Das perfekte Verbrechen und Veganismus

31. Dezember 2009

Veganer: Gut ohne Gott (Teil 2)

Theologen wie Manfred Lütz thematisieren gerne die Frage „Weshalb sollte man eigentlich gut sein, wenn es keinen Gott gibt?“ Lütz‘ Version dieser Frage lautet „Warum soll ich keine Bank überfallen, wenn ich sicher bin, dass ich nicht erwischt werde?

Lütz nimmt diese Frage zum Ausgangspunkt für die dümmstmögliche Argumentation (siehe Teil 1). Ich bin allerdings der Meinung, die Frage „Weshalb sollte man eigentlich gut sein, wenn es keinen Gott gibt?“ sollte nicht anhand einer völlig unrealistischen Fragestellung wie dem perfekten Banküberfall diskutiert werden.

Vielmehr sollte man Verhaltensweisen untersuchen, wo Menschen sich tatsächlich ohne Strafandrohung ethisch verhalten.

Beim Anschauen eines Interviews mit Peter Singer und Richard Dawkins fiel mir ein, dass Veganer dieses Kriterium erfüllen – also Menschen, die weder Tiere noch tierische Produkte essen bzw. allgemein die Nutzung von Produkten vermeiden, durch die Tiere zu Schaden kommen (z.B. auch durch Tierversuche).

Dieses Verhalten ist offensichtlich nicht durch das Risiko einer Bestrafung verursacht: Der Verzehr von Fleisch und die Nutzung von Tierprodukten ist ja gesellschaftlich akzeptiert. Veganismus hat auch keine religiöse Tradition – zumindest bei den abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Mir wäre nicht bekannt, dass der abrahamitische Gott Strafen für den Konsum von Tierprodukten androht – er erfreut sich vielmehr an Tieropfern (siehe Teil 3).

Demzufolge muss Veganismus eine andere Begründung haben als die Furcht vor Strafe. Bisher sind mir zwei Erklärungen eingefallen: Den Rest des Beitrags lesen »

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