Familienministerium fördert „Anti-Ferkelbuch“

Das kleine Ferkel und sein Freund, der kleine Igel.

Das kleine Ferkel und sein Freund, der kleine Igel.

Als 2007 das religionskritische Kinderbuch „Wo bitte gehts zu Gott?, fragte das kleine Ferkel“ vom Michael Schmidt-Salomon (Text) und Helge Nyncke (Bilder) herauskam, versuchte Ursula von der Leyens Familienministerium, das Buch verbieten zu lassen, scheiterte aber mit seinem Antrag. (Mehr dazu auf www.ferkelbuch.de.) 

Nun fördert das gleiche Ministerium die Hörbuchversion eines Buches, das ganz offensichtlich – und auch nach der Aussage des Autors (s.u.) – als Reaktion auf das Ferkelbuch von Schmidt-Salomon und Nyncke gedacht ist. 

In der Kurzbeschreibung des Buches, sie sich auch im Infobrief des nordrhein-westfälischen Integrationsbeauftragten (Nr. 22/10.6.2009) findet, heißt es: 

Für die kleine Charlotte war klar, dass ihr Bruder Moritz bei Gott im Himmel war. Daran konnten erst recht ein Ferkel und ein Igel nichts ändern, die meinten: Gott gibt es gar nicht! Warum Charlotte sich trotzdem auf eine Reise machte, um Gott zu suchen, und was sie, Hanno, Telli und Papa dabei erlebten, davon erzählt dieses Buch … [Hervorhebung von mir.] 

Auf DER WESTEN erfahren wir in einem Artikel über das Buch bzw. Hörbuch: 

In Hagen hat sich die Familie [des Autors] auf die Reise gemacht – mit Stationen in der evangelischen Markuskirche, der Synagoge und der Zentralmoschee. Auf der Suche nach Begegnungen und Diskussionen. Sie haben sie erlebt und fast dokumentarisch wiedergegeben. 

Weiter heißt es in dem Artikel: 

„Wo bitte geht’s zu Gott, fragte das kleine Ferkel” erschien 2007 und sorgte für erhitzte Gemüter – auch bei Grotendiek. Beinahe wäre das Buch als „jugendgefährdend” indiziert worden. „Mich hat das Propagandistische daran aufgeregt”, erinnert sich der 48-Jährige – und machte sich an sein eigenes Buch über die Vorstellung der drei großen Weltreligionen. Darin kommt er zu dem Schluss: „Wir glauben alle an den selben Gott, aber nicht an den gleichen.” 

[Anmerkung: „Propagandistisch“ sind auf jeden Fall die Reaktionen der Ferkelbuch-Gegner. Abgesehen von dem erfolglosen Indizierungsantrag des Bundesministeriums erweckte z.B. Bischof Müller aus Regensburg den Eindruck, in dem Buch würden Geistliche als Schweine dargestellt. Ulrich Sahm warf den Verfassern des Buches Anlehnung an Nazisprache vor und fand, dass es sich  bei der Darstellung der Sintflut in dem Buch um eine „böswillige, vielleicht gar antisemitisch angehauchte Darstellung“ eines völkermordenden, jüdischen Gottes handele. Die Autoren hatten sich allerdings an Kinderbibeln orientiert.] 

Auf dem CD-Cover des "Anti-Ferkelbuches" sind sogar ein Ferkel und ein Igel abgebildet.

Auf dem CD-Cover des "Anti-Ferkelbuches" sind sogar ein Ferkel und ein Igel abgebildet.

 

Die Förderung der Produktion von 500 Hörbuch-CDs durch das Bundesfamilienministerium erfolgte im Rahmen des Programms „Vielfalt tut gut„. Problematisch erscheint mir hierbei zum Einen, dass es sich ganz offensichtlich um eine Entgegnung auf das Ferkelbuch handelt (auf dem Cover der CD sind sogar ein Ferkel und ein Igel abgebildet!), und der Staat hat sich bei solchen Angelegenheiten herauszuhalten. Zum Anderen: Wenn Der Autor in dem Buch tatsächlich zu dem Schluss kommt „Wir glauben alle an den selben Gott, aber nicht an den gleichen”, dann handelt es sich dabei um eine theologische Aussage, die jedenfalls nicht repräsentativ ist und z.B. von der Katholischen Kirche kaum so vertreten werden dürfte. 

Damit geht das Buch über die bloße Darstellung der Religionen Christentum, Islam und Judentum, ggf. unter besonderer Hervorhebung von Gemeinsamkeiten, hinaus und verbreitet eine religiöse Aussage. Es ist zwar verständlich, dass das Familienministerium diese Aussage für die Integration für vorteilhaft hält, es steht dem Staat m.E. aber trotzdem nicht zu, derartige Aussagen zu verbreiten bzw. deren Verbreitung zu unterstützen. Wie gesagt: Eine Übersicht über die verschiedenen Religionen, auch unter dem Hinweis auf die Gemeinsamkeiten, wäre vertretbar. 

(Anregung: Die folgende Darstellung könnte z.B. interessant sein.) 

"Stammbaum der Propheten"

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13 Responses to Familienministerium fördert „Anti-Ferkelbuch“

  1. verhexteswesen sagt:

    Was gegen die Kirche ist erstmal versuchen sofort auf den Index zu setzen! Finde ich persönlich sehr schrecklich!

    Ich werde meine Kinder so erziehen, dass sie glauben dürfen was sie wollen. Außerdem werde ich ihnen gleich erzählen, dass Mama und Papa aber nicht an Gott glauben.

  2. Als Autor des Hörbuches „Erzähle mir bitte von Gott! sagte die kleine Charlotte“ möchte ich mich kurz zu Wort melden, nicht zuletzt in der Hoffnung, dass mein Kommentar hier nicht nur veröffentlicht wird, sondern auch bleibt:

    1.
    Das Hörbuch zum „Anti-Ferkelbuch“ zu erklären, wird ihm ebensowenig gerecht wie dem Ferkelbuch selbst. Denn natürlich habe ich nichts gegen das Ferkelbuch überhaupt; mit meinem Hörbuch wende ich mich lediglich gegen seine, wie es DIE ZEIT im Februar 2008 genannt hat, „dialektikfreie Version von Aufklärung“. Seine Indizierung hätte ich, wie übrigens ebenfalls besagter ZEITartikel, für überzogen gehalten!
    2.
    Anzumahnen, ich hätte mich auf eine bloße „Darstellung der Religionen“ beschränken müssen, irritiert mich deshalb, weil damit die Vorstellung transportiert wird, der Staat sei bei meinem Hörbuch nicht mehr „weltanschaulich neutral“ gewesen: Das Bundesfamilienministerium, genauer gesagt „Vielfalt tut gut“, hat nicht meine Meinung über Ipseität und Nicht-Gleichheit Gottes (derselbe, aber nicht der gleiche Gott) begrüßt, sondern lediglich die Tatsache, dass ich mit meinem Hörbuchprojekt insgesamt einer Meinung Ausdruck gegeben habe, die, ohne dass damit etwas über deren „Richtigkeit“ gesagt wäre, jedenfalls geeignet ist, den interreligiösen Dialog in unserer Gesellschaft zu fördern. Das hat dem weltanschaulich neutralen Staat zugestanden, und desgleichen steht ihm auch weiterhin zu!
    3.
    Ich selbst habe mir meine Meinung über das Ferkelbuch erst gebildet, nachdem ich es gelesen hatte. Ich wünschte, meinem Hörbuch erginge es ähnlich, freilich nicht nach dem Lesen, sondern dem Hören!

    Hagen am 09. Januar 2010,
    Dr. Sven Grotendiek

  3. skydaddy sagt:

    Hallo Dr. Grotendiek,

    1. Bei der Formulierung „Anti-Ferkelbuch“ in der Überschrift meines Artikels habe ich selbst gezögert, da Ihr Buch als Ganzes dadurch offenbar nicht treffend charakterisiert wird. Für meine Leserinnen und Leser dürfte Ihr Buch allerdings vor allem deswegen interessant sein, weil es eine Entgegnung auf das Ferkelbuch darstellt und weil das Hörbuch vom Familienministerium gefördert wurde. Um diese beiden Punkte in der Überschrift unterzubringen, fand ich „Anti-Ferkelbuch“ (in Anführungszeichen) gerechtfertigt. Eine andere Formulierung dieser beiden Punkte, die noch als Überschrift geeignet gewesen wäre, ist mir nicht eingefallen.

    Umso mehr habe ich mich in dem Artikel – in dem dann nicht mehr von einem „Anti-Ferkelbuch“ die Rede ist, sondern von einer „Reaktion auf das Ferkelbuch“ – bemüht, deutlich zu machen, dass es in Ihrem Buch offenbar nicht in erster Linie um eine „Widerlegung“ des Ferkelbuches geht, sondern um Ihre Erfahrungen mit Vertretern der drei abrahamitischen Religionen. Zu diesem Zweck habe ich die Buchbeschreibung von Ihrer Verlagsseite aufgegriffen, wo es heißt, dass sich Charlotte „auf die Reise macht“, und den Abschnitt über Ihre eigene „Reise“ aus dem Artikel im WESTEN direkt angefügt. Zudem habe ich sowohl auf Ihre Verlagsseite als auch auf den Artikel im WESTEN verlinkt, so dass sich meine Leserinnen und Leser ihr eigenes Bild machen können.

    Ich denke daher, dass mein Artikel die Informationen über Ihr Buch aus dem Artikel im WESTEN und von Ihrer Verlagsseite sachgerecht und fair wiedergibt. Für die Überschrift gilt das oben Gesagte.

    2. Meine Kritik bezieht sich nicht auf Ihr Buch als solches – ich gehe davon aus, dass es auch andere Darstellungen gibt, die die Gemeinsamkeiten der drei abrahamitischen Religionen herausstellen. Ich habe ja unterhalb des Artikels mit dem „Stammbaum der Propheten“ sogar noch auf eine interessante Darstellung aufmerksam gemacht, die die Verbundenheit dieser drei Religionen aufzeigt.

    Meine Kritik richtet sich vielmehr gegen die
    Förderung durch das Familienministerium.
    Die Gemeinsamkeiten von Religionen mögen herausgestellt werden, aber die Verbreitung theologischer Aussagen (Ihr Buch macht sich die Aussage „Wir glauben alle an den selben Gott“ offenbar zu eigen) darf m.E. nicht durch den Staat gefördert werden. Dabei habe ich durchaus den Wunsch des Familienministeriums (bzw. des Programms „Vielfalt tut gut“) nach einer „integrativen Botschaft“ berücksichtigt, allerdings kann dies die staatliche Förderung m.E. nicht rechtfertigen.

    Auch Ihr Kommentar ändert daran nichts. Erstens darf man wohl davon ausgehen, dass das Ministerium keine Aussagen fördert, dies es für falsch hält, und zweitens kann die staatliche Förderung religiöser Aussagen nicht dadurch zulässig werden, dass sie einem positiven Zweck förderlich sind.

    Und zwar zum einen, weil es alle möglichen politisch wünschenswerten religiösen Aussagen gibt. Das Kreuz wird ja z.B. auch von vielen Christen als Symbol der Nächstenliebe aufgefasst. Trotzdem dürften eigentlich keine Kreuze in staatlichen Schulen hängen, weil der Staat damit gegen seine weltanschauliche Neutralität verstößt. Wenn der Staat gegenseitigen Respekt und Verständnis zwischen den Religionen fördern will, dann muss dies aufgrund der Werte des Grundgesetzes erfolgen: Menschenrechte, Religionsfreiheit. Ich bin nicht sicher, wie weit Sie in Ihrem Buch diese Auffassung vertreten, aber die Idee, Angehörige anderer Religionen deshalb zu respektieren, „weil sie an denselben Gott glauben“, ist gefährlicher Unsinn!

    Und zwar weil es ja durchaus auch Menschen gibt, die diesen Glauben nicht teilen. Wenn eine integrative Botschaft an dem Kriterium festgemacht wird, dass „wir alle an den selben Gott glauben“, dann integriert dies nur die Gläubigen: diejenigen, die an andere Götter oder keinen glauben, bleiben außen vor. Abgesehen von Konfessionslosen dürfte dies vor allem zu Lasten von religiösen Minderheiten gehen.

    Mein anderer Kritikpunkt richtet sich dagegen, dass das Ministerium ein Buch fördert, das ganz offensichtlich als Entgegnung auf ein anderes Buch gedacht ist, welches das Ministerium erfolglos zu verbieten versucht hat. Das macht einfach einen schlechten Eindruck.

    3. Der Zeitpunkt meines Artikels ergibt sich aus dem Umstand, dass bei DER WESTEN und im Atheist Media Blog das Thema bereits diskutiert wurde. Bevor ich den Artikel verfasst habe, habe natürlich gesucht, ob es eine Online-Version Ihres Buches oder des Hörbuchs gibt, habe allerdings keine gefunden. Ich habe die CD allerdings sofort bei Ihnen bestellt. Kommende Woche komme ich nach Deutschland, und wenn die CD dann da ist, werde ich vielleicht noch mal darüber schreiben.

    Die Gemeinsamkeiten der Religionen sind für mich dabei kaum von Interesse. Was mich anhand Ihrer Buchbeschreibung interessiert, ist vielmehr:

    a) „Für die kleine Charlotte war klar, dass ihr Bruder Moritz bei Gott im Himmel war.“ – Wird dies lediglich vorausgesetzt, oder wird es noch irgendwie begründet? Wird hier eine (wenn auch imaginäre) psychologische Extremsituation beim Kind (Verlust des Bruders) und die damit einhergehende Empfänglichkeit für Wunschdenken ausgenutzt, um auf weitere Begründungen (Dialektik!) verzichten zu können?

    b) „Daran konnten erst recht ein Ferkel und ein Igel nichts ändern, die meinten: Gott gibt es gar nicht!“ – Wie weit nehmen Sie Bezug auf das Ferkelbuch? (Abgesehen von der Wahl des Titels, der CD-Illustration und der besagten Erwähnung im Klappentext des Buches.)

    c) „Darin kommt er zu dem Schluss: ‚Wir glauben alle an den selben Gott, aber nicht an den gleichen.‘“ – Inwieweit hat das Bundesministerium hier religiöse Botschaften gefördert? Welche Konsequenzen hat Ihr Buch darauf, wie die Kinder Menschen, die nicht an den abrahamitischen Gott glauben, wahrnehmen?

  4. Sehr geehrter „skydaddy“,

    ich freue mich sehr über den begonnenen offenen Dialog, den ich gerne fortführe, zum Beispiel, indem ich, vorab und unabhängig von Ihrem Hören und Ihrer dann eigenen Meinung, Ihre Fragen zu beantworten versuche:

    1.
    Im Jahre 1959 hat der Theologe Gerhard Ebeling in einer Reihe von Vorträgen das Wesen des Christentums in dem Glauben an Christus, anders ausgedrückt in der Beziehung von Verbundenheit, Willkommensein und Vertrauen, die sich zwwischen dem Gläubigen und Christus anbahnt, beschrieben. Sicher, diese existentielle Vorgehensweise ist nicht davor gefeit, den „wirklichen Christus“ durch einen „idealen Christus“ zu ersetzen; gleichwohl geht es meiner Meinung nach deutlich zu weit, sie als bloßen „Psychologismus“ oder „Subjektivismus“ abzustempeln, denn damit würde meines Erachtens nur eine Schwäche des dialektischen Prozesses offenbart. Eine existentiale Vorgehensweise versteht die Spannung zwischen antithetischen Wirklichkeitspaaren deshalb als Paradoxon, wie beispielsweise Soeren Kierkegaard, der die Menschwerdung Gottes in Jesus von Nazareth bekanntlich als das absolute Paradoxon bezeichnet. Mein Fazit: Ihre Frage berührt das Herz des Ganzen, an dem sich jedoch eine Dialektik („bei Gott im Himmel – Wunschdenken“) die Zähne ausbeißt.
    2.
    Auf das Ferkelbuch nehme ich Bezug, indem ich gegenüber Charlotte bedaure, dass ihre Ansicht, die sich deutlich von den Ansichten der im Ferkelbuch dargestellten Religionsvertreter unterscheidet, nicht zu Wort kommt. Deshalb die „eigene Reise“, an deren Anfang die atheistische Position des Ferkelbuchs steht.
    3.
    Ihre erneuten Bedenken, der Staat habe sich bei meinem Projekt nicht neutral verhalten, weise ich wieder zurück: Zunächst möchte ich mich nicht darauf einlassen, dass „nicht sein kann, was nicht sein darf“ und dass deshalb der Staat „natürlich“ guckt, was „richtig“ und was „falsch“ ist. Denn in der Tat gibt es unabhängig von dieser Dialektik das einfach nur für den interreligiösen Dialog förderliche! Meiner Meinung nach kommen Sie nur mit einem Kunstgriff dazu, den Staat auf die Bewilligung reiner Darstellungen verschiedener Religionen festzunageln. Darüber hinaus würde „richtig-falsch“ meines Erachtens zu sehr an ein vor-aufklärerisches, dualistisches Weltbild anknüpfen, wovon man, wie ich finde, in unsem aufgeklärten Land doch weit entfernt ist. – Aber um endlich Ihre Frage zu beantworten: Meine in dem Hörbuch geäußerte Meinung über Jesus von Nazareth unterscheidet sich deutlich von dem, was zum Beispiel in unseren beiden großen Kirchen hierzulande schon lange „herrschende Meinung“ ist. Für mich ist Jesus von Nazareth nicht das Sühneopfer eines zornigen Gottes. Stattdessen glaube ich, dass Jesus uns hat vermitteln sollen, dass Gott jeden Menschen unabhängig von seinen Eigenschaften als Person anerkennt und dass auch wir solches tun können, wenn wir es denn wollen. Mein Fazit lautet also: Mein Hörbuch appeliert sehr nachdrücklich in die Richtung, dass Kinder Menschen, die nicht an den abrahimitischen Gott glauben völlig unabhängig davon als Mitmenschen anerkennen! Die Reduktion auf „wir verstehen uns, weil wir an denselben Gott glauben“ findet mithin gerade nicht statt. Respekt, so das Hörbuch, beginnt vielmehr dort, wo wir nicht an den gleichen, oder an das gleiche, glauben, uns das sagen und uns trotzdem nicht „die Köpfe einschlagen, sondern uns verstehen und respektieren. – Ich glaube übrigens nicht, dass meine Auffassung vom Christsein eine solche ist, die „der Staat“ als „richtig“ erachtete, meinen Sie nicht auch!? Trotzdem hat er das Projekt gefördert, denn anders als bei einem „Jesus – Retter oder Richter“ dürfte der intereligiöse Dialog meine Ansicht unabhängig von ihrer „Richtigkeit“ sehr gut vertragen. Das Christentum ist fähig zum Leben in einem universalen Pluralismus!

    Mit den besten Grüßen
    Dr. Sven Grotendiek
    Hagen am 10.01.2010

  5. yerainbow sagt:

    Ich wäre bereit, mir eine Meinung über das Hörbuch zu bilden, bin aber unfähig, es mir dafür zu kaufen.
    Stellt mir der Autor ein Exemplar zur Verfügung?

    Der Autor erhält dafür eine umfassende Rezension von mir.

  6. Max Headroom sagt:

    @Herrn Grotendiek
    Schön das schon viele Menschen den Jesus auf ihre ganz eigene Art und Weise beschrieben haben. Jeder darf sein eigenes Süppchen kochen, und gegen einen Überblick über sämtliche Rezepte hätte ich nichts einzuwenden. Aber es gibt keine komplette Übereinstimmung zwischen den Rezepten des Islams, des Christentus und des Judentumes. Sie mögen zwar alle auf dem selben Herd kochen, aber die Integrientien sind vollkommen unterschiedlich. Es existiert absolut kein einziger Hinweis , welcher dieser übernatürlichen Entitäten und ihrer zugrunde liegende Ideologie nun „der wahre Weg“, das „wahre Rezept“ in einem gottgewolltem Glauben darstellt.
    Charlotte mag zwar ihren Bruder „irgendwo“ vermuten, doch aus welchem Grunde muss er im Himmel sein ? Hat nicht der Buddhist vielleicht doch recht wenn er sagt, dass ihr Moritz vielleicht bald wiedergeboren wird und einer anderen Familie Freude und Stolz vermitteln ? Oder hatten die Odin-Anhänger recht die behaupteten, in Valhalla, dem sagenhaften Ort der Götter, hätte man ewig gefüllte Bierkrüge ? Gut, Moritz mag vielleicht zu jung für Alkohol sein, doch wollen wir ihn ewig als Teenager haben wollen ? 😉 . Ich weiß es nicht. Und ich sehe, dass auch die Religionen es nicht wissen. Sie alle behaupten, basierend auf ihre Interpretation sagenhaft alter (Märchen-)Texte, dass Moritz sich an einem besonderem Ort befinde. Und natürlich haben alle drei ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen, was der kleinen Charlotte eine abenteuerliche Reise wert ist.

    Ich beklage ebenfalls die Förderung durch ein Ministerium und der damit bezeugten und nicht vorhandenen Distanzierung zwischen Staat und Religion. Wenn eine nicht erfolgte Indizierung eines Ferkelbuch erfolgte, weil die Darstellung der Religionsrepräsentanten im Buch „zu kritisch“ war, dann ist die – bitte verzeihen Sie mir den möglicherweise unpassenden Ausdruck – „Verherrlichung“ der monotheistischen Religion und die unbelegbare Annahme, der EINE Gott sei der selbe (wenn nicht der gleiche) Gott wie der der frauen- und menschenrechtsunterdrückenden Götterinstitutionen, wahrlich beklagenswert.

    Es ist ziemlich verwunderlich, dass ein Ministerium die Geschütze auf ein kritisches Buch richtete und schoss, aber bei solch einem Buch gerne den Geldbeutel zückt. Ich kann es gut verstehen, wenn das Ministerium die Produktion der DVD unterstützt, weil z.Bsp. durch ein Schultheaterprojekt die Kinder künstlerisch gefördert wurden. Auch finde ich es hervorragend und sehr sehr gut, dass sie einen Euro an die Kinderkrebsklinik spenden. Sowas wird von mir unendlich hoch geschätzt 🙂 .

    Aber wenn das Familienministerium ihr Buch fördert, Herr Schmidt-Salomon hingegen „übersehen“ wurde, lässt mich aufhorchen. Weshalb sollte ihr Buch denn nun eine „finanzielle Extrawurst“ aus unserem Steuertopf abbekommen, das Ferkelbuch hingegen – trotz ähnlicher Thematik – durfte leer ausgehen ? Mir fällt in diesem Sinne eben nur eine künstlerische Betätigung für die DVD ein. Denn der Staat, auch wenn es die C-DU ist, sollte weltanschaulich neutral bleiben, ganz wie es im Grundgesetz geschrieben steht 😉 . Ansonsten muss sie sich dem Vorwurf stellen, dass sie diesbezüglich „ungerecht“ gehandelt hat.

  7. Max Headroom sagt:

    P.S.: Verzeihung ! Mein Fehler … ich habe den Namen versehentlich mit einem „doppel-t“ geschrieben.
    Wenn möglich, bitte Korrigieren. Vater im Himmel bzw. Skydaddy … könnte Ihre Herrlichkeit hier Ihre heilige Administratormacht beweisen ? Danke im Vorraus 😉 .

  8. Die Förderung der Produktion von 500 Hörbuch-CDs durch das Bundesfamilienministerium

    So sieht’s aus.

    Nach dem der lächerliche Versuch das „Ferkelbuch“ zu verbieten gescheitert ist, will jetzt der Staat ein „Anti-Ferklebuch“ fördern, damit die Kinder ja schön
    indoktriniert bleiben. Kritisches Denken gegenüber religiösen Dogmen was im „Ferkelbuch“ gelehrt wird, ist kein Tugend und wird vom Staat als „jugendgefährdend“ eingestuft.

    Es wäre zum Lachen, wenn es nicht Realität wäre.

    Ich bin und bleib ein Gegner der sogenannten „Kinderbibeln“, nicht nur weil dort lt. AT ein grausamer Gott gelehrt wird, sondern weil Bibelverse absichtlich falsch oder gar nicht abgedruckt werden. Und deshalb bin ich froh, dass es ein „Ferkelbuch“ gibt, dass den ganzen Kinderbibeln die Paroli bietet, oder es zumindest versucht. Zum „Ferkelbuch“ gibt es auch Anfragen aus Amerika, ob man da auch das „Anti-Ferkelbuch“ lesen will, mag ich zu bezweifeln.

  9. frankye-boy sagt:

    Guter Beitrag, jedoch habe ich mal eine Frage. Wie kann ich diesen Beitrag zu meinem RSS Leser hinzufügen? Ich finde das Icon nicht. Danke

  10. skydaddy sagt:

    @frankye-boy:

    Frankie ist ein Spammer, der auf seine Viagra-Seite verlinken will. Trotzdem die Antwort auf seine Frage:

    Unterhalb der Artikel finden sich in kleiner Schrift Infos zu Schlagworten, Veröffentlichungsdateum usw. Darunter auch der Link zum RSS-Feed:

    Du kannst den Antworten zu diesem Eintrag mit Hilfe des RSS-2.0-Feeds folgen.

    Einen speziellen Button gibt es nicht.

    Ansonsten gibt es beim Internet Explorer in der Menüleiste oben rechts einen orangen „Feed-Button“, der die URL des Feeds zutage fördert. Bei anderen Browsern dürfte das ähnlich sein.

  11. gelderlander sagt:

    Erinnert mich irgendwie an zwei Begebenheiten im Zusammenhang mit dem Comicbuchzeichner Ralf König:

    1992 will das Bayerische Landesjugendamt das Buch „Bullenklöten“ als „jugengefährdend“ vernieten lassen – jedoch kommt es nicht zum Prozess

    1996 geht die Staatsanwaltschaft Meiningen bundesweit gegen das Buch „Kondom des Grauens“ vor

    Quelle: http://gaybocholt.eu/resources/_wsb_741x987_M5110518.JPG

  12. […] Kinderbibeln anstößige Texte „schönschreiben“ Durch das „Anti-Ferkelbuch“ angeregt, habe ich meinen Deutschlandaufenthalt auch dazu genutzt, Kinderbibeln unter die Lupe […]

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