Gotteswahn: US-Amerikaner beschneidet und erstickt Säugling

PZ Myers kommentiert einen unappetitlichen Fall aus den USA: Ein Mann erstickte den Behörden zufolge seinen neun Monate alten Sohn mit einem Mantel, als dieser nicht einschlafen wollte. Nachdem seine Frau das blau angelaufene Kind gefunden hatte, versuchten beide zwanzig Minuten lang vergeblich, ihn wiederzubeleben.

Anschließend wickelte die Frau das tote Baby in eine Decke und fuhr zum Haus ihres Pastors, wo schließlich jemand den Norarzt rief.

Auf die Frage, weshalb die Frau nicht gleich zum Krankenhaus gefahren sei, antwortete die zuständige Ermittlerin, das Paar habe angedeutet, dass sie glaubten, der Pastor könnte dem Kind wieder Leben einhauchen. Dem Pastor zufolge hatte die Leichenstarre bereits eingesetzt, als er das Baby untersuchte.

Schlimm genug, aber jetzt kommt der Hammer:

Während der Anhörung stellte sich heraus, dass der Mann, Samuel McGehee, bereits im März letzten Jahres versucht hatte, seinen anderen Sohn mit einem Steakmesser zu beschneiden. Der Grund: Er war in Sorge um die finanzielle Situation der Familie.

McGehee hatte zunächst mehrere Ärzte konsultiert, die es jedoch alle ablehnten, den damals drei Monate alten Sohn zu beschneiden, bevor er mindestens neun Monate alt war. Als Grund, so gab ein Polizist zu Protokoll, verwiesen die Ärzte gegenüber McGehee unter anderem auf das Risiko starker Blutungen.

Bei der missglückten Beschneidung wurde der Penis des Jungen schwer verletzt und auch der Hodensack beschädigt. Nach 30 Minuten brachten die Eltern das Kind ins Krankenhaus, weil sie die Blutungen nicht stoppen konnten. Seitdem musste sich der Junge umfangreichen Operationen zur Wiederherstellung unterziehen und wird dies auch zukünftig noch tun müssen.

Zu der Frage, weshalb McGehee wegen dieses Vorfalls damals nicht strafrechtlich belangt wurde, wollte der Staatsanwalt nicht Stellung nehmen.

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3 Responses to Gotteswahn: US-Amerikaner beschneidet und erstickt Säugling

  1. verquer sagt:

    ICh weiß gar nicht, was Du hast. Es kann doch jeder glauben, was er will oder? Und die Eltern haben das Christentum ganz offensichtlich nicht richtig verstanden. Denn wie wir in der Bibel lesen:

    [beliebiger Vers aus der Bibel, der eher lose mit dem Gesagtem zusammenhängt]

    Deswegen kannst Du nicht behaupten, dass das Christentum Ursache für diese Tat ist. Es ist vielmehr das falsche Verständnis der Eltern, der sie zu dieser Tat führte. Wir Christen haben damit also nichts zu tun, uns kann man nichts zur Last legen und wir sind fein raus.

    Ich vermute ja eher, dass die Eltern Atheisten waren, die das Christentum in einem falschen Licht rücken wollten.

  2. skydaddy sagt:

    Ich hatte da gar nicht so sehr an die Bibel gedacht. Im einem Kommentar bei Pharyngula (PZ Myers Blog) habe ich angeregt, man könnte die US-Finanzbehörde deswegen verklagen, weil die „In God we trust“ auf das Geld drucken. Das hat der Typ oben ja zweimal getan. Die plastische Chirurgie für den beschnittenen Sohn ist bestimmt teuer, und es gibt sicher noch massenhaft andere Fälle, in denen Menschen – vor allem Kinder – Schaden erlitten haben, weil die Eltern auf Gott vertrauten. Ist doch nicht von der Hand zu weisen, dass der Spruch auf dem Greenback damit was zu tun hat.

    Klingt zwar etwas weit hergeholt – scheint mir aber nicht übertriebener als andere Klagen dieser Art, und das US-Recht macht solche Verfahren recht einfach.

  3. verquer sagt:

    Hmm…. ich stimme Dir zu. Es klingt etwas weit hergeholt… 😀

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