Unverantwortliche Darstellung der Beschneidung beim KinderKanal (KiKa)

17. Januar 2014

Der Ankündigung nach handelt es sich bei der Sendung „Tahsins Beschneidungsfest“ um eine unverantwortliche, unausgewogene Darstellung, die soziale Manipulationsmechanismen und archaische Vorstellungen als legitime Entscheidungskriterien präsentiert, und somit die zuschauenden Kinder in ihrer Entwicklung zu eigenständigen, verantwortungsvollen Persönlichkeiten behindert und den Nährboden für religiösen Fundamentalismus bereitet.

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Recht nach Politik [via Alien in Europe]

16. Februar 2010

Der folgende Artikel von Alien in Europe spricht mir, ähem, aus der Seele. Alien hat mir freundlicherweise gestattet, ihn hier wiederzugeben.

Die Hervorhebungen stammen von mir und sollen lediglich die Orientierung im Text erleichtern.

Die fast schon zum Überdruss gewordene Forderung, die Muslime sollten sich anpassen, lässt mich fragen, woran diese Anpassung denn erfolgen solle – bzw., wie weit sie verlangt werden kann. Unstrittig sicher, und darum soll es in diesem Artikel in erster Linie gehen, an das geltende Recht. Das erkennen auch die allermeisten Muslime an, zumal es da i.d.R. keine größeren Reibungsflächen gibt. Jedenfalls nicht in der Theorie. Problematisch wird es, wenn der gemeine Muslim einen Antrag stellt oder sich von einer Behörde in seinem Recht beeinträchtigt sieht. Dann wird nicht nur geprüft, ob er recht hat, sondern auch gerne, ob das auch für ihn gilt. Polemisch? Ja, aber nicht ohne Grund.

Man nehme den Fall in Rendsburg, wo die Moscheegemeinde einen formalen Antrag auf Gestattung des Muezzin-Rufes gestellt hat. Nun wurde ein Schallschutzgutachten eingeholt, festgestellt, dass das Begehren rechtlich wohl zulässig sein dürfte, also wäre zu erwarten, dass in Zukunft der Muezzin in Rendsburg rufen darf. In den Kieler Nachrichten wird daraufhin angekündigt, dass Politiker bei der Landesregierung eine verschärfte verfassungschützerische Beobachtung der Gemeinde fordern will. Das lasse ich mal so stehen.

Wäre schlimm genug, aber leider kein Einzelfall. Man nehme den hessischen Metzger, der mehrfach vor Gericht ging, um klarzustellen, dass die Ausnahme zur Genehmigung betäubungslosen Schächtens nicht nur für Juden, sondern auch für Muslime gelten muss. Über seine Odyssee bei den Gerichten könnte man fast ein Buch schreiben, es ist wie bei Hase und Igel. Als das Bundesverfassungsgericht zu seinen Gunsten entschied, gab die CDU/CSU ihren langjährigen Widerstand gegen das GRÜNE Ansinnen auf Aufnahme des Tierschutzes als Verfassungsziel ins GG auf, in der – juristisch nicht korrekten – Annahme, damit sei die Ausnahmeregelung des Tierschutzgesetzes ausgehebelt. Ist aber nicht, da ein Verfassungsziel kein Grundrecht einschränkt. Nur, die Verwaltung lehnte mit dieser Begründung den nächsten Antrag ab. Allerdings erst, nachdem der Betrieb der Schlachters durch Brandstiftung einmal zerstört worden war. Das Verfahren zieht sich weiter – jedes Jahr aufs Neue. [Anmerkung von Skydaddy: Vgl. auch den jüngsten Vorschlag des Bundesrates zur Verschärfung der Ausnahmeregelung beim Schächten.]

Man nehme – bekannt, berüchtigt – Fereshteh Ludin. Vor ihr wurde jede Muslima, die nach ihrer Lehrerausbildung sich bewarb, ohne Frage auch mit Kopftuch eingestellt. Plötzlich fiel es einer Behörde ein, nein, wir wollen das nicht mehr. Das lange Klageverfahren ist bekannt. Sie gewann – aber noch vor ihrer Einstellung wurden mal grad die Gesetze geändert. Also alles umsonst.

Man nehme – Baurecht. Moscheebau. Es ist kein Einzelfall, dass plötzlich eine Gemeinde ein Grundstück kaufen will oder mal schnell den Bebauungsplan ändert, wenn das Gerücht geht, dass der potentielle Käufer dort eine Moschee errichten will.

Wozu die Beispiele? Nun, betrachtet man das von muslimischer Seite, entsteht der Eindruck der Willkür. Es gibt Gesetze, an die sich alle halten sollen – aber die können ganz schnell geändert werden, wenn sie auf unserer Seite stehen ….

Und das sind jetzt die in Gesetzesform gegossenen Dinge – auf anderen Gebieten könnte man lange weiter schreiben. Vielleicht noch eine Anekdote zum Thema gesetzmäßiges Verwaltungshandeln: Vor ca. vier Jahren wurden ja die biometrischen Pässe eingeführt. In diesem Zug wurde dann auch verfügt, dass Ausländer in Zukunft für ihre Aufenthaltserlaubnis entsprechend geeignete Photos abzugeben hätten. Es gab über diese Photos eine Musterliste mit akzeptablen und nichtakzeptablen Passbildern – ich denke, die meisten hier werden sich daran erinnern. In der untersten Reihe zeigten diese Beispiele eine Frau mit einem Kopftuch. Ganz unten rechts so gebunden, wie es für die Biometrie zulässig sein sollte. Zu meinem Erstaunen häuften sich plötzlich in einigen Städten die Fälle, wo für die Verlängerung oder Übertragung der Aufenthaltserlaubnis kompromisslos Photos ohne Kopftuch gefordert wurden. Zum Teil unter Verweis auf diese Beispielsliste. Die übermittelte eine Betroffene per Handy-Photo – die unterste Zeile war schlicht vor dem Aushang in der Behörde abgeschnitten worden.


WHO spricht sich gegen Beschneidung von Säuglingen und Kindern aus

27. Dezember 2009

Befürworter der Beschneidung weisen gerne auf eine Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO hin, die die Beschneidung von Männern als zusätzliche Maßnahme zur Vorbeugung gegen HIV/AIDS in Ländern mit hohen „heterosexuellen“ HIV-Infektionsraten und geringen Beschneidungsraten bei Männern empfiehlt.

Was dabei meines Erachtens nicht ausreichend betont wird ist, dass die WHO sich nur auf die freiwillige Beschneidung erwachsener Männer bezieht:

Countries should ensure that male circumcision is provided with full adherence to medical ethics and human rights principles, including informed consent, confidentiality, and absence of coercion. [Hervorhebungen von mir.]

Mit anderen Worten: Die WHO fordert, dass die Beschneidung von Männern nur nach ausreichender Information, freiwilliger Zustimmung und ohne Zwang durchgeführt wird. Diese Kriterien können bei Säuglingen und Kindern nicht erfüllt sein.

Und um weiteren Missverständnissen vorzubeugen: An anderer Stelle heißt es:

A more rapid public health benefit will be achieved if age groups at highest risk of acquiring HIV are prioritized, although providing male circumcision services to younger age groups will also have public health impact over the longer term. [Hervorhebung von mir.]

Wenn hier von „jüngeren Altersgruppen“ die Rede ist, zielt das nicht auf die Beschneidung von Kindern ab, sondern es geht hier um die Priorisierung von Altersgruppen, um den Effekt von Beschneidungsprogrammen zu maximieren. So berichtet der Spiegel zu diesem Thema, in Manhattan sei in einer Bevölkerungsgruppe jeder fünfte zwischen 40 und 50 Jahren HIV-infiziert. Dementsprechend würde man sich zu Beginn des Beschneidungsprogramms vor allem auf die entsprechende Altersgruppe konzentrieren, um dann im Verlauf des Programms auch jüngere Altersgruppen mit einzubeziehen – damit wäre aber hier „jünger als 40“ oder „jünger als 30“ gemeint. Offensichtlich wäre es Ressourcenverschwendung, im Zuge solcher Programme Säuglinge und Kinder zu beschneiden, die auf absehbare Zeit noch gar keinen Geschlechtsverkehr haben.

Damit spricht sich die WHO implizit gegen die Beschneidung von Säuglingen und Kindern aus: Wenn selbst mit der Begründung der HIV/AIDS-Vorbeugung die Beschneidung nicht ohne informierte Einwilligung und unter Zwang erfolgen darf, dann darf sie dies ohne den Zweck der Aids-Vorbeugung erst recht nicht. Jedenfalls kann die WHO-Empfehlung nicht zur Verteidigung der Säuglings- und Kinderbeschneidung herangezogen werden.

Persönliche Anmerkung: Ich frage mich: Wer bereit ist, sich aus Gründen der AIDS-Vorbeugung beschneiden zu lassen, der müsste doch auch willens und in der Lage sein, ein Kondom zu benutzen. Und ich vermute mal, dass es mit Kondom keine Rolle spielt, ob sich darunter eine Vorhaut befindet oder nicht. Aus präventivmedizinischer Sicht zumindest…

Hintergrund: Gotteswahn

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Malaysia im Härtetest: Gibt es „The God Delusion“?

25. Dezember 2009

Nachdem sich während meines dreitägigen Aufenthaltes in Malaysia die Religionspolizei nicht hatte blicken lassen, alle möglichen Tempel und Kirchen existierten und überall Weihnachtsmusik gespielt wurde (am Flughafen in Penang verkaufte sogar jemand Holzschnitzereien vom „Letzten Abendmahl“ und es waren offizielle Weihnachtsgrüße aufgehängt) startete ich am letzten Nachmittag den ultimativen Härtetest für den islamischen Staat: Würde es in einer Buchhandlung Richard Dawkins „Der Gotteswahn“ (The God Delusion) geben?

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Muslimisches Shampoo

21. Dezember 2009

Habt ihr euch schon mal gefragt, wie Shampooflaschen für Musliminnen aussehen? (Wahrscheinlich nicht…) Euer Kopfzerbrechen hat ein Ende: Der Konzern Unilever bietet sein Shampoo Sunsilk in einer „Haar“- und einer „Kopftuch“-Version an:

Auch im Internet gibt es bei Sunsilk ein „Kopftuch-Girl“: Schauspielerin Wardina. (Das Kopftuch wird dort übrigens als „Fashion Statement“ beschrieben und nicht als „politisches Statement“.)

Bei Sunsilk heißt es: „Wardina ist eine Inspiration für Teenager und Frauen, die ein aktives Leben führen wollen und nicht dem Stereotyp einer passiven, traditionellen Frau mit Kopftuch entsprechen wollen.“

Und nun die Überraschung: Die „Haar“-Version habe ich im islamischen Malaysia aufgenommen, die „Kopftuch“-Version im säkularen Singapur.

Von der Religionspolizei ist übrigens weiterhin nichts zu sehen. Die ermitteln wahrscheinlich undercover…


Endlich mal keine Hotelbibeln…

20. Dezember 2009

… stattdessen gibt es einen Pfeil an der Decke, der die Gebetsrichtung (Qiblat) anzeigt:

Ich habe natürlich sofort nachgeprüft, ob der Pfeil auch tatsächlich nach Osten zeigt. Tut er nicht! Er zeigt nach West-Süd-West: Von Malaysia aus liegt Mekka nämlich im Westen.


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