Gebetsräume im Flughafen Hamburg

 

Gestern war ich am Flughafen Hamburg und habe natürlich auch hier die Andachtsräume unter die Lupe genommen. (Sicher konntet ihr es kaum erwarten, noch mehr über Flughafengebetsräume zu erfahren…) 

Nachdem die offizielle Flughafen-Website nur einen christlichen Andachtsraum mit Flughafenseelsorger erwähnte und ich dann auf dem obigen Schild mehrere Andachtsräume angekündigt sah, dachte ich zunächst, es würde sich um einen katholischen und einen evangelischen Raum handeln. Aber weit gefehlt: Es gab einen islamischen Gebetsraum und einen christlichen Andachtsraum: 

 

Wie ihr seht, gab es mal wieder ein neues Piktogramm – nach den betenden Händen aus Singapur, dem knienden Beter aus Amsterdam und dem Kerzensymbol aus Düsseldorf. Große Preisfrage: Welches Symbol ist für den christlichen, welches für den islamischen Raum?

Islamischer Gebetsraum

Als erstes kam der islamische Gebetsraum. Er hatte einen eigenen Waschraum nur für rituelle Waschungen direkt nebenan – genauer gesagt: zwei Waschräume, einen für Frauen und einen für Männer. 

 

Der Gebetsraum war bisher der beste, würde ich sagen. Richtig schön mit großem Teppich, Gebetsnische zum Anzeigen der Gebetsrichtung und Bildern an den Wänden. 

 

Die Abtrennung für den Frauenbereich hatte allerdings wohl mehr Alibifunktion: 

 

Es war übrigens wohl gerade Gebetszeit, denn ich sah einige Muslime – offenbar Flughafenmitarbeiter – die tatsächlich den Waschraum und den Gebetsraum nutzten und mir auch sehr nett Auskunft erteilten. 

Christlicher Andachtsraum

Der christliche Andachtsraum war auch sehr ansprechend gestaltet: 

 

Das Kreuz war bombenfest angebracht, ich konnte es also nicht umdrehen 😉 Das Mindeste was ich tun konnte war, die schöne, dicke, aufwendig bebilderte (und unauffällig festgekettete) Bibel an einer Stelle mit einem Massaker aufzuschlagen. Aufgrund des Bekanntheitsgrades wählte ich die Geschichte vom goldenen Kalb, wo als Bestrafungsaktion 3.000 Israeliten von ihren eigenen Freunden und Verwandten niedergemetzelt werden. (Bekannt ist allerdings meist nur der Teil mit der Kälberanbetung, nicht der mit dem Massaker…) 

Auf einem Literaturbrett an der Rückseite des Raumes lagen einige kirchliche Informationen (die, wie auch die Bibelversion, „katholisch“ waren). Außerdem kleine Heftchen mit „Gebeten und Liedern für unterwegs“, von denen ich wenigstens eins mitnehmen musste, um die Chance zu reduzieren, an Flughäfen, Bahnhöfen oder Autobahnraststätten von singenden Christen belästigt zu werden… Ich werde es allerdings an einen katholischen Freund weitergeben, der beruflich viel mit dem Auto unterwegs ist.

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One Response to Gebetsräume im Flughafen Hamburg

  1. Wolfgang sagt:

    Payroom und die Angst vor dem Fliegen!

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