Unverantwortliche Darstellung der Beschneidung beim KinderKanal (KiKa)

Der Ankündigung nach handelt es sich bei der Sendung „Tahsins Beschneidungsfest“ um eine unverantwortliche, unausgewogene Darstellung, die soziale Manipulationsmechanismen und archaische Vorstellungen als legitime Entscheidungskriterien präsentiert, und somit die zuschauenden Kinder in ihrer Entwicklung zu eigenständigen, verantwortungsvollen Persönlichkeiten behindert und den Nährboden für religiösen Fundamentalismus bereitet.

An: kika@kika.de

Betreff: „Tahsins Beschneidungsfest“

Sehr geehrte Damen und Herren,

grundsätzlich begrüße ich es, wenn der KinderKanal seine kleinen Zuschauer über unterschiedliche Lebenswelten von Kindern informiert. Dies zumal bei der Beschneidung, wo die Kinder irgendwann merken, dass es auch (künstlich herbeigeführte) körperliche Unterschiede gibt.

Weiterhin denke ich, dass man von einem öffentlich-rechtlichen Sender erwarten kann, dass er sein Programm an der geltenden Rechtslage ausrichtet. Ich denke daher nicht, dass man vom KinderKanal fordern kann, er solle die Beschneidung – zumal gegenüber Kindern – als Körperverletzung, Verfassungs- oder Menschenrechtsbruch darstellen.

Auch halte ich es um der Kinder willen – die sich oft genug wohl nicht gegen die Beschneidung wehren können oder schon beschnitten sind – für wichtig, dass ihnen nicht der Eindruck vermittelt, wird, die Beschneidung sei eine Verstümmelung, oder ihnen Angst vor zukünftigen (insb. sexuellen) Problemen gemacht wird.

Gegen eine sachgemäße, kindgerechte Sendung zur Beschneidung, die sich am geltenden Recht orientiert, hätte ich also an sich nichts einzuwenden.

Die Ankündigung Ihrer Sendung „Tahsins Beschneidungsfest“ erweckt bei mir allerdings den Eindruck, dass der KinderKanal das Thema in unverantwortlicher Weise darstellt.

Die Ankündigung ist voll von Formulierungen wie

„Aufgeregt und voller Vorfreude blickt der elfjährige Tahsin auf das kommende Ereignis, das ihn und seinen kleinen Bruder Emir endlich zu Männern machen soll: Die Beschneidung.“

„Wenn ich beschnitten bin, dann bin ich ein echter Mann“ – freut sich Tahsin.”

„Jeder muslimische Junge muss beschnitten werden, so verlangt es die religiöse Tradition.“

„Denn alle seine Freunde sind schon beschnitten und ziehen ihn mächtig damit auf, dass er es als einziger noch nicht hinter sich hat.“

„Und dann naht der große Höhepunkt für Tahsin und Emir: In Festtagskleidung besteigen die Beiden einen gepolsterten Thron und die Gäste stecken ihnen Geldscheine und Goldstücke an einen Schal, der ihnen um den Hals gelegt wird.”

Solche Formulierungen würde ich von religiösen Fundamentalisten erwarten, nicht von einem öffentlich-rechtlichen Kinderprogramm. Ich sehe nicht, wie religiöse Fundamentalisten diesen Text noch in ihrem Sinne wirksamer umformulieren könnten.

Der Umstand, dass sich der Text quasi „in die Lebenswelt“ der Kinder hineinversetzt, kann solche Formulierungen nicht rechtfertigen, und zwar aus folgendem Grund:

Die „Begründungen“

 „Wenn ich beschnitten bin, dann bin ich ein echter Mann“

„Jeder muslimische Junge muss beschnitten werden, so verlangt es die religiöse Tradition.“

„Denn alle seine Freunde sind schon beschnitten und ziehen ihn mächtig damit auf, dass er es als einziger noch nicht hinter sich hat.“

Lassen m.E. die zwingend gebotene Distanz vermissen, wie sie z.B. durch Formulierungen wie

„Wenn ich beschnitten bin, dann bin ich ein echter Mann – glaubt Tahsin

Muslime glauben, dass jeder muslimische Junge beschnitten werden muss.“

einfach erreichbar gewesen wäre.

Durch die völlig unkritische Wiedergabe der obigen Aussagen werden gegenüber den kleinen Zuschauern „Argumentationen“ bzw. „Entscheidungskriterien“ legitimiert, die in einem aufgeklärten, freiheitlich-demokratischen Staat und von dessen Institutionen nur zurückgedrängt werden können: Die kritiklose Übernahme religiöser Vorstellungen und Gruppendruck.

Dabei geht es mir nicht um die Beschneidung als solche, sondern ums Prinzip:

Den Kindern wird durch den Text vermittelt, dass religiöse Vorstellungen schwerwiegende Eingriffe (objektiv Körperverletzung von Wehrlosen) rechtfertigen können, dass Gruppendruck offenbar unbedenklich ist und dass es in Ordnung ist, diesem nachzugeben. Wer Kindern gegenüber religiös begründete Forderungen – zumal Eingriffe an Wehrlosen! – als legitime Begründung darstellt, bereitet den Boden für religiösen Fundamentalismus.

Dass ein öffentlich-rechtlicher Sender die archaische Vorstellung, man werde durch die Beschneidung „zum Mann“ mehrfach völlig unkritisch wiederholt, halte ich für völlig unangebracht – der Text bewegt sich hier gefährlich nah an archaischen Vorstellungen von „Ehre“, auf deren Gefährlichkeit und soziale Auswirkungen ich wohl nicht weiter eingehen muss.

Tatsächlich legitimiert der gesamte Text soziale Manipulationsmethoden, inklusive der „Freude“ über das „Fest“, den „Stolz“, den Tahsin und sein Vater empfinden und das Geld, dass den Kindern zugesteckt wird.

Ich hätte gedacht, das Ziel des öffentlich-rechtlichen Fernsehen sei, Kinder bei der Entwicklung zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten zu unterstützen. Der obige Text jedenfalls unterminiert diese Ziel, indem „Forderungen“ von Religion und Tradition, archaische Vorstellungen von Männlichkeit und Gruppendruck als legitime Mechanismen und Entscheidungskriterien präsentiert werden.

Nun zu dem, was dem Text nicht zu entnehmen ist:

Wie schon erwähnt, kann vom KinderKanal erwartet werden, dass er die Beschneidungsthematik im Rahmen des geltenden Rechts behandelt. Wie Ihnen bekannt sein sollte, darf eine Beschneidung nicht gegen den erkennbaren Willen des Kindes durchgeführt werden. Eine sach- und kindgerechte Darstellung erfordert es daher m.E. zwingend, dass die Kinder auf ihr Widerspruchsrecht hingewiesen werden, ggf. mit dem Hinweis, sich z.B. auch an Lehrer zu wenden, wenn ihnen eine Beschneidung gegen ihren Willen droht.

Es hätte sich außerdem m.E. angeboten, auch einen muslimischen Jungen zu präsentieren, der nicht beschnitten wurde. Diese mögen zwar nur eine Minderheit darstellen. Für die Entscheidungsfindung der Kinder, ob sie sich beschneiden lassen wollen oder nicht, wäre aber eine Darstellung beider Varianten angebracht.

Ihrer Ankündigung nach muss ich davon ausgehen, dass es sich bei der Sendung „Tahsins Beschneidungsfest“ um eine unverantwortliche, unausgewogene Darstellung handelt, die soziale Manipulationsmechanismen und archaische Vorstellungen als legitime Entscheidungskriterien präsentiert, und somit die zuschauenden Kinder in ihrer Entwicklung zu eigenständigen, verantwortungsvollen Persönlichkeiten behindert und den Nährboden für religiösen Fundamentalismus bereitet. Dies läuft m.E. der Aufgabe von öffentlich-rechtlichen Anstalten zuwider.

Ich würde mich freuen, wenn es anders wäre, gehe allerdings davon aus, dass sich das dann auch in einem verantwortungsvolleren Ankündigungstext niedergeschlagen hätte.

Mit besorgten Grüßen

Matthias Krause

7 Antworten zu Unverantwortliche Darstellung der Beschneidung beim KinderKanal (KiKa)

  1. Bernd Kammermeier sagt:

    Lieber Matthias Krause,

    eine hervorragende Beurteilung des Pressetextes haben Sie verfasst. Ich selbst habe mit der Produktionsfirma (einem früheren Kunden von mir) Kontakt aufgenommen, um die Hintergründe für diese unverantwortliche Entgleisung eines öffentlich-rechtlichen Senders zu eruieren.

    Bisher gibt es außer lächerlichen Massen-Mails keine Reaktionen. Vermutlich muss die Redaktion am Wochenende Sonderschichten fahren, um wenigstens das auf die Reihe zu kriegen.

    Bernd P. Kammermeier
    1. Vorsitzender der Säkularen Humanisten – gbs Rhein-Main e.V.

    • Skydaddy sagt:

      Lieber Herr Kammermeier,

      vielen Dank für das Lob.

      Mittlerweile wundere ich mich nicht mehr über diese Entgleisung: Die Sendung (vermutlich die ganze Reihe) wird von der Tellux-Gruppe produziert, die mehrheitlich katholischen Bistümern gehört. Es kann daher nicht verwundern, dass in der Sendung religiöse Manipulation und archaische Vorstellungen kritiklos präsentiert werden.

  2. […] Skydaddy’S Blog: Unverantwortliche Darstellung der Beschneidung beim KinderKanal (KiKa) […]

  3. […] Unverantwortliche Darstellung der Beschneidung beim KinderKanal (KiKa), Skydaddy’s Blog […]

  4. Machandelboom sagt:

    17.01.2013

    Offener Brief
    Eine Beschneidung ist kein Fest

    Sehr geehrte Frau Dr. Wille,
    sehr geehrter Herr Stumpf,
    Sehr geehrte Frau Keil,

    mit Entsetzen nehmen wir die Ankündigung vom Kinderkanal von ARD und ZDF der Sendung “Schau in meine Welt – Tahsins Beschneidungsfest” zur Kenntnis. …

    Es ist ein Skandal, dass KiKa als der Kinderkanal von ARD und ZDF mit der geplanten Ausstrahlung von “Schau in meine Welt – Tahsins Beschneidungsfest” im Namen der kulturellen Vielfalt und der interreligiösen Toleranz ganz offensichtlich Artikel 24 (3) der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen ironisiert und verhöhnt, indem es den minderjährigen Zuschauern gegenüber die Jungenbeschneidung als akzeptable Lebenspraxis und kulturelle Tradition darstellt.

    Als Sozialpädagogen fordern wir hiermit den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), den Programmdirektor des Kinderkanals KiKa sowie die verantwortliche Redakteurin für Schau in meine Welt! auf, den kinderfeindlichen Film Tahsins Beschneidungsfest nicht auszustrahlen und der Öffentlichkeit stattdessen zeitnah einen noch herzustellenden Film über einen Jungen zu zeigen, der mit seinen intaktivistischen Eltern in einer nordamerikanischen oder europäischen Innenstadt gegen die Beschneidung von Mädchen und Jungen protestiert. Denn ob das Kind weiblich ist oder männlich, es hat ein Recht auf ein unzerstörtes, auf ein intaktes Genital.

    http://eifelginster.wordpress.com/2014/01/17/367/

  5. Es gibt Kindergarten-Diskussionen und Diskussionen für Erwachsene. Erstere behandeln die a priori sinnlose Frage, ob es noch eine andere Möglichkeit des zivilisierten Zusammenlebens geben könnte als die Natürliche Wirtschaftsordnung (freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus), die die “hohe Politik” überflüssig macht; letztere behandeln die sinnvolle und überaus interessante Frage, warum es Kindergarten-Diskussionen sogar noch im 21. Jahrhundert gibt:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/09/von-den-drei-verwandlungen.html

    Überflüssig zu erwähnen, dass die “öffentlich-rechtlichen” Medien noch nicht einmal das “Niveau” der Kindergarten-Diskussionen erreicht haben.

  6. Düsseldorfer sagt:

    *
    Kindervorhautbezogen erregt sich die medizinische Elite der Landeshauptstadt,
    die große Stunde der Beschneidungs-Charismatiker ist nahe.

    Ein neugedrucktes Buch hält man hoch,
    noch nicht ganz den Koran:

    Einladung zur Pressekonferenz: Die Beschneidung von Jungen und ihre Folgen

    Prof. Dr. Matthias Franz stellt die neuen Erkenntnisse zu diesem Thema und sein neues Buch vor und stellt sich den Fragen der Presse:
    am Donnerstag, den 13.03.2014
    um 11:30 Uhr
    am Universitätsklinikum in Düsseldorf.

    http://www.v-r.de/de/newsdetail-1-1/einladung_zur_pressekonferenz_die_beschneidung_von_jungen_und_ihre_folgen-338/
    *
    *
    “Auch kleine Jungen werden durch die genitale Beschneidung großem Leid und bedeutenden Risiken ausgesetzt”

    Wenn es für den Professor kleine Jungen gibt, dann doch wohl auch große Jungen. Zielsicher schweigt sich Franz darüber aus, dass auch die größeren Jungen durch die Amputation der Vorhaut (einschließlich beispielsweise von Gefurchtem Band und ggf. Frenularem Delta) im Hinblick auf die genitale Sensitivität ebenso sehr so verstümmelt werden wie ein Mädchen mit dem Verlust von Labia minora oder Klitoris.

    “Und dies begründet letztlich auch den Primat der körperlichen Unversehrtheit nicht einwilligungsfähiger Kinder vor den religiösen Bedürfnissen von Erwachsenen. Wir müssen sie auf der Grundlage unserer Verfassung schützen.”

    Gibt es für Professor Matthias Franz in Bezug auf die HGM (FGM oder MGM) auch einwilligungsfähige Kinder, die der Staat nicht schützen muss?

    Er scheint, wie Anne Lindboe, die Beschneidung auf Kinderwunsch zu tolerieren:

    “Jawohl, ich bin – wie viele meiner Kolleginnen und Kollegen aufgrund meiner ärztlichen Erfahrungen ganz klar gegen die nicht-medizinisch indizierte Zwangsbeschneidung von kleinen, nicht einwilligungsfähigen Jungen. Die betroffenen Jungen haben heute bei uns keine Stimme.”

    Eine “Stimme” zu haben heißt, ausrufen zu dürfen: Ich will beschnitten werden. Man strebt zum medizinethischen Standard der kenianischen Mau-Mau-Rebellen (Ngaitana – I will circumcise myself; FGM) oder der südafrikanischen Xhosa (Ndiyindoda – I am a man; MGM) und versteckt sich, um die Beschneidungspflicht der Scharia nicht zurückweisen zu müssen, hinter der Floskel von der Genital Autonomy.

    Man macht also gar nichts gegen die Beschneidung, Norwegens Gesundheitsminister Bent Høie hat den Gesetzesvorschlag für die nächsten fünf Wochen angekündigt.

    Høie said work was underway on a draft bill to regulate circumcision, which will be ready before Easter. But he said the legislation will not fall under criminal law. “Unlike female genital mutilation, circumcision of boys is not illegal,” he said. “It’s not applicable to impose any prohibition against it.”

    http://www.newsinenglish.no/2014/02/06/push-to-change-circumcision-laws/

    Nichts anderes bezweckte die jungen- und männerfeindliche Herangehensweise der OSLO RESOLUTION. Nach ihr soll dem schariapflichtigen skandinavischen Jungen Krankenhaus oder Arztpraxis zur Bühne der Charakterprüfung werden, auf der er sich zwischen Vorhautbesitz und Familienehre bzw. zwischen Vorhautamputation und Gotteslästerung entscheiden muss.

    Allahs Genitalautonomie, demnächst ja vielleicht nach der WHO-Klassifikation als FGM Typ Ia oder IV für die schafiitischen Mädchen.

    Mit einem beschneidungsbegeisterten Let boys decide for themselves whether they want to be circumcised liefern Skandinaviens Kinderrechtsbeauftragte wie Anne Lindboe (N), Fredrik Malmberg (S), Maria Kaisa Aula (FIN) oder Per Larsen (DK) bereitwillig die etwas größeren Jungen dem Verstümmelungsritual aus, was den britischen Allgemeinmediziner Antony Lempert aufjubeln ließ: This important statement by the Nordic child protection experts … Children’s basic rights to bodily integrity and to form their own beliefs, das Wörtchen and zwangsintegriert uns das Wunschverstümmeln.

    Auch der Sprecher des UK Secular Medical Forum (SMF) also findet den Beschneidungswunsch eines norwegischen Sechzehn- oder Fünfzehnjährigen (Etter norsk lov har en 15-åring selv rett til å bestemme over religiøse forhold, mens 16 år er den helserettslige myndighetsalderen, zu Reidar Hjermann 2011) oder Dreizehnjährigen (non-medical circumcision of pre-teen boys should be outlawed, Anne Lindboe 2014 lt. JTA) einfach prima.

    Zurück zur deutschen Lobby der Kinderwunschbeschneidung. Dr. Franz:

    “Erwachsene sollten die Genitalien von Kindern in Ruhe lassen! Sie gehören nur ihnen selbst.”

    Ngaitana oder Ndiyindoda rufend will das gottesfürchtige oder traditionsbewusste größere Kind zeitnah genital verstümmelt werden und freut sich sehr auf die morgige Pressekonferenz im Düsseldorfer Universitätsklinikum. Auch Matthias Franz billigt den genitalautonomen Wunsch beispielsweise des elfjährigen Tahsin (KiKA 2014) nach dem Beschnittenwerden. Ernsthafter Kampf gegen die männliche Beschneidung (Genitalverstümmelung) sieht anders aus.

    Beschneidung ist Beschneidung, ob sie dem Säugling bzw. Kleinkind aufgezwungen wird oder ob das ältere Kind dem Gruppenzwang angeblich freiwillig Folge leistet, um nicht in der Hölle zu brennen oder den Stamm nicht zu entehren (EAST IS EAST: Now, how I looking mullah in the bloody face, ’cause your son got bloody tickle-tackle!).

    Schluss mit der Zwangsbeschneidung oder Wunschbeschneidung der Minderjährigen!

    Keine Beschneidung unter achtzehn Jahren!

    http://www.v-r.de/de/newsdetail-1-1/was_tue_ich_da_meinem_sohn_eigentlich_an_die_beschneidung_von_jungen_und_ihre_folgen-337/
    *
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    Manche Säuglingsbeschneidungsgegner stellen sich nicht als ernsthafte Intaktivisten heraus, sondern als Spätbeschneidungsfreunde. Statt Zwangsbeschneiden oder Nichtbeschneiden geht es ihnen, postmodern und schariakompatibel, zum Spätbeschneiden auf Kinderwunsch.

    Schon am 21.07.2012 unterschied Spätbeschneidungsfreund Matthias Franz explizit zwischen den schützenswerten “kleinen Jungen” und den zu erschließenden, auf eigenen Wunsch verstümmelbaren größeren Jungen, sich zum Thema Islam ganz erleichtert auf Muslimbruder Nadeem Elyas berufend. MOGiS und Holm Putzke signierten unbekümmert:

    “Kernpunkt ist die Abwägung der Grundrechte auf Religionsfreiheit von Erwachsenen mit dem Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung sowie die Achtung seiner Würde. … Anwendung von (sexueller) Gewalt gegenüber nicht einwilligungsfähigen Jungen sein … die Entfernung einer gesunden Vorhaut bei einem gesunden, nicht einwilligungsfähigen kleinen Jungen gibt … eine Beschneidung in einwilligungsfähigem Alter … Es herrscht eine bemerkenswerte Verleugnungshaltung und Empathieverweigerung gegenüber den kleinen Jungen, denen durch die genitale Beschneidung erhebliches Leid zugefügt wird … Warum sollte man nicht warten, bis der Betroffene einsichtig zustimmen kann?”

    Zitiert aus dem die erhebliche körperliche Beschädigung jeder Zirkumzision und den innermuslimischen Gruppendruck zum Beschnittensein, dem sich kein Jugendlicher entziehen kann, verkennenden Offenen Brief: „Religionsfreiheit kann kein Freibrief für Gewalt sein“

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/offener-brief-zur-beschneidung-religionsfreiheit-kann-kein-freibrief-fuer-gewalt-sein-11827590.html
    *

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