Gotteswahn: Andrea Nahles, mächtigste Frau der SPD

Andrea Nahles, Generalsekretärin und damit „mächtigste Frau“ der SPD, hat der Bild am Sonntag ein Interview gegeben: „Vielleicht würde Gott heute eine Frau schicken…„.

[BamS:] Die Geburt Jesu im Stall von Bethlehem gilt vielen als naiver Kinderglaube. Ihnen auch?

[Nahles:] Mit Ochs und Esel habe ich nichts am Hut. Doch wir Christen feiern am 24. Dezember einen ganz besonderen Geburtstag: In keiner anderen Religion gibt es diese verrückte und gleichzeitig wunderbare Vorstellung, dass Gott freiwillig Mensch wird.

Stöhn! Auf der Frage nach dem „naiven Kinderglauben“ distanziert sich die mächtigste Frau der SPD von Ochs und Esel, preist aber eine „wunderbare Vorstellung“, die sie selbst als „verrückt“ bezeichnet. Die Idee, dass ein allmächtiger Gott Mensch wird, um sich selbst ein Menschenopfer zu bringen, nur, damit er den anderen Menschen vergeben kann, ist in der Tat hochgradig absurd.

Es muss Sorge machen, wenn die wichtigsten Politiker eines Landes erklären können, dass sie an Verrücktheiten glauben, ohne dass nachgefragt wird, und ohne dass sie selbst die Brisanz solcher Aussagen erkennen. Da hat Richard Dawkins völlig Recht! Damit aber noch nicht genug:

[BamS:] Glauben Sie an die Kraft von Gebeten?

[Nahles:] Ja, weil ich sie selbst schon erfahren habe.

Aargh! Um Victor Stenger aus seinem Buch „The New Atheism: Taking a Stand for Science and Reason“ (S. 70) zu zitieren (Übersetzung von mir):

Wissenschaftler von Top-Institutionen der USA – Harvard Universität, Duke Universität und der Mayo Klinik – haben sorgfältige Experimente zur Wirksamkeit von Gebeten durchgeführt. […] Bis jetzt haben die Experimente keine Belege dafür erbracht, dass Gebete etwas bewirken. Der Knackpunkt ist aber: Sie hätten Belege finden können [wenn an der Vorstellung, dass Gebete etwas bewirken, nämlich etwas dran wäre.]

Es sei hierzu auch das wunderbare Kapitel „Das Große Gebetsexperiment“ aus Richard Dawkins‘ „Der Gotteswahn“ empfohlen.

Es gibt also trotz mehrerer Studien keine Belege dafür, dass Gebete wirken. Andererseits ist bekannt, dass Menschen fälschlich Zusammenhänge herstellen, wo keine sind, z.B. weil ein bestimmtes „Ergebnis“ zeitlich auf die vermeintliche „Ursache“ folgt. So beten Gläubige regelmäßig um die Heilung oder Linderung von Krankheiten, oder z.B. darum, dass sich verlorene Gegenstände wieder einfinden. Es ist aber nun mal so, dass die viele Beschwerden mit der Zeit von alleine besser werden, und dass sich verlegte Gegenstände wieder einfinden.

Andrea Nahles Begründung, weshalb sie an die vermeintliche „Kraft von Gebeten“ glaubt, offenbart eine naive und unwissenschaftliche Denkweise. Bei der mächtigsten Frau der SPD.

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9 Responses to Gotteswahn: Andrea Nahles, mächtigste Frau der SPD

  1. Das Andrea Nahles an die Kraft des Gebets glaubt, ist nichts einzuwenden, denn wer es nicht erfahren hat,kann auch nicht darüber berichten.
    Ich persönlich war durch die Vertreibung und Umsiedlung als Preuße,ab meinem 3. Lebensjahr in den Wintermonaten, schon öfters dem Tode nahe,doch Gott erhörte meine Mutter,die Tag und Nacht für ihr Kind betete.
    Doch dass die Frau Andrea Nahles,
    in die SPD- Partei eingetreten ist, verwundert mich schon sehr.
    Wer ein Christ ist und Gott gefallen will, hat andere Möglichkeiten von Gott in Aussicht gestellt bekommen,
    den Menschen und seinem Land zu dienen.

  2. verquer sagt:

    Glauben Sie an die Kraft der Gebete?

    Nahles: Ja.

    Beten Sie für die SPD?

    Nahles: Nein, das ist nicht nötig. Da habe ich etwas Besseres: meine Arbeitskraft, meine Kompetenz und meine Teamfähigkeit.

    Ehm… Hä? Ich weiß ja nicht, was die BAMS „Journalisten“ getrieben hat, aber ich hätte da ein wenig nachgehackt… Aber offensichtlich akzeptiert man solch widersinnigen Aussagen, wenn es um Religion geht. Warum eigentlich?

  3. skydaddy sagt:

    @petersemenczuk:

    Herr Semenczuk, Sie illustrieren mit Ihrer Geschichte genau den Punkt, um den es hier geht:

    Ihre Mutter hat gebetet, und Sie haben überlebt. Was bringt Sie zu dem Schluss, dass das eine mit dem anderen zu tun hat?

    Ihre Darstellung deutet darauf hin, dass andere nicht überlebt haben. Wurde für die nicht gebetet?

    Sie schreiben: „Wer [das Gebet] nicht erfahren hat, kann auch nicht darüber berichten.“

    Ein Punkt, den die „Neuen Atheisten“ wie Dawkins und Stenger betonen ist, dass sich bestimmte religiöse Vorstellungen eben doch wissenschaftlich überprüfen lassen. Um noch einmal Dawkins zu zitieren („Der Gotteswahn“, Kapitel „Das große Gebetsexperiment“):

    Als Erster untersuchte Darwins Cousin Francis Galton mit wissenschaftlichen Methoden die Frage, ob das Beten für Menschen einen Effekt hat. Er machte darauf aufmerksam, dass die Gemeinden in den Kirchen ganz Großbritanniens jeden Sonntag für die Gesundheit der königlichen Familie beteten. Müssten die Monarchen demnach nicht im Vergleich zu allen anderen, die nur in den Gebeten ihrer nächsten Angehörigen vorkamen, besonders gesund und munter sein? Galton sah sich die Sache genauer an, fand aber keinen statistischen Unterschied.

  4. skydaddy,
    um zu dem wahren und lebendigen Gott zu beten,
    noch dazu in der Zeit des Hit-Regim,1939-1945
    bedarf es Glauben, Mut,Wissen und Erfahrung Gottes,
    dass Er lebt,gegenwärtig ist und hilft wenn eine Witwe zu IHM betet.
    Dann braucht ee Vertrauen, dass Gott antwortet und
    wie Er zugesagt hat, es auch gibt,denn ich war sogar
    zweimal Todkrank als Kind,
    einmal bei der Geburt im Preußischen Wolienen 1935/ und
    das andere mal in Duderstadt 1939, so dass der Lagerleiter (Arzt und SS) in den 16 Wochen meiner Krankheit sich verwunderte und weiter eine große Hilfe der ganzen Familie gegenüber war.
    Darum und deshalb,kann ich heute als 74-Jähriger, auf vieles verzichten, nur nicht auf Christus, der sich
    in den vielen Jahren meines Lebens bis heute, im Innland und Ausland, bei meiner beruflichen Tätigkeit, auf vielerlei Art und Weise offenbarte so, dass ich einem jeden ans Herz lege:
    „Auf Religion, Kirche, Tempel ,Gemeinde und Sekte, kann wohl der Sucher Gottes Mensch verzichten,aber nicht auf Christus, das innere Licht; Geist und Wort Gottes in einnem jeden Menschen, Herz und Gewissen.
    Für den Bibelchristen Quellennachweis gedacht:
    Johannes Kapitel 1,9-13 /Offenbarung Kapitel 3,20

    Frohe Lebenstage wünsche ich dem,
    der Gott anerkennt und sich bemüht,Gott und seinen Christus zu erkennen im Geist der Wahrheit,denn der
    „natürliche Mensch, vernimmt nichts vom Geist Gottes,
    es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn er;sie;es; muß geistlich gerichtet sein“. 1.Korintherbrief 2, 14:
    UND wenn der natürliche Mensch nichts vernimmt vom Geist Gottes,dem Geist der Wahrheit,
    so vernimmt er auch nichts von Gott,
    denn Gott ist GEIST und Gott ist Körperlos.
    Noch Eines:
    Unser Juden wie Christen-Gott,
    ist ein lebendiger Gott,
    ist ein gegenwärtiger Gott der selbst unsere Gedanken des Herzens und Verstandes kennt.
    DER sich in allem was ER erschaffen hat befindet und durchdringt.
    Dieser Gott erhört nur Gebete der Seinen, oder wenn Menschen und Sünder sich zu Ihm bekehren wollen und ihre Buße und Bekehrung ernstlich betreiben und es IHM beweisen, dann erhört Er jene Gebete.
    Von Sünder erhört Got keine Gebete,
    denn sie wollen doch nur,
    nachdem Er ihre Gebete erhört hätte,
    weiter in der Sünde und ihren fleischlichen Lüsten und Begierden verharren und Gott weiter beleidigen und Ihn zu einem Lügner machen.

  5. Bert sagt:

    Schönen guten Tag Herr Petersemenczuk,
    erstma besten Dank für Ihre Grüße, aber Sie wissen doch, daß sich hier keiner missionieren läßt.
    Bin ja auch Preuße, aber einer anderen Generation, kenne einiges, was Sie hier erzählt haben.
    Selber bei der Geburt mit der Nabelschnur um den Hals halbtot auf die Welt gekommen, mit 2 Jahren Gift getrunken und die RKK überstanden.
    Aber als Sie 3 Jahre alt und mit Ihrer werten Frau Mutter auf der Flucht wahrscheinlich Dez./Jan. über die Oder?)waren, so verdanken Sie wohl nicht ihr Leben der Gebete wegen, sondern ihrer Mutter und des Zufalls/Glückes, die tausende anderen auf der Flucht nicht hatten, mal abgesehen von denen, die nicht flüchten konnten, aber beten das konnten fast alle und bestimmt nicht schlecht oder schlechter.
    Von meiner Familie ist damals kein Nazi, Parteifunktionär übriggeblieben (alles beste Katholiken!), waren vielleicht auch keine schlechten Menschen, wer weiß es, wird ja nicht darüber gesprochen und sie waren katholische Nazis, haben in Ostpreußen den Adolf bestens gewählt, außerordentlich sogar, wie war es so bei Ihnen in der Familie, alles Widerstandskämpfer?
    War es auch in ihrer Familie so, oder haben Sie nur über die Flucht und andere Ungerechtigkeiten von ihrer werten Frau Mutter erfahren (keine Beleidigung).War Ihr Herr Vater mit seinen Brüdern im Felde (geblieben)?
    Sind Sie nur mit dieser Geistespanik aufgewachsen (irgendwie auch verständlich, deshalb diese Religösität, 3 Jahre alt – ständige Wiederholungen über das Wunder des Gebetes – sind Sie so geworden, was sie sind?
    Mir ist klar, daß Sie 74 Jahre alt sind und will Sie keinesfalls beleidigen.

  6. […] Wenn Frau Nahles Gott als Pragmatiker bezeichnet, steht das somit in deutlichem Gegensatz zu den verbindlichen Vorstellungen der katholischen Kirche von Gottes Allmächtigkeit und Allwissenheit. Es mag sein, dass sie eine „bekennende“ Katholikin ist – auf jeden Fall scheint sie eine etwas naive und oberflächliche Katholikin zu sein. (Siehe dazu auch meinen gestrigen Eintrag.) […]

  7. Max Headroom sagt:

    „Es muss Sorge machen, wenn die wichtigsten Politiker eines Landes erklären können, dass sie an Verrücktheiten glauben, ohne dass nachgefragt wird, und ohne dass sie selbst die Brisanz solcher Aussagen erkennen.“

    Jeder darf seine/ihre Fantasiewesen glauben. Ob sie Ärzte, Politier oder Putzfrauen sind, ist unwichtig. Dieses Recht besitzen alle Einwohner dieses Landes.

    Wichtig ist und sollte aber bleiben, dass ihr Glaube und ihre religiöse Überzeugung sich nicht in ihre politische Arbeit einmischen sollte. Leider findet man an vielen Ecken gewisse „Pro-Religiöse“ Entscheidungen, die man sehr gut gottlos „modernisieren“ kann, ohne eine spezielle weltanschauliche Aussage einzubetten. Wir aber kennen unsere Politiker … nicht *zuviel* Arbeit machen. Religionsgehamsel kann man erst einmal zurückstellen, denn „anderes“ ist eben wichtiger 😉 .

  8. Hank sagt:

    Wie erwähnt finden Gebete wissenschaftlich-erwiesenermaßen kein Gehör.
    Die Gebete Ihrer treuen Mutter haben Ihnen also nicht geholfen, wohl aber ihre Zuversicht und ihre Fürsorge. Hätte ihre Mutter nich ihr bestes gegeben um Sie warm zu halten und Sie zu füttern, hätten die Gebete nichts gewirkt. Viele andere Kinder SIND gestorben – trotz der Gebete. Wo war Gott da? Oder haben die anderen nicht inbrünstig genug gebetet? Waren sie „schlechtere Christen? und die kleinen Kinder auch? Sind nur Menschen die nicht beteten gestorben? Na eben.

    Die Taten des Menschen sind es die zählen! Sonst würden nicht 40000 Kinder täglich verhungern – für die ihre Eltern nur allzuoft inbrünstig beten – und sie dennoch verlieren.

    Gott gibts (mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit) nicht. Und wenn doch sind wir ihm definitiv egal. Das sollte er uns dann eben auch sein.

    • Herr Hank,
      lassen Sie mich das so sagen bei aller Verschiedenheit
      Ihren und meinen Glauben und der meiner Mutter,
      wie den Erfahrungen des Lebens, die den Menschen prägen: „Sie haben keine Ahnung von GOTT“!

      Erlauben Sie mir diese Frage,
      „Wenn Sie an Gott nicht glauben,
      Warum sind Sie dann noch nicht aus ihrer Religion,
      Kirche, Tempel,Gemeinde oder Sekte ausgetreten?
      ODER doch?

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