Überraschung: Evangelikale liberaler als Bayerische Landeskirche

16. November 2012

In der Diskussion um die evangelikale Lukas-Schule in München wirft die Landeskirche fleißig Nebelkerzen: Es wird eingeräumt, was nicht abzustreiten ist. Es wird „widerlegt“, was niemand behauptet hat. Die Evangelikalen seien nicht fundamentalistisch, wird erklärt; ihre theologische Basis widerspreche dem von evangelischen Trägern geforderten Bekenntnis nicht. Bei genauem Hinsehen zeigt sich: Die Landeskirche kann die Evangelikalen nicht als Fundamentalisten bezeichnen, weil das Bekenntnis der Landeskirche von 1530 noch radikaler ist als die evangelikale Glaubensbasis von 1846.

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Christliche „Rettungsfolter“?

7. August 2011

(Aus aktuellem Anlass.) Ein Leser machte mich auf folgenden Punkt aufmerksam:

2004 wurden der ehemalige stellvertretende Frankfurter Polizeipräsident Wolfgang Daschner und Kriminalhauptkommissar Ortwin Ennigkeit wegen Nötigung verurteilt, weil sie im Entführungsfall Jakob von Metzler dem Entführer, Magnus Gäfgen, angedroht haben sollen, ein „Spezialist“ würde ihm „Schmerzen, wie er sie noch nie erlebt habe“ zufügen. (Sie taten dies, um Gäfgen zur Preisgabe des Verstecks zu bewegen und das Leben des entführten Kindes zu retten, sog. „Rettungsfolter“.)

Die große Preisfrage ist nun: Unterscheidet sich das das strafbare Verhalten der Beamten von der Höllendrohung des Christentums?

Bisher würde ich antworten: Ja – das Christentum ist noch verwerflicher! Denn zum Einen wird schon kleinen Kindern mit der Hölle gedroht, zum anderen wird ihnen eingeredet, dass nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Freunde, Eltern, Geschwister oder Verwandten in die Hölle kommen, wenn sie nicht an Jesus glauben. Die Drohung, dass einem geliebten Menschen Leid angetan wird, kennt man sonst eigentlich nur aus Filmen, in denen deutlich gemacht werden soll, dass der Schurke auch wirklich abgrundtief böse, ja teuflisch ist. (Obwohl es sicher auch im richtigen Leben vorkommt, nur, dass man es dort nicht so mitbekommt.)

Und dass es sich dabei nicht um wirkungslose Drohungen handelt erfährt man regelmäßig z.B. von Anrufern in der amerikanischen Sendung „The Atheist Experience“, deren Eltern oder Verwandte tatsächlich davon überzeugt sind, dass diese in die Hölle kommen, wenn sie nicht Jesus als ihren Herrn und Retter akzeptieren.

Wenn Folter und deren Androhung zu Recht strafbar sind – muss dann nicht die Verbreitung des Christentums – oder zumindest die Lehre von der Hölle – erst recht bestraft werden? Wie sieht es mit Religionslehrern aus – immer hin staatliche Beamte?

Hier der einschlägige Paragraf aus dem Strafgesetzbuch:

§ 240 Nötigung

(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.

(3) Der Versuch ist strafbar.

(4) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

1. eine andere Person zu einer sexuellen Handlung oder zur Eingehung der Ehe nötigt,

2. eine Schwangere zum Schwangerschaftsabbruch nötigt oder

3. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger mißbraucht.

Was meint Ihr?


EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider lehnt „Sühnopfer“ ab

6. August 2010

Stellt sich der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und amtierende EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider gegen DEN zentralen christlichen Glaubensinhalt?

Gegenüber der Frankfurter Rundschau sprach er sich dagegen aus, dass man „einem Einzelnen alle Schuld aufbürdet und gleichsam ein Sühnopfer verlangt“.

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Hey, Margot Käßmann, tralleri trallera trallehoppsassa

12. Dezember 2009

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, äußerte sich kürzlich in einem Kamingespräch mit dem Sender Phoenix (Ausstrahlung morgen, Sonntag, 13 und 22:30 Uhr) wie folgt zur evangelikalen Bewegung:

Diese sei „Teil unserer Kirche“ und stärker einem fundamentalistischen Flügel zugeordnet. Zugleich wandte die Bischöfin sich gegen einen Fundamentalismus, der andere herabwürdige und deshalb nicht mehr dem Christentum entspreche: „Wenn es anfängt, in eine fast kriegerische Sprache überzugehen, dann ist das nicht mehr akzeptabel. Da ist ein Punkt erreicht, der mit unserer evangelischen Kirche nicht mehr vereinbar ist. (…) Es gibt solche Gruppen. Die würde ich dann aber nicht mehr auf dem Boden unserer Grundsätze sehen.“

Kriegerische Sprache nicht mit der evangelischen Kirche vereinbar?

Schon mal was vom „Herrn Zebaoth“ gehört, Bischöfin Käßmann? Eine Bezeichnung für Gott. Kommt 274 mal in der Bibel vor. Es bedeutet „Herr der Heerscharen„. In der katholischen Einheitsübersetzung wird es mit „Herr der Heere“ übersetzt.

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