NRW: Kirche gibt sich selbst Kredit – und lässt den Staat die Zinsen zahlen

23. März 2015

Bei der Durchsicht des Finanzberichts für das Erzbistum Köln ist mir aufgefallen, dass das Erzbistum für Schulbaumaßnahmen Darlehen aufnimmt, die eigentlich gar nicht benötigt werden und nur den Zweck haben, dass das Erzbistum in gleicher Höhe Gelder gewinnbringend anlegen kann. Die Zinsen – die das Land NRW zu 94 Prozent übernimmt – fließen mit Sicherheit an eine kircheneigene Bank.

Für das Land dürfte dies die ungünstigste Art der Finanzierung sein. Die Kirche – die die Schulbaumaßnahmen auch ohne Kreditaufnahme finanzieren könnte – stellt dabei dem (chronisch defizitären) Land Darlehenszinsen in Rechnung, um selbst Guthabenzinsen zu kassieren.

Diese unsolidarische Praxis ist auch für das Bistum Münster belegt. Ich hoffe, dass das bei der Entscheidung über die Subventionierung des Katholikentags 2018 dort berücksichtigt wird.

Eine ausführliche Darstellung dieser dreisten Praxis findet sich in einem Artikel von mir beim hpd.

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Bistum Münster: Was von der Transparenzoffensive übrig blieb

29. November 2013

Unwahrheit, Manipulation eines Wikipedia-Artikels: Mit allen Mitteln versuchte das Bistum Münster – insbesondere Pressesprecher Dr. Stephan Kronenburg – den Eindruck zu erwecken, der Bischöfliche Stuhl zu Münster sei nicht Miteigentümer der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft (ASW). Eine aktuelle Auskunft der ASW gegenüber dem Amtsgericht Köln belegt jetzt: Der Bischöfliche Stuhl zu Münster ist zu 10,65% an der ASW beteiligt. Anteilswert gem. der Konzernbilanz zum 31.12.2011: 41,7 Mio. Euro – und das bei Bewertung zu historischen Anschaffungskosten abzüglich Abschreibungen.

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Stammkapital und Anteil des Bischöflichen Stuhls zu Münster an der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft. Stand: 18. November 2013.

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Bischöflicher Stuhl Münster: Ungereimtheiten

21. Oktober 2013

Die ZEIT schrieb neulich:

Münster: Das Geldvermögen des Bischöflichen Stuhls im Bistum umfasst 2,37 Millionen Euro. Hinzugerechnet werden müssen noch einige Immobilien. Deren Wert wurde bisher nicht ermittelt.

katholisch.de meldete:

Bistum Münster

Nach Angaben des Münsteraner Generalvikars Norbert Kleyboldt kalkuliert der Haushalt des Bischöflichen Stuhls in diesem und im kommenden Jahr mit einem Volumen von rund 1 Million Euro. Der Bischöfliche Stuhl habe lediglich ein Geldvermögen von derzeit rund 2,37 Millionen Euro. Daneben ist der Bischöfliche Stuhl auch Eigentümer von Immobilien. Hierbei handelt es sich aber laut Kleyboldt nicht um Immobilien, die als Geldanlage gesehen werden könnten.

Wikipedia zufolge ist der bischöfliche Stuhl Münster mit 10,7% an der Aachener Grundvermögen beteiligt. Die Aachener Grund schreibt selbst auf ihrer Website:

Das Unternehmen wurde 1973 unter Beteiligung kirchlicher Stellen gegründet. Seit dieser Zeit verfolgen wir eine konservative, langfristige, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Anlagestrategie.

Die Immobilien der Aachener Grund sind also offenbar durchaus als Geldanlage gedacht. Und diese Anlagestrategie sieht Wikipedia zufolge so aus:

Anlageschwerpunkt ist die gewachsene innerstädtische 1A-Einzelhandelslage an ausgewählten Standorten in Deutschland. Daneben werden Einzelhandelsimmobilien in der Schweiz und den Niederlanden sowie Wohnimmobilien und Altenpflegeheime in Deutschland erworben und verwaltet. Liegenschaften werden für den dauerhaften Bestand erworben. Der Immobilienbestand umfasst rund 350 Objekte vorwiegend an erstklassigen Einkaufslagen in den Zentren deutscher Großstädte. Zu den Mietern gehören vor allem Filialketten der Mode-, Parfümerie- und Juwelierbranche, darunter Zara, Esprit, Hennes & Mauritz (H&M), C&A, Parfümerie Douglas, Karstadt und Juwelier Christ.

Wenn der bischöfliche Stuhl Münster tatsächlich Anteile an der Aachener Grundvermögen hält (der Wikipedia-Artikel also in dieser Hinsicht stimmt), dann hat Generalvikar Kleyboldt offenbar „vergessen“, dies oben zu erwähnen. Oder er meint mit den Immobilien die Beteiligung an der Aachener Grund – dann dürfte es sich aber eben doch um Immobilien handeln, die der Geldanlage dienen.

So oder so erscheint seine Aussage „Daneben ist der Bischöfliche Stuhl auch Eigentümer von Immobilien. Hierbei handelt es sich aber laut Kleyboldt nicht um Immobilien, die als Geldanlage gesehen werden könnten.“ fragwürdig.

Ach, und domradio.de meldete:

Der Haushalt des Münsteraner Bischöflichen Stuhls beträgt pro Jahr nach Angaben des Bistums rund eine Million Euro. Das Geldvermögen des Bischöflichen Stuhls liege bei 2,37 Millionen Euro. Eigene größere Investitionen seien dem Bischöflichen Stuhl wegen des geringen Haushaltsvolumens und Geldvermögens nicht möglich.


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