In eigener Sache: Der Text zu „Kirchenaustritte entlasten die Allgemeinheit“

29. Dezember 2009

Heute bin ich dazu gekommen, den versprochenen Text zu meinem Eintrag vom 24. Dezember (der mit den Grafiken) nachzuliefern: Kirchenaustritte entlasten die Allgemeinheit.

Ich habe versucht, mich klar auszudrücken. Leider sind die Zusammenhänge nicht völlig trivial – aber macht euch nichts draus, falls ihr es nicht gleich versteht – selbst Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrich „Comical Uli“ Blum vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) scheint es nicht zu kapieren!

Trotzdem bin ich für Anregungen oder Hinweise auf Unverständliches dankbar.


„Comical Uli“ fordert erneut eine „Ethik-Steuer“

28. Dezember 2009

Comical Ali (Muhammad Saeed al-Sahhaf): Machte sich mit abwegigen und unglaubwürdigen Propagandaaussagen zum Gespött

Comical Uli (Prof Dr. Dr. h.c. Ulrich Blum): Macht sich mit abwegigen und unglaubwürdigen Propagandaaussagen (Forderung nach einer "Ethik-Steuer" für Konfessionslose) zum Gespött

An das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (per E-Mail)

Betreff: Ulrich Blum – Eine Peinlichkeit für Ihr Institut!

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute musste ich erneut die dummdreiste Forderung ihres Präsidenten nach einer „Ethik-Steuer“ lesen – diesmal in der WELT.

Jeder Austritt eines Kirchensteuerzahlers entlastet die Allgemeinheit, da die steuerliche Abzugsfähigkeit den Staat etwa dreimal soviel kostet wie die Kirchen ihrerseits für gemeinnützige Zwecke ausgeben. Wenn es Herrn Blum tatsächlich um die Entlastung der Allgemeinheit oder gerechtere Verteilung der Lasten ginge, müsste er eine Reduzierung zahlreichen staatlichen Subventionen für die Kirchen fordern, z.B. die staatlich bezahlte Militärseelsorge, um nur ein Beispiel zu nennen.

Aber Herrn Blum geht es ja nach eigenem Bekunden gar nicht um Gerechtigkeit oder eine sachgerechte Finanzierung, sondern darum, mit der „Ethik-Steuer“ Kirchenaustritten Einhalt zu gebieten.

Als Privatmann kann er sich gerne dazu äußern, wie Kirchenaustritten entgegengewirkt werden kann. Als Präsident des IWH zu diesem Zweck eine Strafabgabe für Konfessionsfreie zu fordern, noch dazu unter völliger Verdrehung der Tatsachen, steht ihm nicht zu. Er schadet damit dem Ruf des IWH, da man sich in Zukunft stets fragen muss, ob Äußerungen des IWH wahrheitsgerecht und nicht von sachfremden, persönlichen Zielen des Präsidenten geleitet sind.

Zudem vergreift sich Herr Blum im Ton, wenn er Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind, als „Kirchenflüchtige“ bezeichnet und den Vorwurf der „Steuerhinterziehung“ macht. Mit der gleichen Begründung könnte man Nichtraucher als (Tabak-)Steuerhinterzieher bezeichnen.

Die Äußerungen von Herrn Blum erinnern mich an Saddam Husseins Außenminister, der sich 2003 mit seinen abwegigen und völlig unglaubwürdigen Propagandaaussagen zum Gespött der Weltpresse machte, was ihm den Spitznamen „Comical Ali“ eintrug.

Ich denke, Ulrich Blum hat sich den Spitznamen „Comical Uli“ redlich verdient!

Mit verbindlichem Gruß,

Matthias Krause

Update: Ich sehe gerade, dass Comical Uli schon am 24. einen ganz ähnlichen, aber ausführlicheren Kommentar bei RP ONLINE gebracht hat. Überschrift: Kirchenaustritt ist Steuerhinterziehung“

Update: Prof. Blum hat mir geantwortet – oder zumindest eine „Nachricht“ angekündigt…


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