Christliche „Rettungsfolter“?

(Aus aktuellem Anlass.) Ein Leser machte mich auf folgenden Punkt aufmerksam:

2004 wurden der ehemalige stellvertretende Frankfurter Polizeipräsident Wolfgang Daschner und Kriminalhauptkommissar Ortwin Ennigkeit wegen Nötigung verurteilt, weil sie im Entführungsfall Jakob von Metzler dem Entführer, Magnus Gäfgen, angedroht haben sollen, ein „Spezialist“ würde ihm „Schmerzen, wie er sie noch nie erlebt habe“ zufügen. (Sie taten dies, um Gäfgen zur Preisgabe des Verstecks zu bewegen und das Leben des entführten Kindes zu retten, sog. „Rettungsfolter“.)

Die große Preisfrage ist nun: Unterscheidet sich das das strafbare Verhalten der Beamten von der Höllendrohung des Christentums?

Bisher würde ich antworten: Ja – das Christentum ist noch verwerflicher! Denn zum Einen wird schon kleinen Kindern mit der Hölle gedroht, zum anderen wird ihnen eingeredet, dass nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Freunde, Eltern, Geschwister oder Verwandten in die Hölle kommen, wenn sie nicht an Jesus glauben. Die Drohung, dass einem geliebten Menschen Leid angetan wird, kennt man sonst eigentlich nur aus Filmen, in denen deutlich gemacht werden soll, dass der Schurke auch wirklich abgrundtief böse, ja teuflisch ist. (Obwohl es sicher auch im richtigen Leben vorkommt, nur, dass man es dort nicht so mitbekommt.)

Und dass es sich dabei nicht um wirkungslose Drohungen handelt erfährt man regelmäßig z.B. von Anrufern in der amerikanischen Sendung „The Atheist Experience“, deren Eltern oder Verwandte tatsächlich davon überzeugt sind, dass diese in die Hölle kommen, wenn sie nicht Jesus als ihren Herrn und Retter akzeptieren.

Wenn Folter und deren Androhung zu Recht strafbar sind – muss dann nicht die Verbreitung des Christentums – oder zumindest die Lehre von der Hölle – erst recht bestraft werden? Wie sieht es mit Religionslehrern aus – immer hin staatliche Beamte?

Hier der einschlägige Paragraf aus dem Strafgesetzbuch:

§ 240 Nötigung

(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.

(3) Der Versuch ist strafbar.

(4) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

1. eine andere Person zu einer sexuellen Handlung oder zur Eingehung der Ehe nötigt,

2. eine Schwangere zum Schwangerschaftsabbruch nötigt oder

3. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger mißbraucht.

Was meint Ihr?

17 Antworten zu Christliche „Rettungsfolter“?

  1. Es gibt schon einen entscheidenden Unterschied für die Schuldfähigkeit:
    Der Polizist hat nicht geglaubt, dass diese Folter wirklich existiert. Es handelt sich also um eine Drohung, die er sich zu diesem Zweck ausgedacht haben muss.
    Die Christen glauben an die Hölle (oder geben das zumindest vor), somit ist ihr Verbreiten dieser Lehre eher Warnung als Drohung.

    Fazit: Christen sind nicht die Folterpolizisten. Jesus ist der Folterpolizist, denn er hat diese Strafe eingesetzt.

  2. Skydaddy sagt:

    Interessanter Punkt. Wenn der Folterspezialist tatsächlich existiert hätte, hätte das allerdings an der Strafbarkeit nichts geändert.

    Richtig ist: Der Christ foltert – auf den ersten Blick zumindest – nicht selbst, sondern Gott bzw. Jesus ist dafür verantwortlich. In der Praxis wird aber durch die „christliche Verkündigung“ schon ein „empfindliches Übel“ verursacht, denn für nicht wenige Menschen hat schon die Vorstellung, dass sie oder ihre Familienmitglieder und Frende in der Hölle landen könnten, quälende Wirkung. Von daher geht das empfindliche Übel in der Praxis tatsächlich nicht von Gott aus, sondern von denjenigen, die die christliche Höllenlehre propagieren.

    In Anbetracht dieser realen Folgen – die ja oft genug auch beabsichtigt sind, siehe z.B. die „Hell Houses“ in den USA – könnte man m.E. durchaus überlegen, diese Lehre zumindest nicht Kindern gegenüber zu erwähnen und u.U. auch nicht gegenüber Erwachsenen, sofern sich keine Belege dafür anführen lassen.

  3. Hanspeter Nadler sagt:

    Leider beruht die Lehre der ewigen Höllenverdammnis auf falschen Bibelübersetzungen, was zu einem verdrehten Gottesbild geführt hat. Laut Römerbrief 2,7 kann man allein durch gute Werke sog. äonisches (das Wort „ewig“ gibt es in der Bibel gar nicht!) Leben bekommen, ohne speziellen Glauben an Jesus. (Der Glaube an Jesus hat darüber hinaus aber noch weitere positive Folgen).
    Die Androhung ewiger Höllenstrafen ist daher nicht nur unnötig, sondern zutiefst unchristlich und unbiblisch! Dass das verkehrte Verhalten (z.B. Straftat) eines Menschen eine angemessene(!) (nicht unverhältnismässige) Ahndung erfahren soll, ist aber aus rechtlicher wie auch aus biblischer Sicht angebracht.
    Die Bibel spricht von einem „Gott des Masses“ (nicht der Masslosigkeit)
    Das Verhalten des Beamten möchte ich aber hiermit nicht kommentieren.
    Hp. Nadler

    • Skydaddy sagt:

      Hallo Herr Nadler!

      Ich würde mich erst einmal auf die Bergpredigt beziehen, wo es heißt (Matthäus 5,29-30):

      Wenn dich aber dein rechtes Auge zum Abfall verführt, so reiß es aus und wirf’s von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Wenn dich deine rechte Hand zum Abfall verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre.

      Oder Markus 9,42-48:

      Und wer einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum Abfall verführt, für den wäre es besser, dass ihm ein Mühlstein an den Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde.

      Wenn dich aber deine Hand zum Abfall verführt, so haue sie ab! Es ist besser für dich, dass du verkrüppelt zum Leben eingehst, als dass du zwei Hände hast und fährst in die Hölle, in das Feuer, das nie verlöscht. Wenn dich dein Fuß zum Abfall verführt, so haue ihn ab! Es ist besser für dich, dass du lahm zum Leben eingehst, als dass du zwei Füße hast und wirst in die Hölle geworfen. Wenn dich dein Auge zum Abfall verführt, so wirf’s von dir! Es ist besser für dich, dass du einäugig in das Reich Gottes gehst, als dass du zwei Augen hast und wirst in die Hölle geworfen, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht verlöscht.

      Die Hölle ist demzufolge so schlimm, dass es immer noch besser ist, sich Auge, Hand oder Fuß zu amputieren, als die Höllenqualen zu erleiden. Selbst, wenn Dinge wie „Feuer“ nur metaphorisch gemeint sind, kann doch kein Zweifel darüber bestehen, dass die Hölle ein äußerst qualvoller Ort ist.

      Ich sehe nicht, wie das durch Ihr Römerzitat ausgeräumt wird.

      • Hanspeter Nadler sagt:

        Richtig! Die „Hölle“ (richtig übersetzt „Gähänna“) ist ein qualvoller Ort. Aber: wer dorthin kommt, muss biblisch erstens nicht „ewig“ dort bleiben, zweitens wird er dort nicht „hin-“ sondern „her“-gerichtet (vgl. wie Silber, das ausgeschmolzen wird. Ein äussert schmerzhafter, aber heilsamer Prozess). (vgl. Jeremia 26.9+10) Ich kann hier leider nur fragmentartig die Sache darstellen. Ganz fundiert würde es den Rahmen hier sprengen.
        Das sog. Gericht (richtig übersetzt „Richtigung“) soll nicht verniedlicht, aber auch nicht sinnlos dramatisiert (Drohen mit ewigen Höllenqualen) werden. Gott ist ein Gott des Masses (2.Korinther 10.13)

    • Skydaddy sagt:

      @Hanspeter Nadler:

      Ihrer Auffassung zufolge wäre Jesus ja offenbar ziemlich umsonst gestorben. Wenn es nur auf die guten Werke ankommt, nicht auf den Glauben. Dann kann jesus zumindest nicht zur Vergebung der Sünden gestorben sein.

      • Hanspeter Nadler sagt:

        Nein, Leben, das nicht mehr verloren gehen kann, gibt es nur durch den Glauben an Jesus. Wer aber nicht glaubt und (trotzdem) gute Werke tut, wird aufgrund der Werke gerichtet werden, was nicht automatisch „ab in den Feuersee“ bedeutet, sondern durchaus eine gewisse Stufe von Leben zur Folge haben kann, nicht zu verwechseln mit dem unauflöslichen (falsch übersetzt meist mit „ewigem“) Leben. (vgl. Römer 2,6+7)

  4. @Hanspeter: Nur ist es leider so, dass Paulus Jesus nie traf. Diese Briefe sind also alles andere als Primärquellen.

    Jesus hat laut Bibel ganz klar vom Unkrautverbrennen geredet. Und überhaupt die Sache mit dem ewigen Leben ist ja das Problem: Es gibt kein Entkommen. Das ist schon gruselig an sich, egal wie das ewige Leben aussieht. Das ist (frei nach Hitchens) wie Nordkorea — nur dass nicht einmal der Tod ein Fluchtweg ist. Auf ewig Preis dem „dear leader“ Kim Jong Il und dem „great leader“ Kim Il Sung. („One shot from a trinity.“)

    • Hanspeter Nadler sagt:

      Ok! Auch wenn wir bei den Primärquellen bleiben, bedeutet „Unkrautverbrennen“ nicht einfach „Ewige Verdammnis“, sondern eine evt. sehr schmerzhafter Reinigungsprozess (vgl. wie wenn Silber ausgeschmolzen wird). Gott möchte uns reinigen. Das kann a) durch Züchtigung b) durch Gericht (besser übersetzt: Richtigung) geschehen. Eine seriöse, biblische Beweisführung meiner Behauptung ist leider in diesem Rahmen nicht möglich. Ich kann nur Gedankenanstösse zum Selbststudium der Bibel in dieser Richtung geben.

    • Hanspeter Nadler sagt:

      A propos „gruselig“: Ist nicht das Leben hier (man denke an Kriege, Katastrophen etc.) nicht schon gruselig genug? Wie sagte Günter Grass: „Hunde, wollt ihr ewig leben?“ D.h. für mich: Gibt’s denn nichts Besseres als dieses Sch….Leben hier? (Sorry für den Ausdruck. Manchmal hat’s ja auch schöne Seiten!) Deine „Vision“ des Lebens im Jenseits ist so ähnlich wie diejenige vom Sketch: „Ein Münchner im Himmel“: „Luia sog ii (sprich: ach, wie langweilig im Himmel!). Stell Dir besser Deine bisher schönsten Momente in Deinem Leben vor, dann entspricht die Vision schon mehr der Realität im Himmel, bzw. auf der neuen Erde (vgl. das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung, 21,4-6)
      Da wir uns nicht in Luft auflösen können, scheint es mir am Erfreulichsten, die „beste Vision“ im Auge zu behalten. Die Realität wird dann noch viel schöner sein………
      I have a dream………!!

  5. Barkai sagt:

    @katholenblogger, die auf Phoenix ausgestrahlte Serie Die großen Kriminalfälle, in der auch die Entführung v.Metzlers in einer Folge behandelt wird, konnte aber Akten zeigen, in denen Daschner Aktenvermerke gemacht hatte, dass dem Beschuldigten gegenüber auch mit Zwang und Gewalt (!) gehandelt werden soll. Die Daschenr untergebenen Polizisten hatten da jedoch zu Recht ihre Zweifel. Daschner hat dann Gäfgen selber verhört. Gäfgen sagt aus, dass Daschenr dabei nahe an ihn herangerückt sei, rassistische und sexistische äußerungen getätigt habe wie bsplw. er werde Gäfgen „den N*ger in den Arsch f*cken“. Gäfgen sagt desweiteren aus, dass er mit der flachen Hand geschlagen worden sei.
    Fraglich ist natürlich ob Gäfgen sich das jetzt alles aus den Fingern gesogen hat, aber im Prinzip ist Gäfgen hier insofern glaubwürdig als dass der beschuldigte Polizist selber schritlich vermerkt aht, dass Zwang, Gewaltandrohung und ggf. Gewalt zum Einsatz kommen sollen. Ob der Polizist jetzt tatsächlich geglaubt hat, dass er Gäfgen vergewaltigt, oder nciht ist da doch zweitrangig, das Drohszenario ist realistisch, Vergewaltigungen kommen vor und wenn die Schläge nicht von Gäfgen erfunden worden sind, dann ist Gäfgen bereits in unzulässiger Weise misshandelt worden. Desweiteren würde man etwas in Akten als Anordnung schreiben, an das man nicht glaubt?

    @Skydaddy, Heißt Gäfgen nciht mit Vornmane Magnus?

  6. vindexsinenomine sagt:

    Die Vorstellung der Hölle kommt aus dem Zoroastrismus, der dem Judentum etwa den Dualismus zwischen guter Gott und das Böse schenkte. Der Zoroastrismus hatte anscheinend auch Auswirkung
    auf den Mithraskult, also ist es auch denkbar, daß das Judentum, das erst in den Jahrhunderten vor 0 mit der Hölle in Kontakt kam, aus dieser Quelle die Hölle erhielt. Da das Christentum am Anfang ja einer Endzeitsekte war, in der Zeit glaubte man ja an den nahen Weltuntergang, paßt die Hölle also gut rein, andernfalls wäre ja auch der Heiland umsonst für die Sünden gestorben.

    Was beim Glauben an die Hölle sonderbar ist, ist der Umstand, daß
    die Gläubigen die lange Existenz des Menschen und verschiedenster Religionen und deren Geschichte ignorieren. Wenn es lange vor der Erfindung des Gottes der Abrahamiden (eigentlich muß es ja Götterpaar heißen, immerhin wird eine Gemahlin im alten Testament erwähnt und macht zusammen mit archäologischen Funden dem Monotheismus das Leben schwer.) also Religion und Menschen gab, hat man das Problem, daß alle, die waren, in der Hölle landen müssen, weil der Abrahamidengott nicht rechtzeitig entdeckt und sein Sohn nicht rechtzeitig gekreuzigt wurde.

    Richtig wichtig wurde die Hölle erst auf Grund des Machtkampfes der Kirchen gegen die weltliche Macht und später gegen die Renaisance und die folgenden Epochen. Die kleine Eiszeit braucht Hunger und Tod über Europa, die r.k. Kirche brauchte ein Machtmittel, also grub sie den polytheistischen Glauben an Geister und Dämonen aus und die Teufelsaustreibung wurde Teil der Kirche, obgleich sie diese Riten zuvor ausgelöscht hatte. In der Zeit gab es die Reformation und die Entstehung der vielen militanten, reformierten Kleinkirchen, die man nach Amerika abschob, in der Hoffnung, daß die Indianer sie verhungern lassen würden.

    Wie jeder missionarische Akt ist auch die Androhung der Hölle ein Verbrechen gegen mehrere Menschenrechte, die sollen ja Menschen vor anderen beschützen und nicht Angriffe ermöglichen.

    Vor Gericht wird so ein Vorfall nie kommen, es fehlt das öffentliche Interesse und man wird wohl versuchen die Drohung als Teil einer falsch verstandenen Meinungsfreiheit oder Religionsfreiheit auszulegen.

    Vor Gericht landet so etwas erst, wenn der Drohende diese Drohung immer wieder ausspricht und unter Umständen andere Verbrechen begeht, Vandalismus im Namen des Herrn und solche Dinge.


    Meiner Meinung nach hat die Polizei richtig gehandelt, es war auch richtig, daß der Polizist bestraft wurde. Die Folterdrohung wurde in Hoffnung ausgesprochen eine Geisel zu finden, Folter ist mit Recht verboten, also hat der Polizist sich dazu entschieden eine Grenze zu überschreiten, die er nicht hätte überschreiten dürfen, auch wenn er es für einen guten Zweck tat. Wenn ich mich richtig erinnere, hat der Polizist ja auch keine Anstalten gemacht der Strafe zu entgehen und hat die Konsequenzen für seine Tat akzeptiert. Wenn man sich Gäfgen und seine Show anschaut, kann man das Kerlchen nicht mehr für einen Menschen halten, scheint ein ziemlicher Psychopath zu sein und Psychopathen reagieren erst, wenn sie selbst betroffen sind. Ich hoffe, daß das Kerlchen Sicherheitsverwahrung bekommt und nie wieder seinen Käfig verlassen darf.

    • Hanspeter Nadler sagt:

      Ja, wenn man die 2000-jährige Geschichte des sog. Christentums mit verschiedenen hirnverbrannten Auswüchsen ansieht, dann begreife ich jeden, welcher sich angewidert vom Christentum abwendet. Aus dem anfänglichen „Lamm“ ist verschiedentlich ein zerstörungswütiger „Drache“ geworden. Für mich heisst es darum: „Back to the roots“. Die Anfänge waren noch super. Leider haben falsche Bibelübersetzungen das „schöne Gesicht“ zu einer „Fratze“ entstellt. Die Bibel wurde leider so entstellt, dass die „Machtkirche“ damit gestützt werden konnte und noch kann und daraus folgende Irrlehren entstanden. Zum Glück ist die Bibel (noch) jedem Interessierten in einer „Ur“-Form zugänglich, welche div. Irrlehren wie z.B. die der ewigen Höllenqual nicht stützt. Leider ist es machtbesessenen Leuten trotzdem möglich, Zitate daraus umzuinterpretieren und für ihre Zwecke zu missbrauchen. Und – ich gebe zu: Ein einfach zu lesendes Buch ist die Bibel nicht. Entscheidend scheint mir, die Bibel durch die Brille der „Liebe“ zu lesen. Die Brille der „Gesetzlichkeit“, der „Ich-Bezogenheit“, des „Machtdenkens“ führt zur Katastrophe. Darüber gibt uns ja die Kirchengeschichte „schönen“ Anschauungsunterricht.

  7. dominiknuden@googlemail.com sagt:

    Die Argumentation des Gläubigen ist mir sehr gut bekannt. Ich habe 20 Jahre meines Lebens einer christlichen Glaubensrichtung geopfert und kenne dadurch sehr gut die biblische Interpretation. Das tägliche Bibellesen gehörte dazu.
    Heute bezeichne ich mich als Atheisten, weil ich die biblischen Aussagen geprüft habe.
    Mit der Bibel kannst du alles und nichts belegen. Sowohl für die Dreieinigkeit gibt es Argumente, als auch dagegen. Für die Darstellung Gott sei Jesus gibt es Belege wie auch Gegenargumente. Für die Darstellung der Hölle gibt es Belege wie auch dagegen, dass Sie nicht existiert. Mal sind Werke zur Erlangung der Rettung notwendig, dann wieder nicht. u.s.w. Eine Neverending Story. Ich könnte hier beide Positionen biblisch fundiert begründen – am Ende würde es auf einen Streit hinauslaufen, wer denn nun Recht behält. Die christlichen Gruppierung aller Colour machen genau dies, außer sie müssen sich vereinigen um gegen den Atheismus und deren Auswüchse anzugehen. Dann sind sie sehr schnell bereit sich auf ein gemeinsames Ziel einzuschießen.
    Der „Gläubige“ merkt (meist) nicht, dass er auf Grundlage seiner Weltsicht und Überzeugung eine Wertung vornimmt und Bibeltexte voreingenommen gewichtet. Für ihn ist am Ende klar: Es gibt Gott! Also müssen Vernichtungsorgien einen Sinn haben. Dadurch müssen die Aussagen Jesus „Unkrautvernichten“ einen Sinn haben und müssen heute uminterpretiert werden um sich nicht ganz der Lächerlichkeit Preis zu geben. Das Stilmittel lautet „Rhetorik“. Finde eine gemeinsame Grundlage mit deinem gegenüber (Lästern über die bösen Christen) um am Ende zum Ziel – der Missionierung – zu kommen („aber es gibt auch eine Christengruppe die ANDERS ist“). „Falsche Bibelübersetzungen“ werden kritisiert, weil man selbst die „richtige Übersetzung“ besitzt. Schwarz und Weiß ist das Stilmittel der Wahl (dabei bemerken Gläubige oftmals nicht, dass sie genauso diskutieren. Die kindliche Indoktrination hat jede erstnhafte kritische Betrachtungsweise aus dem Kopf verbannt).
    Es ist perfide und widerlich und zuweilen nenne ich es Heuchelei (vor allem aus dem Evangelikalen Lager und der Zeugen Jehovas). Diskussion zwecklos – vergebene Liebesmühe, denn wenn jemand missionieren will ist eine Diskussion sinnlos!

    • Hanspeter Nadler sagt:

      Sehe ich auch so! Diskussionen, wo verschiedene Meinungen aufeinanderprallen, drohen gerne, im Streit zu enden. Das ist nicht nur bei den Christen so, sondern auch bei Politikern und halt bei jedem, der irgendeine Überzeugung hat und diese andern weitergibt.
      Missionierung ist nicht nur etwas, das man bei Christen findet. Nein, jeder welcher irgendeine Meinung hat und diese vehement vertritt, ist ein „Missionar“ für seine Sache.
      Wenn einer eine Meinung vertritt und mir diese nicht passt, kann ich ihm immer unlautere Motive etc. für sein Reden und Handeln unterstellen, um ihm den Mund zu stopfen. So einfach ist das.
      Wer sieht schon in das Herz des andern? Dort sind nämlich die wahren Motive verborgen. Und die können beim Atheisten oder beim Christen oder bei irgendwem irgendwie gefärbt sein.
      Das liegt eben in unserer menschlichen Art. Und die lässt sich bei keiner Ideologie „wegzaubern“.
      Wäre es darum am Besten, wenn unsere Welt ein Ort des Schweigens würde, damit ja niemand mehr den andern mit seiner Meinung belästigt?? Ja, manchmal wäre es vielleicht wirklich besser so.

  8. Wolfgang sagt:

    Mir ist es unerklärlich, das ein angenageltes 2000jähriges Stück Menschenfleisch an einem Kreuz Symbol einer Religion sein soll und den Namen Christentum trägt. Ist doch abartig, oder?

  9. deradmiral sagt:

    Wenn man die Schuld an der christlichen Rettungsfolter auf die Märchenfiguren Jahwe, Jesus und den Fiction-Autor Paulus schiebt, so stellen die verbündeten christlichen Vereinigungen doch dann nichts anderes als terroristisch Vereinigungen dar, deren erklärtes Ziel die Verbreitung des Wissens um diese Folter ist. Durch diesen Schrecken (Terror) möchten sie die Welt nach ihrer Vorstellung verändern. Der einzige Unterschied zu „normalen“ Terroristen ist, dass sie in der Regel es beim Geschichten erzählen belassen und dass sie als Zielpersonen sich Kinder ausgesucht haben.

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