die bereits über Moses existieren (die deutsche Wikipedia nennt allein 7 – ohne den hier besprochenen) stellt sich natürlich die Frage: Was soll dieser Film? 

Dieser Artikel ist folgendermaßen gegliedert:

  • Für den Einsatz im Schulunterricht
  • In den USA wurde der Film verrissen
  • Du sollst nicht stehlen – auch nicht bei anderen Filmen!
  • Bibeltreu? Nur, wenn es passt!
  • Du sollst nicht lügen – auch nicht in Bezug auf die Zehn Gebote!
  • Gut sein ohne göttliche Gebote
  • Sollen Kinder lernen Leuten zu folgen, die Stimmen hören?
  • „Gott mit uns“
  • Fazit

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Hey, Margot Käßmann, tralleri trallera trallehoppsassa

12. Dezember 2009

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, äußerte sich kürzlich in einem Kamingespräch mit dem Sender Phoenix (Ausstrahlung morgen, Sonntag, 13 und 22:30 Uhr) wie folgt zur evangelikalen Bewegung:

Diese sei „Teil unserer Kirche“ und stärker einem fundamentalistischen Flügel zugeordnet. Zugleich wandte die Bischöfin sich gegen einen Fundamentalismus, der andere herabwürdige und deshalb nicht mehr dem Christentum entspreche: „Wenn es anfängt, in eine fast kriegerische Sprache überzugehen, dann ist das nicht mehr akzeptabel. Da ist ein Punkt erreicht, der mit unserer evangelischen Kirche nicht mehr vereinbar ist. (…) Es gibt solche Gruppen. Die würde ich dann aber nicht mehr auf dem Boden unserer Grundsätze sehen.“

Kriegerische Sprache nicht mit der evangelischen Kirche vereinbar?

Schon mal was vom „Herrn Zebaoth“ gehört, Bischöfin Käßmann? Eine Bezeichnung für Gott. Kommt 274 mal in der Bibel vor. Es bedeutet „Herr der Heerscharen„. In der katholischen Einheitsübersetzung wird es mit „Herr der Heere“ übersetzt.

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Kircheneintritte: Kein Grund zum Jubel

27. November 2009

In einem Umfeld beständig sinkender Mitgliederzahlen, einbrechender Kirchensteuereinnahmen und Kirchenschließungen hat die EKD diese Woche einen Aufwärtstrend bei den Eintritten verkündet. Heute will die EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hierzu eine Studie mit dem Titel „Schön, dass Sie (wieder) da sind!“ vorstellen.

Erfreulicherweise haben nicht alle Medien die Jubelschlagzeile „Evangelische Kirche verzeichnet 60.000 Eintritte neuer Mitglieder“ des Evangelischen Pressedienstes epd übernommen. Sie ist zwar technisch richtig, aber dennoch irreführend, denn die Gesamtmitgliederzahl der beiden Großkirchen sinkt bekanntermaßen stetig. So titelte z.B. Der Westen: „Für jeden Kircheneintritt treten zwei andere Mitglieder aus„. Das kommt der Wahrheit schon näher.

Wiedereintritt per „Rasterfahndung“?

Es muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass die gemeldeten 60.000 „neuen Mitglieder“ pro Jahr etwa 5.000 (also fast 10%) „Zwangs-Wiedereingegliederte“ beinhalten dürften, die mit Hilfe einer „Rasterfahndung“ ermittelt wurden und keinen Nachweis über ihren Kirchenaustritt mehr erbringen konnten. Der HVD hat erst letzte Woche wieder einen Verzicht auf diese Praktik gefordert. Wahrlich kein Grund für die EKD, stolz zu sein.

Die 60.000 beinhalten zudem diejenigen, die in die Kirche eintreten, weil sie eine Anstellung bei einer evangelischen Einrichtung anstreben oder haben.

Wiedereintritt „auf Zeit“ zwecks Eheschließung

Auch Formulierungen bzw. Interpretationen wie „Danach kehrt fast jeder zweite Protestant nach einem Austritt in die Kirche zurück“ sind mit äußerster Vorsicht zu genießen. Es ist nämlich keineswegs immer so, dass der Eintritt auf den Austritt folgt. Es gibt durchaus Menschen, die „zeitweise“ wieder Kirchenmitglied werden, z.B. um kirchlich zu heiraten. Und dann wieder austreten. Das „bläht“ die Statistik auf mit je einem Ein- und einem Austritt, ohne dass sich an der Nettozahl etwas ändert.

Im Übrigen ist eine Selbstverständlichkeit, dass, je mehr Leute aus der Kirche ausgetreten sind, auch mehr Leute wieder eintreten. Das „Win-back-Potential“ ist ja größer. 

Ein sicheres Mittel zur Senkung der Kirchenaustritte: Verzicht auf die Säuglingstaufe

Margot Käßmann hat angekündigt, die Problematik der Kirchenaustritte zu einem Schwerpunkt ihrer Amtszeit machen. Ein sehr einfaches Mittel zur Senkung der Kirchenaustritte dürfte der Verzicht auf die ungefragte Zwangsmitgliedschaft per Säuglingstaufe sein. Wer gar nicht erst ungefragt zum Mitglied gemacht wird, der braucht später auch nicht auszutreten. Umgekehrt gilt: Wer die Menschen ungefragt zu Mitgliedern macht, der darf sich über hohe Austrittszahlen nicht wundern. Das ist aber nicht Käßmanns Strategie: Sie setzt auf Kindertagesstätten, Eltern, die christlich erziehen, und auf evangelische Schulen.


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