Neues zur Kathpress-Meldung (war: „Verleumde nur dreist, etwas bleibt immer hängen“)

26. Juni 2010

Meine in den letzten Tagen hier geäußerte Vermutung, dass die diffamierende Kathpress-Meldung in ihrer ursprünglichen Form von der Abtei Mehrerau (bzw. Abt Anselm oder Harald Schiffl) an die Presse geschickt wurde, ist offenbar falsch.

In den letzten Tagen hatte ich über eine diffamierende Pressemeldung von Kathpress berichtet und darüber, dass diese Meldung zunächst geändert, dann zurückgezogen wurde.

Ich weiß, dass das Opfer massiv interveniert hat – zugleich hat wohl auch die Abtei Mehrerau auf eine Korrektur hingewirkt, möglicherweise auch auf die Löschung. 

Die Löschung der Meldung ändert natürlich nichts daran, dass irgend jemand die diffamierenden Aussagen in die Welt gesetzt hat – entweder in Mehrerau oder bei Kathpress!

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Bistum Freiburg: Katholische Nachrichtenagentur stellt erwiesenen Missbrauch als „mutmaßlich“ dar

5. Juni 2010

Die Katholische Nachrichtenagentur KNA veröffentlichte gestern einen Artikel („Vorwürfe völlig grundlos“), in dem erwiesener sexueller Missbrauch als „mutmaßlich“ dargestellt wird. Es handelt sich um den Fall, in dessen Zusammenhang diese Woche auch Vorwürfe aufkamen gegen den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, den Freiburger Erzbischof Dr. Robert Zollitsch.

Zum Hintergrund der Vorwürfe heißt es in dem KNA-Artikel:

Hintergrund ist die Anzeige eines mutmaßlichen Missbrauchsopfers eines Mönchs aus der österreichischen Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau. Zu der bei Bregenz gelegenen Abtei gehören auch die Wallfahrtskirche in Birnau und weitere Pfarreien am deutschen Bodenseeufer. In einer der Pfarreien soll der Missbrauch geschehen sein. [Hervorhebungen von mir.]

Hier nun die Fakten, soweit sie sich den Medien entnehmen lassen:

Der Missbrauch ist erwiesen, der Täter geständig. Tatort war dem Opfer zufolge eine Zelle in der Wallfahrtskirche Birnau (Badische Zeitung, 22.04.2010). Das Birnauer Opfer und der Täter haben sich ausgesprochen (Erzbistum Freiburg, 22.03.2010) und für diesen Fall soll seit 2006 ein schriftliches Geständnis vorliegen (PR-inside.com, 23.03.2010). Auf Druck einiger Opfer gab der Pater im März diesen Jahres zu, später noch weitere Minderjährige missbraucht zu haben (Blick.ch, 18.03.2010). Dem Landeskriminalamt Vorarlberg (Österreich) liegen eine E-Mail und ein Fax vor, in dem der Pater seine Taten eingestanden hat (kath.ch, 28.03.2010)

Es ist bedauerlich, dass ausgerechnet die KNA – die doch wohl über solche Sachverhalte auf dem Laufenden sein sollte – in ihrem Artikel den Eindruck erweckt, es ginge hier um „mutmaßliche“, also unbewiesene Missbrauchsvorwürfe.

Die KNA beliefert täglich kirchliche und weltliche Redaktionen mit Meldungen, so wie es auch die Nachrichtenagenturen Associated Press (AP), Reuters oder die Deutsche Presse-Agentur (dpa) tun. Dementsprechend fand sich die Darstellung bei kurzer Suche auch auf mehreren Online-Nachrichtenportalen, z.B. Domradio oder beim Münchner Kirchenradio.

Und auf der Website des Erzbistums Freiburg.


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