Papst: Nazis wollten Gott verjagen

Der Vatikan bereitet die Selisprechung von Papst Pius XII. vor. Das ist der Papst, der – noch als Kardinalstaatssekretär Pacelli – das Reichskonkordat mit der Hitler-Regierung abschloss. Kritiker werfen ihm vor, im Hinblick auf die Nazi-Verbrechen zu untätig gewesen zu sein.

Als Schritt hin zur Seligsprechung hat Papst Benedikt XVI. seinem Vorgänger am Samstag den „heroischen Tugendgrad“ zuerkannt. Von jüdischer Seite kam es deshalb zu Kritik.

Daraufhin verurteilte Benedikt XVI. die Verbrechen der Nationalsozialisten mit dem Hinweis, diese hätten letztlich versucht, „Gott von der Erde zu verjagen, den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, den Gott von Jesus Christus“. Außerdem weist der Vatikan darauf hin, dass Pius XII. vielen Juden das Leben gerettet habe, indem er ihnen in kirchlichen Institutionen Schutz gewähert habe.

„Gott mit uns“ auf dem Koppelschloss

Leider ging der Papst nicht auf den Umstand ein, dass die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) sich in ihrem Parteiprogramm ausdrücklich zu einem „positiven Christentum“ (ohne speziellen Konfessionsbezug) bekennt und die Wehrmachtssoldaten den Spruch „Gott mit uns“ auf dem Koppelschloss hatten. Dies mutet ja etwas seltsam an für Leute, die Gott von der Erde verjagen wollen.

Die Katholische Kirche schützte nicht nur die Opfer, sondern auch die Verfolger

Wie so oft, ist der Hinweis darauf, dass der Vatikan Juden Schutz bot, nur die (positive) Hälfte der Wahrheit. Die Katholische Kirche half nämlich auch Nazi-Größen zur Flucht, z.B. dem wegen seiner Menschenversuche berüchtigten KZ-Arzt Josef Mengele (Stichwort: „Rattenlinien„). Adolf Eichmann, der eine zentrale Rolle bei der Judenvernichtung spielte, ernannte sich aus Dankbarkeit sogar selbst zum „Ehrenmitglied“ der Katholischen Kirche (S. 3):

Ich erinnerte mich in tiefer Dankbarkeit an die Hilfe katholischer Priester bei meiner Flucht aus Europa und entschied, den katholischen Glauben zu honorieren, indem ich Ehrenmitglied wurde.

Judengott und Christengott waren für die Nazis nicht dasselbe

Wenn der Papst schon meint, dass er auf „den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, den Gott von Jesus Christus“ eingehen muss, hier ein Hinweis:

Für Nazis war es durchaus möglich, zwischen Jahwe, dem Judengott (also „dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“), und dem Gott von Jesus Christus zu unterscheiden. Ich kann nicht sagen, ob diese Unterscheidung repräsentativ ist, aber immerhin stammt das folgende Beispiel aus einem Buch des Stürmer-Verlages. („Die Judenfrage im Unterricht“ von Stadtschulrat Fritz Fink, Nürnberg 1937) Es handelt sich dabei um ein widerliches, allerdings erschreckend „clever“ gestaltetes Buch für Lehrer, wie man die Schülerinnen und Schüler zu Antisemiten macht. Ein Argumentationsstrang ist natürlich auch die Religion. Durch Heraussuchen einschlägiger, grausamer Stellen aus dem Alten Testament sollen die Schüler zu folgender Erkenntnis gelangen:

„Wir hörten, Gott sei gerecht, barmherzig und milde und die verkörperte Liebe. Er liebe das Gute und verdamme das Schlechte. Wir kennen das Christuswort: „Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon.“ Jahwe aber spricht immer von Macht, Herrschaft, Schätzen und Geld!“

Als letzte Folgerung einer solchen Betrachtung werden sich die Sätze herausschälen:

„Der Gott der Juden ist nicht unser Gott.

Was Jahwe den Juden verhieß, kann nicht von Gott gesagt worden sein. Diese Verheißungen widersprechen dem Wesen Gottes. Es ist ein großer Irrtum, den Judengott Jahwe unserem Gotte gleichzusetzen. […]“

Im folgenden Verlauf des Buches werden dann noch „Urteile großer Männer über die Juden“ zitiert – beginnend mit Christus (Joh 8,44-45; Mt 23,15; Mt 23,23-24; Mt 23,33), über (unter anderen) Martin Luther und schließlich Adolf Hitler, wobei  Luthers Zitaten auf über zwei Seiten mit Abstand der meiste Platz eingeräumt wird – mehr noch als Hitler, dessen Zitate nur eineinhalb Seiten beanspruchen. Des weiteren werden die Juden mehrfach als „Christusmörder“ oder „Volk der Christusmörder“ bezeichnet.

Ich erwähne das nur, um deutlich zu machen, dass selbst, wenn die Nazis „den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“ (Jahwe) hätten verjagen wollen, man daraus nicht den Schluss ziehen kann, den Ratzinger offenbar gerne hätte: Dass nämlich die Nazis sich nicht als Christen verstanden. Wer sich zu einem „positiven Christentum“ bekennt, „Gott mit uns“ auf dem Koppelschloss hat, Jesus und Luther als Autoritäten zitiert und die Juden als „Christusmörder“ bezeichnet, der versteht sich offensichtlich als Christ!

„Mit brennender Sorge“ – um die Kirche, nicht um die Juden!

Wenn die Nazis sich selbst auch als Christen verstanden, so wichen sie mit Vorstellungen wie der obigen Unterscheidung zwischen „Judengott“ und „Christengott“ allerdings von der offiziellen kirchlichen Lehre ab. Wenn heute auf Fälle verwiesen wird, in denen Kirchenvertreter sich gegen die Nazis ausgesprochen haben, so geht es nach meiner Beobachtung fast immer um rein kirchliche Aspekte, aber nicht um die „wahren“ Verbrechen der Nazis. Siehe z.B. den sog. „Kreuzkampf“: „Die Kreuze blieben. Entfernt wurden die jüdischen Schüler.“

So richtete sich auch die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ des Vorgängerpapstes Papst Pius XI. – an der Pacelli maßgeblich mitgearbeitet hat – gegen die Beschränkung kirchlicher Privilegien und „falsche“ Lehren. Wenn ich ausführlich aus Wikipedia zitieren darf:

Ausgangspunkt für das Schreiben ist die Lage der katholischen Kirche im nationalsozialistisch beherrschten Staat nach dem Abschluss des Reichskonkordats aus dem Jahre 1933. Es war aufgrund der Politik der Reichsregierung immer wieder zu Protestnoten des Heiligen Stuhls über die in Art. 31 des Konkordats garantierte Betätigungsfreiheit der katholischen Organisationen gekommen, die durch Maßnahmen der Gleichschaltung bedroht waren. Weiter gab die päpstliche Diplomatie wiederholt ihrer Sorge über Schwierigkeiten bei den Konfessionsschulen und der Priesterausbildung sowie der Gottesleugnung z.B. durch die Schriften des führenden NSDAP-Ideologen Alfred Rosenbergs Ausdruck.

Auch wurde der Kampf gegen die Kirche ausgeweitet. Kirchliche Beschwerdeschreiben wurden ignoriert, Religion für Propaganda missbraucht (Hitlergebete, Umfunktionierung von kirchlichen in parteiliche Organisationen) und die Handlungsfreiheit der Kirche stark eingeschränkt. Sie war durch Maßnahmen der „Gleichschaltung” bedroht, kirchliches Leben wurde behindert und die Sorge der Bischöfe wuchs.

In der Einleitung weist der Papst mit brennender Sorge und steigendem Befremden auf die wachsende Bedrängnis der Kirche in Deutschland hin:

Ehrwürdige Brüder! Gruß und Apostolischen Segen! Mit brennender Sorge und steigendem Befremden beobachten Wir seit geraumer Zeit den Leidensweg der Kirche, die wachsende Bedrängnis der ihr in Gesinnung und Tat treubleibenden Bekenner und Bekennerinnen inmitten des Landes und des Volkes, dem St. Bonifatius einst die Licht- und Frohbotschaft von Christus und dem Reiche Gottes gebracht hat.

Die oben von mir erwähnte Ablehnung des Alten Testaments wird in der Enzyklika ebenfalls verurteilt:

Die heiligen Bücher des Alten Bundes sind ganz Gottes Wort, ein organischer Teil Seiner Offenbarung. […] Wer die biblische Geschichte und die Lehrweisheit des Alten Bundes aus Kirche und Schule verbannt sehen will, lästert das Wort Gottes, lästert den Heilsplan des Allmächtigen, macht enges und beschränktes Menschendenken zum Richter über göttliche Geschichtsplanung. […] Er steht verständnislos vor dem Weltdrama des Gottessohnes, welcher der Meintat seiner Kreuziger die hohepriesterliche Gottestat des Erlösertodes entgegensetzte und damit den Alten Bund in dem Neuen Bunde seine Erfüllung, sein Ende und seine Überhöhung finden ließ. (Punkt 19)

Auch die Nazi-Ideologie kriegt ihr Fett weg:

Der im Evangelium Jesu Christi erreichte Höhepunkt der Offenbarung ist endgültig, ist verpflichtend für immer. Diese Offenbarung kennt keine Nachträge durch Menschenhand, kennt erst recht keinen Ersatz und keine Ablösung durch die willkürlichen „Offenbarungen“, die gewisse Wortführer der Gegenwart aus dem sogenannten Mythus von Blut und Rasse herleiten wollen. Seitdem Christus der Gesalbte das Werk der Erlösung vollbracht [hat …] – seitdem ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den sie selig werden können, als der Name Jesus. Kein Mensch […] kann einen anderen Grund legen als den, der in Christus bereits gelegt ist. (Punkt 20)

Dies ist allerdings alles theologische Kritik am Nationalsozialismus. Die Enzyklika „Mit Brennender Sorge“ richtet sich nicht gegen den Vernichtungskampf der Nazis gegen die Juden, sondern gegen den „Vernichtungskampf“ (Punkt 5 in der Enzyklika) der Nazis gegen die Katholische Kirche!

„Es könnten Tage kommen, in denen man sagen können muss, dass in dieser Sache etwas gemacht worden ist.“

Im Wikipedia-Eintrag zu Pius XII. heißt es:

Am 1. April 1933 – dem Tag des Judenboykotts -, beauftragte der Papst [Pius XI.] ihn [Pacelli] damit, zu sondieren, „ob und wenn ja was“ der Heilige Stuhl gegen „antisemitische Exzesse in Deutschland“ tun könne. Pacelli notierte dazu: Es könnten Tage kommen, in denen man sagen können muss, dass in dieser Sache etwas gemacht worden ist.

Diese Haltung, sich zu rechtfertigen – insbesondere für den Abschluss des Reichskonkordats – schlägt einem auch in der besagten Enzyklika „Mit brennender Sorge“ (um den Ruf der Kirche?) von 1937 entgegen. Dort heißt es z.B.:

Trotz mancher schwerer Bedenken haben Wir daher Uns damals den Entschluß abgerungen, Unsere Zustimmung [zum Reichskonkordat] nicht zu versagen. […] (Punkt 4)

Wenn der von Uns in lauterer Absicht in die deutsche Erde gesenkte Friedensbaum nicht die Früchte gezeitigt hat, die Wir im Interesse Eures Volkes ersehnten, dann wird niemand in der weiten Welt, der Augen hat, zu sehen, und Ohren, zu hören, heute noch sagen können, die Schuld liege auf Seiten der Kirche und ihres Oberhauptes. […] (Punkt 5)

Jeder, dessen Geist sich noch einen Rest von Wahrheitsempfinden, dessen Herz sich noch einen Schatten von Gerechtigkeitsgefühl bewahrt hat, wird dann zugeben müssen, daß in diesen schweren und ereignisvollen Jahren der Nachkonkordatszeit jedes Unserer Worte und jede Unserer Handlungen unter dem Gesetz der Vereinbarungstreue standen. Er wird aber auch mit Befremden und innerster Ablehnung feststellen müssen, wie von der anderen Seite die Vertragsumdeutung, die Vertragsumgehung, die Vertragsaushöhlung, schließlich die mehr oder minder öffentliche Vertragsverletzung zum ungeschriebenen Gesetz des Handelns gemacht wurden. […] (Punkt 6)

Die von Uns trotz allem bezeigte Mäßigung war nicht eingegeben von Erwägungen irdischer Nützlichkeit oder gar unziemlicher Schwäche, sondern lediglich von dem Willen, mit dem Unkraut nicht etwa wertvolles Wachstum auszureißen; von der Absicht, nicht eher öffentlich zu urteilen, als bis die Geister für die Unentrinnbarkeit dieses Urteils reif geworden wären; von der Entschlossenheit, die Vertragstreue anderer nicht eher endgültig zu verneinen, als bis die eiserne Sprache der Wirklichkeit die Hüllen gesprengt hätte, in die eine planmäßige Tarnung den Angriff gegen die Kirche zu hüllen verstanden hatte und versteht. Auch heute noch, wo der offene Kampf gegen die konkordatgeschützte Bekenntnisschule und wo die vernichtete Abstimmungsfreiheit der katholischen Erziehungsberechtigten auf einem besonders wesentlichen Lebensgebiet der Kirche den erschütternden Ernst der Lage und die beispiellose Gewissensnot gläubiger Christen kennzeichnen, rät Uns die Vatersorge um das Heil der Seelen, die etwa noch vorhandenen, wenn auch geringen Aussichten auf Rückkehr zur Vertragstreue und zu verantwortbarer Verständigung nicht unberücksichtigt zu lassen. […] (Punkt 7)

Wenn in kirchlichen Dokumenten „Erwägungen irdischer Nützlichkeit“ (s.o., Punkt 7) ausdrücklich verneint werden, kann man davon ausgehen, dass diese tatsächlich eine Rolle gespielt haben. (Andernfalls bräuchte dieser Punkt ja gar nicht erst erwähnt zu werden.) Immerhin haben Pius XI. und Pius XII. die Nazis nicht derart verärgert, dass Hitler das Reichskonkordat offen gekündigt hätte. Deshalb genießt die Katholische Kirche bis heute die darin gewährten Privililegien.

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7 Responses to Papst: Nazis wollten Gott verjagen

  1. […] einem anderen Artikel habe ich dargestellt, dass die Nazis durchaus zwischen dem „Judengott“ Jahwe des Alten […]

  2. waelti sagt:

    Irgendwie stimmt einen der ganze Artikel traurig. Auch, dass der Papst nicht der einzige Spin-Doktor in der illustren Gesellschaft ist. Dass zur damaligen Zeit über 95% der Deutschen Christlich waren… zwar Goebbels exkommuniziert wurde (wegen der Heirat mit einer Protestantin)… eine Kampfsportgruppe mit 2 Buchstaben Richtlinien für eine Art Prüfung der Religion hatte… dass es in dieser Sporttruppe auch eine Muslimische Abteilung gab (Hauptsache religiös)… Ich könnte beinahe endlos weitermachen. Das ‚Gott mit uns‘ wurde ja angesprochen. Es ist halt immer einfacher, bereits vorhandene Prägungen in eine andere Richtung umzudeuten. Statt die Menschen zum Nachdenken zu bringen. Wird anscheinend heute – wie damals – nicht unbedingt gewünscht.

    An anderer Stelle habe ich grad eben ja herzhaft gelacht. Bei Deinen ausführlichen Berichten vergeht’s manchmal. Nicht wegen der Information, die Du mit viel Aufwand zusammenträgst. Sonder wegen dem Gefühl, dass sich manche anderen ihre Wahrheiten immer ganz nach Belieben zusammenstellen.

    Für mich hat es auch lange gedauert, bis ich mich vom Weihnachtsmann und anderen Mythen losgesagt habe. Ein Teil der Gefühle war schmerzlich. Vermutlich gehen die Menschen generell dem ‚SelbstDenken‘ aus dem Weg. In einigen laufenden Diskussionen fällt ja öfter das ‚es hat sich bewährt‘. Es gab Zeiten, in denen Menschen über die Hexenverbrennung auch dachten – es hat sich bewährt. Insofern gibt es sicher auch die nächsten Jahre für diejenigen, die die Menschen zum ‚SelbstDenken‘ ermuntern wollen, viel zu Tun.

    Deshalb freue ich mich auf den nächsten Artikel. Ich freue mich darüber, dass ich gelernt habe selbst zu denken. Vielleicht stupsen wir ja den einen oder anderen zum Nachdenken an. Äh, oder natürlich die eine oder andere. LG

  3. Tom sagt:

    Schon wieder so eine Deutung eines Halbsatzes. Du weißt doch kaum in welchem Zusammenhang der Papst dies gesagt hat, oder? Was hat er unmittelbar davor gesagt, was danach? Es dürfte immer darauf hinauslaufen, sich einen Strohmann zu basteln…

    „Gott mit uns“ ist ein häufig vorgebrachter Beleg für die Nähe des NS-Staates zum Christentum. Freilich läßt das Koppelschloß auch eine andere Deutung zu: Gott mit uns war nämlich bereits der Wahlspruch des preußischen Heeres und des Kaiserreichs, also der „guten, alten Zeit“. Diese Anknüpfung an glorreiche, vergangene Zeiten dürfte wohl das ausschlaggebende Argument für die Beibehaltung des Koppelschlosses sein, weniger ein religiöses Bekenntnis.

    Der „Gott von Jesus Christus“ ist übrigens auch der jüdische Gott, wei Jesus zunächst einmal auch Jude war. Wäre damit der christliche Gott gemeint gewesen, hätte der Papst nicht „Gott von“ gesagt, weil nach christlicher Anschauung Jesus auch Gott ist.

  4. waelti sagt:

    @Tom
    Sorry, mit ‚Deutung eines Halbsatzes‘ – hm – rutschen wir teilweise in Gebiete der Theologie ab, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat?
    Das Koppelschloss hat wohl schon die Menschen angesprochen. Inwieweit dies auch die Meinung des Regimes war, bleibt dahingestellt. ‚Gott mit uns‘ ist kein religiöses Bekenntnis?

  5. skydaddy sagt:

    @Tom: Ich hatte versucht, die Papst-Rede im vollen Wortlaut zu finden – leider vergeblich. Das obige Zitat und der Kontext wurden auch von Radio Vatikan so gemeldet. Da darf ich wohl davon ausgehen, dass das nicht entstellt wiedergegeben wurde – somit greife ich auch keinen Strohmann an.

    Ich bleibe dabei: Es macht keinen Sinn zu behaupten, die Nazis hätten einen Gott verjagen wollen, an den sie gar nicht geglaubt haben. Die Nazis haben die Juden bekämpft, nicht deren Gott. Gleichzeitig setzt Benedikt den von den Nazis angeblich bekämpften Gott mit dem Christengott gleich – daran ändert auch Dein Hinweis nichts – folglich impliziert die Aussage, die Nazis könnten keine Christen gewesen sein. (Danke aber für den klärenden Hinweis, ich hatte mich schon über die eigenartige Formulierung „Gott von Jesus Christus“ gewundert.)

    Bei dem „Gott mit uns“ kann es sich in dem dargestellten Kontext nur um den Christengott handeln. Und kein Atheist – noch nicht einmal ein Agnostiker – würde „Gott mit uns“ beibehalten.

    Tom, ich schätze Deine Kommentare und danke Dir dafür – aber hier hat es den Anschein, als ob Du das Naheliegende nicht wahrhaben willst: Vielleicht hat Benedikt was anderes gemeint, vielleicht sollte „Gott mit uns“ nur an die gute alte Zeit erinnern…

  6. AndreasA sagt:

    @Tom

    „„Gott mit uns“ ist ein häufig vorgebrachter Beleg für die Nähe des NS-Staates zum Christentum. Freilich läßt das Koppelschloß auch eine andere Deutung zu:…“

    Ich lach mich schlapp, wie „Gläubige“ ihr Hirn (?) verdrehen müssen um der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen zu müssen.

    Bei anderen Gelegenheiten wird jeder, der das Wort Gott auch nur annähernd in den Mund nimmt als „gottesgläubig“ bezeichnet.
    Bestes Beispiel ist Einstein, der von den Kirchen gerne vereinnahmt wird.

    Peinlich was Religion aus erwachsenen Menschen macht.

    Hier sehen wir gerade so ein Beispiel.

  7. […] An anderer Stelle hatte ich neulich darüber berichtet, dass in einem antisemitischen Handbuch für Lehrer à la […]

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