Zollitsch: Aufklärer oder Vertuscher?

Eine erweiterte Fassung dieses Artikels mit neuen Informationen gibt es jetzt beim hpd: Zollitsch beauftragte Mönche – trotz Untätigkeit.

In diesem Artikel zeige ich, dass die Zisterzienser in Birnau Seelsorgeaufgaben für das Erzbistum Freiburg wahrnehmen. Damit kann sich das Erzbistum nicht auf fehlende Zuständigkeit der Diözese oder mangelnde Informationspflicht des Ordens berufen. Nachdem das Bistum im März erfahren hat, dass der Orden im Fall des pädosexuellen Zisterzienserpaters Gregor M. seit 2006 untätig geblieben war, hätte Zollitsch dem Orden die Seelsorge in seinem Bistum sofort entziehen müssen.

Hinweis: Zum Lesen des kompletten Artikels bitte hier oder unten auf „Den Rest des Beitrags lesen »“ klicken – Zollitschs „Sündenregister“ ist so lang, dass ich hier nur den Anfang darstellen kann.

Die Staatsanwaltschaft Konstanz hat sich entschieden, die Ermittlungen gegen Erzbischof Dr. Robert Zollitsch aus Freiburg, gleichzeitig Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, zu übernehmen. Zugleich hat sie klargestellt, dass es nicht darum geht, dass Zollitsch 1987 die Anstellung des bekannt pädokriminellen Zisterzienserpaters Gregor M.„veranlasst“ habe, wie zunächst in den Medien berichtet wurde.

Vielmehr gehe der Anzeigeerstatter „davon aus, dass Zollitsch damals um Vorgeschichte und Aufenthalt des beschuldigten Zisterzienserpaters wusste oder bei genügender Sorgfalt hätte wissen können.“ (Badische Zeitung, 07.06.2010) Im Bistum Basel, in dem der Pater ebenfalls eingesetzt war, war jedenfalls bereits 1971 dokumentiert, dass er in Deutschland und Österreich sexuell übergriffig geworden war. Außerdem wurde Pater Gregor im Jahr seines Weggangs aus Birnau strafversetzt (1968) – und davon soll das Erzbistum Freiburg, für das die Zisterzienser dessen Pfarreien Nußdorf und Deisendorf betreuen (s.u.), nichts gewusst haben?

Das hätten gewissenhaft arbeitende Journalisten übrigens auch auf der Website des Anzeigeerstatters bzw. Opfers erfahren können.

Bistum verschweigt Beauftragung der Zisterzienser mit der Seelsorge im Bistum

Das Erzbistum Freiburg hatte seit Bekanntwerden der Ermittlungen gegen Zollitsch den Eindruck erweckt, das Erzbistum sei für die Personalentscheidungen in der Zisterzienserabtei weder zuständig noch darüber informiert gewesen. Diesen Eindruck erweckt das Erzbistum auch weiterhin:

Die Zisterzienserabtei Mehrerau ist eine „Territorialabtei“, die dem zuständigen Abt untersteht. Die Wallfahrts- und Klosterkirche Birnau gehört als Priorat seit 1919 zur Abtei Mehrerau. Bei einer „Territorialabtei“ (vgl. can. 370 CIC/1983) handelt es sich um ein territorial umschriebenes Gebiet, dessen Betreuung einem Abt übertragen ist. Dieser trägt die alleinige Verantwortung – wie ein Diözesanbischof. Eine solche Gebietsabtei gehört zu keinem Bistum und ist vollständig unabhängig vom Diözesanbischof. Geleitet wird sie von einem Abt (als „eigenberechtigter Ortsordinarius“), der die entsprechenden Rechte und Pflichten in seinem Gebiet wahrnimmt. Dieser Abt trifft nach Maßgabe seiner Ordensstatuten auch die Personalentscheidungen innerhalb seines Territoriums. Er benötigt dazu weder die Genehmigung eines anderen Bischofs noch besteht irgendeine Form der Informationspflicht an andere Bischöfe. (Bistum Freiburg, 07.06.2010)

Das ist allerdings nur ein Teil der Wahrheit. Was das Erzbistum in seinen Presseerklärungen nicht erwähnt ist, dass den Zisterziensern auch die Seelsorge für zwei Pfarreien der Erzdiözese übertragen wurde: nämlich Nußdorf und Deisendorf. Die Seelsorgeeinheit Birnau (Erzdiözese Freiburg, Dekanat 13 Linzgau) besteht gemäß den Angaben auf der Bistums-Website  „aus der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt, St. Andreas in Deisendorf und St. Kosmas und Damian in Nußdorf“.

„Hallo Bistum?“ – „Hier Zisterzienser-Priorat Birnau!“

Die Homepage verweist direkt auf die Zisterziener in Birnau, und die Telefon- und Faxnummern der Seelsorgeeinheit des Erzbistums sind Nebenstellen der Zisterzienser, die man unter (07556) 9203-0 erreicht, wie z.B. auch auf der Bistums-Website zu erfahren ist:

Auch an anderer Stelle gibt das Bistum als Telefon- und Faxnummern der Seelsorgeeinheit Birnau und der zugehörigen Pfarrei Zisterzienser-Nummern an:

Nicht zuständig? Nicht informiert?

Es mag ja sein, dass die Zisterzienser „innerhalb ihres Territoriums“ ihre Personalentscheidungen selber bestimmen können. Aber wenn die Zisterzienser in Nußdorf und Deisendorf für die Erzdiözese Freiburg und auf deren Territorium tätig werden, wird sich das Erzbistum wohl kaum hinter der Schutzbehauptung „nicht zuständig“ und „nicht informiert“ verstecken können. Insbesondere auch deshalb nicht, da die Erzdiözese bestätigt hat (allerdings erst, als es nicht mehr zu leugnen war), dass Pater Gregor von 1989 bis 1995 in den Personalverzeichnissen (Schematismen oder Personalschematismen genannt) geführt wurde:

Freiburg behauptet, dass Pater Gegor Müller ausgehend von 2006 seit 37 Jahren nicht mehr in Deutschland oder der Erzdiözese tätig war. Zuletzt schreibt Domkapiular Dr. Maier am 23.3.2010

„Pater Gregor M. hat die Abtei Birnau 1968 verlassen und hielt sich seither nicht mehr in der Erzdiözese Freiburg und nicht mehr in Deutschland auf“,

Erst als ich eine Zeugenaussage habe, die bezeugt, dass Pater Gregor Müller 1988 noch in Birnau tätig war, korrigiert der Domkapitular am 9. April in einer E-Mail seine Aussage wie folgt:

„In der Akte Birnau ist Pater Gregor für die von Ihnen benannten Jahre nicht nachweisbar. (…) In den Personalschematismen der Jahre 1989 bis 1995 ist Pater G. aufgeführt. Meine Aussage war also falsch. Die falsche Aussage entsprang nicht meiner Absicht, sondern den Angaben der Registratur. Die falsche Aussage bedauere ich, und ich bitte um Entschuldigung.“

[http://patergregormueller.jimdo.com/vita-orte/]

„Hinweise“ oder Fakten?

Es fällt auf, dass das Erzbistum in seinen jüngsten Pressemitteilungen vom 07.06.2010 und 02.06.2010 – also etwa zwei Monate nach dieser Auskunft – formuliert, dass es „Hinweise darauf gibt, dass der beschuldigte Pater erneut zur Klostergemeinschaft des Zisterzienserordens in Birnau gehörte.“ [Hervorhebung von mir.] Wenn Pater Gregor sieben Jahre lang im Schematismus geführt wurde, muss er ja entweder den Zisterziensern oder direkt dem Verantwortungsbereich des damaligen Personalreferenten Zollitsch zugeordnet gewesen sein, und der Erzdiözese liegen (und lagen damals) diese Informationen vor.

Aber die Information, dass Pater Gregor, der 1968 strafversetzt wurde und von dessen Übegriffen in Birnau selbst das Bistum Basel bereits 1971 nachweislich Kenntnis hatte, während Zollitschs Zeit als Personalreferent sieben Jahre lang im Personalverzeichnis der Erzdiözese geführt wurde, würde sich in einer „Medien-Information“, die das Bistum und den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz entlasten soll, natürlich nicht so gut machen.

Bistums-Erklärungen vs. Opferperspektive

Aber nicht nur im Hinblick auf Zollitschs Zeit als Personalreferent der Erzbistums (1983 bis 2003), auch im Hinblick auf das Verhalten 2006, als sich das Opfer mit dem Missbrauchsvorwurf an Zollitschs Erzdiözese wandte, hält das Bistum es offenbar für nötig, die Darstellung zu schönen:

Nach Darstellung des Opfers lief dieser Kontakt so ab:

12/2006: Ich informierte die Erzdiözese Freiburg und die Abtei Mehrerau von den Übergriffen auf mich. Ich wies schon damals darauf hin, dass ich den Verdacht habe, dass weitere Kinder/Ministranten Opfer dieses Pädophilen sein könnten.

Außer diesem Telefongespräch wurde ich nicht über den Ausgang der Ermittlungen informiert und bekam keine konkreten persönlichen Hilfsangebote. Den Verzicht auf eine staatsanwaltschaftliche Anzeige erreichte man, indem man mich „über den Tisch zog“ und mir vorgaukelte, dass man Nachforschugnen anstellen würde und man mir verschwieg, dass

a) der Kirche bereits weitere Übergriffe des Täters bekannt und dokumentiert waren

b) der Täter ein weiteres Mal in Deutschland, zudem in Birnau aktiv war – und das zu einer Zeit, die noch nicht verjährt war.

Demgegenüber erklärte der Generalvikar der Erzdiözese Freiburg, Dr. Fridolin Keck, am 22.03.2010 – also diesen März:

„Uns ist in Birnau nur ein Missbrauchsfall bekannt: Ende 2006 hat uns darüber ein Mann informiert. Die Tatzeit war in der ersten Hälfte der 60er Jahre – liegt also etwa 40 Jahre zurück. Wir haben Hilfe und Gespräche angeboten. Das Opfer, das sich bei uns gemeldet hatte, forderte eine Aussprache mit dem beschuldigten Pater, der sich bei ihm entschuldigen sollte. Diese Aussprache und Entschuldigung ist erfolgt.“

Das Opfer sagt, es habe keine Aussprache mit dem Täter gegeben – es wartet noch heute darauf.

Die Kirche tat nichts

Warum äußerte sich Dr. Keck am 22. März? Kurz zuvor – mehr als drei Jahre nach dem Hinweis des Opfers an die Erzdiözese Freiburg – war der pädokriminelle Pater dann doch noch aus dem seelsorgerlichen Dienst entfernt worden. Allerdings nicht auf Betreiben der Kirche, sondern des Opfers:

2/2010: Nach den vollmundigen Ankündigungen von Dr. Ackermann und Zollitsch nehme ich erneut Kontakt mit diesen Stellen auf.

Nachdem ich über Internetrecherchen herausfand, dass Pater Gregor Müller weitere Übergriffe in Birnau und Mehrerau beging, habe ich erneut Freiburg und Mehrerau auf den Pädophilen Priester hingewiesen und dessen Rücktritt gefordert. Freiburg und Mehrerau bleiben weiter untätig.

Dann rief ich den Täter in Schübelbach an und forderte von ihm sofort zurückzutreten. Danach versuchte mich eine Pfarrgemeinderätin aus Schübelbach telefonisch von meinem Vorhaben abzbringen, indem sie mich als Täter und den Kinderschänder als Opfer darstellte und Sätze wie

„er war ja so lieb zu Kindern..“

„. die Ministranten gingen so gerne zu ihm hin….“

„.. auf Frauen stand er nicht so, das merkte man..“

Diese Sätze alleine hätten aufhorchen lassen müssen, statt dessen legte diese Frau „..ihre Hand ins Feuer, dass die letzten 16 Jahre in Schübelbach keine Übergriffe waren“

[…] Inzwischen hörte ich von Videoabenden und Pizzaparties die Pater Gregor Müller in Schübelbach mit Kindern veranstaltete….. zu welchem Zweck? Mit welchen Folgen?

Das Opfer musste selber handeln

Der Rücktritt des Paters  wurde offenbar dadurch erreicht, dass das Opfer ankündigte, sonst  vor dessen Gottesdienst zu demonstrieren (Badische Zeitung, 22.04.2010)

Der Täter war also nach dem Hinweis des Opfers an die Zisterzienser und das Erzbistum Freiburg 2006 noch mehr als drei Jahre lang völlig unbehelligt in der Seelsorge tätig. Wie ging man in Zollitschs Bistum mit der Angelegenheit um? Hierzu wieder Generalvikar Dr. Keck:

„Der Beschuldigte Pater aus der Abtei Mehrerau (in Österreich) war zum Zeitpunkt der Anzeige (2006) nicht mehr in Birnau (in unserem Erzbistum Freiburg) eingesetzt.

Wir haben 2006 sofort den zuständigen Abt im Kloster Mehrerau verständigt – mit der Aufforderung, die erforderlichen Schritte einzuleiten. Der Abt hat uns zugesichert, dies zu tun und sofort auch das Bistum Chur verständigen. Dieser Zusicherung haben wir vertraut. Der uns gemeldete Fall aus den 60er Jahren war strafrechtlich verjährt. Wir haben den Wunsch des Opfers respektiert, nicht die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Der Pater hat sich für den Missbrauch in Birnau entschuldigt und diese Tat als Einzelfall dargestellt.“

Keine Anzeige: „Auf Wunsch des Opfers“

Wie oben im Opferbericht bereits dargestellt, scheint der Verzicht auf eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft weniger auf „Wunsch des Opfers“ als vielmehr aufgrund der Versprechungen seitens der Kirche erfolgt zu sein.

Das Bistum glaubte die Lüge des Täters

Das Bistum schenkte also der Lüge des Täters Glauben, es habe sich „nur“ um einen Einzelfall gehandelt. Eine Rückfrage bei den Bistümern, bei denen Pater Gregor in der Zwischenzeit (nach 1968) beschäftigt war, hätte ergeben, dass man beim Bistum Basel bereits 1971 von mehreren Opfern wusste – dass der Pater also gelogen hat.

Den Bock zum Gärtner

Ansonsten hat das Bistum nichts anderes gemacht, als den Zisterzienserabt über den Vorwurf zu informieren. Wie der Äbteliste der Zisterzienser in Mehrerau zu entnehmen ist, handelte es sich dabei um denselben Abt, der 1968 von der Strafversetzung des Paters gewusst oder diese sogar verfügt haben muss. Mit demselben Abt stand sicher auch das Bistum Basel in Kontakt, als es 1971 entschied, Pater Gregor trotz seiner pädokriminellen Übergriffe einzustellen. Damit hat Zollitschs Erzdiözese den Bock zum Gärtner gemacht, denn wenn jemand von den Vorwürfen gewusst und den Pater trotzdem nicht aus dem Verkehr gezogen hätte, dann wäre es dieser Abt gewesen. Außerdem hat das Bistum es offenbar versäumt, diesen Abt zu fragen, ob weitere Vorwürfe gegen Pater Gregor bekannt waren. Obwohl sie mit ihm in dieser Angelegenheit Kontakt hatten.

Hinweis: Den Abschnitt zu den Leitlinien habe ich entfernt, da mir die Zuständigkeit Erzbistum Freiburg/Zisterzienser unklar ist.

Aufklärer oder Vertuscher?

Robert Zollitsch wurde in den Medien ja bereits als „Aufklärer“ bezeichnet. (z.B. DIE WELT: „Ein Aufklärer unter Verdacht“). Anhand der hier dargelegten Punkte kann wohl jeder selbst einschätzen, ob Zollitschs Verhalten und das seiner Bistumsverwaltung als Aufklärung zu bezeichnen ist, als unverantwortliche Naivität und Nachlässigkeit – oder als Vertuschung.

Gefährliche Seelsorger

Einen Vorwurf wird man Zollitsch aber auf jeden Fall machen müssen:

Das Erzbistum hat seiner eigenen Darstellung zufolge erst diesen März (2010) und zu seiner eigenen Überraschung erfahren, dass Pater Gregor weiterhin in Schübelbach tätig war, obwohl das Erzbistum 2006 „nach Bekanntwerden eines Vorwurfs gegen den beschuldigten Zisterzienserpater rasch gehandelt, den Orden eingeschaltet und den Zisterzienserorden auf die zu ziehenden Konsequenzen hingewiesen hat.“ („Medien-Information“ der Erzdiözese Freiburg, 02.06.2010).

Generalvikar Keck am 22.03.2010: „Wir haben 2006 sofort den zuständigen Abt im Kloster Mehrerau verständigt – mit der Aufforderung, die erforderlichen Schritte einzuleiten. Der Abt hat uns zugesichert, dies zu tun und sofort auch das Bistum Chur verständigen. Dieser Zusicherung haben wir vertraut.“

Die Erzdiözese Freiburg erhielt im März diesen Jahres davon Kenntnis, dass trotz der Zusicherung des Zisterzienserabts drei Jahre lang nichts unternommen wurde, um den pädokriminellen Pater aus dem Verkehr zu ziehen, und dass der Abt dem Bistum bei der Kontaktaufnahme wegen dieses Falles 2006 auch keinen Hinweis auf die weiteren Taten des Paters gab. (Obwohl er davon, wie gesagt, mit höchster Wahrscheinlichkeit Kenntnis hatte, und seine Information die Lüge des Täters vom Einzelfall als solche entlarvt hätte.)

Damit hätte Erzbischof Zollitsch den Zisterziensern in Birnau sofort die Zuständigkeit für die Seelsorge in den Pfarreien seines Erzbistums entziehen müssen, bis dieser Fall restlos aufgeklärt ist. Pater Gregor ist nach seiner „Enttarnung“ untergetaucht – die naheliegendste Vermutung wäre, dass ihm eine Zisterziensereinrichtung Unterschlupf gewährt. Eine Organisation, die jahrzehntelang vertuscht (keine Meldung an Feiburg Ende der 60er – wenn man dem Bistum glauben möchte –, keine Information des Bistums Chur bei der Einstellung des Paters 1992, keine Information der Erzdiözese Freiburg über die Vergangenheit des Paters 2006, Untätigkeit nach 2006) darf nicht mit der Seelsorge für Mitglieder der Erzdiözese beauftragt sein.

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13 Responses to Zollitsch: Aufklärer oder Vertuscher?

  1. Schwabe sagt:

    …] Inzwischen hörte ich von Videoabenden und Pizzaparties die Pater Gregor Müller in Schübelbach mit Kindern veranstaltete….. zu welchem Zweck? Mit welchen Folgen?

    Wenn sachlich formulierte Vorwürfe mit Fragezeichen enden, ist sicher, dass an solchen Vorwürfen zunächst einmal gar nichts dran ist.

    Die Bunte schrieb letzte Woche: Lena zurück ins Kloster? Wer den weiteren Text in der Bunten gelesen hatte, kam drauf, dass Lena vor Jahren eine Woche in Taizé war. Der Rest des Artikels war nur Mist.

    Unser Rechtsstaat wird immer mehr aufgeweicht mit Vorverurteilungen durch die Öffentlichkeit. Die Öffentlichkeit möchte ein Ergebnis vor der Hauptverhandlung, Beispiel Kachelmann.

    Welcher „Experte“ setzte in der Öffentlichkeit (Fernsehen, Zeitung) nicht seinen Senf dazu: Der Blick, die Bewegungen von Kachelmann bei dem „Fototermin“ in der JVA Mannheim zeigten, dass er ein/kein Krimineller sei.

    Die schlimmsten Mobber tummeln im Internet. Eine sachliche Diskussion ist heutzutage nicht möglich.

    Jeder Vorwurf gelangt in die Öffentlichkeit, geprüft oder nicht. Hier muss ich dem Freidenker Klaus Rainer Röhl, früherer Herausgeber von konkret beipflichten. Ihm wird von der Tochter aus erster Ehe ständiger sexueller Missbrauch vorgeworfen. Er hat abgestritten. Zwar wären solche Taten extrem ekelhaft, bevor die Tatsachen nicht stichhaltig belegt sind, kann ich Herrn Röhl nicht abwerten.

    Entsprechend vorsichtig sollte man auch mit dem Zisterzienserpater sein.

    Das Thema Missbrauch sollte auch von einer anderen Seite sachlicher und fundierter angegangen werden: Wie kann die Allgemeinheit kranke Menschen erkennen, welche Regeln kann man aufstellen, ohne einen Generalverdacht auszusprechen, welche Therapien schlagen an?

    • skydaddy sagt:

      Da wird ausführlich dargelegt, wie Zollitschs Erzbistum Freiburg in etlichen Punkten die Öffentlichkeit täuscht oder untätig war – und Du ziehst Dich an einem Fragezeichen hoch? Das noch nicht mal von mir stammt?

      Und welches noch dazu äußerst angebracht erscheint: Wenn ein geständiger Pädophiler, der mehrere Kinder missbraucht hat, Videoabende und Pizzaparties mit Jugendlichen veranstaltet, dann muss das Fragen aufwerfen.

  2. Amazone sagt:

    Sehr schön recherchiert, Skydaddy. Bravo!

  3. Schwabe sagt:

    In Stuttgart hat es letztes Jahr 84 Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs gegeben, die Dunkelziffer liegt bei 200 Fällen. Übrigens war unter den Straftätern kein Kirchenfunktionär dabei.

    Ich denke, wir sollten hier jeden einzelnen hier persönlich nennen, egal ob verurteilt oder nicht, seine Anschrift angeben, seinen Arbeitgeber. Am besten noch ein Foto einstellen. Dann sollten wir die Organisation, der er nahe steht, auch an den Pranger stellen und mit Schmähworten bedenken. Wenn es ein Sportverein oder die Humanistische Union ist, sollten wir die Mitglieder zum Austritt bewegen.

    Ich helfe mit!

    • Amazone sagt:

      @Schwabe: Deine immer gleichen Kommentare werden langsam sehr, sehr öde.

    • Astrotux sagt:

      @Schwabe: Ich hab ne noch bessere Idee. Lass uns Holz ranschaffen, viel Holz, am besten an öffentlichen Plätzen. Dann machen wir mit diesen Ungläubigen dass was wir schon immer mit denen gemacht haben. Grillen, anzünden und langsam abfackeln. Brennen sollt ihr! Dass Feuer reinigt sie von dem Bösen und sie können vor Ihren Herrn treten um das gerechte Urteil zu empfangen.
      Das macht dir doch sicher auch Spass, du darfst auch anzünden!

      • skydaddy sagt:

        Bin abgehärtet. Hier in Singapur ist es sowieso immer sehr warm.

      • Schwabe sagt:

        Es gibt heute keinen christlichen Staat mehr, in dem Atheisten verfolgt werden. Dagegen gibt es über 70 Staaten, in den Christen verfolgt werden. Dazu gehören China und Nordkorea. Wie zu Kaiser Neros Zeiten werden heute Christen in vielen Ländern diskriminiert, gefoltert oder umgebracht. Das berichtet die Monatszeitschrift Cicero, die in Potsdam erscheint. Wie es heißt, werden nach vorsichtigen Schätzungen der amerikanischen Kommission für internationale Religionsfreiheit jährlich rund 167.000 Christen wegen ihres Glaubens getötet.

        Nicht die Christen zünden an. Ich bete nur für Euch vom Glauben Abgefallenen und das intensiv, damit die schwache Flamme wieder zum Leuchten komme!

  4. […] genau aufgepasst hat, dem ist vielleicht aufgefallen, dass ich in meinem Artikel „Zollitsch: Aufklärer oder Vertuscher?“ (erweiterte Version beim hpd) für kurze Zeit einen Abschnitt hatte, der das Handeln (oder […]

  5. […] Tatsächlich praktiziert das Ordinariat Freiburg Täuschung statt Transparenz. Es reicht dazu wohl der Hinweis, dass der Freiburger (!) Kirchenrechtsprofessor Dr. Georg Bier letzte Woche sein Zollitsch entlastendes Statement, das er unmittelbar nach Bekanntwerden der Ermittlungen abgegeben hatte, öffentlich korrigiert hat: Zuständiger Oberhirte für die Katholiken in Birnau sei der Erzbischof von Freiburg. (Das wussten meine Blog-Leser freilich schon sechs Wochen vorher.) […]

  6. […] Zuständigkeit fällt (Statements von Prof. Bier und Thomas P. Doyle, nicht zulezt aufgrund meiner Recherchen, Schweigen seitens der Verantwortlichen), ist man – jedenfalls mir gegenüber – nicht bereit, […]

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