Katholiken in der Defensive!

29. Januar 2010

Gesehen im Schaufenster einer katholischen Buchhandlung (Münsterladen) in Bonn.


Religionsfreiheit à la Vatikan – oder eher Orwell?

3. Dezember 2009

Gestern hatte ich über das Problem geschrieben, dass religiöse Menschen, selbst wenn sie logische Schlussfolgerungen ziehen, diese u.U. auf der Basis falscher bzw. unbewiesener Annahmen treffen – womit die Schlussfolgerungen dann zwar „logisch“, aber trotzdem falsch sind. Da der religiöse Mensch aber die religiösen (unbewiesenen bzw. unplausiblen) Annahmen ebenso für wahr hält wie die plausiblen (nichtreligiösen), wird er seine Schlussfolgerungen für stimmig und somit überzeugend, ja zwingend halten.

Als wollte er sich als Beispiel anbieten, fand ich jetzt einem Artikel auf kathnews, in dem kathnews-Redakteur Michael Gurtner die katholische Auffassung von Religionsfreiheit erläutert. Ich habe noch nicht nachgeprüft, ob er tatsächlich die römisch-katholische Lehrmeinung vertritt, aber immerhin hat kathnews folgendes Selbstverständnis:

Als katholisches Internetprojekt wissen wir uns der Treue zum Nachfolger Petri verpflichtet und bekunden unsere vollste Loyalität und enge Verbundenheit gegenüber der kirchlichen Tradition und Papst Benedikt XVI., dem Stellvertreter Jesu Christi.

Die Berichterstattung orientiert sich am kirchlichen Lehramt.

Und wenn Katholiken das sagen, muss es schließlich stimmen, oder?

Hier einige Beispiele der römisch-katholischen Logik:

Das ursprüngliche und grundkatholische Verständnis von Religionsfreiheit geht von einem Freiheitsverständnis aus, welches an die Wahrheit Gottes rückgebunden ist. Die Kirche, welche immer für die Religionsfreiheit eintrat, verstand diese so, daß die Wahrheit, welche nur aus Gott kommen kann, ein natürliches Recht hat, welches ihr ob ihres bloßen Wahrseins innewohnend ist. Daraus ergibt sich, daß auch nur die Wahrheit ein eigentliches Recht im vollen Sinne für sich beanspruchen kann.

Wenn Gurtner hier davon spricht, dass die Kirche „immer für die Religionsfreiheit eintrat“, hört sich das zwar gut an – es wird aber sofort deutlich, dass es sich hier nur um die Freiheit der römisch-katholischen Religion handeln kann:  „nur die Wahrheit“ kann „ein eigentliches Recht im vollen Sinne für sich beanspruchen“ – und  mit „Wahrheit“ ist hier natürlich die katholische Lehre gemeint. Das hat mit Religionsfreiheit, wie sie heute im allgemeinen verstanden wird, nichts zu tun.

Den Rest des Beitrags lesen »


%d Bloggern gefällt das: