Die etwas andere Geschenk-Idee für „Heiligabend“: Der Weihnachtsführer für Atheisten

Von Dr. Laurent Schley (mit freundlicher Genehmigung)

(c) design Graham NUNN

Man muss weder an „Gott“ glauben noch einer Religion angehören, um „gut“ zu sein und sich positiv in der Gesellschaft zu engagieren. Eindrucksvoll zeigt dies die Journalistin Ariane Sherine mit ihrem neu herausgegebenen Buch „There is probably no god. The Atheist’s Guide to Christmas“ (ISBN: 978-0-00-732261-9, Friday Books, 340 S.). 

Sowohl Herausgeberin Sherine wie auch die Autoren der 42 Kurzbeiträge, allesamt bekannte und bekennende Atheisten, haben ihren Teil des Gewinns integral an eine Aids-Stiftung, das Terence Higgins Trust, gespendet. 

Folgendermaßen könnte man den Inhalt des Buches zusammenfassen: 42 Autoren, 42 Beiträge, eingeteilt in sechs Kategorien: Geschichten, Wissenschaft, Wie kann man?, Philosophie, Kunst, und Events. Vor allem aber eine geballte Ladung englischer Humor, wie man ihn aus den Monty-Python-Filmen kennt, gespickt mit einigen durchaus ernsten Botschaften. Komikerin Catie Wilkins und Sänger Simon Le Bon (Duran Duran) erläutern z. B. auf witzige Art und Weise, wie sie ihren Glauben an „Gott“ verloren haben, den sie als Kinder ungewollt eingetrichtert bekommen hatten. So manche LeserInnen werden sich hier angesprochen fühlen. 

In der Rubrik Wissenschaft kommt neben dem wohl bekanntesten Atheisten Richard Dawkins auch der Genetiker Adam Rutherford zu Wort, und erklärt, warum zwischen 93% und 97% der Wissenschaftler Atheisten sind. Er bringt u.a. die Evolution durch natürliche Selektion als Erklärung mit ins Spiel.

Siân Berry, 2008 grüne Kandidatin für den Bürgermeisterposten von London, spricht sich für ein grünes Weihnachten aus und ermutigt die Menschen nachzudenken bei der Auswahl ihrer Produkte. Auch für Weihnachtgegner bringt Journalist Andrew Mueller eine Lösung: am 24. Dezember spät abends in Europa in ein Flugzeug steigen, mit Zwischenstopp in einem unchristlichen Land zum Auftanken landen, und dann am 26. Dezember in Ostaustralien aussteigen. Ganz nach dem Motto: „If you can’t join it, beat it!“ 

Ariane Sherine (c) photo Graham NUNN

In der Rubrik Events findet man u.a. amüsante Hintergrundinformationen von Designer Graham Nunn zur atheistischen Buscampagne, welche Ariane Sherine so bekannt gemacht hat, sowie zu einem nicht ganz ernst gemeinten  Kartenspiel („God Trumps“) von Komikerin Christina Martin. 

Und trotz allem Humor zieht sich eine ernsthafte Botschaft wie ein roter Faden durch die 42 Beiträge: Niemand hat das Monopol auf Weihnachten, und jeder nicht gläubige Mensch darf Weihnachten auf seine Art und Weise feiern! Ein frohes Fest des Winters mit seinen kurzen Tagen und langen Nächten, eine Zusammenkunft mit Familie oder Freunden, die man mit Geschenken erfreut, gute Musik, gutes Essen und Trinken, und allem was sonst noch dazu gehört! Bei alle dem steht nicht ein imaginärer „Gott“ im Mittelpunkt, sondern der real existierende Mensch.  

Dr. Laurent Schley (laurent@schley.lu)

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4 Responses to Die etwas andere Geschenk-Idee für „Heiligabend“: Der Weihnachtsführer für Atheisten

  1. Please!!! I have one Passage for Your Bus!

    17 Therefore kill all that are of the male sex, even of the children: and put to death the women, that have carnally known men.

    18 But the girls, and all the women that are virgins save for yourselves:

  2. Please: One more for Your London-Bus!!!

    C A N N I B A L I S M !
    Deuteronomy 28:53 And you shall eat the fruit of your womb, and the flesh of your sons and of your daughters, which the Lord your God shall give you, in the distress and extremity wherewith your enemy shall oppress you.

  3. Schwabe sagt:

    Ariane Sherine mag ja wirklich hübsch sein (ob Teile ihres Körpers alleine von Gott geschenkt worden sind, ist nicht ganz klar) und auch partiell nicht dumm, ihre Überheblichkeit, über den Glauben anderer zu spotten, ist extrem anmaßend und nervt in etwa so wie das säuerliche besserwisserische „Es gibt keinen Gott“ selbst ernannter Eliten.

    • Jan sagt:

      …viel schlimmer ist die Überheblichkeit von christlichen Organisationen, welche in einer Selbstverständlichkeit Angst und Schrecken via „bibelzittierenden“ Plakaten unter all denjenigen verbreiten wollen, die nunmal nicht an Gott glauben. Die armen Kinder sie sowas lesen müssen! Da ist eine solche Buskampgne gerade lebensbejahend und erfrischend! Und was Arianes hübsches Äußeres damit zu tun haben soll, stelle ich an dieser Stelle in Frage. Vielleicht ist es vielmehr so, dass die „konservativen Gläubigen“, die sich an sowas stören, einfach keine Argumente mehr in der Tasche haben, wenn sie sich plötzlich intelligenten, hübschen und fröhlichen Menschen gegenüber sehen, die nicht an Gott glauben. Zurecht nicht an Gott glauben. Und dass es sich um eine „elitäre“ Gruppe handeln soll ist reine Polemik.

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