Neues Buch von Carsten Frerk: Violettbuch Kirchenfinanzen – Wie der Staat die Kirchen finanziert

29. Oktober 2010
Carsten Frerk: Violettbuch Kirchenfinanzen (Alibri Verlag)

Sehr schönes Titelbild!

Lange erwartet, endlich da (oder zumindest fast): Der Nachfolger von Carsten FrerksFinanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland„, das sich seit seit der ersten Auflage 2002 als Standardwerk in Sachen Kirchenfinanzen etabliert hat, aber natürlich mit den Jahren nicht gerade aktueller wurde. So sind die Beträge in „Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland“ noch in D-Mark angegeben, weil das damals verfügbare Datenmaterial natürlich noch nicht in Euro vorlag.

Pünktlich zu den in letzter Zeit gelegentlich gehörten Forderungen, auch die Staatsgelder an die Kirchen nicht vom allgemeinen Sparzwang auszunehmen, wird nun in Kürze der Nachfolger erhältlich sein: das Violettbuch Kirchenfinanzen: Wie der Staat die Kirchen finanziert. Der Alibri-Verlag hat mir freundlicherweise schon ein Exemplar zur Verfügung gestellt.

Das erste Aha-Erlebnis hatte ich bereits vor dem Inhaltsverzeichnis: Dort heißt es, Carsten Frerk gelte „als ausgewiesener unabhängiger Fachmann für die Finanzen der Kirche“. Unabhängig! Bisher hatte ich mir noch gar keine Gedanken darüber gemacht, dass zumindest die kirchlichen Experten praktisch alle von der Kirche bezahlt werden und daher kein Interesse daran haben können, dass sich bei der Kirchenfinanzierung etwas ändert. Und weil sie daran kein Interesse haben können, können sie eigentlich auch nicht daran interessiert sein, dass die Öffentlichkeit überhaupt erfährt, wofür und wieviel Geld die Kirchen vom Staat erhalten – nicht nur über die Kirchensteuer, sondern auch aus allgemeinen Steuergeldern und durch Steuerbefreiung.

Auf dieses Buch hatte ich mich schon gefreut, seit ich Anfang des Jahres las und hörte, dass Carsten Frerk den Reichdeputationshauptschluss von 1803 – der regelmäßig als Rechtsgrundlage für Zahlungen des Staates an die Kirchen angeführt wird – unter die Lupe genommen hat und dabei feststellte, dass dieses Dokument nur vereinzelt Entschädigungen begründet, die auch heute noch gezahlt werden müssten. (Mehr dazu in einem Interview mit Carsten Frerk beim hpd-Podcast und hier).

Das Vorgängerbuch, „Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland„, entstand aus dem Vorhaben, ein Gesamtbild der Kirchenfinanzen in Deutschland zu erstellen, das akademischen Ansprüchen genügen sollte. Dieser Anspruch schlug sich bisweilen z.B. in umfangreichen Tabellen nieder, so dass ich mich gelegentlich gefragt habe, ob das Buch für „Normalbürger“ nicht zu akademisch daher kommt. Ein kurzer Blick durch das neue Buch zeigt mir, dass es nur noch drei Tabellen gibt (Staatsdotationen der Bundesländer 2009, Religionsunterricht in den Bundesländern und Zusammenfassung der staatlichen Zuwendungen) – und die sind in den Anhang verlegt worden. Außerdem ist das neue Buch mit 269 Seiten gut ein Drittel kompakter und mit 16 Euro auch ein Drittel billiger als sein Vorgänger.

Somit ist zu hoffen, dass das „Violettbuch“ eine noch größere Leserschaft findet als sein Vorgänger.

Hinweis: Auf der Website des Alibri-Verlages gibt es das Inhaltsverzeichnis und ein Probekapitel („Bundes-Missions-Zentrale?“ über das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ) als PDF.

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Spendenkampagne für Rechtsbeistand

19. März 2010

Nachfolgend ein Spendenaufruf von Philipp Möller, dem ich mich voll anschließe. Gespendet werden kann über Helpedia.

Liebe Freunde und Bekannte,

im Dezember 2009 erschien im Brights-Blog Marburg ein Beitrag, der sich kritisch mit einem Bischof und dessen Umgang mit einem einige Jahre zurückliegenden Fall von sexuellem Missbrauch durch einen Geistlichen in seiner Diözese auseinandersetzte.

Im Februar 2010 wurde dem Betreiber des Blogs per Einstweiliger Verfügung eine Passage untersagt, in der die Auffassung vertreten wird, der Bischof habe eine gerichtliche Empfehlung ignoriert. Mehr Informationen dazu gibt’s beim Humanistischen Pressedienst.

Der Betreiber des Brights-Blog Marburg hat etwa 1.500 Euro für Anwalts- und Gerichtsgebühren aufwenden müssen. Nun möchte ich mit Hilfe des Alibri-Verlags, der Giordano Bruno Stiftung, des Humanistischen Pressedienstes und vielen weiteren Mitstreitern Geld einsammeln, um den Blogger bei der Begleichung der ihm entstandenen Kosten zu helfen.

Beim Erreichen des ersten Spendenziels in Höhe von 500 Euro werden wir das Ziel um jeweils 500 Euro anheben, bis wir die Summe von 1.500 Euro möglichst beisammen haben.

Sollte sogar noch mehr Geld als benötigt eingehen, wird der Überschuss als Grundstock für einen zukünftigen Solidaritätsfonds zur Verteidigung der Presse-, Meinungs- und Informationsfreiheit verwendet.

Vielen Dank im Voraus,

Philipp Möller

im Namen des Alibri Verlags, der Giordano Bruno Stiftung und des humanistischen Pressedientes

Falls Ihr nun Euren Skydaddy auf der Liste der Spender sucht – ich habe bereits vor der Einrichtung der Helpedia-Aktion direkt auf das Konto der Giordano-Bruno-Stiftung gespendet. Ich wiederhole das Konto hier noch mal, falls jemand Schwierigkeiten bei Helpedia hat:

Spendenkonto der Giordano Bruno Stiftung:

Konto: 25 95 700 00
BLZ: 500 400 00
Commerzbank Frankfurt/Höchst
Vermerk: Solidaritätsaktion Brights Marburg

Die obigen Infos habe ich aus diesem Artikel – nur, dass ihr wisst, dass ich nicht meine eigene Bankverbindung angegeben habe 😉

Natürlich sollte vorzugsweise über Helpedia gespendet werden – Müller und Konsorten sollen ja sehen, dass sie mit ihren Abmahnungen oder dergleichen nur eine Solidarisierung bewirken.

Das ist für mich auch der Hauptvorteil der Aktion: Die Gegenseite soll wissen, dass wir durchaus die Möglichkeit haben, uns professionell gegen juristische Attacken zu wehren.

Deshalb hoffe ich (auch im eigenen Interesse…), dass bei der Aktion ein Überschuss zustandekommt, der für künftige Auseinandersetzungen kurzfristig zur Verfügung steht.


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