Bischof Mixa: „Die ein oder andere Watsch’n kann ich nicht ausschließen“

16. April 2010

Hier eine Pressemitteilung des Bistums Augsburg, die ich gerne weiter gebe. Man hilft ja, wo man kann:

Bischof Mixa: „Die ein oder andere Watsch’n kann ich nicht ausschließen“

Schwere körperliche Züchtigungen hat es durch mich nie gegeben

Augsburg, 16.4.2010 (pba). Der Bischof von Augsburg, Dr. Walter Mixa, hat sich gegenüber der Nachrichtenagentur DPA und der Bild am Sonntag erneut zu den Prügelvorwürfen gegen ihn geäußert. Wörtlich sagte der Bischof zu Bild am Sonntag: „Zu den Vorwürfen wegen schwerer körperlicher Züchtigungen, die in der Süddeutschen Zeitung gegen mich erhoben worden sind, habe ich von Anfang an klar gesagt, dass ich zu keinem Zeitpunkt körperliche Gewalt gegen Kinder und Jugendliche angewandt habe. Dazu stehe ich auch. Denn bei den Prügelvorwürfen ging es um schwere körperliche Züchtigungen. Solche hat es durch mich nie gegeben.

Wenn jetzt das Thema auf die Frage nach Ohrfeigen zugespitzt wird, will ich ganz ehrlich sagen, dass ich als langjähriger Lehrer und Stadtpfarrer im Umgang mit sehr vielen Jugendlichen die eine oder andere Watsch’n von vor zwanzig Jahren natürlich nicht ausschließen kann. Das war damals vollkommen normal und alle Lehrer und Schüler dieser Generation wissen das auch.
Falls es zu Ohrfeigen gekommen sein sollte, bedauere ich das heute aufrichtig. Meine Einladung zum Gespräch an die Frauen und Männer, die Vorwürfe gegen mich erhoben haben, bleibt bestehen.“

Rein zufällig legt heute auch der Sonderermittler, den das Kinderheim St. Josef in Schrobenhausen zur Überprüfung der Prügel-Vorwürfe gegen Mixa eingesetzt hat, seinen Bericht vor.

Nur zur Erinnerung: Vor wenigen Wochen hatte Mixa angesichts der Prügel-Vorwürfe noch erklärt:

„Ich versichere nochmals, dass ich zu keiner Zeit gegen Kinder und Jugendliche körperliche Gewalt in irgendeiner Form angewandt habe.“

Am 7. April meldete das Bistum:

Der Vorsitzende des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Augsburg, Helmut Mangold, hat Bischof Mixa öffentlich sein Vertrauen ausgesprochen: „Ich gehe davon aus, dass Bischof Mixa die Wahrheit sagt“, sagte Mangold der Augsburger Allgemeinen.

Noch nachdem der Orden der Mallersdorfer Schwestern, die bis 1990 die pädagogische Verantwortung für das Heim hatten, „harte, menschenunwürdige Strafmaßnahmen, die man sich kaum vorstellen kann“ eingeräumt hatte, meldete Mixas Bistum Augsburg, dass ein ehemaliges Heimkind in einem offenen Brief z.B. schrieb:

 „In all den Jahren habe ich nie Gewalttätigkeiten weder durch Herrn Mixa noch durch die damaligen Nonnen erfahren müssen.“

Und:

„Klar gab es auch Strafen, wie Küchen- oder Putzdienste oder Ausgangsverbot, aber 100 %tig keine Gewalttätigkeiten.
In all den Jahren die ich dort verbracht habe, habe ich nie Gewalttätigkeiten am eigenen Leibe zu spüren bekommen und auch niemals erlebt, dass dies andere zu spüren bekamen“.


Peinliche Prälaten (1): Georg Ratzinger

11. März 2010

Papstbruder und Ehrenprälat Georg Ratzinger, dreißig Jahre lang Domkapellmeister bei den Regensburger Domspatzen, hat die Opfer der körperlichen Misshandlungen dort um Verzeihung gebeten und eingeräumt, bis zum gesetzlichen Verbot der körperlichen Züchtigung 1980 auch selber Kinder geohrfeigt zu haben. (domradio.de)

Die Ohrfeigen will ich G. Ratzinger nicht zum Vorwurf machen, damals waren „normale“ Ohrfeigen halt noch gang und gäbe.

Aber die folgende Aussage lässt sich wohl nur als peinlich bezeichnen:

„Ich war dann froh, als 1980 körperliche Züchtigungen vom Gesetzgeber ganz verboten wurden”, sagte der Bruder von Papst Benedikt XVI. der “Passauer Neuen Presse“ An diese Maßgabe habe er sich „striktissime“ gehalten und war nach dem Verbot “innerlich erleichtert.“ [WELT]

Wenn er so froh war, als die Ohrfeigen endlich verboten wurden, warum hat er nicht schon früher damit aufgehört?

Vielleicht, weil die Bibel das Schlagen von Kindern ausdrücklich anordnet?

Sprüche 13,24: “Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn beizeiten.”

Wieder so ein Beispiel, wo die heutigen Gesetze weitaus ethischer sind als die Bibel.


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