Narrenfreiheit für Militärbischöfe: Das Maß ist voll!

„Gott mit uns“: Von den Koppelschlössern mittlerweile entfernt – offenbar aber nicht aus den Köpfen der Bundeswehr-Führung. (Soll nicht heißen, dass die Bundeswehr faschistisch oder nationalsozialistisch ist.)

Mein folgendes Schreiben an die Fraktion der Grünen im Bundestag gibt einen Überblick darüber, wie problematisch die derzeitige Militärseelsorge-Praxis ist. Ich habe mich angesichts des Verhaltens des Bundesverteidigungsministeriums jetzt dazu entschlossen, nachträglich den Wehrdienst zu verweigern (s.u.). Ich kann und will nicht Angehöriger von „Streitkräften“ sein, deren Führung vor einem homophoben Hassprediger in Frauenkleidern den Schwanz einzieht.

Betr.: Militärseelsorge
Anfrage der Fraktion vom 11. April 2012 an die Bundesregierung

Sehr geehrte Frau Künast, sehr geehrter Herr Trittin,
liebe Grüne,

nach meinem Entsetzen über den Vorschlag einiger katholischer Grüner nach einer Kirchenaustritts-Verhinderungssteuer für Konfessionslose schlug meine Stimmung heute regelrecht in Entzücken um, als ich von Ihrer Anfrage an die Bundesregierung und deren Antwort zum Thema „Militärseelsorge“ erfuhr. Als ehemaliger Zeitsoldat und Reserveoffizier beobachte ich die Militärseelsorge seit langem kritisch, nicht zuletzt aufgrund meiner eigenen Erfahrungen als Atheist beim Heer (1987-1989).

Doppelt so viele Militärgeistliche wie vereinbart

Insbesondere freue ich mich, dass Sie den Punkt angesprochen haben, dass das Verhältnis von Militärgeistlichen zu Soldaten in keiner Weise mehr dem im Militärseelsorgevertrag festgelegten Schlüssel entspricht. (1 Militärgeistlicher pro 1.500 SoldatInnen der betreffenden Konfession – natürlich nur für Katholiken und EKD-Protestanten.) Tatsächlich ergibt sich den Zahlen der Bundesregierung zufolge für 2012 ein Verhältnis von einem Militärpfarrer pro 854 katholischen SoldatInnen und von einem Militärpfarrer pro 687 evangelischen SoldatInnen. Damit gibt es mehr als doppelt so viele evangelische Militärgeistliche wie im Militärseelsorgevertrag vorgesehen. Das verdoppelt natürlich auch die Kosten für den Steuerzahler.

Angesichts dieser Verhältnisse stellt sich die Frage, welchen Wert die Festlegung des Schlüssels 1.500 im Militärseelsorgevertrag dann eigentlich noch haben soll?

Muslime könnten Imam fordern

Angesichts der tatsächlichen Verhältnisse könnten die ca. 1.000 muslimischen Kameraden bereits einen eigenen Militärgeistlichen fordern. Dies belegt zumindest die Notwendigkeit, zügig zu einer Regelung für die Militärseelsorge zu kommen, die auch für SoldatInnen, die nicht Angehörige einer der beiden „Volkskirchen“ sind, praktikabel oder zumindest akzeptabel ist. Dabei schließe ich die religionsfreien Kameradinnen und Kameraden ausdrücklich mit ein, die wohl mittlerweile fast die Hälfte der Soldaten ausmachen dürften.

Nicht nachvollziehbare Begründung

Es kann auch nicht angehen, dass das Verteidigungsministerium die Verdoppelung der christlichen Militärgeistlichen mit den speziellen Anforderungen der Seelsorge z.B. im Einsatz oder in Krankenhäusern zu rechtfertigen versucht: Erstens dürften diese Aspekte beim Abschluss des Militärseelsorgevertrages 1957 (also zu Zeiten des „Kalten Krieges“) durchaus mit berücksichtigt worden sein, zweitens gelten eben diese Ausführungen ja in gleicher Weise (wenn nicht noch mehr) für Angehöriger kleinerer Religionsgemeinschaften.

Zweierlei Maß

Deshalb kann das Bundesverteidigungsministerium m.E. nicht im Hinblick auf die Großkirchen argumentieren:

„Die rein arithmetische Betrachtung des Verhältnisses zwischen der Anzahl der eingesetzten Militärgeistlichen und der zu betreuenden Soldatinnen und Soldaten stellt dabei nur einen Aspekt der Planung des Persanalansatzes dar.“

Und dann, wenn es um die Frage nach Militärgeistlichen für Angehörige anderer Religionen geht, gerade diese rein arithmetische Begründung anführen:

„Nach bisherigen Erkenntnissen des BMVg lag und liegt die Zahl der … jüdischen Soldatinnen und Soldaten deutlich unterhalb der … angeführten Größenordnung. Diese Gegebenheiten haben zur Folge, dass die Seelsorge der jüdischen Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr bisher individuell gewährleistet wird, ohne dass es zurzeit einer eigenständigen, institutionalisierten Militärseelsorge bedarf.“

Ich frage mich: Wenn schon die Religionsfreiheit einer kleinen und „religiös anspruchsvollen“ Minderheit wie der jüdischen Soldaten „gewährleistet wird“, ohne dass es „einer eigenständigen, institutionalisierten Militärseelsorge bedarf“ – wie will man dann begründen, dass das Bundesverteidigungsministerium für die Großkirchen für 30 Millionen Euro pro Jahr jeweils eigene Infrastrukturen unterhält?

Das GG kennt keine staatlich bezahlten Militärgeistlichen

Immerhin ist im Grundgesetz lediglich davon die Rede, dass Seelsorge in den Streitkräften „zuzulassen“ ist – und nicht, dass sie von der Allgemeinheit bezahlt werden muss. Staatlich bezahlte und verbeamtete Militärgeistliche kennt das Grundgesetz nicht, vielmehr handelt es sich dabei um eine staatskirchliche Institution, die eigentlich verfassungswidrig sein sollte. (Das Grundgesetz verwehrt die Einführung staatskirchlicher Rechtsformen und untersagt auch die Privilegierung bestimmter Bekenntnisse.)

„Religionsfreiheit“ wird pervertiert

Deshalb argumentieren die Befürworter der institutionalisierten, staatlich bezahlten Militärseelsorge ja auch nicht mit dem Artikel des Grundgesetzes, der die Militärseelsorge betrifft, sondern mit der Religionsfreiheit, aus der ein Anspruch auf staatlich bezahlte Militärgeistliche abgeleitet wird.

Das Recht auf Religionsfreiheit ist aber von seinem ganzen Charakter her ein Recht, das auf den Schutz von Minderheiten abzielt. Die gegenwärtige Form der Militärseelsorge, wie sie im Militärseelsorgevertrag von 1957 geregelt ist, nützt aber ausschließlich den beiden größten Kirchen. Damit trägt die institutionalisierte Militärseelsorge nichts zum Schutz von Minderheiten bei, sondern vergrößert ganz im Gegenteil noch die „Kluft der religiösen Möglichkeiten“ zwischen Angehörigen kleinerer Religionen und Angehörigen der Großkirchen: Während z.B. jeder andere während seiner Freizeit den Gottesdienst oder vergleichbare religiöse Veranstaltungen besuchen muss, können Katholiken und Protestanten dies nicht nur während der Dienstzeit, sondern ihre nicht-großkirchlichen Kameradinnen und Kameraden (oder solche, die kein Interesse am Gottesdienst haben) werden auch noch während dieser Zeit in der Kaserne „gehalten“, weil es sich ja offiziell um Dienstzeit handelt. Solche Regelungen privilegieren Angehörige der Großkirchen und benachteiligen Soldatinnen und Soldaten anderer Weltanschauungen nur noch mehr. Der Minderheitenschutzcharakter der Religionsfreiheit wird hierdurch ins Gegenteil verkehrt.

Imame oder Rabbiner für christliche Soldaten?

Es erscheint mir auch äußerst bedenklich, dass das Bundesverteidigungsministerium offenbar die Unterschiede zwischen Katholiken und Protestanten für so bedeutend hält, dass es dafür zwei jeweils eigene Militärseelsorgen unterhält (mit jeweils eigenem Militärbischof, eigenem Militärbischofsamt, eigenen Zeitschriften für die Truppe usw.), und gleichzeitig erwartet, dass sich Soldatinnen und Soldaten ohne oder mit anderer Religion von den christlichen Militärgeistlichen mit betreuen lassen. Wenn die Christen offenbar schon eine Seelsorge für ihre jeweilige Konfession benötigen, wie kann man Angehörigen anderer Weltanschauungen Seelsorger einer anderen Religion zumuten? Was würden wohl christliche Soldaten sagen, wenn man ihnen sagen würde, sie sollten sich mit ihren seelsorgerlichen Anliegen doch bitte an einen Rabbi oder Imam wenden?

Militärseelsorge als Prüfstein für Neutralität und Religionsfreiheit

Beim Thema „Militärseelsorge“ gibt es noch viel zu tun! Zwar ist diese Materie der  Öffentlichkeit weitgehend verborgen, sie stellt aber geradezu einen Prüfstein dafür dar, wie ernst es der Staat tatsächlich mit der weltanschaulichen Neutralität und der Religionsfreiheit meint.

Keine katholischen Geistlichen für den berufsethischen Unterricht!

Deshalb kann es auch nicht angehen, dass mit katholischen Militärgeistlichen ausgerechnet diejenigen mit der Verantwortung und Durchführung des berufsethischen Unterrichts für die Soldaten (Lebenskundlicher Unterricht, LKU) betraut werden, deren Positionen z.B. zur Homosexualität quasi per geistlichem Amt den offiziellen Richtlinien der Bundeswehr und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zuwider laufen. Die Katholische Kirche lehrt z.B., dass homosexuelle Handlungen „widernatürlich“ seien, eine „schlimme Abirrung“, die „in keinen Fall zu billigen“ seien.

Keine „katholisch heiklen“ Themen im Lebenskundlichen Unterricht?

Wie entsprechende Erlasse der Bundeswehr zeigen, ist der Umgang mit Homosexualität ein wichtiges Thema für die Soldaten, auch für den Umgang untereinander. Im Curriculum für den LKU, das in Zusammenarbeit mit der kath. und ev. Militärseelsorge festgelegt wird, taucht Homosexualität allerdings nicht auf, ebenso wenig wie „Sexualität“, ein weiteres Thema, das für Soldaten von Bedeutung ist, man denke nur an verantwortliche Nutzung von Kondomen zur Vorbeugung der Ansteckung und Weitergabe von sexuell übertragbaren Krankheiten. (Auch die Wichtigkeit dieses Themas ergibt sich m.W. aus einschlägigen Erlassen der Bundeswehr.)

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass das Thema „Sexualität“ deshalb nicht Teil des Curriculums für den LKU ist, weil sich katholische Militärgeistliche (die ja den LKU abhalten) hier mit den offiziellen Positionen ihrer Kirche, die sie ja vertreten müssen, bestenfalls lächerlich machen, andernfalls mit den Richtlinien der Bundeswehr und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung (nach der im Prinzip jeder tun und lassen kann, was er will, solange er damit niemandem schadet) in Konflikt geraten.

Diese Frage wäre m.E. zu klären. Die Themen „Sexualität“ und „Umgang mit Homosexualität“ sind für Soldaten gerade auch aufgrund ihrer Situation und ihres Alters zu wichtig, um sie im Lebenskundlichen Unterricht unter den Tisch fallen zu lassen, weil die Katholische Kirche hier Positionen vertritt, die nicht im Einklang mit den Werten der Bundeswehr bzw. mit einem verantwortungsbewussten Verhalten stehen.

Narrenfreiheit für Millitärbischöfe?

Dies zeigt sich nicht zuletzt auch an den Äußerungen der Militärbischöfe. Militärbischof Overbeck sprach neulich bei der Soldatenwallfahrt in Lourdes nichtreligiösen Menschen quasi das „Menschsein“ ab, als er erklärte:

„Ohne Religion und ohne gelebte Praxis von Religion gibt es kein Menschsein.“
[YouTube, 5:33]

In anderen Äußerungen degradierte er nichtgläubige KameradInnen zu „SoldatInnen zweiter Klasse“:

„Oberste Priorität hat, dass Soldaten Gewalt nur im äußersten Notfall und vor allem verantwortungsvoll einsetzen. Mit einem festen Glauben lassen sich solche Entscheidungen gewissenhafter treffen.“ [Domradio]

Die Anwendung von Gewalt bedürfe eines gefestigten Gewissens und eines klaren Charakters sowie Gottvertrauens, so der Militärbischof.“ [Domradio]

Schon Overbecks Vorgänger, der damalige Militärbischof Mixa, hatte 2009 Politiker dazu aufgerufen, ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) zu Kruzifixen in Klassenräumen schlichtweg zu ignorieren.

BMVg: „Kein Kommentar“

Angesichts Overbecks jüngster Äußerungen hatte ich das Verteidigungsministerium um Stellungnahme gebeten, und zwar ausdrücklich mit dem Hinweis darauf, dass Overbeck als Militärbischof ja auch für den Lebenskundlichen Unterricht verantwortlich ist. Die Antwort des BMVg:

Das Bundesministerium der Verteidigung wird die Äußerungen des Militärbischofes Overbeck nicht kommentieren.

Die Begründung ergibt sich aus einer Weisung des Generalinspekteurs aus dem Jahr 2003 für die Zusammenarbeit mit den Angehörigen der Militärseelsorge:

“Die evangelische und katholische Militärseelsorge leisten durch die vertraglich vereinbarte Militärseelsorge einen wichtigen Beitrag zur seelsorgerlichen Betreuung  der Soldatinnen und Soldaten.

Bei der  Erfüllung ihres geistlichen Auftrages sind die Militärgeistlichen frei von staatlicher Einflussnahme.

Diese Unabhängigkeit schafft Vertrauen und Aufgeschlossenheit gegenüber der Militärseelsorge.”

Ich halte das für inakzeptabel. Selbst, wenn man Bischof Overbeck in seiner Eigenschaft als Seelsorger quasi „Narrenfreiheit“ zugestehen wollte: Overbeck ist eben auch verantwortlich für den LKU, und beim Verantwortlichen für den berufsethischen Unterricht der Soldaten muss man erwarten, dass dieser keinen Anlass zu Zweifeln gibt, ob er noch auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung steht.

Das BMVg könnte übrigens – wenn es dem Militärbischof denn nicht „reinreden“ will – zumindest eine Erklärung veröffentlichen,

  • dass die Menschenwürde sich direkt aus dem Menschsein ableitet und nicht von dem Kriterium der Religiosität oder religiöser Praxis abhängt,
  • dass die Gewissenhaftigkeit der Soldatinnen und Soldaten nicht nach der Festigkeit des Glaubens zu beurteilen ist, und
  • dass für die Anwendung von Gewalt andere Erwägungen ausschlaggebend sind als „Gottvertrauen“.

Solange Overbecks Äußerungen dabei nicht ausdrücklich erwähnt werden, könnte wohl keine Rede davon sein, dass es sich hier um staatliche Einflussnahme handelt. Denn es muss auch umgekehrt gelten, dass die Führung der Bundeswehr Erklärungen frei von Beeinflussung durch den Militärbischof  abgeben darf.

Wer stört hier das Vertrauen?

Sorge muss auch bereiten, dass man sich beim BMVg offenbar um das „Vertrauen und Aufgeschlossenheit gegenüber der Militärseelsorge“ sorgt (deshalb man möchte dem Militärbischof ja nicht „reinreden“), andererseits dieses Vertrauen seinerseits aber scheinbar durch Overbecks unsägliche Äußerungen nicht getrübt sieht.

Die Bundeswehr steht hier auch in Verantwortung vor den religionsfreien Soldatinnen und Soldaten und der Bevölkerung.

Das Maß ist voll!

Nach Äußerungen wie denen von General Schönbohm kurz nach der Wiedervereinigung (“Herr Bischof, hiermit biete ich Ihnen eine atheistische Armee zur Missionierung an.” – Eine sinngemäße Formulierung war sogar im Reservistenmagazin „Loyal“ zu lesen.) oder Kardinal Meisner beim Soldatengottesdienst 2007 (“Einem Gott lobenden Soldaten kann man guten Gewissens Verantwortung über Leben und Tod anderer übertragen … in betenden Händen ist die Waffe vor Mißbrauch sicher.”) ist für mich jetzt das Maß voll! Ich bin seinerzeit Soldat geworden, um die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu verteidigen und nicht, um mir regelmäßig von höchster Stelle irgendeine Minderwertigkeit aufgrund meiner rationalen Weltanschauung unterstellen zu lassen!

Ich werde jetzt, 25 Jahre nach meiner Einberufung, den Wehrdienst verweigern. In “Streitkräften”, deren Führung vor einem homophoben Hassprediger in Frauenkleidern den Schwanz einzieht, kann und will ich nicht Soldat sein! Auch nicht als Reservist.

Mit freundlichen Grüßen,

Matthias Krause

Anmerkung: In meiner Mail an das BMVg habe ich noch hinzugefügt:

Gerne hätte ich zum Ausdruck gebracht, dass ich bereit bin, als Reservist ggf. mit meinem Leben für Freiheit und Menschenrechte einzustehen. Unter den gegebenen Umständen finde ich es allerdings als Atheist entwürdigend, Teil der Bundeswehr zu sein.

Militärbischof Overbeck erklärt nichtreligiöse Soldaten zu Menschen zweiter Klasse (wenn überhaupt)

Militärbischof Overbeck: Der Bock als Gärtner
Ein Vergleich der Positionen von Bundeswehr und katholischer Kirche zum Thema Sexualität zeigt, dass den katholischen Militärgeistlichen besser Nachhilfe in Sachen Ethik und Lebenskunde erteilt werden sollte – statt sie diese Themen unterrichten zu lassen.

103% der Rekruten beim Gelöbnisgottesdienst

Rekruten: 20% Christen, 100% beim Gottesdienst
Es wirft schwerwiegende Fragen im Hinblick auf die Freiwilligkeit der Teilnahme am Gottesdienst auf, dass es offenbar in manchen Gegenden üblich ist, dass die Rekrutinnen und Rekruten vor dem Gelöbnis “geschlossen” an einem Gottesdienst teilnehmen, wie mir seitens zweier Verantwortlicher bei der Bundeswehr bestätigt wurde.

Verteidigungsministerium lässt Gebäude segnen
Das Segnen von öffentlichen Gebäuden durch Geistliche einer bestimmten Religion scheint mir gegen das Neutralitätsgebot zu verstoßen.

Doppelt so viele Militärgeistliche wie vorgesehen

Sonderurlaub für religiöse Kaffeefahrten?
Für Rüstzeiten ist großzügig Sonderurlaub zu gewähren, und für manchen Soldaten dürfte die bloße Aussicht, einmal für ein paar Tage dem militärischen Alltag zu entkommen, bereits Grund genug für die Teilnahme sein.

Mixa als Militärbischof untragbar!
Es kann nicht hingenommen werden, wenn Bischof Mixa – laut einer Schlagzeile bei domradio.de – zu „zivilem Ungehorsam“ gegen die kürzliche Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) aufruft, dass obligatorische Kruzifixe in Schulklassen unzulässig sind, und Politikern empfiehlt, das Straßburger Urteil „schlichtweg zu ignorieren“.

Militärseelsorge ist für mich wichtig – Können Sie sich dieser Aussage anschließen?
In vielerlei Hinsicht immer noch aktuell: Meine Preisträgerarbeit zum Aufsatzwettbewerb des Generalinspekteurs der Bundeswehr 1994.

7 Antworten zu Narrenfreiheit für Militärbischöfe: Das Maß ist voll!

  1. […] Antwort vom BMVg: “Kein Kommentar”. Daraufhin habe ich jetzt den Dienst verweigert. Unter den gegebenen Umständen finde ich es als […]

  2. Was Schärferes als Overbeck & Co. können sich Ungläubige doch gar nicht wünschen.

    „Nein, eine Verbrennung von Schwulen ist momentan noch nicht vorgesehen“, sagt Militärbischof Dr. Franz Overbeck:

    http://schwulundsatirisch.blogspot.de/2012/05/nein-eine-verbrennung-von-schwulen-ist.html

    • Skydaddy sagt:

      Ich glaube, Du hast Bischof Overbeck falsch zitiert.

      Ich meine, der Original-Wortlaut sei gewesen:

      „Niemand hat die Absicht, Schwule zu verbrennen.“

  3. Ezri sagt:

    Lieber Skydaddy, ich schätze Deine Beiträge sehr und lese sie gerne und mit voller Zustimmung und habe daher eine Bitte an Dich. Bitte verwende ein andere Bezeichnung an Stelle von Frauenkleidern.
    Da ich gerade etwas zu bequem bin, kopier ich hier bereits von mir geschriebenes rein:

    Skydaddy, wenn Du den Begriff Frauenkleider in diesem Kontex verwendest, dann wertest Du damit Frauen ab. Ich würds begrüßen, wenn Du Frauenkleider in “alberne wallende Roben” abändern würdest. Frauenkleider tragen in erster Linie Frauen und dann Travestiekünstler, Schauspieler, ggf. auch einige Schwule. Das sind alles Menschen, die ich nicht mit einem solchen Subjekt wie Herrn Overbeck auf eine Stufe stellen und damit abwerten würde…

    Ich würde mich sehr freuen, wenn Du diesen Denkanstoß wohlwollend aufnehmen und entsprechend umsetzen würdest.

    Danke sehr…

    Ezri🙂

    • Skydaddy sagt:

      Liebe Ezri,

      vielen Dank für Deinen Hinweis. Ein Bekannter hatte mich auch schon darauf aufmerksam gemacht, dass es unstimmig ist, Homophobie zu kritisieren und im selben Atemzug jemandem vorzuwerfen, dass er Frauenkleider trägt.

      Ich kann das aber jetzt nicht mehr ändern, weil die Original-Mails ja schon abgeschickt sind.

      Gerne gebe ich folgendes zu Protokoll:

      Ihre Kleidung soll Bischöfe besonders wichtig, ehrwürdig und erhaben erscheinen lassen. Der Begriff „Frauenkleider“ soll die Luft aus diesem aufgeblasenen Getue lassen.

      Leute, die sich nicht auf derart primitive (leider aber effektive) Weise wichtig machen, sind von der Kritik ausgenommen!

      Die Problematik ist hier eine ähnliche wie bei dem Begriff „Kinderschänder“. Leider braucht man manchmal einen knackigen Begriff, um etwas auf den Punkt zu bringen. „Homophober Hassprediger in albernen wallenden Roben“ wäre zwar „richtiger“, hätte aber weniger „Punch“.

      Trotzdem ist es immer gut, Begriffe – gerade stark kritische gegenüber den eigenen Gegner – nicht unreflektiert zu übernehmen.

      Ich bilde mir ein, immer recht gut darüber nachzudenken, bevor ich zugespitzte Formulierungen verwende. Ich kann aber nicht jedesmal quasi vorbeugend die Begründung mitliefern.

      Ich liefere sie aber gerne nach.

  4. Warum wendest du dich denn ausgerechnet an die Grünen? Die Künast ist doch die größte Spinnerin im ganzen Bundestag.

    „Diese kleine radikale Minderheit hält jetzt – über Bündnis’90 / Die Grünen – die Fäden der Landwirtschaftspolitik in der Hand. Das Feindbild – „Profitbauern“ und „Agrarfabriken“ – ist klar definiert, der gemeine Landwirt produziert „Masse statt Klasse“. Dem stellt die Ministerin das elysäische Panorama ökologischer Landwirtschaft gegenüber. Da erwies sich der Beirat des Ministeriums allerdings als Hindernis. Den dort vertretenen Agrarwissenschaftlern leuchten Einsichten wie die folgende einfach nicht ein: „Im Apfel ißt man den Jupiter, in der Pflaume den Saturn… Das Minderwertiger-Werden der Produkte… hängt zusammen ebenso wie die Umwandlung der menschlichen Seelenbildung mit dem Ablauf des Kali-Yuga im Weltall“ (aus Steiners Vortragszyklus von 1924).

    Nachdem die Unabhängigkeit des wissenschaftlichen Beirats von Ministerin Künast durch eine Satzungsänderung zerstört wurde, trat er geschlossen zurück. Jetzt kann sich Frau Künast ihre Berater danach aussuchen, welchen Rat sie wünscht. Künasts Staatssekretär Müller, ebenfalls ein Grüner, sah damit nur ein Hindernis für die Neuausrichtung der Agrarpolitik zum ökologischen Landbau beseitigt. Und das stimmt wohl auch. Wissenschaftliche Argumente zählen nicht, das Sagen haben Ideologen.“

    http://www.novo-magazin.de/58/novo5852.htm

    • Skydaddy sagt:

      Ich habe an die Grünen geschrieben, weil die Anfrage der Grünen an die Bundesregierung, die der Aufhänger war, unterzeichnet ist mit:

      Renate Künast, Jürgen Trittin und Fraktion

      Mit der Landwirtschaftspolitik kenne ich mich nicht so aus. Sicher werde ich einige Kritikpunkte an der Agrarwirtschaft teilen. Der obige Text des Novo-Magazins kommt mir aber ähnlich propagandamäßig vor wie Frank Furedis Artikel „Wie aus dem Atheismus eine Pseudo-Religion wurde“ auf der Schwester-Website Novo-Argumente. Der Redaktionsleiter von “Novo-Argumente” hat mich zweimal angemailt und mir versichert, der Artikel sei ganz toll. (Nachdem ich beim ersten Mal schon geantwortet hatte, dieser Vorwurf sei doch alt und unsinnig.) Daraufhin habe ich mir Furedis Artikel tatsächlich durchgelesen. Ein Fehler. Meine Anmerkungen habe ich hier gepostet.

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