Bundeswehr: Nur noch jeder zweite Soldat ist Christ

18. Mai 2012

Tabelle aus der Antwort der Bundesregierung.

Nun ist es also quasi „Militärbischofsamtlich“: Nur noch etwa jeder zweite Soldat der Bundeswehr gehört einer der beiden großen christlichen Konfessionen an.  Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Fraktion der Grünen im Bundestag hervor:

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Christentum vs. Aufklärung

31. Mai 2011

Karikatur von Jaques Tilly, als Postkarte bei denkladen.de erhältlich.

Seit einigen Jahren ist immer wieder zu lesen, das Christentum (zumindest das europäische) sei – im Gegensatz zum Islam – durch die „Schule der Aufklärung“ gegangen. Die Vertreter dieser Auffassung reichen vom ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber bis zu Deutschlands „Chef-AtheistMichael Schmidt-Salomon. (Bei Kardinal Marx – damals noch Erzbischof – ist diese Entwicklung sogar schon so weit gediehen, dass er letztes Jahr das Christentum selbst als „vernunftgeleitete Aufklärung“ bezeichnete!)

Dass die Auffassung, das Christentum sei durch die Aufklärung quasi „geläutert“, zu optimistisch ist, wurde am vergangenen Wochenende wieder einmal deutlich, als auf Malta (EU-Mitglied, 98% Katholiken, Katholizismus ist Staatsreligion) eine Volksbefragung dazu durchgeführt wurde, ob künftig die Ehescheidung erlaubt sein solle – nach mindestens vierjähriger Trennung ohne Aussicht auf Versöhnung.

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EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider lehnt „Sühnopfer“ ab

6. August 2010

Stellt sich der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und amtierende EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider gegen DEN zentralen christlichen Glaubensinhalt?

Gegenüber der Frankfurter Rundschau sprach er sich dagegen aus, dass man „einem Einzelnen alle Schuld aufbürdet und gleichsam ein Sühnopfer verlangt“.

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Veganismus und Christentum

1. Januar 2010

Gut ohne Gott (Teil 3, siehe auch Teil 1, Teil 2)

Sollte sich Veganismus gesellschaftlich durchsetzen, so werden Christen – wie immer! – versuchen, Gründe dafür aus der Bibel herauszulesen. Dies dürfte außerordentlich schwierig sein.

Nicht nur erfreut sich der biblische Gott am „lieblichen Geruch“ von verbrannten Tieren:

[3. Mose 1] 2 […] Wer unter euch dem HERRN ein Opfer darbringen will, der bringe es von dem Vieh, von Rindern oder von Schafen und Ziegen.

[…] 7 Und die Priester [… 8 …] sollen die Stücke samt dem Kopf und dem Fett auf das Holz legen, das über dem Feuer auf dem Altar liegt. 9 […] Das ist ein Brandopfer, ein Feueropfer zum lieblichen Geruch für den HERRN.

Jesus hilft auch seinen Jüngern beim Fischfang:

[Joh 21] 5 Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. 6 Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten’s nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische.

Und der Apostelgeschichte zufolge hatte Petrus eine Vision, die ihm befahl, auch nicht-koschere Tiere zu essen:

Und es geschah eine Stimme zu ihm: Steh auf, Petrus, schlachte und iss! [Apostelgeschichte 10,13; Hervorhebung von mir.]

Während man die letzten beiden Stellen aus dem Neuen Testament (nicht überzeugend, aber immerhin) noch mit den damaligen Ernährungsgewohnheiten „erklären“ könnte, gibt es keine ethische Rechtfertigung für das Brand- oder Ganzopfer aus dem Alten Testament . Den Erklärungen zur Lutherbibelzufolge handelte es sich dabei um ein „Ganzopfer (griechisch „Holocaust“), bei dem das ganze Opfertier mit Ausnahme von Fell/Haut und Gedärmen auf dem Altar verbrannt wurde“. Es ist also nicht so, dass nur ein Teil der Opfergabe verbrannt wurde und der Rest den Priestern zugute kam, wie es bei anderen Opfern (praktischerweise für die Priester) der Fall war. Damit wird dem Tier ohne jede Rechtfertigung Leid zugefügt. Was immer der biblische Gott an dem Opfer finden mag, das Leid des Opfertieres ist ihm offenbar weniger wichtig.

Letztlich werden die Christen solche Bibelstellen ignorieren und den Schutz der Tiere, wie bereits üblich, aus deren „Mitgeschöpflichkeit“ ableiten. Für diese Auffassung bräuchte es allerdings gar keinen Gott. Zwar steckt in dem Wort „Geschöpf“ die Annahme eines Schöpfers – gemeint ist allerdings, dass nicht erkennbar ist, weshalb hinsichtlich der Leidvermeidung ein Unterschied zwischen Menschen und Tieren bestehen sollte.


Judenfeindliche Darstellungen an und in deutschen Kirchen

13. November 2009

Anlässlich des Jahrestages der Reichspogromnacht 1938 hat Bischof Mixa am 9. November in der Augsburger Synagoge eine Gedenkansprache gehalten.

Dabei sprach er laut Redemanuskript von „den atheistischen Gewalttätern“ und behauptete, der Hass der Nazis „gegen den Gott der Väter, sein Antisemitismus hatte seine Wurzeln außerhalb der christlichen Kultur und des christlichen Glaubens.“

Nachdem Michael Schmidt-Salomon bereits bei früherer Gelegenheit darauf hingewiesen hat, dass Atheisten in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) und der SS unerwünscht waren, möchte ich auf zwei Beispiele christlicher Kultur hinweisen, die noch weniger bekannt sind.

Es handelt sich um antisemitische Darstellungen, von denen sich immer noch nicht wenige an und in deutschen Kirchen (!) befinden: Judensäue und „Synagoga“-Darstellungen.

Aus dem Wikipedia-Artikel „Judensau“:

Das mittelalterliche Bild einer „Judensau“ stellt Menschen und Schweine in intimem Kontakt dar. Die menschlichen Figuren zeigen die typischen Kennzeichen jüdischer Kleidung – etwa den damaligen „Judenhut“ oder den Gelben Ring. In der häufigsten Variante saugen diese als Juden kenntlich gemachten Figuren wie Ferkel an den Zitzen einer Sau. In anderen Darstellungen reiten sie verkehrt herum auf einem Schwein: das Gesicht dem After zugewandt, aus dem Urin spritzt. Auf wieder anderen Darstellungen umarmen oder küssen sie Schweine.

Judensäue finden sich z.B. am oder im Kölner Dom, dem Regensburger Dom, dem Xantener Dom, dem Erfurter Dom und der Stadtkirche zu Wittenberg.

Eine andere judenfeindliche Darstellung ist die der „Synagoga“ – einer Frauenfigur, die das Judentum symbolisiert und typischerweise in Verbindung mit einer zweiten Figur dargestellt wird – nämlich der „Ecclesia“, die für das Christentum steht.

Aus dem Wikipedia-Artikel „Synagoga“:

Die Ecclesia wird meist mit einer Krone auf dem Haupt, sowie einem Banner und einem Abendmahlskelch dargestellt.

Im Kontrast dazu wird die Synagoga meist mit herunterfallender Krone, als Symbol der damals proklamierten Überwindung des Judentums durch das Christentum, sowie mit einer Binde über den Augen dargestellt; dies soll andeuten, dass die Synagoga, also das symbolisierte Judentum, Christus als den „wahren Messias“ nicht erkennt. Darüber hinaus besitzt die Synagoga oft weitere Attribute, wie eine zerbrochene Lanze oder einen Ziegenkopf. Oft ist ihr Gesicht abgewandt und manchmal wird sie gemeinsam mit dem Teufel abgebildet.

Bekannt ist beispielsweise die Darstellung von Ecclesia und Synagoga im Bamberger Dom.

Wie gesagt: Bis heute sind solche widerwärtigen Darstellungen an und in deutschen Kirchen zu sehen, und dennoch erdreistet sich Bischof Mixa zu behaupten, der Antisemitismus der Nazis hätte seine Wurzeln außerhalb der christlichen Kultur und des christlichen Glaubens.

Außer den Wikipedia-Artikeln gibt es hier und hier noch Informationen zur „Synagoga“-Darstellung.

Update: Olyly wies mich noch auf diesen Beitrag von Vilmoskörte hin. Die Martin-Luther-Gedächtniskirche in Berlin… Lasst Euch überraschen…


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