Ahnungslose Politiker machen sich zum Sprachrohr der Kirchen

Die folgende Meldung erinnert mich an ältere Filme (Edgar Wallace usw.), in der die Schurken ihre tumben Gehilfen aussenden, um ihre diabolischen Pläne auszuführen.

Die Schurken sind in diesem Fall die beiden christlichen Großkirchen, die tumben Gehilfen Jürgen Preuß und René Schneider von der SPD in Kamp-Lintfort.

Unter der Überschrift „Senkung der Einkommenssteuer: SPD fordert Ausgleich für Kirchen“ berichte die Niederrhein Zeitung, dass Preuß und Schneider „vor weiteren Senkungen der Einkommenssteuer zu Lasten der christlichen Kirchen“ warnen.

Für den Fall, dass erneut die Bemessungsgrundlage für die Kirchensteuer gesenkt werde, fordern sie deshalb einen finanziellen Ausgleich für die beiden Konfessionen.

Anmerkung: Was auf den Fotos der beiden in dem Artikel offensichtlich fehlt, sind die Fäden, mit denen sich die beiden Politiker von den Kirchen marionettenartig steuern lassen.

Denn zum wiederholten Mal: Die Kirchen könnten die Folgen von Steuersenkungen ganz einfach dadurch kompensieren, dass sie den Hebesatz für die Kirchensteuer aufkommensneutral anpassen. (Ausführlicher: hier.) Ohne Mehrbelastung für die Mitglieder.

Und wie soll denn bitteschön der geforderte „finanzielle Ausgleich für die beiden Konfessionen“ aussehen? Soll der etwa aus allgemeinen Steuermitteln bezahlt werden?

Update: E-Mail an Preuß und Schneider

An:  Jürgen PreußRené Schneider

Senkung der Einkommenssteuer: SPD fordert Ausgleich für Kirchen

Sehr geehrte Herren,

mit – gelinde gesagt – Erstaunen habe ich vorhin den Artikel „Senkung der Einkommenssteuer: SPD fordert Ausgleich für Kirchen“ in der Niederrhein Zeitung (online) gelesen. Und auf meinem Blog kommentiert.

Aus meiner Sicht stellen Sie sich mit Ihren Forderungen ein Armutszeugnis aus:

  • Die Kirchen könnten Einbußen bei der Kirchensteuer durch eine Anpassung des Hebesatzes für die Kirchensteuer kompensieren – ohne Mehrbelastung für die Kirchenmitglieder. (Siehe hier.) Wieso empfehlen Sie dies nicht den Kirchen und „warnen“ stattdessen vor einem Problem, das keins zu sein bräuchte? Sie scheinen hier kirchliche Propaganda einfach nachzuplappern.
  • Können Sie mir erklären, wie der von Ihnen geforderte „finanzielle Ausgleich für die beiden Konfessionen“ aussehen soll? Soll der etwa aus allgemeinen Steuergeldern bezahlt werden?
  • Da sie sich ja offenbar mit den kirchlichen Trägern z.B. von Kinderbetreuungsstätten beschäftigen: Welchen Anteil haben denn die Kirchen an der Finanzierung?

Auf meinem Blog kritisiere ich Sie recht scharf (meiner Ansicht nach allerdings der Sache angemessen) für Ihre Äußerungen. Wenn Sie zu den obigen Fragen Stellung nehmen, werde ich Ihre Darstellung natürlich gerne auf meinem Blog veröffentlichen. Sollte ich einen Aspekt übersehen haben, der Ihre Äußerungen rechtfertigt, werde ich dies selbstverständlich ebenfalls dort richtigstellen.

Mit freundlichen Grüßen,

Matthias Krause

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Eine Antwort zu Ahnungslose Politiker machen sich zum Sprachrohr der Kirchen

  1. […] Kirchen das durch eine Anhebung des Hebesatzes ganz einfach ausgleichen könnten. Mehr zum Thema hier, hier und hier.) Bei allen wirtschaftlichen und sozialen Erwägungen ist Zollitsch hier Lobbyist in […]

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