Ein Drittel Konfessionslose im Bundestag?

Tammox wies vor einiger Zeit in Olylys Blog auf eine Meldung des Hamburger Abendblattes zur Zusammensetzung des neu gewählten Bundestags hin. Zitat:

Gestiegen ist der Anteil der konfessionslosen Abgeordneten. Im Bundestag sitzen jetzt 247 statt bisher 182 Abgeordnete ohne Konfessionszugehörigkeit. Die Zahl der evangelischen Abgeordneten sinkt von 242 auf 193. Der katholischen Kirche gehören 176 Abgeordnete an. Im vorigen Bundestag waren es 182. Es gibt außerdem sechs Muslime, zwei mehr, als es bisher waren. [Hervorhebung von mir.]

Heißt das, dass 247 von 622 Bundestagsabgebordneten konfessionslos sind? Das hieße ja, dass wir entsprechend unserem Anteil an der Bevölkerung repräsentiert wären!

Das erschien mir dann doch zu schön um wahr zu sein. Immerhin sind selbst die Ministerpräsidentin und -präsidenten in den neuen Bundesländern (wo der Anteil der Konfessionslosen überall mindestens zwei Drittel beträgt) durchweg Christen.

Die Lösung liegt darin, dass die Mitglieder des Bundestags natürlich keine Angabe zur Religion machen müssen. Eine Aufschlüsselung zum vorherigen Deutschen Bundestag verrät: damals haben 26 Abgeordnete zur Konfession „konfessionslos“ angegeben, 189 machten keine Angabe. Der Anteil der „bekennenden“ Konfessionslosen war also nur etwa 4 Prozent! Daran dürfte sich auch beim neuen Bundestag wenig geändert haben.

Unter den Abgeordneten ohne Angabe dürften durchaus auch Kirchenmitglieder sein. Gerade christliche Politiker in den überwiegend „konfessionslosen“ Bundesländern, aber auch z.B. evangelische Politiker in katholischen Gegenden könnten es vorziehen, keine Angabe zu machen. Als ich kürzlich versuchte, die Religions- bzw. Konfessionszugehörigkeit der Regierungschefs in den Bundesländern zu bestimmen, gestaltete sich dies teilweise durchaus schwierig, weil diese Angabe – ich beanstande dies nicht! – auf offiziellen Seiten nicht zu finden war.

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2 Antworten zu Ein Drittel Konfessionslose im Bundestag?

  1. Schwabe sagt:

    Als Student habe ich bei Ostbesuchen das Neue Deutschland gelesen und mich prächtig amüsiert. Die Propagandaschriften waren dermaßen unrealistisch, dass sie für einige Tage, bis zur Rückreise in den Westen ganz unterhaltsam waren. Ihre Seiten sind im Tonfall und im Inhalt nicht anders als sozialistische Propagandaschriften. Jetzt kann ich mich nicht mehr amüsieren, da es eine „Rückreise“ nicht mehr geben kann. Ich hoffe nur, dass keine labile Personen Ihre sehr einsilbigen Gotteslästerungen lesen. Auch wenn ich Gottes Wille nicht kenne, bete ich um Ihre Läuterung. Sela!

  2. skydaddy sagt:

    Ich hatte mich schon gefragt, weshalb ich mich seit ca. 10 Minuten plötzlich so geläutert fühle…

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