Missbrauchsstatistik: „Experte“ arbeitet für die Kirche

Update: Prof. Kröber hat mir eine Stellungnahme mit zusätzlichen Informationen zukommen lassen.

Kriminalpsychiater springt der Kirche zur Seite

Als der SPIEGEL (6/2010) vorletzte Woche groß über den Missbrauchsskandal in katholischen Einrichtungen berichtete, sprang der Kirche noch vor der Veröffentlichung des Heftes der Kriminalpsychiater Hans-Ludwig Kröber zur Seite. Nichtzölibatär lebende Männer würden mit einer 36mal höheren Wahrscheinlichkeit zu Missbrauchstätern als katholische Priester, sagte Kröber der Katholischen Nachrichtenagentur KNA, wie domradio.de meldete. [Update: Hier noch ein längerer Artikel bei domradio.de.]

So berichtete dann z.B. RP ONLINE:

Das Magazin „Spiegel“ berichtet über das Ergebnis einer Recherche bei den 27 deutschen Diözesen. Nach Auskunft von 24 Diözesen (diejenigen von Limburg, Regensburg und Dresden-Meißen verweigerten Auskünfte) wurde seit 1995 gegen 94 Priester und kirchliche Laien wegen sexueller Übergriffe gegen Schutzbefohlene ermittelt. Aktuell stünden mindestens zehn Kirchenleute unter Verdacht. Dazu sagte der Kriminalpsychiater Hans-Ludwig Kröber, diese Zahlen belegten, dass sexueller Missbrauch bei Geistlichen der katholischen Kirche sehr viel seltener vorkomme als bei anderen erwachsenen Männern. Kröber, der als Professor für Forensische Psychiatrie an der Berliner Klinik Charité wirkt, ergänzte, dass nicht-zölibatär lebende Männer mit einer 36fach höheren Wahrscheinlichkeit zu Missbrauchstätern würden als katholische Priester. Seit 1995 habe es in Deutschland insgesamt rund 210 000 polizeilich erfasste Fälle von Kindesmissbrauch gegeben. Es bestehe die Gefahr, dass die Kirche Selbstgeißelung betreibe und aus Angst vor neuem Unrecht an vermeintlichen Opfern alle Anschuldigungen ungeprüft akzeptiere.

kathnews erwähnte außerdem, dass Kröber auch Mitherausgeber des Standardwerkes „Handbuch der Forensischen Psychiatrie“ ist.

Und die ZEIT meldete:

[D]ie hauseigene katholische Nachrichtenagentur [verbreitete] die Aussage des Kriminalpsychiaters Hans-Ludwig Kröber von der Berliner Charité: „Es ist geradezu auffällig, wie wenig Fälle von sexuellem Missbrauch es im Bereich der Kirche gibt“ – verglichen mit der Gesamtgesellschaft. [Hervorhebung von mir.]

„Tendenziöse Meldung“

In einer Stellungnahme („Gipfel der Scheinheiligkeit“) zum Missbrauchsskandal kritisierte der Vorstand der Giordano-Bruno-Stiftung gestern (24. Februar 2010) auch die obige Argumentation scharf, der sich in der Folge auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, bedient hatte:

Besonders scharf kritisierte der gbs-Sprecher den Versuch des Freiburger Erzbischofs, „die Missbrauchsfälle in katholischen Institutionen herunterzuspielen.“ Wie die ‚Taz’ am Montag berichtete, hatte Zollitsch behauptet, dass das Risiko, sexuell missbraucht zu werden, in Familien „36 mal größer“ sei als beim Kontakt mit einem katholischen Priester, weshalb es „völlig falsch“ sei, der katholischen Kirche ein „strukturelles Problem“ zu unterstellen. „Mit dieser Aussage erklimmt Zollitsch gewissermaßen den Gipfel der Scheinheiligkeit! “, sagte Schmidt-Salomon. „Man sollte in diesem Zusammenhang wissen, dass der bischöfliche Vergleich nicht auf einer seriösen, wissenschaftlichen Untersuchung beruht, sondern auf einer tendenziösen Meldung des Domradios. Dort wurden die 94 kircheninternen Missbrauchsfälle, über die ‚Der Spiegel’ vor kurzem berichtete, einfach mit der Gesamtstatistik der polizeilich erfassten Missbrauchsfälle verrechnet. Abgesehen davon, dass die zugrunde liegende Datenlage höchst problematisch ist, führt ein solcher Vergleich schon allein deshalb zu verzerrten Ergebnissen, weil viele Kirchenbedienstete im Unterschied zur Gesamtbevölkerung keinen regelmäßigen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben.

Schmidt-Salomon zufolge hätten für einen Vergleich mit Familien nur jene Zölibatäre herangezogen werden dürfen, die etwa in kirchlichen Internaten und Heimen permanenten Zugang zu Kindern haben: „Dadurch wäre sofort sichtbar geworden, dass die Kirche sehr wohl mit strukturellen Problemen zu kämpfen hat! Denn über Jahrzehnte hinweg war das Risiko sexueller Gewalterfahrungen für Kinder und Jugendliche, die in christlichen Heimen lebten, um ein Vielfaches höher als das Risiko derer, die in Familien aufwuchsen! Nicht ohne Grund sind die Kirchen heute mit den Forderungen vieler Tausend ehemaliger Heimkinder konfrontiert, die endlich eine Entschädigung für die Verbrechen verlangen, die an ihnen begangen wurden!“ [Hervorhebung von mir.]

Kriminalpsychiater – für die Katholische Kirche!

Heute erfahre ich nun aus der Badischen Zeitung, dass Kröber gar kein unabhängiger* Experte ist, wie man es anhand der Meldungen z.B. bei domradio.de glauben könnte. Kröber ist einer von fünf Gutachtern, die für die Katholische Kirche Priester begutachten, die des Missbrauchs verdächtig sind:

In Deutschland gibt es zwei Lehrstühle zur forensischen Psychiatrie: Neben Norbert Leygraf arbeitet auch Hans-Ludwig Kröber für die Kirche. Kröber ist Direktor des Instituts für Forensische Psychiatrie der Freien Universität Berlin. Außerdem prüfen Max Steller und Renate Volbert (beide FU Berlin) sowie Friedemann Pfäfflin vom Universitätsklinikum Ulm katholische Geistliche. Ausgewählt hat sie der Kölner Theologe und Psychiater Manfred Lütz.

Das hätte man m.E. auch gleich melden können. Aber die Verantwortlichen werden schon wissen, weshalb sie diese Information unterschlagen haben.

Anmerkungen:

* Mit „unabhängig“ meine ich oben, dass er keine geschäftlichen oder ähnliche Beziehungen zur Kirche pflegt. Also quasi „ohne Verbindungen zur Kirche“.

Um das klarzustellen: Prof. Kröber arbeitet natürlich auch nicht hauptberuflich für die Katholische Kirche. Kröber ist – wie man in dem obigen Zitat lesen kann – Direktor des Instituts für Forensische Psychiatrie der Freien Universität Berlin. Und ja: Es gibt tatsächlich noch andere psychopathische Kriminelle als katholische Priester 😉 Mit ersteren befasst er sich hauptsächlich. Wie mir Prof. Kröber mitteilte, hat er in 6 Jahren nur 3 Fälle für die Kirche begutachtet.

 

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13 Antworten zu Missbrauchsstatistik: „Experte“ arbeitet für die Kirche

  1. Hidalgo sagt:

    Dieses selektive Zitieren ist ja wirklich klasse, weil Kröber natürlich nicht „für“ die Kirche arbeitet, sondern die katholische Kirche einen unabhängigen Wissenschaftlier mit der Begutachtung der Fälle beauftragt. Ganz wie es Lütz auch in seinem von dir irgendwie abgeschnittenem Zitat sagt: Auf die Kirchlichkeit kam es nicht an.

    Ansonsten: Fröhliches Dampfplaudern noch!

  2. skydaddy sagt:

    Wenn Kröber für die Katholische Kirche Gutachten anfertigt und diese vermutlich bezahlt bekommt, ist er jedenfalls nicht unabhängig.

    Mir kam es darauf an, darauf hinzuweisen, dass diese Verbindung nicht genannt wurde, so dass man glauben musste, es meldet sich ein unabhängiger Experte zu Wort.

    Das selektive Zitieren überlasse ich der Gegenseite.

    Ich versuche allerdings, ohne Entstellung des Sinns so knapp wie möglich zu zitieren, um keine Probleme wegen des Urheberrrechts zu bekommen.

    Für die Langfassung verlinke ich ja 🙂

  3. olyly sagt:

    Ich hab hier was für Dich in Bezug zu Kröbers Neutralität:

    In Bielefeld wächst Kröber „als guter Protestant“ der Zionsgemeinde auf. Und obwohl er im Erwachsenwerden irgendwann aufhört, an Gott zu glauben, sind die Musik des Johann Sebastian Bach und die frommen Liedtexte des Paul Gerhard sein geistiges Zuhause geblieben. Als dem jungen Kröber sein Gott abhandenkommt, tritt er aus der Kirche aus. Später tritt er wieder ein – nicht aus Gründen des Glaubens, sondern aus der Überzeugung, dadurch eine Gemeinschaft zu unterstützen, die sich gegen die Spielregeln des Sozialdarwinismus stemmt und trotzdem funktioniert, trotzdem vital und überlebensfähig ist. Die Kirche, sagt der Familienvater, sei „letztlich die Truppe, zu der ich gehöre“. Mit seiner Weltanschauung, dass eine Gesellschaft unmenschlich wird, wenn es in ihr allein um Erfolg, Nützlichkeit und Effizienz des Einzelnen geht, steht Kröber mitten im christlichen Lager. Dort achtet man auch die Würde des Kranken und Behinderten. Die Würde des Alten, des Schwachen. Die Würde des Täters.
    Quelle: http://www.zeit.de/2007/35/Kroeber-Gutachter?page=all

    Im Übrigens wuchs Herr Kröber, geb. 1951(!)siehe unten, als Sohn eines Neurologen-Ehepaars quasi in den „Bethelschen Anstalten“ auf, der größten Sozialeinrichtung der evangelischen Diakonie.

    Die zur v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel gehörende „Diakonie Freistatt bei Diepholz“ gehört zu den im Rahmen der Diskussion um die Heimerziehung mittels schwarzer Pädagogik und Misshandlung bekannt gewordenen Stiftungen: Zitat: „mit seiner Presstorfproduktion, mit seinen Schlossereien und Schmieden war als reiner Wirtschaftsbetrieb konzipiert, der die billigen Arbeitskräfte ausnutzte. Wenn nicht gerade Choräle gesungen wurden, mussten die 14- bis 21-Jährigen im Sommer wie im Winter im Moor Torf stechen und pressen.“ Noch 1960 beanstandete das Landesjugendamt Hannover „die Verwendung von Forkenstielen, Torflatten, Pantoffeln und Besenstielen als Züchtigungsmittel“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Von_Bodelschwinghsche_Stiftungen_Bethel

  4. Hidalgo sagt:

    Na Klasse, was soll denn die katholische Kirche machen, um die bekanntgewordenen Fälle zu begutachten. Da holt sie sich *den* anerkannten Gerichtspsychiater ins Boot, der in keinem Abhängigkeits- oder Weisungsverhältnis zur Kirche steht (Er hat nämlich einen Job an der Uni). Zusätzlich ist er pro forma Protestant.

    Was soll die Kirche denn machen, um die Fälle unabhängig zu überprüfen?

  5. skydaddy sagt:

    @Hidalgo:

    Und wo, meinst Du, kritisiere ich in dem Artikel, dass die Kirche Experten heranzieht?

    Lies mal den letzten Absatz. Bis dahin berichte ich lediglich. Dann kritisiere ich, dass man nicht darauf hingewiesen hat, dass Prof. Kröber für die Katholische Kirche arbeitet. Vielmehr musste man den Eindruck haben, dass es sich hier um einen unabhängigen Experten handelt.

    Unabhängig in dem Sinne, dass er nicht derartige Beziehungen zur römisch-katholischen Kirche unterhält. (Werde das gleich oben deutlicher machen.)

    Natürlich kann die RKK Kröber nichts befehlen – aber dass er sich schon am Sonntag bei Domradio geäußert hat, noch bevor am Montag das SPIEGEL-Heft überhaupt verkauft wurde, deutet doch darauf hin, dass hier eine gut geölte kirchliche Medienmaschine an Werke war, mit der Kröber gut und schnell zusammenarbeitet.

    Dagegen ist ja auch nichts zu sagen, nur sollte man dann doch – gerade in diesem Zusammenhang – darauf hinweisen, dass Kröber für die Kirche Gutachten anfertigt, und es nicht verschweigen.

    Natürlich unterstütze ich es voll und ganz, dass die Kirche mit Experten zusammenarbeitet, gerade auch mit Nicht-Katholiken.

  6. Hidalgo sagt:

    Es wird und wird nicht besser. Nachdem dir Kröber ja schon in seiner E-Mail gezeigt hat, wo der Hammer hängt, versuchst du dich jetzt hier auch herauszureden. Zunächst einmal schau dir nochmal die Überschrift an. Was umgibt da das Wort Experte?? Richtig, Anführungszeichen – also ist Kröber für dich laut der Überschrift das Gegenteil eines Experten.

    Halten wir deshalb auch nochmal fest: Er ist anerkannter Gerichtspsychiater und hat Einblick in die Mißbrauchsfälle bei der katholischen Kirche. (Letzteres schließt deiner Argumentation nach seine „Unabhängigkeit“ aus, wieso habe ich noch nicht verstanden.) Ich weiß nicht, was sonst einen Experten für dich ausmacht.

    Zum Unabhängigkeitsbegriff: Gibt es in Dtld. für dich unabhängige Richter, Rundfunkanstalten, Zeitungen, Wissenschaftler etc.? Die bekommen jeder ihr Geld von irgendwem und sind trotzdem nicht in ein Weisungs- und Abhängigkeitsverhältnis eingebunden. Das ist entscheidend: Ist Kröber von der katholischen Kirche abhängig? Nein, er hat seinen Job bei der Uni und kann frei über die Gutachtenerstellung entscheiden. Alles andere sind (deine) Spekulationen und Vermutungen ohne irgendwelche Anhaltspunkte, die freilich im Gegensatz zu dem Quatsch von olyly noch reflektiert und verständlich sind. (Eine Zeitung hätte mit diesem Artikel sehr schnell eine Verleumdungsklage am Hals.) Aber auch in deinen Plaudereien und Vermutungen stand das Ergebnis von vornherein fest und mußte nur noch „begründet“ werden: Kröber sagt etwas, was nicht in den Kram passt und lehnt die katholische Kirche nicht grundweg ab, also muss doch irgendwas mit ihm nicht stimmen. Genau die Denke, die bei der katholischen Kirche stört: Der andere kritisiert bzw. ist anderer Meinung, also muss mit ihm *persönlich* etwas nicht stimmen.

    Natürlich kann man die Aussage Kröbers inhaltlich kritisieren, sie ist auch in ihrer Behauptung einer unmittelbaren Vergleichbarkeit (Freilich auch nicht in dem Sinne, wie Schmidt-Salomo das darstellt und von der anderen Seite vom Pferd fällt. Er bringt es darüber hinaus fertig zu sagen, dass die Datenlage keine Aussagen zulasse und Kröber Unrecht habe, aber jedenfalls aufgrund dieser Datenlage die katholische Kirche ein strukturelles Problem habe, also höhere Mißbrauchszahlen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung habe. FAIL!) Aber diese Auseinandersetzung mit der Aussage fällt hier ja völlig flach.

    Bzgl. der gut geölten Medienmaschinerie kann man auch von der Palme wieder heruntersteigen. Der Spiegel veröffentlicht doch immer seine Meldungen vorab am Samstag, damit am Sonntag in den Medien darüber berichtet wird und am Montag die Hefte gekauft werden. Was an Kröbers Aussage ist denn für dich Ausdruck einer gut geölten Medienmaschine? Interessant wäre es ja für mich, wenn Kröber Kritik geäußert hätte. Hätte er dann auch im Domradio sprechen dürfen? Aber damit ist man schon wieder im Reich der Spekulationen und Vermutungen. Skydaddy, übernehmen Sie! 😉

  7. grub grab sagt:

    Die vom Spiegel ermittelten Zahlen ..blabla…. sagte der Berliner Forensiker der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) .

    Der Presseagentur Kipa sagte Kröber am Samstag, 6. Februar, die vom Spiegel ermittelten Zahlen …blabla..

    Dem Domradio sagte Kröber, die vom Spiegel ermittelten Zahlen …blabla…

  8. skydaddy sagt:

    @Hidalgo:

    Du spekulierst aber auch ganz schön über meine Motivation, dazu will ich micht nicht äußern.

    Du hast allerdings in dem Punkt Recht, dass man die Anführungszeichen im Titel als unfair empfinden kann.

    Das war dem Titel geschuldet, da muss man sich ja immer kurz fassen – und „Experte arbeitet für Kirche“ klingt ja völlig belanglos.

    Nun geht die fachliche Qualifikation von Prof. Kröber ja aus den im obigen Artikel verwendeten Zitaten unzweifelhaft hervor, und daran dürfte sich m.E. für den Leser auch nichts ändern, nur weil der kleine Skydaddy zwei Anführungszeichen im Titel gesetzt hat.

    Oder um es deutlicher zu sagen: Ich unterschlage ja nicht Prof. Kröbers Qualifikation.

    Wo es mit der Expertise natürlich ein wenig hapert – und deshalb halte ich die Anführungszeichen auch gerechtfertigt – ist eben die Behauptung, für die er mit seinem Expertenstatus zitiert wurde, und die selbst nach Einschätzung seines Kollegen Prof. Leygraf nicht zu halten ist.

    Da man wohl annehmen darf, dass Prof. Kröber nicht samstags um 22 Uhr gespannt auf die elektronische Ausgabe des Spiegels wartet – außerdem hat er sich ja wohl dem vorigen Kommentar zufolge bereits am Samstag geäußert – deutet das m.E. schon auf eine gut geölte kirchliche Medienmaschine hin.

    Ich denke auch, dass die meisten Leserinnen und Leser das nachvollziehen werden können.

    PS: Ich hoffe, mein Interesse an einer kritischen, aber fairen Berichterstattung wird auch daran deutlich, dass ich Prof. Kröber – nach Deinem Vorwurf des selektiven Zitierens – gemailt habe, ob er dazu Stellung nehmen will. Ich habe ihn dann gefragt, ob ich seine Mail veröffentlichen darf. Die Initiative zu Kröbers Stellungnahme und zu ihrer Veröffentlichung ging also von mir aus.

  9. grub grab sagt:

    @skydaddy
    vermtl. ging mein Beitrag von heut Morgen in den unendlichen Weiten des Internet verschütt. Das wäre gut so 😉 Oder er ist nur noch nicht durch deine Moderation. Dann moderiere ihn bitte einfach die Tonne und veröffentliche stattdessen den unten stehenden, erweiterten Beitrag

    —————————————————–

    @skydaddy

    „Da man wohl annehmen darf, dass Prof. Kröber nicht samstags um 22 Uhr gespannt auf die elektronische Ausgabe des Spiegels wartet“

    vielleicht doch ? 😉
    Na ja, den Online-Speigel gabs wohl schon, als die Meldung bei der Presseagentur Kipa um 23:18 online ging. http://www.kipa-apic.ch/index.php?PHPSESSID=3i1md4sb5ameo735ibujmq0kp7&pw=&na=0,0,0,0,d&d=2010-02-06

    Für wahrscheinlicher halte ich deshalb, dass die katholischen Nachrichtenagenturen gespannt – womöglich auch vorab informiert ? – auf den Online-Speigel gewartet haben, um dann gleich beim Herrn Psycho-Experten den kirchenfreundlichen Kommentar abzuholen. Wohl wissend, dass der Herr Kriminal-Psycho-Experte sich ja auch schon 2003 als Kirchenverteidiger und Ankläger gegen Opfer und Anwälte bewährt hat.

    @ Hidalko,
    „Was soll die Kirche denn machen, um die Fälle unabhängig zu überprüfen?“

    Abgesehen davon, dass es sicher auch Gutachter gibt, die tatsächlich in jeder Beziehung von Kirche unabhängig sind, gibt es auch Staatsanwälte. Und ob du es glaubst oder nicht, es gibt sogar Richter, die gerichtliche Gutachter bestellen.

    Ja,du hast aber auch Recht! Der Forensik-Psychiater ist, wie fast alle seiner Berufskollegen natürlich Experte. Experte u.a. für „wissenschaftlich“ psychologische Interpretation, Kaffeesatzleserei und Hellseherei. Als solcher steht (bzw. stand?) er der Kirche neben den forensischen / psychiatrischen / wahrsagerischen Begutachtungen auch noch in mindestens einem Fall anderweitig zur Verfügung.
    Er, lt. ZEIT immerhin einer der meist gefragten Kriminalpsychiater, war (ist noch?) jedenfalls bereit, die Arbeitsfähigkeit eines für den Bischof wohl etwas zu „eigensinnig u. widerspenstig“ agierenden Pfarrers zu begutachten (auf deutsch: dem Pfarrer einen Dachschaden zu bescheinigen – oder eben nicht – siehe http://www.feldes.org/resources/StattGespr$C3$A4chZumPsychiater240408.pdf http://www.feldes.org/resources/PsycholGutachten010908.PDF
    weitere Links zum Fall Pfarrer Feldes, der inzwischen in eine andere katholische Kirche emigriert ist, siehe http://www.feldes.org/7.html

    Um wirklich abhängig zu sein, braucht es aber weder ein -wie auch immer geartetes – Dienstverhältnis noch irgendwelche finanziellen oder materiellen Zuwendungen. Es muss auch nicht immer gleich die berühmtberüchtigte superteure Reise incl. jederzeitigem freiem Bordellbesuch sein. Ärzte (incl. Psychiater) sind auch nur Menschen, die sich gelegentlich nur zu leicht auch schon mit allerkleinsten und billigsten Werbegeschenken und ein wenig schleimigem Honig ums Maul schmieren und manipulieren lassen – und es meistens noch nicht einmal bemerken.

    Dennoch dürfte nicht ganz von der Hand zu weisen sein, dass der Umstand, dass Kröber während seines „Arbeitsaufenthaltes“ im Vatican wohl kaum in einer Mönchszelle untergebracht war, und ausschlieslich mit geweihten Hostien und Messwein abgespeist wurde. Alleine seine abgehobene Schwärmerei über sein Zusammentreffen mit so überaus intelligenten Großkopferten der Kirchenelite spricht Bände. Fehlte eigentlich nur, dass er sie dem Papst zur Heiligsprechung vorgeschlagen hat – oder hat er womöglich ? ;-))

    Kröber macht aber ohnehin überhaupt keinen Hehl aus seiner Unterstützung der Kirche und begründet diese mit einer nicht nur von ihm lediglich glorifiziernden angenommenen Besonderheit der Kirche, die es, so wie von ihm angedeutet, in der Kirche nicht gibt und wohl auch niemals geben wird! Er selbst begründet also den ohnehin naheliegenden Verdacht seiner mentalen Kirchenabhängigkeit. Obendrein bezeugt er so auch noch seine partiell irreale Wahrnehmung der Realität.
    Schon die mentale Abhängigkeit von der Institution Kirche macht Kröber offenbar so sehr befangen, dass er – wieder einmal ohne jeden Nachweis – in paranoid-phobisch anmutender Weise vom Angriff böser geldgeiler krimineller Kirchenfeinde auf die schon seit Jahrzehnten in Sachen Kindesmisshandlung völlig unschuldige Kirche fabuliert und obendrein pauschal allen Opfern der Kirche zumindest solange pauschal unlautere Absichten unterstellt, bis die Kirche deren tatsächlichen Opferstatus bestätigt.
    Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass Kröber sich anhört wie Mixa der Kriegsbischof und Lütz der Pfarrer und Psychiaterkollege von Kröger. Lütz war es, der die Vaticanreise 2003 „inszenierte“, mit Kröger als Mitglied dieser Tagung. Auf den Vorschlag von Lütz hin wurde Kröger kirchlich beauftragter forensisch/psychiatrischer Gutachter für verdächtige geweihte Kindesmisshandler. Vermutlich ist es aber nur ein dummer Zufall, dass Kröger für diesen Gelegenheitsjob 6 Jahre zur Verfügung steht; mithin also etwa seit etwa Vatican2003 … Ein Schelm, wer da Verbindungen knüpft.

    Nicht zuletzt – olyly wies schon darauf hin – waren die Eltern des Psychiaters Kröber zu einer Zeit als Neurologen in der kirchlichen Einrichtung Bethel beschäftigt, in deren Psychiatrien und Kinder- und Jugendheimen fast die Regel waren. Viele dieser in kirchlichen Kinderheimen schwer misshandelten Kinder wurden dann auch noch in kirchlichen Psychiatrien eingesperrt und weiter geschädigt.

    Kröber, der Forensik-Psychiater ist meines Wissens noch nicht als fachlicher Unterstützer der von Kirche (und Psychiatrie) misshandelten Kinder und Jugendlichen in Erscheinung getreten; im Gegenteil !

    grub grab

    PS: im Vorstehenden bezog ich mich u.a. auf diverse bereits zum Thema genannte „Zeit“-Artikel und auf die wirklich sehr aufschlussreiche Antwort-Mail des Experten an skydaddy

    PPS:
    interessante „Statistik“
    http://www.gottes-suche.de/12.3.10.Missbrauch%202010.html

  10. […] sehe ich mich nämlich erneut veranlasst, auf seltsame Äußerungen eines Kriminologen einzugehen – diesmal von einem, von dem es im Internet eine Predigt zum Thema “Verbot von […]

  11. Milly sagt:

    Da kann wohl jemand nicht ertragen, dass die katholische Kirche doch nicht so des Teufels ist, wie er dachte.
    Warum untersucht der Verfasser nicht mal, wieviele Missbrauchsfälle es in islamischen Dunstkreisen gibt?
    Ach ja,zu gefährlich. Körperliche Gewalt droht. Dann doch lieber auf Katholiken einprügeln, die wehren sich nicht. Und wenn Ihnen jemand hilft, wird er für befangen erklärt. Ziemlich feige Nummer.

  12. Barkai sagt:

    Milly,
    du findest es also nicht in Ordnung, wenn Opfer der kath. Kirche Entschädigungen fordern, weil die eben schwer geschädigt worden sind? (und die Kirche zumindest für diese Opfer des teufels ist)
    Ob man nun die Ansicht teilt oder nicht, dass der beauftragte Experte befangen sein könnte, ist in der Frage, was den Opfern (denn der Missbrauch in der Kirche liegt ja ncith auf Null-Niveau) nicht nur durch den Missbrauch, sondern eben auch durch die später stattfindende Vertuschung angetan wurde, erst einmal irrelevant.
    Außderdem wird nciht auf Katholiken eingeprügelt, sondern es wird der Verdacht erlörtert, ob der Experte evtl ncith unabhängig agiert; das geht mit einer Kritik an der Kirchenleitung einher.

    Außerdem, kannst du „islamischer Dunstkreis“ definieren? Ohne eine konkrete Definition des Begriffes, kann mna leider keine Untersuchung durchführen. Desweiteren kann man selber eine Erhebung solcher Zahlen schwer durchführen, es sei denn man hat Zugang zu den relevanten Daten oder aber es gibt bereits veröffentlichte Zahlen dazu oder, auchw enn dies weniger verlässlich ist, man muss es aufgrund der Aussagen einiger Opfer abschätzen. Leider liegt, soweit ich weiß, ncihts dergleichen vor.
    Aber ich wage einmal zu fragen, was das Ablenkungsmanöver soll? Es steht außer Frage, dass es zu übergriffen in kath. Anstalten kam, das wird ncith besser, auch wenn es in muslimischen Einrichtungen zu solchen übergriffen gekommen sein sollte. W as also ist jetzt daran feige?

  13. Banu sagt:

    “Wir sind jetzt fast bei 15.000 Anrufen und Briefen. Knapp 13.000 kamen übers Telefon, dort sitzen Fachkräfte aus den Bereichen Psychologie, Pädagogik, Medizin und Beratung. Ich habe mich um die Briefe und E-Mails gekümmert, das waren rund 2000. Es haben sich vor allem Betroffene gemeldet, deren Missbrauch oft Jahrzehnte zurücklag. Für über die Hälfte der Menschen, die uns kontaktiert haben, war es das erste Mal überhaupt, dass sie über den erlebten Missbrauch gesprochen haben. Die älteste Anruferin war 89 Jahre. Über 60 Prozent der Fälle sind im familiären oder sozialen Umfeld passiert. Bei den Institutionen liegt die katholische Kirche mit 45 Prozent aller Fälle deutlich vorn.” http://www.zeit.de/2011/21/C-Interview-Bergmann

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