Fundamentalismus-Vorwurf: Evangelische Lukas-Schule in München in der Kritik (Transkript)

Die Sendung „Religion und Kirche“ auf BR5 aktuell brachte am Sonntag, de, 28. Oktober 2012 einen vierminütigen Beitrag von Julie Metzdorf über die evangelikale Lukas-Schule in München (ab Minute 15). Ein Beitrag, von dem ich hoffe, dass er Beachtung findet.

Leider ist die Sendung ist nur als Podcast verfügbar, aber nicht als Transkript. Ich habe deshalb die Sendung transkribiert, um die Inhalte leichter auffindbar zu machen:

Fundamentalismus­-Vorwürfe. Evangelische Lukas­-Schule in München in der Kritik.

Von Julie Metzdorf

Beitrag in: „Religion und Gesellschaft“ auf BR5 aktuell, Sonntag, 28. Oktober 2012, 6:05 bis 6:29 Uhr (ab Minute 15).

mp3-Datei verfügbar unter: http://cdn-storage.br.de/mir-live/MUJIuUOVBwQIb71S/iw11MXTPbXPS/_2rc_71S/_AES/9-gf5AQS/121028_0605_Religion-und-Kirche_Piusbruderschaft.mp3

Webseite zur Sendung: http://www.br.de/radio/b5-aktuell/programmkalender/sendung449244.html

Webseite zur Sendereihe: http://www.br.de/radio/b5-aktuell/sendungen/religion-und-kirche/religion-und-kirche108.html

Anmerkung: Bei der Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung, auf die in der Anmoderation Bezug genommen wird, handelt es sich um folgende Artikel:

Im Text habe ich bestimmte Punkte durch Fettschrift hervorgehoben – in der Radiosendung gibt es natürlich keine derartige Hervorhebung.

[Anmoderation:] Eine evangelische Privatschule in München, die Lukas-Schule, ist durch einen Bericht in der Süddeutschen Zeitung ins Gerede gekommen: „christlicher Fundamentalismus“ lautet der Vorwurf. Einige Eltern wollen das nicht einfach hinnehmen, andere haben von alledem nichts bemerkt. Und jetzt ist der Vorgang Gegenstand einer offiziellen Untersuchung. Julie Metzdorf:

[Beginn des Beitrags] Die Schule weist in einem offenen Brief alle Vorwürfe zurück. Es gebe weder Diskriminierung, noch irgendwelche Literatur- und Denkverbote. Und auch im Fach Biologie würden die staatlichen Lehrpläne eingehalten. In einem an die Süddeutsche Zeitung gerichteten Leserbrief äußerten auch 120 Eltern ihr Unverständnis über die in ihren Augen diffamierende Berichterstattung. Sie lobten die engangierten Lehrer und den guten Umgang mit den Kindern. Tatsächlich genießt die Schule in München einen sehr guten Ruf.

Michael Rufer, Vater zweier Schüler an der Lukas-Schule, bestätigt auch gegenüber dem Bayerischen Rundfunk:

„Da gibt es also weder ’ne Spur von Fundamentalismus, oder von Diskriminierung von Schwulen, das haben wir so nie erlebt. Natürlich werden die Kinder in christlichen Werten unterrichtet, wie das in jedem Religionsunterricht natürlich auch stattfindet. Aber sie werden gleichzeitig auch unterrichtet in den klassischen humanistischen Werten, wie Toleranz, zum Beispiel, oder Offenheit und Fairness gegenüber Minderheiten.“

In einer schriftlichen Stellungnahme der Schule heißt es unter anderem: Menschen können sich – Zitat: „nur bei heterosexuellem Verhalten vermehren. Und dies ist ein biblischer Auftrag.“ – Zitat Ende.

Verfasser der Stellungnahme und Vorstandsmitglied des Trägervereins der Schule ist ein Münchener Verleger. In seinem Verlag erscheinen unter anderem islamkritische Bücher und Literatur, die die Evolutionstheorie in Frage stellt. Der Schulleiter des Gymnasiums ist, wie die Schule bestätigt, Vorsitzender des rechtskonservativen Vereins „Die Wende“, der unter anderem Schriften des schwulenkritischen Philosophieprofessors Günter Rohrmoser vertreibt.

Ludwig Unger, Pressesprecher des bayerischen Kultusministeriums:

„Ein Mensch kann erstmal in einer Demokratie denken was er will. Die Frage ist, ob in einem Unterrichtsprogramm, ob im Schulalltag diese Privatmeinung eines Menschen ’ne Rolle spielt, vielleicht sie sogar dominiert, oder nicht.“

Die Mutter einer Schülerin sagt, sie fühle sich getäuscht: Da die Schule von der evangelischen Landeskirche anerkannt wird, sei sie automatisch davon ausgegangen, hier würden christliche Werte im Sinne der evangelisch-lutherischen Landeskirche gelehrt. Jetzt aber müsse sie erfahren, dass einzelne Mitarbeiter der Freikirche angehören. Nach Aussage der Schule gehört von den fünf Schulleitern einer der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche und einer der Freien Evangelischen Gemeinde an. Die Mutter möchte anonym bleiben, ihre Aussage haben wir nachgesprochen:

„Mein zentraler Vorwurf ist, dass man als Eltern nicht weiß, worauf man sich einlässt. Dass eben nicht transparent gemacht wird, welche Inhalte vermittelt werden. Meine Erfahrung ist, dass man auf den Info-Abenden, bevor man an die Schule kommt, dieses Bild nicht vermittelt bekommt. Dass man überhaupt nicht auf die Idee kommen könnte, dass da freikirchliche Strömungen auch mit an Bord sind.“

So missfiel ihr beispielsweise auch die Werbung für eine evangelikale Bewegung. Den Schülern der Grundschule wurde ein Flyer mit der Nummer eines sogenannten „Geschichtentelefons“ gegeben. Betreiber ist die Kinder-Evangelisations-Bewegung, in dieser Woche läuft ein halloweenkritisches Hörspiel:

[Frauenstimme:] „Eva bleibt die Pizza im Hals stecken, als sie liest, was ‚Halloween‘ bedeutet: Hexen- und Satansfest, Neujahr der Kelten. Sie glaubten nicht an den wahren Gott, aber an viele Götter, und dass in dieser Nacht Samhain, der Totengott, kommt und Verstorbene einsammelt.“

[Männerstimme:] „Verkleidete Gespenster, die Süßigkeiten betteln, erinnern an diesen Heidenbrauch. Die Bibel sagt: ‚Meide das Böse!‘ – Helloween IST die Nacht des Bösen.

Prüfer der staatlichen Schulaufsicht und der Landeskirche untersuchen die Vorwürfe nun. Die Ergebnisse sollen so schnell wie möglich öffentlich gemacht werden.

3 Antworten zu Fundamentalismus-Vorwurf: Evangelische Lukas-Schule in München in der Kritik (Transkript)

  1. W.Müller sagt:

    Die Evangelikalen sind im Angriff auf Europa, stoppen wir sie, solange es noch möglich ist. Grundlage ihrer Lebensphilosophie ist die Bibel, die nach einer eingehenden wissenschaftlichen Untersuchung von einem der gescheitesten Wissenschaftler unserer Zeit (Prof. Richard Dawkins) folgendermaßen beurteilt wurde:
    1.Rachsüchtig
    2.grausam
    3.gewalttätig
    4.Frauenfeindlich
    5.Eifersüchtig
    Mit der in USA weit verbreiteten Bibelgläubigkeit ist der Untergang der ehemals mächtigsten Nation durch systematische Verdummung durch Religion, genannt Reliogotie (Abstammung von Idiotie) sehr weit fortgeschritten. In keinem anderen westlich orientierten Land ist die Gläubigkeit von Erwachsenen an Engel und sonstigem Larifari größer als in USA. Zum Glück wurde der bedingungslose Anhänger dieser Glaubensrichtung, Mormonenfunktionär und Präsidentschaftkanditat Mitt Romney nicht zum Präsidenten der USA gewählt. Da ist aber ein Kelch an uns vorbei gegangen. Vielleicht hätten die geistesgestörten Teapartyanhänger ihre irren Thesen verbreitet. Jesus, der uneheliche Sohn eines römischen Legionärs namens Phantera, gemäß Historiker Celsus, war mit seiner Lehre weitgehend gescheitert und wollte die Menschen mit seiner Prophezeihung, das „Jüngste Gericht“ stehe kurz bevor, zu seiner Sekte bekehren. „Gerichtet werden die Lebendigen und die Toten“ verkündigte er.(Die Zeugen Jeovas haben diesen Unsinn des kurz bevorstehenden Weltuntergangs bis heute als Haupt- Programm für die ganz Dummen).Hier hat Jesus ganz einfach gelogen, um Anhänger mit der Angst zu rekrutieren, ähnlich wie es die Religionen mit Himmel und Hölle heute noch propagieren. Der Weltuntergang und das „Jüngste Gericht“ wurde bis heute, nach über 2000 Jahren nicht eröffnet und wird auch niemals statt finden-Ha-Ha. Hätte der geistesgestörte Epilektiker Paulus von Tarsus diese Lehre nicht nach Rom gebracht, wäre sie wie hunderte dieser religiösen Erweckungslehren für die Mühseligen und Geplagten in kurzer Zeit, ebenso wie hunderte dieser SEkten damals, in kurzer Zeit in Vergessenheit geraten.
    Glauben sie Nix, keinem Prediger, Bänker oder sonstigen Schwindler, die wollen nur ihr Bestes: IHR GELD

  2. Als Kind war ich gläubig – meine Eltern erzogen mich evangelisch.
    Mit 13 war ich Agnostiker.
    Mit 15 dann Atheist.
    Heute, mit 40, bin ich ein Stück weiter. Dachte ich zuerst noch,
    die Tyrannei der Religion wäre seit dem Mittelalter vorbei,
    so muss ich doch Tag um Tag aufs Neue erkennen, daß ich mich
    geirrt habe.
    Skandale um katholische Missbräuche und deren Vertuschung,
    Afghanistan, Mali, die ritualfetischistische Haltung der
    Religionsvertreter im Beschneidungsstreit – um nur ein paar
    Beispiele zu nennen – all das erfüllt mich mit Sorge.
    Religion ist auch heute noch eine ernst zu nehmende Bedrohung
    für die Rechte und die Freiheit der Menschen.
    Und wir täten gut daran, uns dieser Bedrohung bewusst zu werden,
    bevor wir uns eines Tages als Geknechtete der fundamentalistischen Ewiggestrigen wiederfinden.

  3. Robert sagt:

    Ich bin im DDR-Sozialismus geboren und aufgewachsen. Ich war überzeugter Kommunist und Humanist. Ich war leidenschaftlicher Kämpfer gegen jedwedes religiöses „Opium für das Volk“. Heute weiß ich, dass der Kommunismus und der Humanismus beide selbst Religionen sind. Ein Glaube daran, dass es keinen Gott gibt. Welch eine seelische Leere und Verlorenheit. Seid dem 21.2.1993 bin ich Christ, Und das um so leidenschaftlicher und beherzter. Gott sei Dank.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: