ARD-Kontraste: Wie Kirche sich arm rechnet

26. Oktober 2013

Prof. Schwintowski

Ich hatte ja bereits letzten Donnerstag darauf hingewiesen, dass es sich bei den Vermögenswerten, die einige katholische Bistümer kürzlich im Zuge ihrer „Transparenzoffensive“ veröffentlicht haben, gemäß den deutschen Buchführungsvorschriften um historische Werte handelt, die das tatsächliche Vermögen nicht sinnvoll widerspiegeln.

Erfreulicherweise wurde dies jetzt auch durch die ARD-Sendung „Kontraste“ thematisiert. Ein sehr empfehlenswerter Beitrag, der sowohl als Video als auch als Transkript (Text) zur Verfügung steht.

Darin heißt es:

Die Kirche redet von Millionenbeträgen – Kritiker hingegen sprechen von Milliarden. Woher kommt diese Diskrepanz? Ein großer Teil des Kirchenvermögens steckt in Immobilien.

Wie man sich in diesem Bereich arm rechnen kann, weiß Professor Schwintowski, Wirtschaftsjurist an der Humboldt-Universität Berlin. Die Bistümer geben in ihren Bilanzen einfach einen häufig jahrzehnte alten Buchwert an. Über die konkreten Summen kann der Experte so nur spekulieren.

Prof. Hans-Peter Schwintowski
Wirtschaftsrechtler, Humboldt-Universität zu Berlin

„Also die deutsche Kirche ist wirklich sehr, sehr reich. Nach echten Verkehrswerten ist sie sicherlich das Hundertfache reicher als das was in den Büchern steht.“

Bischöfliche Stühle

Nur mal so größenordnungsmäßig: Bei dem von Prof. Schwintowski genannten Faktor 100 ergäbe sich für den bischöflichen Stuhl zu Würzburg ein Wert von 27 Milliarden Euro, für den erzbischöflichen Stuhl zu Köln ein Wert von 16 Milliarden Euro!

Und dabei handelt es sich nur um das Vermögen der bischöflichen Stühle – daneben existiert ja noch das Vermögen der Diözesen, und dies kann wiederum ein Mehrfaches des Vermögens des bischöflichen Stuhls ausmachen.


Bistum Hildesheim: Bilanz verstößt gegen eigene Bistumsordnung

22. Oktober 2013

Mit seiner nicht zu rechtfertigenden Abweichung von den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung verstößt das Bistum Hildesheim offenbar gegen seine eigene Bistumsordnung. Der „Bestätigungsvermerk“ der Wirtschaftsprüfer besagt gerade, dass der Jahresabschuss des Bistums kein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögenslage zeichnet.

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Wann tritt Heinz Eggert aus der Kirche aus?

22. November 2012

In der gestrigen Anne-Will-Sendung erklärte der evangelisch-lutherische Theologe Heinz Eggert (1:11:45)

“Ein Gott, der eine Hölle einrichtet, um im Grunde Andersdenkende zu vernichten – da wäre ich der erste, der aus der Kirche austreten und öffentlich abschwören würde.”

Herr Eggert ist Wikpedia zufolge evangelisch-lutherisch und somit vermutlich Mitglied der Evangelisch-Lutherischen Landeskriche Sachsens. (Das Folgende gilt aber m.W. für alle Lutheraner.) Er sollte sich mal die Bekenntnisse seiner Kirche durchlesen. Die sächsische Landeskirche beruft sich nämlich auch auf das Augsburger Bekenntnis von 1830, über das ich neulich schon im Zusammenhang mit der evangelikalen Lukas-Schule in München gebloggt habe. Darin werden die Hölle zwei Mal, der (bzw. die) Teufel sechs Mal erwähnt, ferner „ewiger Gotteszorn“ und „ewige Verdammnis“.

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Endlich! Michael Schmidt-Salomons „Keine Macht den Doofen“ auch als Hörbuch

24. Mai 2012

Seit ein paar Tagen gibt es Michael Schmidt-Salomons „Keine Macht den Doofen!“ auch als Hörbuch. An der Produktion waren offenbar keine Doofen beteiligt.

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Popebusters Lyrics (Liedtext)

22. September 2011

PDF hier.

(POPEBUSTERS!)
If there’s someone weird
In your parliament
Who you gonna call?
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Militärbischof Overbeck: Der Bock als Gärtner

10. August 2011

Seit über 10 Jahren gibt es bei der Bundeswehr die "Führungshilfe 'Umgang mit Sexualität'"

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat mit seinen Äußerungen zur Homosexualität erneut für Empörung unter Schwulen und Lesben gesorgt. Besonders problematisch: Overbeck ist auch Militärbischof und als solcher für den berufsethischen Unterricht der deutschen Soldaten zuständig.

Ein Vergleich der Positionen von Bundeswehr und katholischer Kirche zum Thema Sexualität zeigt, dass den katholischen Militärgeistlichen besser Nachhilfe in Sachen Ethik und Lebenskunde erteilt werden sollte – statt sie diese Themen unterrichten zu lassen.

Mein kompletter Artikel beim hpd.


Der Klingelton zum Papstbesuch (Pope Song Ringtone)

1. August 2011

Tammox machte mich darauf aufmerksam, dass es drüben bei papst.co das sinnfreie Motto-Lied zum Papstbesuch („Wo Gott ist, da ist Zukunft“) als Klingelton gibt. Mich haut es ja nicht so von den Socken, aber in Anbetracht des Alters der Zielgruppe… mal sehen, wie viele Arme am Ende der zweiten Zeile („Wo Gott ist, da ist Heil“) nach oben gehen…

Also dachte ich mir: Einen Klingelton zum Papstbesuch, den will ich auch haben — und habe mal schnell den Pope Song von Tim Minchin klingelton-tauglich gemacht. Da Tim den Song kostenlos zum Download anbietet, nehme ich an, dass er nicht allzuviel dagegen hat, wenn ich hier die Klingelton-Fassungen anbiete:

Hinweis: Die MP3-Dateien sollten eigentlich mit den meisten modernen Mobiltelefonen und PDAs funktionieren. Für das iPhone braucht man ein spezielles Klingelton-Format (.m4r). Die .m4r-Dateien mit „Datei > Datei hinzufügen“ (File > Add File to Library) zu iTunes hinzufügen. Ggf. wird links eine neue Kategorie „Klingeltöne“ (Ringtones) angezeigt. In den Synchronisationseinstellungen für das iPhone muss dann noch sichergestellt werden, dass die Klingeltöne auch tatsächlich auf das iPhone synchronisiert werden. Nach dem Synchronisieren kann dann auf dem iPhone der Klingelton für Anrufe oder auch Wecker oder Terminerinnerungen ausgewählt werden.

Viel Spaß!

P.S.: Für echte Papstfans gibt es auch noch den Bastelbogen für eine Pope Corn Tüte.


McDonald’s Kinderhilfe finanziert Missionierung

6. Mai 2011

Fast jeder kennt die „Spendenhäuschen“ für die McDonald’s Kinderhilfe, in die man sein Wechselgeld spenden kann. Wer allerdings meint, seine Spende käme ausschließlich säkularen Zwecken zugute, der irrt sich: Sämtliche aktuellen Förderprojekte der deutschen McDonald’s Kinderhilfe kommen christlich-missionarischen Organisationen zugute. Größter Nutznießer mit einer Million Euro: Die bibeltreu-evangelikale „Arche“ von Heilsarmee-Pastor Bernd Siggelkow, die armen Kindern ein kostenloses warmes Mittagessen anbietet – Tischgebet eingeschlossen.

Dass damit offenbar gleich doppelt gegen die eigenen Förderrichtlinien verstoßen wurde, ficht die McDonald‘s Kinderhilfe nicht an.

Euer Skydaddy ist der Sache nachgegangen.

Der komplette Artikel beim hpd.


E-Mail an Präses Nikolaus Schneider: Belege, bitte!

3. August 2010

Sehr geehrter Präses Schneider,

ich lese soeben in der Neuen Osnabrücker Zeitung:

Kein Verständnis äußerte der EKD-Ratsvorsitzende für Ex-Moderatorin Eva Herman. Sie hatte in einem Internet-Blog die Loveparade als „Sodom und Gomorrha“ bezeichnet und die Vorkommnisse als Strafe Gottes umschrieben. Dazu sagte Schneider: „Es gibt in der Bibel genügend Beispiele, in denen Jesus davor warnt, solche Ereignisse mit einer Strafe Gottes gleichzusetzen.“ Jesus mache klar, dass solche Vorkommnisse nichts mit Sünden des Einzelnen zu tun hätten und stattdessen jeder bei sich selbst nachschauen solle. „Diese Empfehlung kann man Eva Herman nur geben“, sagte Schneider. [Hervorhebung von mir.]

Können Sie bitte die von Ihnen angesprochenen Beispiele nennen?

Neben der Geschichte von Sodom und Gomorrha kam mir als erstes die Geschichte der Sintflut in den Sinn: In beiden werden offensichtlich Menschen für „gott-ungefälligen“ Lebenswandel mit dem Tode bestraft.

Jesusworte wie oben angegeben fallen mir dagegen spontan keine ein – ich schlug die Geschichte vom Turm von Siloah bei Lukas 13, 1-5 nach, da sie naheliegend erschien; dort scheint Jesus aber eher umgekehrt zu sagen: Die achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turmes umgekommen sind, waren auch nicht schuldiger als alle anderen – und droht, dass alle, die nicht Buße tun, eben so umkommen werden:

1 Es kamen aber zu der Zeit einige, die berichteten ihm von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte. 2 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer mehr gesündigt haben als alle andern Galiläer, weil sie das erlitten haben? 3 Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen. 4 Oder meint ihr, dass die achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel und erschlug sie, schuldiger gewesen sind als alle andern Menschen, die in Jerusalem wohnen? 5 Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen. [Hervorhebungen von mir.]

Die Beispiele werde ich gerne auch auf meinem Blog veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen,

Matthias Krause


Was nun, Erzbischof Zollitsch?

3. August 2010

Die Badische Zeitung meldet heute, dass der pädokriminelle Pater, der in Birnau (Deutschland) und Mehrerau (Österreich) in den 60er Jahren Kinder sexuell missbraucht hat, noch an einem weiteren Ort tätig war, der zuvor verschwiegen wurde: nämlich im Zisterzienserkloster Himmerod in der Eifel bei Trier. Dort soll er auch die Pfarrei Gransdorf betreut haben, die laut Website „schon immer sehr eng mit der Abtei Himmerod verbunden“ gewesen ist. Offenbar eine ganz ähnliche Situation wie in Birnau, wo die dortige Gemeinde seit 1946 ebenfalls von den Patres des Zisterzienser-Priorats betreut wird – in Auftrag des Erzbischofs von Freiburg.

Die Badische Zeitung schreibt:

1971 wurde er mit der Auflage, libidodämpfende Medikamente zu nehmen, in die Schweiz versetzt. Das Bistum Basel hat bestätigt, dass es damals wusste, „dass er die vorherigen Einsatzorte in Deutschland und Österreich wegen unerlaubter sexueller Handlungen hatte verlassen müssen“. Wird der Aufenthalt in Himmerod verschwiegen, weil es auch dort Probleme gab?

Was die Badische Zeitung nicht schreibt: Dieser Aufenthalt passt perfekt in die „Lücken“, die die Erklärungen des Ordinariats Freiburg bisher immer wieder gelassen haben: So wurde erst vor zwei Wochen (anlässlich der Einstellung der Ermittlungsverfahrens gegen Zollitsch) wieder erklärt, das Zollitsch damals nichts von „Vorwürfen aus den 60er Jahren“ gewusst habe – seit Wochen stelle ich hier die Frage: Was ist mit der Zeit danach?

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